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Rundbrief 79 (August 2010)
     

 

 

Hetzjagd auf die Kirche

 

Bischof Müller hat zu Recht die gegenwärtige Medienhetze gegen die Kirche mit der nationalsozialistischen Zeit verglichen. Da wird gezielt alles ausgegraben, auch wenn die Verdächtigten jahrzehntelang verstorben sind. Tote können sich nicht wehren. Auch winken hohe Geldsummen; wo bleibt übrigens der Rechtsgrundsatz, daß Menschen nur verurteilt werden können auf Grund eindeutiger Beweise; bis dahin hat die Unschuldsvermutung zu gelten. Man vermengt gezielt körperliche Züchtigung mit pädophilem Mißbrauch, um unter dem Titel „sexuelle Gewalt“ zu einer größeren Zahl von Fällen zu kommen. Nur die kirchlichen Fälle werden gezielt hervorgesucht, sonstiger Mißbrauch vernachlässigt. Kein Mensch spricht von der Fülle des Segens, den eine gute katholische Erziehung gerade auch in Internaten so vielen jungen Menschen brachte.
Das alles will man zerstören, natürlich auch den Zölibat und die letzten Reste von Autorität in der Kirche. Den Papst will man treffen. Die Wahrscheinlichkeit, daß ein Zölibatärer Mißbrauch begeht, ist übrigens 1/36 gegenüber nicht zölibatären Menschen. Dies ergibt eine Untersuchung von Hans-Ludwig Kröber, Kriminalpsychiater und Professor für forensische Psychiatrie an der Berliner Charité.
Das Ganze ist offensichtlich eine gesteuerte Aktion, so wie die Trommelfeuer-Hetze vor einem Jahr wegen der Aufhebung der Exkommunikation gegen die Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X. Welche Gruppen stehen dahinter?
Die Lehre der Kirche, die Disziplin und eben nicht zuletzt der Zölibat sollen zerstört werden. Das Trommelfeuer der Angriffe ist so anhaltend und heftig, daß dies ohne gezielten, gesteuerten Hintergrund kaum denkbar ist.

Die neue Kirche
Eines ist allerdings richtig: die Kirche der letzten 45 Jahre, die Kirche nach dem Konzil ist schwach geworden. Menschliches Versagen hat es zu allen Zeiten gegeben, aber das 2. Vaticanum hat nicht den erwarteten Aufbruch, sondern einen erschütternden Niedergang der Kirche gebracht. Wer sich mit der Welt verheiratet, mit dem spielt die Welt ihr eigenes Spiel. Auch vor dem Konzil hat es „abgefallene“ Priester gegeben. Es waren wenige und diese kehrten zu 90 % reumütig zurück. Daß Priester im Konkubinat leben, ist heute offensichtlich um ein vielfaches häufiger, und es wird von den bischöflichen Autoritäten kaum eingeschritten.
Die Herren von der neuen Theologie haben auch eine neue Liturgie in die Kirche eingeführt und auch eine neue Moral. Hier gibt es keine Sünde mehr, schon gar keine schwere Sünde. Es wird nicht mehr gebeichtet und alle kommen in den Himmel. In der Kirche hat eine Revolution stattgefunden. Keuschheit ist zu einem Fremdwort geworden und doch gibt es ohne Keuschheit keine echte Liebe. In der „Welt der Frau“, dem Organ der katholischen Frauenbewegung Österreichs, wird die Ehrfurcht vor der Frau zerstört. Lesen Sie darüber in der letzten WAHRHEIT. Oder denken Sie an die Jugend-CD der Diözese Linz oder an den Versuch der Linzer Kirchenzeitung der Homosexuellen-Initiative einen Solidaritätspreis verleihen zu lassen durch den Bischof und den Landeshauptmann.


Die Medien und die Politik
Die Kräfte der Medien, die heute speziell auf die Kirche Jagd machen, und auch manche Politiker, sind Heuchler. Die linken Politiker Bundeskanzler Kreisky und Justizminister Broda haben begonnen, die Gesetze gegen Pornographie und Blasphemie wirkungslos zu machen. Der ganze Justizapparat kümmert sich zwar um Steuerhinterziehung und Falschparken, nicht jedoch um solche „Kleinigkeiten“ wie Pornographie und Menschenhandel. Die öffentliche sittliche Ordnung ist schwer beschädigt. Denken wir an den Sexualkundeunterricht, an den Sexkoffer, die Berührungsspiele. Systematisch wurde bei den Kindern die Schambarriere und die Ehrfurcht im Geschlechtlichen zerstört und damit Bedarfsweckung betrieben. Denken wir an den mit Steuergeldern finanzierten Skandal der Mühlkommune oder auch an den Antrag deutscher Grüner auf Straffreiheit bei Pädophilie. Dazu kommt seit neuem eine verrückte Gender-Ideologie, von den europäischen Instanzen verordnet. Denken wir an die heutigen Medien, an das Fernsehen. Ist es da ein Wunder, wenn 50 % der Ehen geschieden werden, und wieviel Elend bedeutet dies, gerade für Kinder!


Die Gesellschaft
Richtig ist, daß in den letzten Jahrzehnten die ganze Gesellschaft verdorben worden ist. Es gibt eine Reihe von Unterlagen, die auf eine erschreckend enge Beziehung zwischen Homosexualität und sexuellen Kindesmißbrauch hinweisen.Was soll ein Bundespräsident, der Kinder durch Homosexuelle adoptieren lassen will und der nie ein Wort gegen den Kindermord findet? Was ist mit einem Bischof, der zwar Worte gegen eine 10-fache Mutter findet, sich aber von einem solchen Bundespräsidenten einen Orden umhängen läßt und einen anderen Bischof nicht öffentlich gegen die Abtreibung Stellung nehmen läßt? Was soll ein Staat, was sollen Politiker und Medien, die sich gegen den nötigen strafrechtlichen Schutz der ungeborenen Kinder stellen und sich dadurch mitschuldig machen am Mord dieser unschuldigen Kinder im Mutterleib! Jährlich sind es mindestens 1,2 Millionen in Westeuropa. Was ist mit einem Europarat, der mit Mehrheit beschließt, vor Religionen zu warnen, die sich gegen Abtreibung und Homosexualität stellen? Man gewinnt den Eindruck: Homosexuelle werden besser geschützt als Katholiken und ungeborene Kinder. Keine Frage, der Mißbrauch ist ein abscheuliches Verbrechen und gehört hart bestraft. Wer aber trotz Verpflichtung und Verantwortung den Mord an Kindern ungehindert geschehen läßt und nicht bereit ist, diese unschuldigen Wesen zu schützen, begeht auch ein Verbrechen und hat kein Recht, Jagd auf die Kirche zu machen.
Nicht zuletzt handelt es sich wohl um die Rache einer Welt, die sich mit der katholischen Ehelehre, der Herausforderung des Zölibats und vor allem dem Wesen der Keuschheit als Schwester von Erfurcht und Liebe nicht abfinden kann. An dieser Rache sind auch innerkirchliche Kräfte beteiligt. Die Unkeuschheit nimmt bekanntlich dem Menschen die Flügel der Seele und macht ihn blind.
Dr. Felix Bentz

"Katholische" Frauenbewegung würdigt Dohnal

Die KFB würdigte in einer Aussendung die Verdienste der verstorbenen SPÖ-Abtreibungspolitikerin Johanna Dohnal und nennt sie "wichtigste Frauenpolitikerin des 20. Jahrhunderts".
kath.net 22.2.2010:

Margit Hauft, die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö), hat in einer Aussendung die verstorbene SPÖ-Politikerin Johanna Dohnal, die sich seit Jahren vehement für das Recht auf Abtreibung eingesetzt hat, gelobt und diese als „unermüdliche Kämpferin“ für die Gleichberechtigung und für die Rechte der Frauen bezeichnet. Wörtlich meinte Hauft unter anderem: „Mit dem Ableben von Johanna Dohnal verliert Österreich die wichtigste Frauenpolitikerin des 20. Jahrhunderts. Wir werden die Verstorbene als Vorbild für eine engagierte, emanzipierte Frauenpolitik in Erinnerung behalten.“
Die umstrittene SPÖ-Politikerin forderte zuletzt am 25. Januar 2010 die „Entkriminalisierung“ der Abtreibung und damit die faktische Straffreiheit der Abtreibung bis zur Geburt. Dohnal war eine der maßgeblichen SPÖ-Politiker, die in Österreich das bis heute umstrittene Abtreibungsgesetz forcierte und sich dafür innerhalb der SPÖ einsetzte. Dieses wurde 1973 im Parlament beschlossen. 1975 trat Johanna Dohnal aus der katholischen Kirche aus. Offiziell begründete sie das damals damit, dass Vertreter der katholischen Kirche die Befürworterinnen der Fristenregelung als verantwortungs- und gewissenlos bezeichneten.

Was war das für eine Frau, die von der KFB als das große Vorbild hingestellt wird?
Hier ein kurzer Steckbrief:
Geboren 1939 in Wien, Eintritt in die SPÖ 1956. Geheiratet 1957, 2 Kinder, 1979 geschieden. 1969 SPÖ-Bezirksrätin, 1972 Wechsel in die Parteizentrale, 1973 Landtagsabgeordnete. 1979 holte Bruno Kreisky Dohnal als Staatssekretärin für allgemeine Frauenfragen in die Regierung. 1987 Vorsitzende der SPÖ-Frauen. Seit 1981 lebte sie in "Lebensgemeinschaft" mit einer SPÖ-Gemeinderätin, mit der sie noch kurz vor ihrem Tod eine "Eingetragene Partnerschaft" einging.
Der "Nachruf" der KFB befindet sich, trotz einigen Medienwirbels, heute (20.7.2010) nach wie vor auf der Internetseite der KFB.
Es erübrigt sich wohl festzuhalten, dass von den Bischöfen kein Sterbenswörtchen der Kritik an diesem Nachruf zu hören war (zuständiger Bischof für die KFB ist Exzellenz Dr. Alois Schwarz).

Ein erhellender Leserbrief


In der Linzer Kirchenzeitung vom 1.4.2010 (1.April!?) finden wir unter dem Titel "Die Zeit ist reif" einen Leserbrief von Ursula Steiner (ungekürzt):
Vor 2000 Jahren war Jesus von Nazareth konfrontiert mit einer einengenden religiösen Gesetzgebung und den daraus resultierenden lebensfeindlichen Folgen. Er hat sich nicht auf Sypmtombehandlung beschränkt, sondern die tieferliegenden Schichten des Bewußtseins aufgespürt, angesprochen und geheilt. In dieser krisengeschüttelten Zeit erwarte ich von der Kirche, die sich in der Nachfolge Jesu versteht, die Bereitschaft, neben der Schadensbegrenzung für die skandalösen Vorfälle durch Machtmissbrauch und Missachtung der Menschenwürde von Kindern und Jugendlichen auch die Auseinandersetzung mit den tieferliegenden Ursachen: Anerkennung und Neubewertung von Sexualität als von Gott geschenkte lebensnotwendige und lebensfördernde Kraft und eine offene und ehrliche Diskussion über alle kirchenrechtlich geregelten Bestimmungen in diesem Zusammenhang:
Pflichtzölibat, wiederverheiratete Geschiedene, gleichgeschlechtlich Liebende, Empfängnisregelung, Öffnung von Weiheämtern für Frauen. Wenn Frauen auf ALLEN Ebenen der Hierarchie Kirche mitgestalten, wird sie sich verändern - hin zu mehr Glaubwürdigkeit und Menschlichkeit (...) Viele kirchlich engagierte Frauen und Männer warten schon lange auf diesen Prozess. Die Zeit ist reif!

Nun, Ursula Steiner ist nicht irgendwer: Sie wurde von Bischof Ludwig Schwarz immerhin zur "Vorsitzenden der Frauenkommission der Diözese Linz" ernannt. Man kann sich daher nicht vorstellen, dass ihre Positionen denen des Bischofs so völlig entgegenstehen (Distanzierung wurde keine bekannt)!
Kommentar: So ganz schlüssig ist es ja nicht, was die "lebensfördernde" Kraft mit gleichgeschlechtlicher Liebe, Empfängnisregelung, Weiheämtern für Frauen ... zu tun hat?! Auch die vermehrte Glaubwürdigkeit der Kirche mit Frauen, die "mitgestalten", darf zumindest hinterfragt werden - jedenfalls wenn diese Frauen aus der KFB kommen.

Los von Rom - I

Sonntagspflicht: Diözese Linz bastelt am eigenen Kirchenrecht

Am 1. Fastensonntag (21.2.2010) wurde in allen oberösterreichischen Pfarren ein exzellenter Hirtenbrief von Diözesanbischof Ludwig Schwarz verlesen (sofern es der jeweilige "Gottesdienstleiter" auch wirklich tat). In diesem Hirtenbrief wird die Bedeutung des Sonntags und der Sonntagsmesse herausgestellt und durchaus gemäß dem allgemeinen Kirchenrecht interpretiert.
In dem Hirtenbrief heißt es u.a.: "Weil der Besuch des Sonntagsgottesdienstes an manchen Orten und zu bestimmten Zeiten spürbar zurückgeht, aber auch wegen der größeren Belastung der Priester durch den Dienst in mehreren Pfarren besteht in unserer Diözese mancherorts dringender Bedarf, die Anzahl, Orte und Zeiten der sonntäglichen Euchari-stiefeiern entsprechend abzustimmen und anzupassen... Von Seiten der Gläubigen ist dann aber auch die Frage der Zumutbarkeit und Erreichbarkeit von Gottesdiensten zu angemessenen Zeiten zu stellen und an ihr Verständnis für notwendige Kompromisse zu appellieren. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, in einer benachbarten Pfarre die Eucharistie mitzufeiern..." Soweit der Bischof.
Wie nicht anders zu erwarten, verursachten diese klaren Aussagen offenbar hinter den Kulissen bei den (wirklichen) Linzer Machthabern, dem Zivilklerus und den Oberlaien großes Unbehagen. Passen sie doch so gar nicht in das Linzer Konzept (d.h.: Laien als Pfarr- und "Gottesdienstleiter"; die wenigen Priester, welche die Linzer Linie nicht mittragen wollen, lässt man am besten jeden Sonntag drei Messen feiern - vielleicht "bekehren" sie sich dann zum Linzer Weg).


Die Kirchenzeitung rückt zurecht
So kam der erste Rückzieher prompt, bereits am 11.3.: Die Linzer Kirchenzeitung berichtet, dass der Bischof bei der Pastoralrats-Vollversammlung am 5.3. erklärte: "Wenn es nicht anders möglich ist, dann kann in einer Pfarre an Sonntagen statt einer Eucharistiefeier auch ein Wortgottesdienst gefeiert werden....".
Sozusagen als flankierende Maßnahme brachte die Linzer Kirchenzeitung gleich eine Woche darauf, am 18.3. noch eine zweiseitige, begeisterte Reportage von einer Pfarre, in der regelmäßig sonntags "Wort-Gottes-Feiern" stattfinden (der nächste größere Ort mit drei Sonntagsmessen und einer Vorabendmesse ist ca. 5 km entfernt). Der rührende Titel des Beitrags: Weil die Wort-Gottes-Feiern aus dem Herzen kommen. Man kann ein großes Foto mit einer Dame im "liturgischen Kleid" bewundern und wird informiert, dass die Dame keine theologische Ausbildung hat - aber, so liest man in dem Artikel gleich zweimal, sie "genießt" jedesmal die Vorbereitung für die Predigt. In der Diözese Linz gibt es laut LKZ inzwischen 1155 Laien, welche die Ausbildung "als Leiter/innen von Wortgottesfeiern" absolviert haben.
Somit wäre jedenfalls nach dem unliebsamen Vorstoß des Bischofs alles wieder im richtigen "Linzer Lot", das heißt, es bleibt wohl alles beim Alten.
Übrigens: Obwohl es Umfragen und Statistiken über jeden Schmarrn wie Sand am Meer gibt, wurde noch nie veröffentlicht, wie viele Gläubige denn bei diesen "Wortgottesdiensten" an Sonntagen überhaupt zugegen sind!? Vermeidet man solche Erhebungen, oder werden diese unter Verschluss gehalten?


Anfrage an den Bischof
Am 11.3. ging folgender Brief an Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz:
Exzellenz, sehr geehrter Herr Bischof Schwarz,
in der heutigen Kirchenzeitung (Seite 4) lese ich Ihre „Klarstellung“ bei der Pastoralrats-Vollversammlung vom 5. März:

„Wenn es nicht anders möglich ist, dann kann in einer Pfarre an Sonntagen statt einer Eucharistiefeier auch ein Wortgottesdienst gefeiert werden“.
Aus dieser „Erlaubnis“ ergeben sich ein paar Fragen:
- Wer stellt fest, „ob es nicht anders möglich ist“, d.h., ob ein Priester verfügbar wäre oder nicht?
- Genügt es, wenn dies der/die „Pastoralassistent/in“ oder „Pfarrassistent/in“ vor Ort entscheidet?
- Wie viele Kilometer muss eine solche „Notfallpfarre“ von der nächsten Pfarre entfernt sein, in der eine Heilige Messe gefeiert wird?
- Erfüllen die Gläubigen ihre Sonntagspflicht, wenn sie einem solchen Wortgottesdienst beiwohnen?
- Und schließlich: Steht diese „Erlaubnis“, wie sie in der Kirchenzeitung zu lesen ist, nicht im Widerspruch zu Ihrem Hirtenbrief, der vor nicht einmal drei Wochen in den Kirchen verlesen wurde?
Im Gebet verbunden, Herbert Lindner


Das "Linzer" Kirchenrecht
Bischof Schwarz beantwortete den Brief nicht selbst, sondern gab ihn an Univ.Prof. Dr. Ewald Volgger OT, von der Katholisch Theologischen Privatuniversität Linz weiter (Brief vom 2.4.2010):
" ... Die Erfahrung zeigt aber auch, dass es inzwischen Pfarrgemeinden gibt, in denen der Priestermangel und andere Umstände zwingen, nicht regelmäßig aber doch einen Wort-Gottes-Dienst zu feiern. In solchen Fällen erfüllen die Gläubigen auch die Sonntagspflicht...
In der Regel entscheidet darüber der zuständige Pfarrer bzw. Priester mit den Gremien der Pfarrgemeinde, wo das gesamte liturgische Leben besprochen und entschieden wird. Wenn diese Verantwortung wahrgenommen wird, dann entspricht dies ... dem kirchlichen Rechtsbuch ...
Mit freundlichen Grüßen
Univ.-Prof. Dr. Ewald Volgger OT, Vorstand des Institutes für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie"

Eine Kopie des ganzen Briefes können Sie gerne bei uns anfordern.


Kommentar
Aus dem Antwortschreiben geht hervor:
1. Niemand stellt fest, ob ein Priester verfügbar wäre oder nicht. In der Praxis ist es so, dass Priester, die bereit wären, eine Messe zu feiern, oft gar nicht erwünscht sind, weil halt der/die Oberlai/in seinen/ihren Wortgottesdienst veranstalten will.
2. Was allgemein bekannt ist: Entgegen der Behauptung von Prof. Volgger heißt es z.B. in der LKZ: "Seit Mitte 1990 werden in xxx regelmäßig Wort-Gottes-Feiern gehalten, ...". Man kann sich schwer vorstellen, dass diese Tatsache Herrn Prof. Volgger nicht bekannt ist.
3. Es stimmt, dass die Entscheidung für einen Wortgottesdienst in den Pfarren selbst getroffen wird. Oft durch den Oberlaien persönlich (Pfarrassistent/in oder Pastoralassistent/in). Der zuständige Priester getraut sich meist nichts dagegen zu sagen (er will ja nicht mit dem Pastoralamt anecken). Und in den Pfarrgemeinderäten gibt es ohnehin kaum noch (alt-)gläubige Katholiken, die etwas dagen hätten.
4. Es gibt kein Kilometerlimit für die Sonntagsmesse, d.h., selbst wenn in ein oder zwei Kilometern Entfernung eine Messe gefeiert wird, sollen / müssen die Gläubigen nicht dorthin zur Messe gehen, um der Sonntagspflicht zu genügen. Dasselbe gilt offenbar auch für die Anzahl der Gottesdienstbesucher - wenn vielleicht nur mehr drei oder fünf Menschen in einem solchen Wortgottesdienst sitzen. Zumindest ist auch von einem solchen Limit nie die Rede.


Das Römische Kirchenrecht
Die "Erlaubnis", dass in der Diözese Linz Wortgottesdienste als Erfüllung der Sonntagspflicht genügen, verstößt eindeutig gegen das Kirchenrecht, wo es ganz klar heißt:
"Am Sonntag und an den anderen gebotenen Feiertagen sind die Gläubigen zur Teilnahme an der Meßfeier verpflichtet, ..." (Can.1247 CIC) und als einzige Ausnahme: "Wenn wegen des Fehlens eines geistlichen Amtsträgers oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund die Teilnahme an einer Eucharistiefeier unmöglich ist, wird sehr empfohlen, ..." (Can. 1248 §2).
Wenn es in der Diözese Linz tatsächlich Gläubige gibt, denen die Teilnahme an einer Heiligen Messe "unmöglich" ist, dann kann das höchstens an organisatorischen Mängeln (oder fehlendem Willen) liegen. Immerhin kommen auf jede Pfarre in der Diözese Linz im Durchschnitt noch immer 1,5 Priester! Ist es nur eine ungeschickte Planung, oder werden diese Priester bewusst nicht eingesetzt (was Kenner der Diözese eher vermuten).
Bei etwas gutem Willen könnten aber auch jene, die ohnehin mit dem Auto zur Kirche fahren, die wenigen, die zu Fuß unterwegs sind, die paar Kilometer in die nächste Pfarrkirche mitnehmen. Das würde die Gemeinschaft wahrscheinlich mehr födern, als das gekünstelte Händeschütteln während der Vorbereitung auf den Empfang der Hl. Kommunion. Wenn nicht anders möglich, könnte man sogar für die handvoll Gläubigen, die wirklich keine Fahrgelegenheit für die paar Kilometer haben, ein Taxi oder einen Bus organisieren (wenn man das wirklich wollte!) - das wäre noch immer erheblich billiger als der Gehalt eines Oberlaien.
Das Argument, dass beim Besuch einer Hl. Messe im Nachbarort die Pfarrgemeinschaft auseinandergeht, ist mehr als fadenscheinig: Tatsächlich sind solche Gemeinden mit Wortgottesdiensten längst gespalten, denn die gläubigen Katholiken, die das Kirchenrecht ernst nehmen, sind ja schon lange "ausgewandert"!

Los von Rom - II

Laienpredigt: Diözese Linz bastelt am eigenen Kirchenrecht

Bereits im September 2007 veröffentlichte Diözesanbischof Ludwig Schwarz ein Dokument, in dem er dokumentierte, dass es bei einer Hl. Messe keine Laienpredigt gibt. Diese Feststellung ist keineswegs etwas Neues oder Besonderes, denn im Kirchenrecht heißt es ganz eindeutig:
"Unter den Formen der Predigt ragt die Homilie hervor, die Teil der Liturgie selbst ist und dem Priester oder Diakon vorbehalten wird; ..." (Can. 767 §1 CIC). Und weiters: "Der Pfarrer oder der Kirchenrektor hat dafür zu sorgen, dass diese Vorschriften gewissenhaft eingehalten werden." (Can. 767 §4).
Klarer könnte es wohl nicht formuliert sein!
Das Dokument von Bischof Schwarz beleuchtet und erklärt das Laien-Predigtverbot von allen Seiten. Aber am Schluss kommt dann ein folgenschwerer Absatz:
"... kann es bestimmte Anlässe und Umstände geben, die es einem Pfarrer ermöglichen, qualifizierten Laien den Auftrag für eine Katechese zu geben, z.B. bei Kindergottesdiensten; Gottesdiensten mit thematischen Schwerpunkten (etwa Familienfasttag, Gedenktage, etc.); Krankheit oder Gebrechlichkeit des Priesters."
Es war vom Anfang an klar, dass mit dieser Formulierung ab jetzt der Pastoralassistent/in jederzeit predigen kann. Denn ab nun sind eben ein- oder zweimal im Monat "thematische Schwerpunkte" (nebenbei: es ist schwer nachvollziehbar, wieso ein Pastoralassistent z.B. zum Thema Fasten mehr oder besseres zu sagen hätte als der Priester!?). Gepredigt haben die Oberlaien bisher auch schon, aber jetzt können sie sich sogar nach Belieben auf die Anordnung des Bischofs berufen. Somit hat der Bischof mit seinem Dokument genau das Gegenteil von dem erreicht, was er wahrscheinlich beabsichtigte (die ganze Sache erinnert sehr an die Einführung der Handkommunion).


Was kümmert die Oberlaien
das Kirchenrecht?
Nach dem Erscheinen des Dokumentes von Bischof Schwarz gab es kurz eine (gespielte?) Aufregung unter den Oberlaien. Manche glaubten sich plötzlich der Gelegenheit beraubt, sich selbst darzustellen - bis man endlich begriff, dass die neue Regelung eigentlich viel besser ist als die alte. Und inzwischen hat auch der einfältigste Oberlaie erkannt, dass man ohnehin tun und lassen kann, was man will - bischöfliche oder kirchenrechtliche Vorschriften hin oder her: Man tut es einfach - und zwar mehr und öfter als je zuvor!
Die Pfarrer, die laut Kirchenrecht dafür zu sorgen hätten, dass diese kirchlichen Vorschriften eingehalten werden (siehe Can. 767 §4), getrauen sich offenbar nichts zu sagen. Entweder ist es ihnen einfach egal, oder sie befürchten Ärger mit dem Pfarrgemeinderat oder dem Pastoralamt. Vom Bischof können sie dabei ohnehin keine Unterstützung erwarten - sonst hätte er im Pastoralamt längst ein anderes Personal eingesetzt.
Zusammenfassung: Man weiß nicht, ob der Bischof die Laienpredigt wirklich abschaffen oder eindämmen wollte. Wenn er es wollte, ist dieses Vorhaben jedenfalls gründlich danebengegangen. Man muss ehrlicherweise gestehen: Ein weiterer Triumph der Linzer Los-von-Rom-Bewegung! Die verbreitete Laienpredigt - ein Ärgernis für viele Gläubige - bleibt jedenfalls bestehen, und eine Besserung ist weit und breit nicht in Sicht.

Los von Rom - III:

Für Viele oder für Alle?

Bereits 2006 hat der Papst die Bischofskonferenzen aufgefordert, die falsche Übersetzung der Wandlungsworte "für Alle" zu korrigieren und wieder - wie eh' und je - das richtige "für Viele" zu verwenden. Der Zeitrahmen zur Umsetzung war 2 Jahre. Nun sind fast 4 Jahre vergangen - und geschehen ist nichts! Selbst Priester, die eigentlich als papsttreu gelten, verwenden nach wie vor das "für Alle". Man fragt sich: Warum halten die Modernisten mit Zähnen und Klauen an der Falschübersetzung fest? Ist es "nur" demonstrativer Ungehorsam gegen den Papst oder geht es um den "Neuen Glauben" (der ja nur einen einzigen Feind kennt: die Wahrheit)!
Die Heilige Messe ist das Zentrum unseres Glaubens, und die Heilige Wandlung ist das Zentrum der Hl. Messe. Es stellt sich die Frage, wie weit eine Wandlung gültig ist, wenn dabei bewusst und demonstrativ eine falsche Formulierung verwendet wird.

Los von Rom - IV

So wird mit Begriffen manipuliert

Die Mär vom Priestermangel:
man will eine NEUE KIRCHE!

Gebetsmühlenartig jammert man heute über den angeblichen "Priestermangel". Dazu ein paar Fakten:
1. Es stimmt, dass die Priester in unseren Ländern der Kirchen- und Glaubenskrise immer weniger werden (ganz besonders in den "modernen" Diözesen). Tatsache ist aber auch, dass die Gottesdienstbesucher noch viel schneller weniger werden als die Priester. D.h., heute kommen auf einen Priester erheblich weniger Gottesdienstbesucher als früher: Wir vergleichen die Zahlen für Österreich von 1990 und 2008 (1990 war die Kirchenkrise schon längst im vollen Gange - ein Vergleich mit Zahlen vor "dem" Konzil würde noch viel dramatischer aussehen): Der Rückgang bei den Gottesdienstbesuchern beträgt in diesen 18 Jahren 48 Prozent, der Rückgang bei den Priestern aber lediglich 23 Prozent! Oder: 1990 kamen 282 Gottesdienstbesucher auf einen Priester, 2008 waren es nur noch 190! Anders ausgedrückt: Der Gottesdienstbesuch hat sich in Österreich in nur 18 Jahren halbiert, die Priester wurden in diesem Zeitraum um ein Viertel weniger. Oder: Vor 18 Jahren kamen auf jeden Priester um die Hälfte mehr Gottesdienstbesucher als heute. Der Trend setzt sich weiter fort. Nennt man das Priestermangel?
2. Hinzu kommt: Der zeitaufwändigste Dienst des Priesters war früher mit Sicherheit das Beichtehören. Diese Tätigkeit entfällt heute weithin ersatzlos.
3. In der Diözese Linz gibt es z.B. für jede Pfarre im Durchschnitt 1,5 Priester (470 Pfarren und 711 Priester laut Jahrbuch 2010). Selbst wenn einige Priester so alt sind, dass sie nicht einmal mehr eine Messe in der Woche feiern können, stellt sich die Frage: Wo sind all diese Priester am Sonntag? Mit etwas gutem Willen müsste es doch möglich sein, dass sonntags in jeder Pfarre ein Priester eine Heilige Messe feiert - wie gesagt, wenn man wirklich will!
4. Wenn Priester über Arbeitsüberlastung klagen, sodass sie nicht einmal täglich eine Heilige Messe feiern können, muss man fragen, was sie denn so alles tun, was wichtiger ist, als ihr tägliches Heiliges Messopfer. Vielleicht könnte ihnen die eine oder andere Aufgabe doch ein Laie abnehmen!?


Was will man wirklich?
Anhand dieser Zahlen wird wohl jedem klar, dass es beim vielbemühten Schlagwort "Priestermangel" um etwas ganz anderes geht: Man will schlicht eine neue, von Rom unabhängige Kirche! Mit dem Argument Priestermangel will man nicht nur den Einsatz der Oberlaien am Altar und die Laienpredigt begründen, sondern auch gleich Frauenpriester und die Aufhebung des Zölibats durchdrücken.
PS: Erfreulicherweise sind weltweit die Priesterberufungen im Steigen. Auch aus diesem Grund ist es auszuschließen, dass die österreichischen "Reformvorschläge" in der Weltkirche auch nur eine geringe Chance zur Verwirklichung haben. Die "Reform"(ation) lässt sich eben nur durch eine Abspaltung von Rom verwirklichen - und in diese Richtung wird ja in unseren Diözesen fleißig gearbeitet.

 

Die Mär vom "Pflicht"-Zölibat


Schon der Begriff Pflichtzölibat ist eine (bewusste) Irreführung. Man spricht ja auch nicht von "Pflichtehe", obwohl das bei der Ehe viel zutreffender wäre als beim Zölibat: Während sich ein Priester mindestens 5 Jahre auf den Zölibat vorbereitet und dann dieses Gelübde völlig freiwillig ablegt, gibt es bei einer Ehe schon ganz andere Zwänge, z.B. eine Schwangerschaft, "Liebe macht blind", Eltern oder Schwiegereltern, Geld uvam. Dies alles gibt es für den angehenden Priester nicht: Er entscheidet wohlüberlegt und völlig freiwillig!
Es gibt Menschen, leider auch Priester, die behaupten, sie kennen keine Stelle in der Heiligen Schrift, mit der man den Zölibat begründen könnte. Nun, Christus hat gesagt (Mt.19,12): "Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, ... und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es." Und nicht nur im letzten Satz dieses Verses ist der Hinweis, dass es manche Menschen nicht verstehen, unmittelbar vor dieser Aussage sagt Christus schon dasselbe (Vers 11): "Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist."

Küberl sieht beim ORF kein Problem

Immer wieder gibt es ORF Sendungen, die gegen die Kirche, den Glauben oder den Papst gerichtet sind. Manchmal nur unterschwellig, oft aber auch in unerträglicher Weise. Noch immer sind 67 % der Österreicher Katholiken (1990, vor 20 Jahren, waren es noch 84 %). Der ORF hat ein Monopol, d.h., die Bürger müssen die ORF-Gebühren zahlen, sobald sie nur ein Empfangsgerät haben, auch wenn sie gar nicht ORF hören oder sehen. So zwingt man die Katholiken, die Verhöhnung ihrer eigenen Religion zu finanzieren.


Der Papst als Homo
Ein Beispiel eines solchen ORF-Beitrags beschreibt Dr. Alfons Adam:
Im Rundfunkprogramm Ö1 gab es am 28. März 2010 um 9 Uhr 30 eine Sendung unter dem Titel „Welt Ahoi“, die sich zusammenfassend als Verhöhnung des katholischen Glaubens und Hetze gegen die katholische Kirche charakterisieren lässt. So ist von einem „absurden Gründungsmythos“ die Rede und vom „ersten Aprilscherz der Menschheit“ im Zusammenhang mit der ins Lächerliche gezogenen biblischen Geschichte, in der von der von Gott verlangten Opferung Isaak‘s durch seinen Vater Abraham berichtet wird.
Die schlimmste Hetze ist einem Zwiegespräch zwischen einer Moderatorin und einem „Monsignore“ zu entnehmen, der als Fitnessberater der römischen Glaubenskongregation vorgestellt wird. Die Moderatorin berichtet davon, dass in den USA zu Halloween Pädophile ihre Häuser kennzeichnen müssten, damit sich die Kinder fernhalten. Darauf lässt man den „Monsignore“ sagen, dass das bei der Kirche nicht nötig sei, weil die Häuser ja mit auffällig hohen Türmen versehen seien und regelmäßiges Glockengeläut stattfinde und dass diese Warnung genug sein müsste. Man könne erwachsene Männer wahrscheinlich nicht besser kennzeichnen, als dass man sie zwinge, in Frauenkleidern herumzulaufen „mit viel Schmuck“. Doch es kommt noch schlimmer. Die Moderatorin sagt dem „Monsignore“, er kenne den Papst wie kein zweiter, und zwar „VOM TURNEN, DUSCHEN, FÖNEN“, worauf der „Monsignore“ mit der üblichen ekelhaften Stimme noch ergänzt „Haube aufsetzen“. Darauf sprechen die beiden noch über den Zölibat, worauf der „Monsignore“ äußert, der Zölibat nehme in dem Fall (also bezogen auf den Papst) der Welt nichts weg - „form follows function“ (Form folgt der Funktion).
Die beschriebene Verhöhnung ist auch für eine satirische Sendung beispiellos. Der Gipfel der Hetze ist wohl, dass dem Heiligen Vater Homosexualität unterstellt wird, wenn vom Duschen mit seinem Fitnessberater gesprochen wird.
Hier wird wieder einmal eine Grenze überschritten, die wir nicht reaktionslos hinnehmen sollten. Ich bin bereit, eine Rundfunkbeschwerde einzubringen, die umso größeres Gewicht hat, je mehr Unterstützungsunterschriften vorgelegt werden können. Die unterstützende Person muss ihren Hauptwohnsitz in Österreich haben. Diese Erklärungen müssen zwar original unterschrieben sein, eine Beglaubigung ist aber nicht erforderlich. ...
Ich kann mir vorstellen, dass aus dieser konkreten Aktion eine auf Dauer angelegte Interessensgemeinschaft entsteht.
Mit herzlichen Grüßen
Dr. Alfons Adam, 3073 Stössing 32


Sendung am Gründonnerstag


Ein weiteres Beispiel: Am 16.4.2010 ging folgender Brief an Caritas-Präsident Franz Küberl - er sitzt im "Stiftungsrat" des ORf und vertritt dort die Katholische Kirche, also immerhin zwei Drittel der Österreicher.
Herrn Präsident Dr. Franz Küberl
Caritas Österreich
Albrechtskreithgasse 19-21
1160 Wien
Abgesprungener Priester in Radio Salzburg
am Gründonnerstag von 20:05 bis 21:00 Uhr

Sehr geehrter Herr Präsident Küberl,
ausgerechnet am Gründonnerstag präsentierte Radio Salzburg seinen Hörern - eine Stunde lang zur besten Sendezeit - einen Priester, der seine Berufung an den Nagel gehängt und geheiratet hat. Er bekam ausgiebig Gelegenheit, seine Ansichten auszubreiten. Eine Gegenstimme, etwa die Sicht der Kirche dazu, gab es nicht.
Am Gründonnerstag gedenkt die katholische Kirche bekanntlich der Einsetzung des Priesteramtes durch Jesus Christus beim Letzten Abendmahl. Daher ist die Sendung mit einem abgesprungenen Priester genau zu diesem Termin nicht nur geschmacklos, sondern schlicht ein Skandal. Konnte (oder wollte) der ORF seinen Hörern keinen der tausenden Priester vorstellen, die heute ihr Amt getreu ihres freiwillig abgelegten Gelübdes ausüben?
Sehr geehrter Herr Präsident Küberl, Sie vertreten im ORF-Publikumsrat die Römisch Katholische Kirche und damit immerhin rund 70 Prozent der Österreicher. Sie haben daher sicher die Möglichkeit und den Einfluss, beim ORF entsprechend einzuwirken. Es ist ja kein einmaliger „Ausrutscher“, der hier passiert ist, sondern der ORF bringt immer wieder Sendungen, in denen die Katholische Kirche (ob Glaube, Kirche oder Papst) beleidigt oder lächerlich gemacht wird. Ich verweise hier als Beispiel nur auf die Sendung in Ö1 am 28.3.2010 um 9:30 „Welt ahoi“.
Vorstellbar wäre:
1. Für die Vergangenheit (wie das heute so üblich ist): Eine Entschuldigung des ORF im Radio und im Internet für diese jeweiligen Sendungen.
2. Für die Zukunft: Eine Verwarnung der verantwortlichen Redakteure und im Wiederholungsfall die Entfernung aus der Redaktion.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Bemühungen,
hochachtungsvoll

Herbert Lindner


"Es wird also Einsicht
Platz gegriffen haben ..."


Mit Datum vom 17.Mai antwortete Präsident Dr. Franz Küberl:
... Zunächst eine formelle Klarstellung: Als Mitglied des Stiftungsrates (entsandt über den Publikumsrat als Vertreter der Kirchen und Religionsgesellschaften) bin ich in einer Aufsichtsfunktion (ähnlich der eines Aufsichtsrates in einer AG). Die operative Führung des ORF und die Verantwortung dafür liegt bei der dazu bestellten Geschäftsführung. Es gibt daher keine wie immer geartete Möglichkeit eines Stiftungrates, in die operativen Geschäfte einzugreifen.
Wohl gibt es die Möglichkeit, im Rahmen des Beschwerdeausschusses des Publikumsrates problematische Sendeinhalte zu besprechen und allenfalls Vorschläge und Kritik an die entsprechenden Redaktionen weiterzuleiten. So wurde die von Ihnen angesprochene Sendung "Welt ahoi" und zwar die Ausgabe vom 21.3.2010 im Beschwerdeausschuss behandelt. Der Senderchef von Ö1 war bei diesem Gespräch anwesend und nahm die kritischen Bemerkungen zur Kenntnis. (Er hat auch mit den Gestaltern der Sendung ein eingehendes Gespäch geführt). Es wird also Einsicht Platz gegriffen haben.
Die von Ihnen angesprochene Radiosendung im Radio Salzburg: der von Ihnen sehr despektierlich beschriebene Mann hat mit Zustimmung der vatikanischen Behörden seine priesterliche Funktion zurückgelegt und ist ein anerkannter Religionsprofessor, der über viele Jahre lang anerkanntermaßen Glaubensunterricht gegeben hat. Es gibt daher keinen Grund, darüber Beschwerde zu führen. Im Übrigen: quer durch den ORF, egal ob Radio oder ob Fernsehen - übers Jahr kommen in vielen Sendungen - speziell dafür vorgesehen oder in anderen Zusammenhängen Gott sein Dank viele tolle Priester vor.
Mit hochachtungsvollen Grüßen, Franz Küberl


Zusammenfassung
Im ersten Fall ("Welt ahoi") gab es also ein Gespräch, im zweiten Fall (Gründonnerstag) nicht einmal das. Es gibt weder eine öffentliche Entschuldigung noch personelle Konsequenzen. Herr Küberl vertritt offenbar die Meinung, es gibt übers Jahr ohnehin genügend "gute" Sendungen, dass man ein paar "schlechte" schon verkraften kann (übers Jahr "viele tolle Priester").
Es wäre unvorstellbar, dass der ORF ähnliche Beiträge über Minderheiten wie den Islam oder das Judentum senden würde. Hier fehlt wahrscheinlich der "Mut". Gegen die (schweigende) Mehrheit der Österreicher, die den ORF finanzieren, hat man da aber keinerlei Bedenken.
Müßige Feststellung: Von unseren Hirten war und ist zu diesem Thema nichts zu hören.

 

Luftballons bei Begräbnissen ...

Ganz begeistert berichtet die Linzer Kirchenzeitung am 10.6.2010 von der Pfarre St. Franziskus in Wels, die ein neues Grundstück angekauft hat (WAHRHEIT-Lesern ist diese Pfarre wohlbekannt). Wörtlich in der LKZ (wer kann es deuten?):
"... Zudem sollen künftig vom Garten aus Luftballons bei der Erstkommunion und bei Begräbnissen starten. Die Mitte des Gartens bildet ein Labyrinth, dessen bei der Eröffnung die Geist-Kraft des Feuers für das Gelingen der Begegnung beschworen wurde."
Kirche, quo vadis???

Rundschreiben von Andreas Kirchmair

 

1) Wieder innerkirchliches Mobbing gegen Pro Life Priester in der Steiermark
Es ist nur eines von vielen Beispielen für die Doppelbödigkeit der Ortskirche beim Lebensschutz Ungeborener. Wenn Priester sich für die ungeborenen Kinder einsetzen, sich am Evangelium des Lebens orientieren und das auch noch öffentlich tun, so sehen sie sich in der Regel einem intensiven Mobbing seitens ihrer Oberhirten ausgesetzt (siehe Absetzung des bekannten Tiroler Pfarrers Dr. Sirch im 6/2009 oder vorher das Kesseltreiben gegen den designierten Linzer Weihbischof Dr. Wagner).
In der Diözese Graz-Seckau ist es seit langem ziemlich schlimm und das Muster immer ähnlich: Irgend jemand (z.B. ein Politiker) beschwert sich über einen Pro Life Priester. Dann wird meist ein vorverurteilender Bericht in der Kleinen Zeitung (Eigentümer: ehem. Kath. Preßverein) lanciert zu einem beliebigen Anlass (z.B. zum Islam), der Priester wird ins Bischöfliche Ordinariat zitiert und gemaßregelt, versetzt, pensioniert oder anderweitig schikaniert. So ein Bericht erschien Anfang Mai 2010 über einen der engagiertesten Pro Life Priester, Pfr. Karl Tropper. Auf das Ergebnis des angekündigten Gesprächs von Bischof Kapellari, der „kein Abtreibungsschnüffler“ ist, mit dem (wie ja alle Lebensschützer angeblich) „radikalen“ Pfarrer aus St. Veit im Vogau darf man gespannt sein.


2) Und das soll ein Hirtenbrief zum Lebensschutz sein?
Der im letzten Newsletter zitierte empörende Hirtenbrief der österr. Bischöfe ist kein Einzelfall, sondern hat System im deutschsprachigen Raum. „Sind (Kinder ) Abtreibungen kein Thema mehr?“ fragt der bekannte Journalist und Lebensschützer Stefan Rehder über die Themen der zum 20. Mal stattfindenden „Woche für das Leben“ in Deutschland. Und beantwortet die Frage gleich: „Auch wenn das in beiden Kirchen niemand gerne hört, ist es eine Tatsache: Die Kirchen haben sich - von einzelnen Stimmen abgesehen - damit abgefunden, dass in einem der reichsten Länder der Erde jedes Jahr hunderttausende unschuldige und wehrlose Kinder im Mutterleib getötet werden“ (siehe PUR Magazin 5/2010).


3) Bilden Juristen für das Leben auch in Österreich ein Forum?
Die Gründung des „Salzburger Ärzteforums für das Leben“ als Reaktion auf die Eröffnung einer Kinderabtreibungsstation am LKH Salzburg war eine der bemerkenswertesten Lebensschutz-Initiativen des Jahres 2004. Heute wird das Ärzteforum österreichweit von 350 Ärzten aus allen Fachbereichen und von über 125 Unterstützern aus anderen Berufsgruppen unterstützt.
Es wäre wichtig, in Österreich auch ein Pro Life Juristenforum zu gründen. Vielleicht ähnlich der Salzburger Initiative oder der 1984 in Deutschland gegründeten Juristen-Vereinigung Lebensrecht e. V. (JVL), die ebenfalls für den wirksamen Schutz des menschlichen Lebens in all seinen Phasen eintritt. Wer dazu Ideen hat, mögliche Proponenten kennt oder einfach nur bei der Entwicklung eines neuen Kinder- und Lebensschutzgesetzes mitarbeiten möchte, bitte bei mir rückmelden.


4) „Flankierende Maßnahmen“, die Lieblings Fata Morgana politisch korrekter Katholiken
Seit 35 Jahren geistern sie durch die österr. Politlandschaft. Immer wieder versuchen kirchliche Kreise mit den unglaublichsten Verrenkungen dafür Stimmung zu machen, besonders gerne am 1. Juni, dem Tag des Lebens. Man redet sich ein, die Maßnahmen würden das Kindertötungsförderungsgesetz, die Lebens-Fristenregelung, ein wenig entschärfen, ja sogar eines Tages obsolet machen.
Warum sind die Protagonisten seit 35 Jahren(!) keinen mm weitergekommen? Die Lebens-Fristenregelung ist überholt, willkürlich und widersprüchlich, aber für die politische Nomenklatura „unantastbar“. Die Bischöfe haben beim Lebensschutz seit gut 40 Jahren weder ein Konzept noch politische Glaubwürdigkeit. Und bevor die Kirche den Lebensschutz nicht in ihren eigenen Reihen vorlebt, braucht sie der Politik keine guten Ratschläge zu erteilen.
Es handelt sich also um reine innerkirchliche Beschäftigungstherapie und Zeitverschwendung. Lebensschützer sollten sich durch solche Ablenkungsmanöver nicht (mehr) von ihrer Arbeit für die Ungeborenen abhalten lassen.


5) Ziehen die Lebensschützer Lehren aus dem österr. Bundespräsidentschaftswahlkampf?
Die 5,4% für den „freundlichen Fundi“ (Die Presse) am 25.4.10 waren ein achtbares Ergebnis für den Bundesparteiobmann der kleinen Christlichen Partei Österreichs (CPÖ), Rudolf Gehring.
Abgesehen von den indiskutablen Einmischungen der Wiener Amtskirche in den Wahlkampf fiel wieder einmal auf, wie zerstritten das Lager der Lebensschützer teilweise noch immer ist. Persönliche Eitelkeiten und Verletztheiten sowie undurchsichtige Privatstrategien dominieren dort nach wie vor. Solange es nicht gelingt, die Pro Lifer zu einen, so wie es die Grünen im 2. Anlauf vor 24 Jahren bei den NR-Wahlen 1986 geschafft haben, dürfen sie sich über ihre geringe politische Bedeutung nicht wundern.


6) Erfrischend klar: Neuer Schweizer Pro-Life Verein www.mamma.ch
„Der Verein Mamma setzt sich aktiv für eine Kultur des Lebens ein, insbesondere für den Schutz des ungeborenen Kindes von der Empfängnis an und für tragfähige soziale Rahmenbedingungen für Familien und Alleinerziehende. Er lehnt jede Form von Abtreibung, vorgeburtlicher Untersuchung mit nicht lebenserhaltender Absicht, Invitrofertilisation, Klonen und Forschung mit embryonalen Stammzellen ab. Er leistet Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit, ist gemeinnützig und im Handelsregister eingetragen. ...
Der Verein arbeitet mit Organisationen zusammen, die in vergleichbarer Weise einer Kultur des Lebens verpflichtet sind. Er führt auf der Basis einer christlichen Werthaltung einen konstruktiven, von Offenheit, Wertschätzung und Professionalität geprägten Dialog mit allen Gesprächspartnern.“ In Österreich ist das dzt. die Österr. Lebensbewegung.


7) Angesichts der niedrigsten Geburtenrate seit 1946 hilft in Deutschland nur „ radikales“ Umdenken
Odila Carbanje, die stellv. Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), fordert als Konsequenz aus den 2009 dramatisch auf  651.000 Kinder zurückgegangenen Geburtenzahlen ein radikales Umdenken in der Familienpolitik (da sollte man halt mehr auf die „radikalen“ Lebensschützer hören). „Wenn als Grund für den Rückgang der Geburten angegeben wird, dass die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter allein in den letzten vier Jahren um eine halbe Million zurückgegangen ist, ist das einerseits leider richtig. Eine Ursache dafür sind die seit 1975 ca. acht Millionen Abtreibungen. Andererseits muss sie sich aber fragen lassen, warum  die weiterhin sinkenden Jahrgangszahlen der Gebärfähigen nicht schon als Ursache für die sinkenden Abtreibungszahlen genannt werden?“
„Um eine ehrliche und transparente Analyse der konkreten Geburten- und Abtreibungszahlen durchführen zu können, muss zukünftig das Statistische Bundesamt die Zahlen zeitgleich veröffentlichen. So würde unmittelbar deutlich, dass die deutsche Familienpolitik gescheitert ist, und dass im Interesse einer gestärkten Zukunft von Familien und Kindern ein familienpolitischer Neuanfang geboten ist.“


8) Hoffnungsvolle Trends an der Lebensschutz-Front in anderen Ländern
Irland : 70 Prozent der irischen Bevölkerung über 18 Jahre heißen den bestehenden verfassungsgesetzlichen Schutz der Ungeborenen gut, und zwar einschließlich des geltenden Abtreibungsverbots. Zu diesem Ergebnis kam eine repräsentative Umfrage von „Pro-Life Campaign“, einer irischen Lebensschutzorganisation, die zu Beginn dieses Jahres durchgeführt wurde. Nur 13 Prozent sprachen sich gegen die bestehende Rechtslage aus, 16 Prozent hatten keine Meinung.
USA: Die Mehrheit der US-Amerikaner lehnt Abtreibung ab und spricht sich für einen umfassenden Lebensschutz aus. Der Trend zum Lebensschutz setzt sich in den USA fort. Nach einer langen Phase, in der sich eine Mehrheit für die „Möglichkeit“ (pro choice) zur Tötung ungeborener Kinder aussprach, stellte das Meinungsforschungsinstitut Gallup erstmals im Mai 2009 einen deutlichen Meinungsumschwung zugunsten des Lebens fest. Dieser Trend verfestigt sich, wie die neue Erhebung für das Jahr 2010 zeigt, sodass Gallup nun feststellte, dass in der Abtreibungsfrage der Lebensschutz die „neue normale“ Position in den USA ist.
Süd-Amerika: Die Mehrheit der Lateinamerikaner tritt für den Schutz der ungeborenen Kinder ein und ist gegen eine Legalisierung der Abtreibung. Dies ergab eine Studie, für die 4 repräsentative Länder des Subkontinents ausgewählt wurden. In Brasilien, Chile, Mexiko und Nikaragua ergab sich ein relativ einheitliches Bild. Die Stellung der Frau als Mutter ist stark verankert. Abtreibung wird von der Mehrheit der Bürger abgelehnt, entsprechend auch deren Entkriminalisierung. Die Studie ergab auch, dass die Lateinamerikaner sich genau bewusst sind, dass Abtreibung die Tötung einer Person bedeutet und negative Folgen für die Frau hat.


Andreas Kirchmair, A-8572 Piberegg 22, Forsthaus
Tel: 03148/ 563 Mobil: 0664/ 963 27 44                              
E-Mail: andreas.kirchmair@kc.co.at

 

Die neue Religion der christlichen Menschlichkeit

 

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit
Das war die Parole der von Aufklärern, Gutmenschen, Freimaurern und Humanisten aufgepeitschten Massen bei der Französischen Revolution. Ihre verheerende Wirkung ist auch in der Kirche von heute zu erkennen. Gleichheit findet sich in Form von Gleichheit aller Religionen, sprich Ökumenismus; das heißt die Wege zum Heil sind alle gleichberechtigt.
Somit besteht die Freiheit in der Wahl der Religion, und schließlich ist es die Brüderlichkeit, die sich in der Kollegialität niederschlägt. Der Papst ist kollegial mit den Bischöfen und der Pfarrer muß den kollegialen Pfarrgemeinderat einberufen. Freilich kann man statt des Wortes Brüderlichkeit auch Menschlichkeit, oder christliche Gemeinschaft oder das Miteinander sagen. Der Sinn der modernen Kirche wäre dann, die Menschlichkeit nach Art des Christentums zu fördern.
Ist nicht aber das Ziel der katholischen Kirche aller Zeiten die Versöhnung des Menschen mit Gott durch das Sühneopfer Christi am Kreuz? Dieses Sühneopfer wird auf dem Altar fortgesetzt, und durch das Blut Christi werden die Menschen von ihren Sünden gereinigt durch die Sakramente, die Quellen der Gnade.
Durch die Bestimmung des Zieles wären da aber zwei verschiedene Religionen, nämlich die Religion der einzigen katholischen Wahrheit, der Sühne durch Opfer und Buße, und die Religion der christlichen Brüderlichkeit und des menschlichen Miteinander, die einander konsequenterweise ausschließen.


Gottesbild
Das katholische Gottesbild sagt: Gott ist sowohl gerecht als auch barmherzig, er ist ein gerechter Richter, er belohnt das Gute und bestraft das Böse. Er ist unendlich gütig und barmherzig für alle Geschöpfe, wenn sie Buße tun und sich bekehren. Gott will die absolute und unbedingte Anbetung durch seine Geschöpfe. Daher ist die Liturgie der katholischen Kirche zentriert auf die Anbetung Gottes.
Anders das neue Gottesbild der Religion der christlichen Menschlicheit: Gott ist der Gott der Menschlichkeit. Es gibt keinen strafenden Gott mehr. Aufgabe der Verkündigung ist es, den Menschen klar zu machen, daß Gott unendlich menschlich ist. Im Mittelpunkt der Verkündigung steht nicht mehr der unendlich erhabene, unfaßbar heilige Gott, der Herrscher über Himmel und Erde, sondern der „Emmanuel“, der Gott-mit-uns. Die Anbetung, oder die Kniebeuge machen Platz dem äußerlichen Handschlag, den Jugend-Event-Messen, Pop-Messen und was es da so alles gibt.


Menschenbild
Das katholische Menschenbild sagt: Der Mensch ist sowohl Sünder, als auch Kind Gottes und daher Bruder Christi. Es gibt eine Sünde. Es bedarf der sakramentalen Reinigung des Menschen durch Reue und Beichte.
Das neue Menschenbild sagt: Alle Menschen sind Brüder Christi. Es gibt keine Sünder mehr, denn der Mensch ist von Natur aus gut. Nach Hans Urs von Balthasar ist die Sünde tot, denn das einzige, was es in der Hölle gäbe, wären die Sünden, nicht aber die Sünder.


Moral
Die katholische Moral bedeutet: Das Gewissen muß sich an den Geboten bilden. Diese sind unabänderliche bindende Norm des menschlichen Handelns für alle Zeiten, Orte und Völker.
Homosexualität, Ehescheidung, Abtreibung, Euthanasie, Experimente an Embryonen, unkontrollierte Genforschung , Gender Mainstreaming sind Sünde!
Die neue Moral stellt als höchste Norm das Gewissen über die Gebote!!! Während das theonome Gewissen sich an den Geboten orientiert, gestattet es das autonome Gewissen, den Menschen in den Mittelpunkt der Moralverkündigung zu stellen. Der Mensch muß also selbst entscheiden, was recht ist. Die Folge dieser Verlagerung der Norm auf das autonome Gewissen hat sich in den vergangenen
Jahrzehnten auf erschreckende Art auf die Gesellschaft ausgewirkt, nachdem sie sich bereits verheerend in der braunen und in den roten Diktaturen manifestiert hatte und sich nunmehr in Brüssel als gesetzliches Unrecht festsaugt. Dieses Virus hat es beinahe schon geschafft, die Normalität auf den Kopf zu stellen, also die Werteumkehr salonfähig zu machen, was bereits in der EU durch die Antidiskriminierungsrichtlinien in beängstigender Weise zum Ausdruck kommt und Christsein und als Christ leben in Europa zu einer gefährlichen persönlichen Entscheidung macht.


Mission
Die katholische Mission der Kirche ist die Verkündigung der Wahrheit in Liebe. Sie zielt auf Bekehrung.
In der neuen Mission steht die Liebe zur Menschlichkeit über der Wahrheit. Niemand darf durch die Verkündigung verletzt werden. Es gibt keine allein seligmachende Kirche mehr. Nicht die Bekehrung, sondern der Dialog ist wichtig als Folge der Prämisse der Gleichheit aller Religionen, eine 2000-jährige Tradition der Kirche und der Lehre der Heiligen Schrift gelten nicht mehr!


Politik
In dem Maße, als sich die Betrachtung der früheren Religion der einzigen katholischen Wahrheit in die Religion der christlichen Menschlichkeit gewandelt hat, hat sich auch die Politik gewandelt. Was früher unrecht war, kann heute schon recht sein. Die sogenannten christlichen Politiker und Verantwortlichen der nationalen wie europäischen Legislative fühlen sich nicht mehr an Vorgaben des Dekalogs gebunden, und das „Gewissen“ erleichtert es ihnen sehr, in Koalitionsverhandlungen Kompromissen zuzustimmen, die ihnen das theonome Gewissen verwehrt.


Faule Kompromisse
Selbst höchste kirchliche Würdenträger widersetzen sich diesem Trend nicht, wie die Defacto-Straffreigabe der Abtreibung durch die Fristenlösung mit dem faulen Kompromiß der (nie realisierten) flankierenden Maßnahmen deutlich illustriert. Am Beispiel eines auf massives Drängen sehr zögernd geschriebenen Briefes des Wiener Erzbischofs an den Wiener Bürgermeister anläßlich der Ehrung einer Marie Stopes – Abtreibungseinrichtung (Stopes war eine das NS-Regime nicht unwesentlich beinflußende Eugenikerin) und einer Demonstration von Abtreibungsgegnern vor dem Wiener Rathaus samt kirchlichem Anspracheverbot für einen engagierten Bischof wurde deutlich, daß Mord (auch wenn Fristenlösung auch ideologisch begründet ist, bleibt Mord Mord), noch dazu in einem Ausmaß, das historische Massenmorde weit in den Schatten stellt, eher mehr als weniger selbstverständlich hingenommen wird. Selbst der etliche Wochen andauernde Hungerstreik eines Abtreibungsgegners vor der Nuntiatur des Heiligen Stuhles, in dem dieser sich gegen die Beratungsscheine (=Tötungslizenzen) der kirchennahen „Aktion Leben“ zur Wehr setzt, brachte bis zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Artikels keine Regungen irgendwelcher Art seitens der Kirche oder des Staates und blieb, wie auf Kommando, von den Medien in all den bisher 40(!) Tagen unerwähnt.
Die Abtreibung ist eine billige und bequeme Alternative zum Bekenntnis des Unrechts mit allen Rechtsfolgen. Der Familienvater mit Seitensprung beseitigt dessen Folgen mit Zahlung eines einmaligen Betrages für die Abtreibung und ist damit von familiären Bekenntnis, jahrelangen Zahlungen und einschneidenden Konsequenzen aus dem Erbrecht befreit. Sein Gewissen sagt ihm offenbar, daß die Beseitigung des Embryos das kleinere Übel und daher durchaus moralisch vertretbar sei! Über die Auswirkungen der Abtreibung auf die (verhinderte) Mutter, wie das PAS, macht er sich keine Gedanken. Frauen entscheiden sich selten allein zu einer Abtreibung. Sie werden vielmehr dazu gedrängt. Die Abtreibungs“branche“ ist ein gutes Geschäft, an dem bisweilen auch Bund und Länder beteiligt sind.
Als „ruchbar“ wurde, daß sich der Autor in einer politischen Partei, nunmehr „Christen-Allianz“, engagiert, die sich für den Lebensschutz einsetzt, wurde er von Freunden mit der entsetzten Frage konfrontiert, ob er denn wirklich wolle, daß die Frauen für Abtreibung bestraft werden sollen. Die Antwort lautete, daß zunächst jene, die die Frauen dazu drängen und jene, die die Abtreibung durchführen, bestraft werden müßten. Es wäre doch paradox, Kindesmißhandlungen zu bestrafen, während man für das Töten ebensolcher, jedoch einige Monate jüngerer Kinder, straffrei ausginge!
Innerhalb der EU wird die Liste der Straftaten durch die Erfindung immer neuer Delikte (z.B. Haßverbrechen) ausgeweitet und nach Strafbarkeit und Sanktionen nahezu gegiert. Was den kleinen unschuldigen Wesen im Mutterleib passiert, ist der hohen Politik, und wie oben erwähnt, nicht nur ihr egal.
Was wäre denn eine „flankierende Maßnahme“? Babyklappen und Adoptionsmöglichkeiten gibt es bereits. Die wirtschaftliche Situation kann durch „Entschädigungen“ verschiedener Art „flankiert“ werden. Die einzige wirklich wirksame Maßnahme aber ist die Strafe! Wäre sie nicht ausgesetzt worden, hätten wir ganz nebenbei heute kein demographisches Problem.
Eine moralische Lebensführung wäre zweifelsfrei hilfreich, doch Reue und Einsicht kommt nach der Empfängnis zu spät.
Dkfm Erich Pekarek

Ratlosigkeit in Duisburg

 

Nach der Katastrophe in Duisburg herrscht unter den Politikern, aber leider auch bei unseren Hirten "Betroffenheit" und Ratlosigkeit. Hier ein Artikel von Eva Herman (www.info.kopp-verlag.de 26.7.2010):

Sex- und Drogenorgie Loveparade:
Zahlreiche Tote bei
Sodom und Gomorrha in Duisburg

Die Loveparade in Duisburg ist zu einem Sodom und Gomorrha mit katastrophalen Folgen geworden: Mindestens neunzehn Tote, über 340 Verletzte. Bei einer Massenpanik wurden die jungen Menschen zertrampelt, stürzten von meterhohen Gerüsten herunter, über die sie sich hatten retten wollen, sie fielen bewusstlos um und gingen in den wildgewordenen Massen unter. Zu Recht werden die Toten und Verletzten nun beklagt, ein derartiges Unglück hatte es noch nie zuvor gegeben. Der frischgebackene Bundespräsident Wulff stellte in einer eiligen Reaktion schon kurz darauf »bestürzt« fest, dass eine solche Katastrophe, die während eines friedlichen Festes fröhlicher junger Menschen aus vielen Ländern Tod, Leid und Schmerz verursacht, furchtbar sei. Friedliches Fest fröhlicher junger Leute? Wer die Loveparade kennt und wer der Berichterstattung am Samstagabend über mehrere Stunden im Fernsehen gefolgt ist, kommt allerdings zu einem völlig anderen Ergebnis:
Dieses »friedliche Fest fröhlicher junger Menschen« ist in Wahrheit eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie, geplant, genehmigt und zum Teil finanziert von der Stadt Duisburg und NRW. Als handele es sich um eine Kultur-Veranstaltung auf höchstem Niveau, waren Politik und Medien, allen voran der öffentlich-rechtliche WDR, schon im Vorfeld um eine lückenlose Berichterstattung bemüht. Schließlich ist das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt 2010 geworden. Und die größte Tanzparty der Welt, die Loveparade, ist einer der absoluten Höhepunkte des Jahres! Stolz heißt es in den Vorankündigungen: »Die maximale Tongesamtleistung auf dem Gelände beträgt 750 000 Watt. Es handelt sich um eins der größten Beschallungssysteme, das je in Europa zum Einsatz kam.«
Doch was ist das in Wahrheit für eine »Kulturveranstaltung«? Wer sich die Bilder der Loveparades aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden. Viele der Partygäste wirken auch in diesem Jahr bereits lange vor dem Unglück wie ferngesteuert. Betrunken oder vollgekifft, mit glasigen Blicken, wiegen sich die dünn bekleideten Körper in rhythmischem Zucken wie in Trance.
Das ohrenbetäubende, stereotype Rave-Gehämmere, das nicht mehr im Geringsten etwas mit dem einstmaligen Begriff von Musik zu tun hat, zerschmettert ihnen über zahllose Stunden Trommelfelle und Nervenkostüme. Doch das scheint den 1,4 Millionen Partygästen nichts auszumachen. Sie wussten, was sie erwartet, haben sich freiwillig dazu entschieden, hierher zu kommen. Viele Mädchen haben den Busen blank gezogen, manche sind fast völlig nackt. Sie wiegen sich in ekstatischer Verzückung im ohrenbetäubenden Lärm, Begriffe wie Sittlichkeit oder Anstand haben sich in den abgrundtiefen Bassschlägen ins Nichts aufgelöst.
BILD hatte im Internet schon lange zuvor getrommelt für die »geilste Party der Welt«! Und überträgt im Internet die Veranstaltung mit prominenten Moderatoren: Oliver Pocher und Lebensgefährtin Sandy Meyer-Wölden melden sich immer wieder aus dem »geilen Getümmel«, sie interviewen Promis wie die Klitschko-Brüder oder DSDS-»Stars«, und wollen diesem Sodom und Gomorrha damit das Flair einer »normalen Veranstaltung« verleihen. Viele andere Medien wiederholen ständig das Motto der diesjährigen Loveparade: »The Art of Love«.
Nachdem die Ausmaße des Unglücks deutlich werden, sprechen die betroffen wirkenden Moderatoren dann gebetsmühlenartig davon, dass die jungen Leute doch ganz friedlich und nur unter dem Motto der Liebe zusammengekommen seien. Liebe? Oder Triebe? Man muss nicht ausgesprochen prüde sein, um sich hier nach kurzer Zeit mit Grausen abzuwenden. Riesige dunkle Wolken der Enthemmung und Entfesselung treiben über dem Geschehen, die jungen Menschen wirken, als hätten sie jegliche Selbstkontrolle abgegeben, ekstatisch und wie im Sog folgen sie dem finsteren Meister der sichtbaren Verführung.
Zudem, das wird auch schnell deutlich, birgt das »friedliche Fest fröhlicher, junger Menschen« in Wirklichkeit eine Menge Aggressionspotential. Der Alkohol und die Drogen wirken schnell, viele kommen bereits am Nachmittag in völlig verglastem Zustand an. Unkalkulierbar reagieren sie teilweise, als die Sicherheitskräfte eingreifen. Später wird sich herausstellen, dass an dem eingedrückten Zaun, an dem die »geilen Raver« (O-Ton BILD) von den Sicherheitskräften vorbeigeleitet werden sollten, die Wut sich entlud. Denn die Partygäste wollten sich eben nicht umleiten lassen, sondern sie wollten direkt und schnell Party machen, waren sie doch extra hergekommen, um so richtig die Sau raus zu lassen. Die Polizei und die Sicherheitskräfte, die ihr Bestes tun, werden von den Vollgedröhnten bepöbelt, beleidigt und angegriffen.
Das ist die Kehrseite der Medaille über die Loveparade, die laut dem neuen Bundespräsidenten Wulff ein »friedliches Fest fröhlicher, junger Menschen« sein sollte. Man fragt sich, welche Veranstaltung der Mann wirklich meint? Den Musikantenstadl vielleicht? Niemand wird jetzt natürlich, angesichts der Zahl von nahezu zwanzig Toten und den weiteren zahlreichen, zum Teil schwerverletzten jungen Leuten, über die entfesselten Auswüchse der »geilsten Party der Welt« berichten, die symbolisch doch nur für den kulturellen und geistigen Absturz einer ganzen Gesellschaft steht. Kritik an dieser Veranstaltung war schließlich auch schon in den letzten Jahren politisch unkorrekt. Denn wir alle, die Jungen wie die Alten, sind doch »total cool«, oder? Wir, die Älteren, wollen doch nicht etwa als verstaubt gelten, indem wir eine solch witzige, lässige, total tolerante Veranstaltung schlechtreden, oder? Im Ruhrguide, dem Online-Magazin des Ruhrgebiets heißt es: Mit dem Motto »The Art of Love« stehen auch dieses Jahr alle Zeichen auf Liebe. Der ehemalige WDR-Intendant, Fritz Pleitgen, Vorsitzender der Geschäftsführung Ruhr.2010, betonte im Vorfeld die positive Auswirkung der Loveparade auf die Metropole Ruhr. Weiter heißt es: »Die massenhaften Pre- und Afterpartys, die wahrscheinlich das ganze Wochenende andauern, ergänzen, was an diesem Tag geschaffen wird: Eine riesige Party mit dem zwar inflationär gebrauchten, aber niemals zu vergessenen Wort Liebe.«
Selten wurde ein Begriff mehr durch den Dreck gezogen als bei der Loveparade. Man fragt sich verzweifelt, welche Definition von »Liebe« die jungen Menschen durch derartige und leider selbstverständlich gewordene Falschbezeichnungen für das eigentlich Schönste und Höchste in dieser Schöpfung erhalten müssen? Die unheilvollen Auswüchse der Jetztzeit sind, bei Licht betrachtet, vor allem das Ergebnis der Achtundsechziger, die die Gesellschaft »befreit« haben von allen Zwängen und Regeln, welche das »Individuum doch nur einengen«. Wer sich betrunken und mit Drogen vollgedröhnt die Kleider vom Leib reißt, wer die letzten Anstandsnormen feiernd und tanzend einstürzen lässt, und wer dafür auch noch von den Trägern der Gesellschaft unterstützt wird, der ist nicht weit vom Abgrund entfernt. Die Achtundsechziger haben ganze Arbeit geleistet!
Viele sind durch das ausgeuferte Unglück ernüchtert und wach geworden, herausgerissen aus der falschen Traumwelt. Etliche der jungen Leute werden sich das nächste Mal genau überlegen, ob sie sich noch einmal auf eine solche »Massenparty« einlassen. Den Familien und Angehörigen der Toten gebührt tiefstes Beileid, sie haben schwerste Zeiten vor sich.
Für die Zukunft wurden jedoch Weichen gestellt: Denn das amtliche Ende der »geilsten Party der Welt«, der Loveparade, dürfte mit dem gestrigen Tag besiegelt worden sein! Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen! Grauenhaft allerdings, dass es erst zu einem solchen Unglück kommen musste.
Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muß nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.
Kommentar: Die Zahl der Toten ist inzwischen auf 21 gestiegen. Natürlich fielen die Medien nach diesem Artikel wieder geschlossen über Frau Herman her, die sich als eine der wenigen getraut, den Finger in die offene Wunde unserer Gesellschft zu legen. Unsere Hirten schweigen - Laien müssen aufstehen und die Frage stellen, ob vielleicht in unserer Gesellschaft, in unserem Wertesystem etwas nicht mehr stimmt.
Zur seriösen Medienberichterstattung: Eine Woche lang spachen die Medien von 1,4 Mio. Teilnehmern bei der Loveparade. Nun erfahren wir aufgrund von Luftaufnahmen, dass es ganze 150.000 waren. Immerhin ein Faktor von fast 10 zu 1!

 


 

 

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