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Rundbrief 78 (Februar 2010)
     

 

 

Abmeldung von der staatlichen


Gemeinschaft der Kirchensteuerzahler

 

Am 7.1.2010 ging folgender Brief an Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz, Herrenstraße 19, A-4020 Linz:
Exzellenz, hochwürdigster Herr Bischof Schwarz,
wir haben uns heute bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft von der staatlichen Gemeinschaft der Kirchensteuerzahler abgemeldet.
Wir möchten betonen, dass es uns fernliegt, aus der von unserem Herrn Jesus Christus vor 2000 Jahren gegründeten römisch katholischen Kirche auszutreten!
Der Grund unseres Schrittes ist vielmehr: Wir können es vor unserem Gewissen nicht mehr verantworten, was mit unseren Kirchenbeiträgen finanziert wird (wir denken hier u.a. an das Pastoralamt). Und wir berufen uns auf das Schreiben von Papst Benedikt XVI., das am 13. März 2006 von Julian Kardinal Herranz (Prot. N. 10279/2006) herausgegeben wurde.
Selbstverständlich bezahlen wir, wie es im Kirchenrecht (Can. 222) vorgesehen ist, unseren Beitrag für Gottesdienst, die Werke des Apostolats und der Caritas sowie einen angemessenen Unterhalt der Seelsorger (ohne ins Detail zu gehen, bevorzugen wir hier natürlich Priester, bei denen man eine „normale“ Hl. Messe, entsprechend den Vorgaben der Kirche, feiern kann).
Wir hoffen, Sie haben Verständnis für unsere Gewissensentscheidung und verbleiben
im Gebet für die Kirche verbunden
Herbert und Elfriede Lindner

 

Keine Kirchensteuer - keine Austritte!

In Liechtenstein gibt es praktisch keine Kirchenaustritte -
Stellungnahme des Generalvikars von Vaduz

 

Die Austritte sind in Liechtenstein auf einem statistisch kaum relevanten Niveau: Das Erzbistum Vaduz kennt, im Gegensatz zu Österreich, Deutschland und Schweiz, keine persönliche Kirchensteuer. Regelmäßig im Januar berichten die «Vorarlberger Nachrichten» darüber, dass der katholischen Kirche in Österreich die Gläubigen davonlaufen. Beim Nachbarn Liechtenstein stehen die Vorzeichen anders: Kirchenaustritte sind hier äußerst selten.

2.515 Austritte aus der katholischen Kirche habe es in Vorarlberg bei insgesamt rund einer Viertelmillion Katholiken im vergangenen Jahr gegeben. Dies vermeldeten die «Vorarlberger Nachrichten» in der vergangenen Woche. Die Gründe dafür sucht die Zeitung in einer veränderten Spiritualität und den in der Bevölkerung teilweise umstrittenen Aussagen einiger prominenter Vertreter der Kirche.


Beiträge sind der Hauptgrund
Der Generalvikar des Erzbistums Vaduz, Markus Walser, sieht einen weiteren, weitaus gewichtigeren Grund für die Austritte in den Kirchenbeiträgen, welche die registrierten Gläubigen zu entrichten haben. Diese Abgabe beträgt 1,1 Prozent des steuerpflichtigen Jahreseinkommens und wird mit staatlicher Rechtshilfe eingezogen. «Es bleibt mir nur die nüchterne Feststellung, dass in Ländern, die keine persönliche Kirchensteuer kennen – wie zum Beispiel Italien und Liechtenstein – Kirchenaustritte praktisch keine Rolle spielen», sagt der Generalvikar. In denjenigen Ländern, die eine persönliche Kirchensteuer kennen, seien Kirchenaustritte bei allen Konfessionen ein ernstes Thema. Walser nennt Deutschland, die Schweiz oder Österreich als Beispiele und stellt klar: «Für die reformierten Gemeinschaften gilt das meist noch ausgeprägter als für die Katholiken.» Obwohl diese Kirchen keine Bischöfe oder Päpste hätten, deren Aussagen bei einem Teil der Gläubigen auf Widerstand stoßen.


Über drei Viertel sind Katholiken
In Liechtenstein bewegte sich die Zahl der Kirchenaustritte gemäß Generalvikar Markus Walser in den vergangenen Jahren auf einem statistisch kaum relevanten Niveau. Sie halte sich in etwa die Waage mit der Zahl der Erwachsenentaufen und den Konversionen aus anderen christlichen Gemeinschaften. Da diese Christen bereits gültig getauft seien, findet bei den Konvertiten keine Erwachsenentaufe statt. «Meist wird bei der Konversion aber die Firmung gespendet», sagt Walser. Es gebe für Liechtenstein keine aktuellen Daten zur Religionszugehörigkeit, da diese nur mehr bei den Volkszählungen erhoben werden. Gemäß der Zählung aus dem Jahr 2000 sind 78,4 Prozent der Bevölkerung Katholiken.


Rückkehr jederzeit möglich
In theologischer Hinsicht ist ein Austritt aus der katholischen Kirche gemäß Auskunft von Generalvikar Walser insofern nicht möglich, als jeder Getaufte durch den Empfang dieses Sakraments definitiv in die Kirche eingegliedert wird. Wohl gebe es immer wieder Menschen, die sich aus verschiedenen Gründen von der Kirche abwenden würden und die kirchlichen Dienste dann nicht mehr in Anspruch nähmen. Auch erreichten das Erzbistum Vaduz jährlich einige Schreiben von Katholiken, die damit ihren sogenannten Austritt aus der Kirche erklären, in der Formulierung meist inspiriert von den in den Nachbarländern zivilrechtlich vorgesehenen Kirchenaustrittserklärungen. Die Folgen eines solchen Kirchenaustritts seien je nach Umständen unterschiedlich und deshalb im Einzelfall zu klären. Wolle jemand beispielsweise mit der katholischen Kirche nichts mehr zu tun haben, indem er von ihrem Glauben abfalle und eine andere oder überhaupt keine Religion mehr praktiziere, sei dieser Wunsch wenigstens insofern maßgebend, als diese Person damit auch kundtue, die Sakramente der Kirche nicht mehr empfangen zu wollen und auch kein kirchliches Begräbnis wünsche. Eine Rückkehr zur katholischen Kirche sei – den entsprechenden Willen vorausgesetzt – aber jederzeit möglich. «Eine solche Rückkehr geschieht in Liechtenstein meist im Gefolge eines Seelsorgegesprächs mit einem Priester oder dem Erzbischof, worum die betreffenden Personen ersuchen», so Generalvikar Walser abschließend.
Von Heribert Beck,
LIECHTENSTEINER VATERLAND, 21.1.2010

Die Situation der Kirche


am Anfang des 3. Jahrtausends

Die römischen Gespräche

Immer wieder wurde das Zweite Vatikanische Konzil (1962 bis 1965) als ein neues Pfingsten gepriesen, wurde uns ein neuer Aufbruch und ein Frühling in der Kirche verheißen.
Wie wir heute feststellen müssen, ist ein eisiger Winter mit einem erschütternden Niedergang über die Kirche hereingebrochen. Eine wesentliche Ursache war offenbar die starke Öffnung und Hinwendung der Kirche zur Welt.
Die Welt hat sich nicht bekehrt, aber die Kirche wurde infiziert. Fenster wurden geöffnet und niemand vermochte sie zu schließen. Es ist kalt geworden in der Kirche. Eine neue Theologie und eine neue Liturgie stellten den Menschen an die Stelle GOTTES und machten ihn dann in der Folge zum Maß aller Dinge.


Das Ergebnis
Die Kirchen sind leer geworden, die Einheit der Lehre ist schwer beschädigt, Gremien regieren; anstelle wahrer Gemeinschaft ist Kälte und Diskussion getreten. Man spricht von der Einheit der Christen und vergisst, dass es eine „horizontale“ Einheit der heute lebenden Christen ohne die entscheidende „vertikale“ Einheit des Einzelnen mit GOTT, mit CHRISTUS nicht geben kann.


Keine Einheit ohne die Wahrheit
Aufgabe des Papstes ist es, über die Einheit der Kirche zu wachen, jener Einheit, die nur in der Wahrheit Bestand haben kann. Es gibt nicht mehrere Wahrheiten, sondern nur eine, und das ist die Lehre CHRISTI, das ist CHRISTUS selbst. Seine Verheißung gilt der einen, heiligen, katholischen und apo-stolischen Kirche: Ich bleibe bei Euch alle Tage bis ans Ende der Welt. Die Lehre CHRISTI kann nicht heute eine andere sein als in früheren Jahrhunderten. Eine Knospe entfaltet sich zum Blatt oder zur Blüte. Blatt oder Blüte sind jedoch in der Knospe schon vorhanden. Jede authentische Entwicklung kann nur eine homogene Entfaltung sein.
Für den Papst ist es schwer geworden, die Einheit der Kirche in der Wahrheit zu bewahren, sehr schwer. Papst Pius XII. sagte einmal: „An der Sicherheit der Apostolischen Führung darf kein Zweifel entstehen.“ Diese Maxime hat man jahrzehntelang vergessen. An die Stelle klarer Worte, Definitionen und Entscheidungen früherer Konzile trat eine neue Theologie, wortreich und oft mehrdeutig. Verstöße gegen Lehre, Sitte und Disziplin wurden nicht mehr geahndet; ausgenommen waren jene, die der Überlieferung treu bleiben wollten. Alles war erlaubt, ausgenommen das, was immer als das Heiligste gegolten hatte.
Die wahre Einheit ist nur in der Wahrheit zu finden, nie im Kompromiss des kleinsten gemeinsamen Nenners. Das gilt für den ganzen Unfug des heutigen Ökumenismus. Das gilt für Augsburger Kompromisse in der Rechtfertigungslehre und für römische Gespräche. Es gilt noch immer das Wort des heiligen Vinzenz von Lerins (Communitorium adversus Haereticos, gegen 434): „Katholisch ist, was immer und überall und von allen geglaubt wurde“ und: „Wer nicht der katholischen Kirche und dem reinen unverfälschten Glauben anhängt, welchen sie lehrt, leidet ewigen Schaden“. Dieser Glaube kann heute und morgen kein anderer sein als gestern.


Maßstab: Die Heilige Überlieferung
Maßstab ist die unveränderliche Lehre CHRISTI, das Depositum fidei, die Lehre der Väter, die Heilige Überlieferung.
Ein großes Schiff, das vom Kurs abgekommen ist, kann nicht plötzlich auf diesen zurückgeführt werden. Der Papst, wir alle, brauchen Geduld und Klugheit; allerdings nicht die Klugheit der Welt, sondern den HEILIGEN GEIST.


Erschrecken Sie nicht!
Kirchenkrisen unter 100 Jahren Dauer sind in der Geschichte kaum zu finden. Die Reihenfolge der Maßnahmen war richtig. Zuerst wurde die „Alte Messe“ wieder allgemein erlaubt. In Wirklichkeit war sie nie verboten, wie Papst Benedikt XVI. dies in „Summorum Pontificum“ selbst feststellt. Es wurde viel darum gebetet. Sodann wurde das Problem der Exkommunikation infolge unerlaubter Bischofsweihen geregelt. Waren diese Exkommunikationen überhaupt gültig? Das Kirchenrecht sieht Straffreiheit oder zumindest Strafmilderung bei Notstand vor, und dieser Notstand der Kirche war wahrlich vorhanden und ist es heute mehr denn je. In der 3. Phase haben Gespräche über dogmatische Fragen begonnen. Das letzte „Pastoralkonzil“ (Kardinal Ratzinger 1988 vor den chilenischen Bischöfen), jegliche neue Lehre und Disziplin sind zu prüfen im Lichte der Entscheidung früherer Päpste und Konzilien, im Lichte der beständigen katholischen Lehre.
Ob wir wohl das gelobte Land noch sehen und die Erneuerung der Kirche noch erleben werden? GOTT allein weiß es, wann und wie ER helfen wird. Das genügt.


Wer ist Kirche und Papst treu?
Wie kurzsichtig, wie wenig katholisch denken jene, die meinen, der Papst sei den Traditionalisten ohnehin so weit entgegengekommen. Man drängt zu raschem Kompromiss und kritisiert die Priesterbruderschaft Sankt Pius X. Der Widerstand des Erzbischofs Lefebvre gegen den in die Kirche eingebrochenen Zeitgeist war kein Ungehorsam, sondern tiefster Gehorsam, war keine Rebellion, sondern demütiger Dienst für den Heiligen Stuhl. Dienst vor allem an der Heiligen Kirche: so wie es der heilige Athanasius vor mehr als 1650 Jahren tat. Die dogmatischen Gespräche sind notwendig, sie müssen in Ruhe geführt werden; die theologische Verwirrung an den Hochschulen, in der ganzen Kirche, ja selbst bei den Bischöfen, hat ein ungeheures Ausmaß erreicht.


Tägliches Gebet
Vergessen wir nicht: der Heilige Vater ist weithin nicht mehr Herr im eigenen Haus. Denken Sie an den Skandal bei der Ernennung des Weihbischofs Dr. Gerhard Maria Wagner, denken Sie daran, dass die Mehrzahl der Bischöfe trotz päpstlichen Befehls die korrekten von CHRISTUS gesprochenen Wandlungsworte bis heute verhindert. Trotzdem – seien wir dankbar und nicht ungeduldig. Was GOTT in der Kirche an beginnender Umkehr gewirkt hat, ist kein kleines Wunder. Was uns noch in Kirche und Welt bevorsteht, wissen wir nicht.
Es steht in GOTTES Hand. Von der Kirche gilt das Wort CHRISTI: Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Das tägliche Gebet für die Kirche und für den Papst muss uns zur Selbstverständlichkeit werden.
Dr. Felix Bentz

Kardinal Ratzinger:
Der Geist der Liturgie (Herder 2000)

Nach dem II. Vaticanum entstand der Eindruck, der Papst könne eigentlich alles in Sachen Liturgie ändern, vor allem wenn er im Auftrag eines ökumenischen Konzils handle. Schließlich ging die Idee der Vorgegebenheit der Liturgie, die nicht beliebigem Machen offensteht, im öffentlichen Bewusstsein des Westens weitgehend überhaupt verloren. Tatsächlich hat aber das I. Vaticanum den Papst keineswegs als absoluten Monarchen definiert, sondern ganz im Gegenteil als Garanten des Gehorsams gegenüber dem ergangenen Wort: Seine Vollmacht ist an die Überlieferung des Glaubens gebunden – das gilt gerade auch im Bereich der Liturgie. Sie wird nicht von Behörden „gemacht“. Auch der Papst kann nur demütiger Diener ihrer rechten Entwicklung und ihrer bleibenden Integrität und Identität sein...
Die Vollmacht des Papstes ist nicht unbeschränkt; sie steht im Dienst der heiligen Überlieferung. Noch weniger kann eine sich in Beliebigkeit verkehrende allgemeine „Freiheit“ des Machens mit dem Wesen von Glaube und Liturgie vereinbart werden. Die Größe der Liturgie beruht gerade – wir werden es noch öfters wiederholen müssen – auf ihrer Unbeliebigkeit.


Das Erste Vatikanische Konzil lehrt:
Denn auch den Nachfolgern Petri ist der HEILIGE GEIST nicht verheißen, dass sie auf dessen Offenbarung hin eine neue Lehre ans Licht bringen sollten; sondern dazu: dass sie unter Seinem Beistand die durch die Apostel überlieferte Offenbarung, das heißt das hinterlegte Glaubensgut, heilig bewahren und getreulich auslegen (Papst Plus IX.: I. Vatikanisches Konzil (von 1869); Konstitution über die Kirche (aus Denzinger-Bannwart, Nr. 1836).


Der frühere Krönungseid des Papstes

Ich gelobe: nichts an der Überlieferung, nichts an dem, was ich von meinen gottgefälligen Vorgängern bewahrt vorgefunden habe, zu schmälern, zu ändern, oder darin irgendeine Neuerung zuzulassen, vielmehr mit glühender Hingabe als ihr wahrhaft treuer Schüler und Nachfolger mit meiner ganzen Kraft und Anstrengung das überlieferte Gut ehrfurchtsvoll zu bewahren; alles, was im Widerspruch zu der kanonischen Ordnung auftauchen mag, zu reinigen; die heiligen Canones und Verordnungen unserer Päpste gleich wie göttliche Aufträge des Himmels zu hüten, da ich mir bewußt bin, DIR, dessen Platz ich durch göttliche Gnade einnehme, DESSEN Stellvertretung ich mit DEINER Unterstützung innehabe, strengste Rechenschaft über alles, was ich bekenne, im göttlichen Gericht ablegen zu müssen.
Wenn ich es unternehmen sollte, in irgendetwas nach anderem Sinn zu handeln, oder zulassen sollte, daß es unternommen wird, so wirst Du mir an jenem furchtbaren Tag des göttlichen Gerichts nicht gnädig sein. Daher unterwerfen Wir auch dem Ausschluß des strengsten Bannes: wer es wagen sollte – seien es Wir selbst, sei es ein anderer – irgendetwas Neues im Widerspruch zu dieser so beschaffenen evangelischen Überlieferung und der Reinheit des orthodoxen Glaubens und der christlichen Religion zu unternehmen, oder durch seine widrigen Anstrengungen danach trachten sollte, irgendetwas zu ändern, oder von der Reinheit des Glaubens zu unterschlagen, oder jenen zuzustimmen, die ein solch lästerliches Wagnis unternehmen.
Aus Liber Diurnus Romanorum Pontificum PL 105, S. 54

 

50 Jahre „Sie nennen mich Speckpater“

 

Das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ weist zum siebten Todestag seines Gründers, Pater Werenfried van Straaten, auf zwei Bücher über den berühmten „Speckpater“ hin. Pater Werenfried war am 31. Januar 2003 zwei Wochen nach seinem 90. Geburtstag verstorben. Er gehörte dem belgischen Prämonstratenserorden an und hatte nach dem Zweiten Weltkrieg mit seiner „Ostpriesterhilfe“ dabei geholfen, die leibliche Versorgung und Seelsorge unter den deutschen Heimatvertriebenen aufrecht zu erhalten. Aus dieser Hilfe ist schließlich mit „Kirche in Not“ ein weltweites pastorales Hilfswerk entstanden, dessen deutsche Niederlassung sich heute in München befindet. Die internationale Zentrale des Werks liegt in Königstein im Taunus.
Vor genau 50 Jahren war erstmals eine Autobiografie Pater Werenfried van Straatens erschienen. Das Buch „Sie nennen mich Speckpater“ gibt einen tiefen Einblick in die frühen Jahre des Hilfswerks und in die Gedanken Pater Werenfrieds. Es kann für fünf Euro im Münchner Büro von „Kirche in Not“ bestellt werden. Im Internet auf: www.kirche-in-not.de/shop oder bei:
KIRCHE IN NOT
Lorenzonistr. 62
81545 München
Telefon: 0 89 / 64 24 888 0
Fax: 0 89 / 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de
In seinem aktuell erschienenen Buch mit dem Titel „Mit Glaubensglut und Feuereifer“ schildert der Münsteraner Priester Markus Trautmann in einer Doppelbiografie das Leben Pater Werenfrieds und die Geschichte des „Maschinengewehrs Gottes“, Pater Johannes Leppich. Mit vielen Original-Zitaten und Fotos beschreibt er die deutsche Kirche und Gesellschaft in den Zeiten von Wiederaufbau, Wirtschaftswunder und Kaltem Krieg. Das Buch ist im Handel erhältlich. Ein Interview mit dem Autor kann bei „Kirche in Not“ als Audio-CD und DVD bestellt werden.


 

Zur jüngsten Medienaufregung um Pfarrer Dr. Wagner

In der Kirche "brennt der Hut"

Unter diesem Titel veröffentlichte Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner aus Windischgarsten einen lesenswerten Beitrag im Almanach des Wiener Konzerthauses. Pfarrer Wagner wurde vor einem Jahr auf übelste Art durch eine konzertierte Aktion der österreichischen Amtskirche und der Medien als Weihbischof von Linz verhindert - keineswegs durch "Versöhnung, Toleranz und Dialog". Der Artikel beschäftigt sich hauptsächlich damit, wie man die Lehre Christi heute verwirklichen und leben kann.
In einem kleineren ersten Teil macht Pfarrer Wagner eine nüchterne Bestandsaufnahme der Kirche in Österreich - und natürlich seiner Heimatdiözese Linz. Und dieser Teil verursachte wieder einen konzertierten Aufschrei (ORF: "Ein Rundumschlag von Pfarrer Wagner"). Was hat Pfarrer Wagner wirklich geschrieben: Zunächst stellt er fest, dass nach seinem Rückzug als Weihbischof wieder "Ruhe und Ordnung" in die Kirche eingekehrt ist. Und weiter:
... gerade jene, die sich näher mit der Kirche beschäftigen und ganz konkret den "Linzer Weg" kritisieren, haben den fatalen Eindruck, dass trotzdem vieles nicht stimmt. Themen stehen im Raum, werden aber nicht behandelt, Probleme sind offensichtlich, Lösungen werden aufgeschoben und "Schönredner" betreten wieder die Bühne. Forderungen werden gestellt und "Begehrer" stehen unentwegt auf, um gegen Papst, Bischöfe und Kirchenrecht zu wettern. Versöhnung wurde in die Wege geleitet, aber was ist daraus geworden? Eigentlich schweigt die Kirche und deckt die Leichen zu, die in ihrem eigenen Keller liegen...


Zur "Abdankung" als Weihbischof
Nicht böse Journalisten haben diesen Brand entfacht, sondern Kirchenleute waren es, die sich über meine Ernennung erbost zeigten. Laienfunktionäre waren "betroffen", Dechanten waren "erschüttert" und sprachen von einer "Katastrophe". Ein Domherr sprach von einem "Schlag ins Gesicht der Diözese". Als "Ohrfeige für die lokale Kirche" wurde meine Ernennung zum Weihbischof von Linz betrachtet, und liberale Pfarrer der Diözese kündigten eine Unterschriftenaktion gegen mich an....
"Der neue Weihbischof spaltet", so konnte man überall hören und lesen, obwohl ich sofort das Gespräch angeboten hatte, ... Es stellte sich für mich die Frage, ob nicht längst in der Diözese die Spalter dort unterwegs waren, wo sie von der Lehre der Kirche abgewichen sind. Wer immer wieder die Glaubens- und Morallehre unserer Kirche in Frage stellt oder gar leugnet, wird im Inneren nicht zur Einheit beitragen, sondern zur Spaltung. Sehr verwundert war ich darüber, dass selbst von kirchlichen Kreisen mir der Vorwurf gemacht wurde, dass ich papsttreu bin. Längst war für mich klar geworden, dass es um einen Richtungsstreit in der Diözese ging, was mir ebenso deutlich vor Augen führte, dass ich die Krise nicht erzeugt, wohl aber offen gelegt hatte. ...


Die Situation in der Diözese Linz

Für alle offenkundig wird die Zahl jener pastoralen Mitarbeiter immer größer, die die Lehrautorität der Kirche hinterfragen und nicht mehr die volle Glaubens- und Sittenlehre der katholischen Kirche innerlich annnehmen... Damit ist das Band der Kirche so gelockert, dass man mehr und mehr von einem "latenten Schisma", von einer "stillen Kirchenspaltung" reden muss....
Es wird die Toleranz gepredigt und der Dialog wird gefordert; ... in Wirklichkeit brennt heute auch deshalb der Hut, weil es weder die Toleranz noch den Dialog gibt. ... Eine Rebellion gegen Papst und Kirche ist das Unternehmen vieler Priester und jener Laienmitarbeiter, die im Dienst der Kirche stehen und von der Kirche leben. ..
Als nach dem 2. Vatikanischen Konzil der Zölibat der Priester nicht zu Fall gebracht werden konnte, wurde mit den Pastoralassistenten vor allem auch in Linz sehr schnell ein "Parallelklerus" aufgebaut.... Heute müssen wir geradezu von einer "Strategie der künstlichen Verknappung der Priester" sprechen ... Man glaubt es kaum, aber auch in der Diözese Linz scheinen Priester nicht mehr nötig zu sein, sodass man manchem nicht einmal eine tägliche Messe zugesteht. Pensionierte Priester bieten sich an, die Hl. Messe am Sonntag zu feiern, ihr Angebot wird aber abgelehnt, weil Pastoralassistenten längst beschlossen haben, dass an einem Sonntag im Monat ein Wortgottesdienst gefeiert wird, obwohl ein Priester am Ort ist. ... dass Laien die Gemeinde leiten, und die Priester eigentlich nur noch mit dem "Sakramentenkoffer" von einer Pfarrgemeinde zur anderen eilen.


Grobe Missstände in den Pfarren
... weil es in vielen Pfarren grobe Missstände gibt. Zunächst geht es um die Normen für den rechten Umgang mit der Liturgie, die vielfach nicht eingehalten werden. Laien dürfen innerhalb der Feier der Hl. Eucharistie nicht predigen und die Hl. Kommunion dürfen sie nur dann austeilen, wenn Priester und Diakon fehlen. Auch darf die sonntägliche Messe nicht durch ökumenische Wortgottesdienste ersetzt werden. ... die Normen der Kirche werden systematisch außer Kraft gesetzt. Und bis heute gibt es da und dort entgegen der Norm keine Beichte vor der Erstkommunion, ... Und wenn dann Laienmitarbeiter an Sonntagen nicht selten eine Messe simulieren und im Kultgewand dastehen, ...
Nach dieser Bestandsaufnahme schreibt Pfarrer Wagner darüber, wie die Kirche aus dieser Krise wieder herauskommen könnte, u.a.:
Kirche und Welt brauchen Priester, die vor Eifer brennen und sich mit Leib und Seele der Sache des Reiches widmen, sodass die Christen, von der Begeisterung unserer geweihten Priester getragen, vom Geist der neuen Evangelisierung erfüllt werden, um das Umfeld, in dem sie leben, umzuwandeln...
Es ist nicht verwunderlich, dass all diese Aussagen bei Zivilklerus und Oberlaien (deren gute Kontakte zu den Medien sind ja bekannt) nicht gerade auf Begeisterung gestoßen sind.


Stellungnahme von Bischof Ludwig Schwarz zu den
Aussagen von Pfarrer Wagner

in der Linzer Kirchenzeitung

Seelsorge und Verkündigung kann heute nur im Miteinander aller geschehen, von Priestern, Diakonen, haupt- und ehrenamtlichen Laienmitarbeiter/innen. Es ist nicht zu bestreiten, dass es neben dem vielen Guten auch Sorgen und Spannungen in unserer Kirche gibt. Einseitige Schuldzuweisungen und pauschale Verdächtigungen helfen aber nicht, um die Einheit zu stärken. Gerade die aktuelle Weltgebetswoche für die Einheit der Christen erinnert uns daran, worum es uns als Kirche in der Einheit mit christlichen Konfessionen und von Orts- und Weltkirche geht. Im Gespräch mit dem Papst, dem wir uns verbunden fühlen, wurde die Bedeutung des Aufeinanderzugehens betont. Was wir brauchen, ist ein nüchternes und sachliches Gespräch und nicht die emotionale Aufheizung, wie sie Pfarrer Wagner in einem Wiener Programmheft veröffentlicht. Dass wir in der Diözese bereit sind für Versöhnung und Dialog, haben wir im vergangenen Jahr bekundet. Mag sein, dass wir hier noch manches intensivieren müssen.

Aber wie soll das geschehen?
Ein Kommentar
Zwei Schlüsse kann man aus der Stellungnahme von Bischof Ludwig Schwarz ziehen:
1. Der Bischof bestreitet keine einzige Aussage von Pfarrer Gerhard Wagner. Daher stehen die von ihm aufgezählten Fakten wohl außer Zweifel.
2. Der Bischof stellt bei keinem einzigen dieser Probleme in Aussicht, dass er es abstellen werde. Missstände, Verwirrung und Ärgernis werden also weiterhin bestehen bleiben - und das ist zweifellos eine große Enttäuschung für viele katholische Gläubige!
Der Bischof will hingegen "Seelsorge und Verkündigung ... im Miteinander aller ..." betreiben. Jedoch stellt sich die Frage, wie soll eine "Einheit", ein gemeinsames Arbeiten, möglich sein, wenn jeweils in die entgegengesetzte Richtung gearbeitet wird?
Dazu ein paar Überlegungen:
Kann man zugleich (miteinander) für und gegen die Lehre der Kirche arbeiten?
Kann man zugleich (miteinander) für und gegen die Sonntagspflicht arbeiten?
Kann man zugleich (miteinander) für und gegen die Laienpredigt bei der Hl. Messe arbeiten?
Kann man zugleich (miteinander) für und gegen die Laien am Altar arbeiten?
Kann man zugleich (miteinander) für und gegen die Anordnungen des Papstes arbeiten?
Kann man zugleich (miteinander) für und gegen Oberlai/inn/en statt Pfarrer arbeiten?
Kann man zugleich (miteinander) für und gegen diverse Machenschaften des Pastoralamtes arbeiten?
Kann man zugleich (miteinander) für und gegen gewisse Aktivitäten der Kath. Aktion arbeiten?
Soviel müsste allen klar sein: Das ist schlicht unmöglich, das wird und kann nicht funktionieren - eine Einheit ist nur in der Wahrheit möglich!

 

Ist das noch unsere Kirche?

 

Welt der Frau: Befreite Sexualität
‚befreit‘ – wovon eigentlich?

Brief vom 25.10.2009:
Exzellenz, sehr geehrter Herr Bischof Schwarz,
in der letzten Ausgabe der Zeitschrift der Katholischen Frauen Bewegung (10/2009) befindet sich ein wirklich aufschlussreicher 5-seitiger Beitrag zum Thema weibliche Sexualität.
Zunächst muss man feststellen, dass im ganzen Artikel die kirchliche Sicht zu diesem Thema nicht einmal in einem Nebensatz erwähnt wird. Es geht ausschließlich um den Lustgewinn der Frau – sozusagen um jeden Preis. Die Richtung gibt ein Zitat gleich zu Beginn des Beitrags vor: „… Tipps, wie wir die Lust vergrößern und aus unseren Partnern oder Partnerinnen bessere Liebhaber machen können.“ Zu Wort kommen verschiedene „katholische“ Frauen, hier nur zwei harmlosere Kostproben:
Eine alleinstehende 52jährige erklärt: „Guter Sex gibt mir Energie“, „Je älter ich werde, desto freier lebe ich meine Sexualität“, „Für Sex einen Mann zu finden, ist nicht schwer, es genügt ein Lächeln, roter Lippenstift, ein offener Blusenknopf mehr …“. Die Dame meint, sie sieht zwar eher wie die Venus von Willendorf aus, aber deshalb liegt neben ihrem Bett immer ein Paschmina-schal, wenn ein Mann drinnen liegt - den Schal bindet sie sich dann einfach um die Hüften, wenn sie aufsteht – so einfach ist das!
Eine andere „katholische“ Mutter von drei Kindern (45) erzählt ganz stolz, welch großen Erfolg sie noch bei Männern hat. Bei „One-Night-Stands“ hat sie ihre „Attraktivität ausgetestet“. Und zu ihren Wünschen meint sie: „Ein sexuelles Spiel mit zwei Männern fände ich einmal reizvoll. Oder mit einer Frau, warum nicht“.
Die Welt der Frau ist die Zeitschrift der KFB. Sie wird in der Diözese Linz herausgegeben, hat 54.000 AbonnentInnen und angeblich 220.000 (katholische?) LeserInnen.
Wieweit die Lehren der KFB bereits von deren Mitgliederinnen verinnerlicht sind, sieht man an der online-Umfrage, die nach diesem Artikel durchgeführt wurde (www.welt-der-frau.at): 63% sind der Meinung, Frauen dürfen ihre Sexualität auch „ohne feste Partnerschaft“ ausleben, weitere 26% meinen das ist OK, „solange alle Beteiligten wissen, worauf sie sich einlassen“. Und noch ganze 11% meinen, Sex aus purer Lust ohne partnerschaftliche Liebe ist mit christlichen Werten nicht vereinbar.
Exzellenz, wenn sich die Bischöfe zu solchen „Lehren“ der KFB nicht äußern, können und müssen die „katholischen“ Leserinnen wohl davon ausgehen, dass die Bischöfe damit einverstanden sind! Können Sie das wirklich verantworten?
Im Gebet verbunden, Herbert Lindner

Laienpredigt in der Diözese
Brief vom 27.12.2009:
Exzellenz, sehr geehrter Herr Bischof Schwarz,
seit Jahrzehnten besteht nunmehr in der Diözese Linz der Missstand der Laienpredigt. Diese wird vor allem deshalb immer wieder zum großen Ärgernis für die Gläubigen, weil sie damit ohne jede Vorankündigung „zwangsbeglückt“ werden. So verdirbt die Kirche selbst immer wieder vielen Katholiken ausgerechnet den Tag des Herrn!
Ich schicke Ihnen in der Anlage einen Brief an unseren Pfarrer zu diesem Thema (übrigens habe ich mit ihm auch telefoniert, und er sagte mir, dass er ohnehin eine Predigt vorbereiten musste, weil er nachmittags noch eine Messe hat).
Rückblickend kann man sagen, dass Ihr Hinweis auf das Verbot der Laienpredigt eher das Gegenteil bewirkt hat: Während früher die Oberlaien vertragsgemäß einmal im Monat gepredigt haben, tun sie das jetzt eher öfter. Denn die Ausnahme, die Sie in Ihrem Schreiben zugelassen haben, ist ja offenbar auf jeden beliebigen Tag anzuwenden.
Seit vielen, vielen Jahren haben wir die eine Bitte: Es sollte doch möglich sein, den Katholiken in jeder Pfarre zumindest eine normale Heilige Messe anzubieten und dies auch in den Ankündigungen entsprechend zu kennzeichnen! Ist das wirklich zu viel verlangt? Warum muss man diese „Sondermessen“, wo man auch einmal mit dem Fahrrad oder dem Schlauchboot in der Kirche auftaucht, gerade im Pfarrgottesdienst veranstalten, und nicht einfach nachmittags, oder während der Woche (womöglich deshalb, weil sich dann kein Mensch dieses Kasperltheater anschauen würde?)?
Im Gebet verbunden, Herbert Lindner

Der Brief an den Pfarrer
An den Pfarrer von Gunskirchen ging am 27.12.2009 folgender Brief:
Hochwürden, sehr geehrter Herr Pfarrer, gestern haben wir um 9:00 Uhr die Hl. Messe zum Fest des Heiligen Stephanus besucht. Leider mussten wir die Kirche zu Beginn der Predigt verlassen, weil wieder einmal der neue Pastoralassistent predigte. Im Pfarrkalender war eine normale Hl. Messe angekündigt - die einzige des Tages („9:00 Uhr Hl. Messe“).
Heute, Sonntag, haben wir bewusst die 8:00 Uhr-Messe ausgewählt, in der Hoffnung, dass dies eine „normale“ Messe sein wird. In der Ankündigung steht wiederum ganz einfach: „8:00 Uhr Hl. Messe“. Nun waren wir schon etwas überrascht, dass wieder der Pastoralassistent predigt (und es ist anzunehmen, dass er dies um 9:30 Uhr nochmals tut). Wir mussten die Messe wieder zu Beginn der Predigt verlassen. Seit Herbst, seitdem der Pastoralassistent in der Pfarre tätig ist, hat sich die Laienpredigt in der Pfarre Gunskirchen richtig etabliert.
Abgesehen davon, dass die Laienpredigt bei der Hl. Messe laut Kirchenrecht eindeutig untersagt ist, hat auch unser Bischof im letzten Jahr erneut ausdrücklich auf Gültigkeit dieser Vorschrift für unsere Diözese hingewiesen.
Hochwürden, wir wissen nicht, wieweit hier Druck vom Pastoralamt auf Sie ausgeübt wird. Aber eine Bitte hätten wir schon: Könnten Sie solche Gottesdienste, bei denen die Ordnung der Kirche nicht eigehalten wird (oder wo z.B. ein Schlauchboot oder ein Fahrrad in die Messe „eingebaut“ wird), im Pfarrkalender eindeutig kennzeichnen. Damit würden Sie uns, und manch anderen, eine Menge Ärger – gerade am Tag des Herrn – ersparen!
Vielen Dank im voraus und nachträglich Gottes Segen zum Weihnachtsfest wünschen Ihnen
Herbert und Elfriede Lindner

Über die Hirten (Ez. 34,1 ff)
Das Wort des Herrn erging an mich: Menschensohn, sprich als Prophet gegen die Hirten Israels, sprich als Prophet und sag zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Weh den Hirten Israels, die nur sich selbst weiden. Müssen die Hirten nicht die Herde weiden? Ihr trinkt die Milch, nehmt die Wolle für eure Kleidung und schlachtet die fetten Tiere; aber die Herde führt ihr nicht auf die Weide. Die schwachen Tiere stärkt ihr nicht, die kranken heilt ihr nicht, die verletzten verbindet ihr nicht, die verscheuchten holt ihr nicht zurück, die verirrten sucht ihr nicht, und die starken misshandelt ihr. Und weil sie keine Hirten hatten, zerstreuten sich meine Schafe und wurden eine Beute der wilden Tiere. Meine Herde irrte auf allen Bergen und Höhen umher und war über das ganze Land verstreut. Doch keiner kümmerte sich um sie; niemand suchte sie. Darum, ihr Hirtern, hört das Wort des Herrn: So wahr ich lebe - Spruch Gottes, des Herrn: Weil meine Herde geraubt wurde und weil meine Schafe eine Beute der wilden Tiere wurden - denn sie hatten keine Hirten - und weil meine Hirten nicht nach meiner Herde fragten, sondern nur sich selbst und nicht meine Herde weideten, darum, ihr Hirten, hört das Wort des Herrn: So spricht Gott, der Herr: Nun gehe ich gegen die Hirten vor und fordere meine Schafe von ihnen zurück.

 

Die Hirten lächeln und schweigen ...

Unsere Hirten schauen all dem Treiben in den Pfarren, Pastoralämtern, Gremien, Räten, "katholischen" Bildungshäusern, Hochschulen, Zeitschriften usw. mehr oder weniger tatenlos zu. Man muss davon ausgehen, dass sie entweder damit einverstanden oder restlos überfordert sind.
Es handelt sich hier aber durchaus nicht um Einzelfälle, sondern es ist - leider - der Normalfall; ja, es gibt fast keine Ausnahmen mehr!
Die Gründe für diese Misere sind sicherlich vielfältig. Aber ein Grund ist zweifellos das letzte Konzil, wo die Demokratie in der Kirche Einzug gehalten hat. Heute ist es nicht mehr der Pfarrer oder der Bischof, der seinen Schäfchen sagt, was wahr und was falsch ist, heute bestimmen Räte und Gremien darüber. Allerdings werden die Hirten deswegen kaum aus ihrer Verantwortung entlassen werden.
Jedenfalls kann man sich nicht vorstellen, dass ein Hirte, der sich bewusst ist, dass er für jedes verirrte Schaf aus seiner Herde einmal Rechenschaft ablegen muss, heutzutage so viel zu lächeln hat. Man würde sich in der heutigen Zeit eher ernstere Gesichter erwarten!

 

Leserbriefe

„Linzer Messe“ in der Praxis - mit Schlauchboot

Vor zwei Wochen nahmen wir an einer Sonntagsmesse teil, bei der neue Jugendliche in die Jungschargruppe aufgenommen wurden. Was aber die Verantwortlichen aus dieser Messe gemacht haben, stimmte mich eher traurig. Aus meinen Beobachtungen heraus hatte ich den Eindruck, dass unserem Pfarrer aus irgendwelchen Gründen die Hände gebunden sind. Was hat sich abgespielt: Das Evangelium wurde vom Pastoralassistenten angekündigt. Dann wurde dieses von Jungscharmitgliedern vorgetragen, wobei sie mit diversen Utensilien, z.B. einem Schlauchboot, vor dem Volksaltar in Form eines Rollenspieles dazu spielten. Die anschließende Predigt übernahm wieder der Pastoralassistent und begann mit einem „Witz“ in dem ein katholischer Priester im Vergleich zum evangelischen Pastor und dem jüdischen Rabbiner eher schlecht ausstieg. Es wurde weder auf das Evangelium noch auf Glaubensfragen eingegangen, war es doch eher unterhaltsam, was man da zu hören bekam. Zur Unterhaltung gehe ich aber dann doch lieber ins Theater oder ins Kabarett.
Letzten Sonntag besuchten wir abermals die Messe in unserer Heimatpfarre. Es war die Vorstellungsmesse der Firmkandidaten, die mit Eltern und Verwandten zur Hl. Messe gekommen waren. Da sah man viele neue Gesichter. Grundsätzlich ist es ja sehr erfreulich, wenn so viele Leute den Gottesdienst besuchen. Das Thema dieses „Gottesdienstes“ war: Friede. Nach der Begrüßung und Eröffnung durch den Pfarrer (was bis auf das Evangelium und die Wandlung seine einzigen Tätigkeiten waren) kam der Pastoralassistent abermals an die Reihe und führte uns durch die „Messe“. Es wurde immer wieder betont, wie schön und „super“ es sei, dass so viele Gottesdienstbesucher anwesend sind. Jedoch wurde kein einziges Wort über das Sakrament der Firmung verloren, geschweige denn von einem Sakrament gesprochen. Während des Evangeliums durften sich alle Firmlinge im Altarraum versammeln und eine Kerze anzünden, die Ihnen vom Pastoralassistenten gereicht wurde. Nach dem Evangelium stellte jeder seine Kerze vor dem Volksaltar auf einen dafür hergerichteten Tisch ab. Der Pfarrer, so hatte es den Anschein, wollte mit der Predigt beginnen. Aber soweit kam es nicht, da ihn der Pastoralassistent vom Ambo abdrängte um selbst seine „Predigt“ zu halten. Man konnte wiederum kein Wort über das Tagesevangelium vernehmen. Unser Pfarrer hatte dann doch noch die Ehre, den Schlusssegen zu spenden. Mein Eindruck, dass er nichts über den Ablauf dieser „Veranstaltung“ wusste, bestätigte sich noch vor dem Schlusssegen: Unser Pfarrer betonte, er sei enttäuscht über die Organisation der Firmung und über die Vorbereitung, da während der Messe kein Wort darüber verloren wurde, dass es sich um ein Sakrament handle. Außerdem sei er der Meinung, dass die Verantwortlichen ihre Aufgabe nicht unter Kontrolle hätten. Die Firmkandidaten - und deren Eltern - seien doch katholisch und es müsste in diesem Alter doch möglich sein, wenigstens für eine Stunde ruhig und ordentlich zu sitzen und nicht zu schwätzen. Das sollten eigentlich die Eltern den Kindern schon beigebracht haben. Wenn das nicht der Fall ist, liegt es an den Firmverantwortlichen, dies zu tun. Er war sichtlich aufgebracht und enttäuscht über den Ablauf dieser „Messe“ (ich auch!). Und ich war dankbar über die abschließenden Worte unseres Pfarrers.
Leider gibt es auch in den Nachbarpfarren immer wieder ähnliche „Ausrutscher“. Man zwingt die Kirchensteuerzahler nicht nur, die weite Fahrt zur nächsten überlieferten Messe auf sich zu nehmen, sondern das ganze unwürdige Theater noch selbst mitzufinanzieren!
Ein Katholik der Diözese Linz (Name bekannt)
Kommentar: Warum müssen diese „Sondermessen“ immer beim Pfarrgottesdienst veranstaltet werden? Fürchtet man, wenn man so etwas z.B. nachmittags veranstalten würde, dass keiner kommt?

Wie soll man sich verhalten?

... Es ist sehr schwer, wie man sich verhalten soll gegenüber einem (unserem) Priester, dessen Freundin ganz offiziell im Pfarrhof wohnt, die sich sehr ins Pfarrleben integriert hat, die mittlerweile die "Pfarrschafe" sehr nett finden...
Er nimmt sich auch für alte Leute Zeit (Zitat einer Frau: "Wenn man nicht wüsste, dass er eine Freundin hat, müsste man ihn für heiligmäßig halten") ...
Brief aus der Diözese Linz (Name bekannt)



Liturgie: Reform der Reform


Chefliturge des Papstes sieht Handlungsbedarf

Chefliturge Guido Marini: Jeder Aspekt der Liturgie sollte so gestaltet sein, dass die Anbetung des Erlösungsgeheimnisses in Jesus Christus gefördert wird.
Vatikan (kath.net/CWNews): Eine liturgische „Reform der Reform“ ist dringend notwendig. Das sagte der päpstliche Zeremonienmeister Guido Marini in einer Ansprache auf einer Konferenz am 6. Januar, die von der australischen Bruderschaft katholischer Kleriker organisiert war. Diese Reform sollte „im Verstehen des authentischen Geistes der Liturgie einen weiteren Schritt vorwärts tun“. Eine Erneuerung der Liturgie müsse „die ununterbrochene Tradition der Kirche“ widerspiegeln und die Vorschläge des Zweiten Vatikanums in diese Tradition inkorporieren. Die konziliaren Reformen müssen in Kontinuität mit den Traditionen der vergangenen Jahrhunderte verstanden werden. „Die einzige Haltung, die uns erlaubt, den authentischen Geist der Liturgie zu gewinnen, ist die, sowohl die gegenwärtige als auch die vergangene Liturgie der Kirche als ein einziges Erbe in kontinuierlicher Entwicklung zu betrachten.“

Erneuerung wegen verbreiteter Missbräuche

Die Notwendigkeit einer Erneuerung ist offensichtlich, gerade durch die weit verbreiteten liturgischen Missbräuche der liturgischen Normen, wie Marini beklagte. „Es ist nicht schwer zu erkennen, wie weit manche Verhaltensweisen vom authentischen Geist der Liturgie entfernt sind. Dafür sind weitgehend wir Priester verantwortlich.“ Die Form der Liturgie ist von der Gesamtkirche aufgestellt worden und soll nicht willkürlich von einzelnen zelebrierenden Priestern verändert werden, betonte Marini und zitierte dabei Werke von Kardinal Joseph Ratzinger.

Liturgie nicht zur persönlichen Interpretation

Die Liturgie „haben wir nicht erhalten, um sie unserer persönlichen Interpretation zu unterwerfen, sondern dazu, um sie gänzlich allen zur Verfügung zu stellen, gestern genau wie heute und auch morgen.“ In diesem Sinn bezeichnete er das Verhalten der Priester, die liturgische Regeln nicht achten, als „despotisch“. „Welch lässige Torheit ist es doch, für uns selbst das Recht in Anspruch zu nehmen, auf subjektive Art die heiligen Zeichen zu verändern, welche die Zeit ausgesiebt hat, durch welche die Kirche über sich selbst, ihre Identität und ihren Glauben spricht!“

Zelebrationsrichtung "ad orientem"

Als konkrete Reformpunkte nannte der päpstliche Chefliturge die Zelebrationsrichtung „ad orientem“ – „eine Tradition, die bis auf die Ursprünge der Christenheit zurückreicht“. Wenn Priester und Gemeinde gemeinsam nach Osten schauen, ist das „ein charakteristischer Ausdruck des authentischen Geistes der Liturgie“. Der gebräuchliche Ausdruck der „Zelebration zum Volk hin“ ist akzeptabel, wenn er lediglich die Tatsache beschreibt, dass der Priester aufgrund der Stellung des Altars häufig de facto dem Volk zugewendet ist. Kategorisch inakzeptabel wäre dieser Ausdruck allerdings, sobald er eine theologische Absicht ausdrücken wolle: „Theologisch gesprochen ist die Heilige Messe in der Tat immer an Gott gerichtet durch Christus, unseren Herrn, und es wäre ein schwer wiegender Irrtum zu denken, dass die hauptsächliche Orientierungsrichtung der Opferhandlung die Gemeinde ist.“ Jeder Aspekt der Liturgie sollte so gestaltet sein, dass die Anbetung gefördert wird.

Papst spendet kniende Mundkommunion

Der Papst habe begonnen, den Gläubigen die Mundkommunion zu reichen, während sie knien. Er tut dies, um die „angemessene Haltung der Anbetung vor der Größe des Geheimnisses der eucharistischen Gegenwart unseres Herrn sichtbar zu machen“. Marini begrüßte voll und ganz die „tätige Teilnahme“ aller an der Liturgie. Diese Teilnahme der Laien wäre aber nicht „wahrhaft tätig, wenn sie nicht zur Anbetung des Erlösungsgeheimnisses in Jesus Christus führen würde, der zu unserem Heil gestorben und auferstanden ist“.

Kommentar: Wenn diese - längst überfällige - Reform kommt, stellt sich nur noch die Frage, ob wenigstens ein kleiner Teil unseres Zivilklerus dieser auch folgen wird. Es ist leider kaum vorstellbar.

 

Vorschlag für eine KMB-Runde


entnommen dem Internet-Auftritt des Pastoralamtes Linz

Männlichkeit gewaltfrei leben = gerecht handeln

Benötigte Materialien: 2 Zollstöcke (bei sehr kleinen Gruppen reicht einer), Kopiervorlagen (Definition von Macht und Seite 2), Stifte


Einstieg:
Die Teilnehmer bilden zwei Gruppen. Jede Gruppe stellt sich in zwei Reihen gegenüber auf. Alle halten die Zeigefinger einander entgegengestreckt. Darauf wird ein ausgeklappter Zollstock gelegt und die Teilnehmer müssen nun versuchen (ohne miteinander zu reden), den Zollstock gemeinsam auf den Boden zu legen. Das erfordert Balance und ausgeglichenes, ausgewogenes Vorgehen ->Symbol für Gerechtigkeit, Balance zwischen Macht – Ohnmacht, Gewalt – Gewaltlosigkeit,… in mir.

Schritt 1:
Einzelarbeit: Gewalt hat mit Macht zu tun.
Jeder Teilnehmer bekommt die Definition von Macht und liest sie durch:

Macht ist das Vermögen, seinen eigenen Willen gegen einen Widerstand durchzusetzen.
Der machtfreie Raum ist eine zeitlich begrenzte Situation, in der einem Willen kein Widerstand entgegengesetzt wird.

Schritt 3:
Nun stellt sich jeder Teilnehmer vor, dass er bei einer TV-Diskussion zum Machtthema eine halbe Stunde auftreten muss. Dafür bereitet jeder ein Statement vor, in dem er mit eigenen Worten beschreibt, was er unter Macht versteht.


Schritt 4:
Die Ergebnisse = Statements werden im Plenum vorgelesen, ausgetauscht, analysiert und diskutiert. Für Spielfreudige wird ein „Club 2“ inszeniert, ein Teilnehmer ist der Moderator und bitte die anderen ihre Statements vorzutragen, zu verteidigen,…


Schritt 5:
Macht im eigenen Leben: jeder Teilnehmer bekommt folgende Kopiervorlage (körperliche und psychische Bedürfnisse) und überlegt, welche Bedürfnisse für jeden zurzeit erfüllt und grundsätzlich befriedigt bzw. nicht/ wenig erfüllt oder gar nicht abgedeckt sind, in welchen Bereichen der Teilnehmer im Gleichgewicht oder eher nicht im Gleichgewicht ist.

Schritt 6:
Austausch in der Gruppe:
Jeder, der will, erzählt, ob er gerade im Gleichgewicht ist oder nicht. Wenn jemand Hilfe benötigt, so soll auch dies zum Ausdruck gebracht werden können
(nach dem Motto „wir sind einander Seelsorger“).

Kopiervorlage:
Körperliche Bedürfnisse: zurzeit (eher) erfüllt / zurzeit (eher) nicht erfüllt
Fortpflanzung: Sex/ „Brutpflege“ Nahrung: besorgen/zubereiten Behausung: errichten/instand halten/pflegen Gesundheit: heilen/Körperpflege Schutz vor Feinden: versorgen/verteidigen
Psychische Bedürfnisse: zurzeit (eher) erfüllt / zurzeit (eher) nicht erfüllt
Zuwendung/Liebe: Wärme, Nähe, Vertrauen, Respekt, Erotik Abgrenzung/Kampf: Durchsetzung, Verteidigung, Rangordnung Sicherheit: Bekanntheit, Kontinuität, Berechenbarkeit Veränderung: Neugier, Herausforderung, Risiko, Abenteuer Erkenntnis: Forschung, Wissen, Können Selbstverwirklichung: Berufung, Lebensaufgabe Transzendenz: Bewusstsein, Vision, Glaube, Weiterleben nach dem Tod, Einheit, Ganzheit


Schritt 7:
Die Teilnehmer bereiten gemeinsam ein Gebet in der Gruppe vor und berücksichtigen die thematisierten Anliegen von vorher.

ABSCHLUSS:
Gemütlicher Ausklang – ev. Ortswechsel oder zumindest alle Unterlagen wegräumen und den Abend gut ausklingen lassen.


 

Aus dem Rundschreiben von Andreas Kirchmair

DI Andreas Kirchmair, A-8572 Piberegg 22, Forsthaus;
E-Mail: andreas.kirchmair@kc.co.at (beachten Sie bitte auch den Vortrag von Andreas Kirchmair in Linz am 27.6. - siehe letzte Seite).

FPÖ setzt starke, politische Lebensschutzimpulse

Der Lebensschutz bekommt in der FPÖ immer stärkeres Gewicht auf Landes- und Bundesebene. Und endlich hört man zu Skandalgesetzen wie der Lebensfristenregelung klare Worte österr. Politiker und nicht das übliche, politisch-korrekte Herumgefasle & Herumlavieren.

- Natalie Bayer-Metzler von www.plattform-leben-vorarlberg.at berichtete am 4.12.09, daß ein umfangreicher Antrag der FPÖ Vorarlberg zum Thema Lebensschutz mit dem Titel  „JA zum Schutz des Lebens - Reduzierung der hohen Zahl an Abtreibungen“ dem Vorarlberger Landtag vorgelegt wurde. In der Folge fand eine Pressekonferenz mit FPÖ-Klubobmann Dieter Egger statt, die im ORF sehr gut und sachlich  kommentiert wurde ( http://vorarlberg.orf.at/stories/407614/). Weiters wurde eine Landtagsenquete mit Fachleuten beantragt. Die Ausschußsitzung fand am 27.1.10 statt, der Antrag dort wurde gemeinsam von FPÖ und ÖVP eingebracht (s. VN 28.1.10).

- Die FPÖ kündigte am 26.1.10 einen Antrag zur Abschaffung der „Eugenischen Indikation“ (Teil des österr. Kinderabtreibungsgesetzes von 1975, bestehend aus der 3 Monatsfrist und 4 Indikationen, medizinisch, eugenisch, sozial, unmündig) im Parlament an. Der Antrag wird dem Justizausschuß zugewiesen werden und innerhalb von 3 Monaten soll es dazu eine erste Lesung im Plenum geben. Der FPÖ-Behindertensprecher Ing. Norbert Hofer hofft auf Aufhebung des Klubzwangs und auf Unterstützung aller Mandatare und kritisiert in diesem Zusammenhang, dass behinderte Kinder in Österreich bis zur Geburt getötet werden können. „In der Praxis können behinderte Kinder bis knapp vor der Geburt durch Herzstich getötet werden. Dass eine Abtreibung über die Fristenlösung hinaus und bis zum Geburtstermin für behinderte Kinder in Österreich vorgesehen ist, das ist eine Schande, es ist unmenschlich und es ist bestialisch. Ich kenne viele Menschen, die von Geburt an behindert sind und die heute nicht nur ein erfülltes Leben führen sondern auch für ihre Familien und ihren Freundeskreis unerlässliche Stützen des Alltags sind. Diese Menschen sind nach österreichischer Gesetzgebung letztendlich unerwünscht, wertlos, man hätte sie bis kurz vor der Geburt töten können.“ ( http://www.kath.net/detail.php?id=25380, http://www.ots.at/pressemappe/4468).


LKH Gmünd in NÖ hört auf, ungeborene Kinder zu töten (gloria.tv, 12.1.10)

Die Abteilung Frauenheilkunde am Landesklinikum Waldviertel Gmünd schloß Ende 2009 nach 30 Jahren die Kinderabtreibungspraxis, in der rund 1.000 Kinder getötet wurden. Dazu beigetragen hat sicherlich der unermüdliche, 5-Jahre dauernde Gebetseinsatz von Dr. Preßlmayer und seinen Mitstreitern. Ob da der Hr. Nuntius in Wien und seine Bischofskollegen nicht auch nachdenklich werden ?

Forderung nach Menschenrechten für ungeborene Kinder in Österreich und Italien

Eine interessante Parallele: In Österreich hat eine kleine politische Partei, die CPÖ, am 1.12.09 Menschenrechte für ungeborene Kinder gefordert (s. „Positionen zum Lebensschutz - Für das Leben ohne Kompromisse“ unter www.christliche-partei-österreichs.at). Jetzt denkt auch die Koalition in Italien darüber nach „Italien überlegt Rechtsstatus für Embryos“ (DieStandard, 9.12.09)
Schon vor Einnistung Wesen mit eigenem Leben: Gesetzentwurf der Koalition sorgt in Rom für Diskussionen.

Die Gier nach noch frischeren Organen kennt kein Tabu mehr!

Im Nov 09 habe ich hier schon über diese Entwicklung berichtet. Nun hat sich Frau Dr. Breul regina.breul@gmx.de, eine renommierte Münchner Ärztin und Teilnehmerin der Tagung „Signs of Life“ in Rom 2009, deren Aussagen zur Organentnahme bei voraussichtlich Sterbenden kürzlich sogar im Zenit, dem Nachrichtendienst aus dem Vatikan, erschienen sind (Der Hirntod und das informierte Gewissen), am 24.1.10 mit eindringlichen Worten an die Öffentlichkeit gewandt:
Wir können und dürfen nicht länger schweigen! Die Gier nach lebendfrischen Organen kennt kein Tabu mehr! Das Konzept von Hirntod und Herztod wird immer weiter ausgehöhlt! Wissenschaftler fordern das gerechtfertigte Töten, um an Organe zu kommen! Lesen Sie dazu den Artikel von Professor Linus Geisler „ Die Lebenden und die Toten“.
Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Organ und Du sollst nicht töten! Was muß noch geschehen, bis Politik und Kirche sich besinnen und ihre Mitwirkung an diesem grauslichen Geschäft beenden ?
herzliche Grüße, Andreas Kirchmair


Trennung von Kirche und Staat II

 

Die Trennung von Kirche und Staat ist eine scheinbare. Am jüngsten Beispiel der Ehrung einer Abtreibungsklinik durch den Wiener Bürgermeister und der Demonstration von Abtreibungsgegnern vor dem Rathaus unter Absenz und Widerstand der Kirchenführungen, die dazu geeignet waren, die Thematik wieder etwas in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu schieben, erkennt man, dass nichts, aber auch gar nichts so ist, wie es immer wieder behauptet wird.

Seit die stärkste flankierende Maßnahme gegen die Abtreibung, nämlich die Strafbarkeit, abgeschafft wurde (was von Juristen bestritten werden könnte), hat sich die Gesellschaft in jahrzehntelanger Gewissenswäsche offenbar mehrheitlich an den Gedanken des Kindesmordes so sehr gewöhnt, dass selbst in katholischen Kreisen der Umstand nicht mehr bewusst ist, dass es sich bei der Abtreibung um Mord in seiner grausamsten Form handelt, obwohl dieser Massenmord weit über das hinausgeht, was in diversen Regimen an unvorstellbaren Greueln vorgefallen ist. Es ist erschütternd, erkennen zu müssen, dass das theonome Gewissen eine Ablösung durch das autonome Gewissen erfahren hat, das Tür und Tor für einen grundlegenden Paradigmenwechsel in den Vorstellungen von Recht und Moral ermöglicht.

Das Thema der Sündhaftigkeit der Abtreibung wird von der offiziellen Kirche kaum
erwähnt. Kein Wort des Wiener Erzbischofs darüber war in seiner Predigt bei der Mariä Namen Feier kurz nach der von der offiziellen Kirche boykottierten Demonstration in der Stadthalle (Weihbischof Laun wurde es sogar untersagt, bei der Demonstration das Wort zu ergreifen) zu hören, wohl aber Kritik an den Abtreibungsgegnern im Organ der Erzdiözese Wien „Der Sonntag“, wo Abtreibungsbefürwortern und Abtreibungsgegnern gleichermaßen (!) Bereitschaft zur Gewalt nachgesagt wurde. Auch hier bereits Ansätze zu einer Wertumkehr?
Inzwischen ist erwiesen, dass die Aktion Leben Beratungsscheine (= Tötungslizenzen) ausstellt, und es wird publiziert, dass die Caritas Abtreibungen finanzieren soll!
Ein Abtreibungsgegner ist bereit, sich vor der Nuntiatur in wochenlangem Hungerstreik aufzuopfern, doch die in solchen Fragen gleichgeschaltete Presse nimmt davon nicht Notiz. Von keiner katholischen Seite kommt Unterstützung, weil sich diese Verzweiflungsaktion laut katholischen Meinungsmachern gegen die Kirche richte. Auch der Nuntius zeigt keine Regung, fast so, als hätte er davon noch gar nichts bemerkt.
Es ist also evident, dass die Kirche hier in dieser so grundsätzlichen Sache, also in der
Tolerierung der Abtreibung, mit dem Staat gemeinsame Sache macht.

In China gibt oder gab es eine offizielle katholische Staatskirche und eine papsttreue Untergrundkirche. Ein Zukunftsszenario für Österreich?

Dkfm Erich Pekarek, Wien


Brief eines Pfarrgemeinderats

Was Ihr nicht nur in Euren Schriften verbreitet, sondern was Ihr bis nach Rom bringt mit all seinen schlimmen Auswirkungen.
Spaltet Euch doch endlich ab und lasst den Rest der Kirche in Ruhe wieder wachsen und zum Schluss werden wir ja sehen, welche Anschauung mehr mit Jesu Lehre zu tun gehabt hat und welche weniger.
Ihr und gewisse ... freut Euch ja, wenn ihr wieder mal Einen abgeschossen habt ...
Gute Nacht Ihr Totengräber der Kirche und Ewiggestrigen.
Und sollte ich auf dieses Mail hin eine Zeitung von Euch bekommen, verklage ich Euch. Und meine Daten könnt ihr gerne haben. Adresse ...
Pfarrgemeinderatsmitglied, Chorsänger, Firmbegleiter, Kommunionspender, Pfarrblattgestalter, Christ, überzeugter Christ, KMB Mitglied ...
Schönen Tag ...

Kommentar: Wir haben den Brief nur leicht gekürzt, wo er zu weit unter die Gürtellinie ging. Der Schreiber stammt aus einer bekannt "modernen" Pfarre in der Diözese Linz. Man kann sich ungefähr ausmalen, welche Predigten er Woche für Woche zu hören bekommt.

53.000 Kirchenaustritte 2009
Im Jahr 2009 haben so viele Katholiken die Gemeinschaft der Kirchensteuerzahler verlassen wie noch nie. Das hohe Niveau der Vorjahre mit ca. 40.000 wurde nochmals um 30 Prozent übertroffen - und zwar österreichweit. Besonders die Berufslaien beeilen sich angesichts dieser Zahlen stets, vom eigentlichen Problem, der Kirchensteuer, abzulenken. So gibt man diesmal halt dem Pius-X.-Bischof und Pfarrer Wagner die Schuld dafür (auch wenn er in der Diözese Linz ist und gar nicht Bischof geworden ist). Lesen Sie dazu auch auf Seite 2: "Keine Kirchensteuer - keine Austritte!".


Brief von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer
Sehr geehrter Herr Lindner! In der Ausgabe "Die Wahrheit Nr. 77" schreiben Sie - offensichtlich übernommen von Radio Oberösterreich -, dass die Austria Presse Agentur daran erinnert, dass Gerhard Maria Wagner schon im Juli 2005 Nachfolger von Maximilian Aichern als Bischof von Linz hätte werden sollen. Landeshauptmann Pühringer und Kardinal Schönborn hätten das in letzter Sekunde mit ihrem Veto aber erfolgreich verhindert.
Ich muss Ihnen mitteilen, dass dies, auch wenn es in der Wahrheit steht, nicht wahr ist. Ich habe keinerlei Veto eingelegt, bin auch zu Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner nicht befragt worden. Mir ist wichtig, dies klar zu stellen. Mit freundlichen Grüßen verbleibe ich ...
Unsere Antwort:
Sehr geehrter Herr Landeshauptmann, vielen Dank für Ihren Brief! Wir bemühen uns immer, nur Tatsachen in der WAHRHEIT zu berichten. Aber offenbar sind wir da einer Falschmeldung des ORF und der APA aufgesessen, wofür wir uns nur entschuldigen können! Man fragt sich unwillkürlich, welcher Infor-mationsquelle man heute noch glauben kann? Selbstverständlich werden wir die Sache in der nächsten Ausgabe der WAHRHEIT klarstellen. Mit freundlichen Grüßen ...
Von der APA bzw. dem ORF wurde uns übrigens keine Richtigstellung bekannt.

 

Bundespräsident Fischer für Homo-Adoptionsrecht


gmx.net, 30.1.2010: Wien - Bundespräsident Heinz Fischer spricht sich für die Eintragung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften am Standesamt und gegen das Adoptionsverbot für Homosexuelle aus.
„Bislang konnte man mir nicht überzeugend erklären, warum die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare ein so großes Problem darstellt“, sagt Fischer laut Vorabmeldung im am Freitag erscheinenden Homosexuellen-Magazin „Name it“. Auch die Eintragung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften am Standesamt „kann mich nicht stören“, so Fischer.
Laut den seit Jahresanfang geltenden Bestimmungen erfolgt die „Verpartnerung“ gleichgeschlechtlicher Paare nicht am Standesamt, sondern bei der Bezirksverwaltungsbehörde. Außerdem dürfen homosexuelle Partner keine Kinder adoptieren.
Fischer geht davon aus, „dass die nächsten Jahre auf diesem Gebiet einen Gewöhnungsprozess bringen werden, der beweist, dass dadurch kein Schaden entsteht, auch kein Schaden für die Ehe zwischen heterosexuellen Partnern“. (APA)

 


 

 

 

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