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Rundbrief 76(Februar 2009 )
     

 

 

Die Rücknahme des Exkommunikationsdekretes

ein Schritt der Versöhnung und der Gerechtigkeit

Am 24.1.2009 verlautbarte der Vatikan die Rücknahme des Exkommunikationsdekretes gegen die vier Bischöfe, welche ohne Erlaubnis des Papstes am 30.6.1988 in Ecône geweiht wurden. Der Spender der Weihen, Erzbischof Marcel Lefebvre sowie der Mitkonsekrator Bischof de Castro-Meyer, beide verstorben, wurden damals ebenfalls exkommuniziert.
Über Erzbischof Lefebvre äußerte Papst Benedikt XVI. vor einiger Zeit, er sei ein großer Mann der Kirche. Kein Zweifel - ohne den Widerstand des Erzbischofs hätte die "alte Messe" nicht überlebt. Ohne den "Ungehorsam" dieses Erzbischofs hätte es kein Indult von 1984, kein Motu proprio von 1988 und von 2007 gegeben. Ungehorsam? War es nicht vielmehr tiefster Gehorsam, äußerste Treue gegenüber der Kirche, den Päpsten, den Konzilien zweier Jahrtausende?
Offensichtlich geht es nicht nur um die Hl. Messe, sondern vor allem um den Glauben. Die Hl. Messe ist gebetetes Dogma, kristallisierter Glaube. Die "tridentinische", besser die überlieferte Hl. Messe ist keine Erfindung des Konzils von Trient (1545-1563), sondern geht zurück auf die frühe Kirche, die Päp-ste Gregor (6. Jahrhundert), Damasus (4. Jhdt.), auf die Zeit der Apostel.
Nach dem Ende des II. Vatikanums (1965), nach einer großen Aufbruchsstimmung in der Kirche, erfolgte unmittelbar der steile Absturz der entscheidenden Wesenselemente kirchlichen Lebens: Sonntagsmessbesuch, Beichtpraxis, Priester- und Ordensberufungen. An die Stelle der persönlichen Verantwortung von Bischof und Priester trat die Macht der Gremien, Geschwätzigkeit, Streit und unkatho-lische Lehre. Schon 1970 waren die halben französischen Priesterseminare leer. Viele Priesterstu-denten konnten kein Seminar mit glaubenstreuer Ausbildung mehr finden. So kam 1969 eine Gruppe von Studenten zu Erzbischof Lefebvre, damals 65 Jahre alt, und bat ihn um Hilfe. Der Erzbischof begann zunächst in Fribourg, später in Ecône (Wallis) ein Priesterseminar mit Billigung des zuständigen Bischofs. Ein großer Zustrom setzte ein und die französischen Bischöfe waren verärgert. Eine römische Kommission musste dem Seminar zwar eine sehr gute Ausbildung bescheinigen, das Festhalten an der "alten" Messe war allerdings ein Ärgernis und so wurde die Priesterbruderschaft St. Pius X. aufgehoben. Erzbischof Lefebvre, überzeugt von der Notwendigkeit dieser Priesterausbildung nach altem Maßstab zur Rettung vieler Seelen, führte das Seminar trotz Verbot weiter. Zudem ergab die römische Vorgangsweise auch schwere kirchenrechtliche Verfahrensmängel. Die vom Erzbischof gegründete Priesterbruderschaft St. Pius X. wuchs trotz allem ständig weiter, zu dem ersten Seminar kamen fünf weitere.
Wegen seines zunehmenden Alters musste Erzbischof Lefebvre an Weihbischöfe denken. Einem 80-Jährigen war allein die Last der Priesterweihen in sechs Seminarien, verstreut über die Kontinente, nicht mehr zuzumuten, dazu noch Firmungen u.a.m. Diese Bitten wurden in Rom jahrelang verschleppt. Schließlich sagte man einen Bischof zu. Auf die öftere Frage des Erzbischofs, wann die Weihe erfolgen könne, gab es stets aufs neue keine Antwort. Spekulierte man auf den Tod des alten Mannes? Dazu kam eine ganz schlimme und entscheidende Angelegenheit: Der Erzbischof schlug drei Weihekandidaten vor - alle wurden abgelehnt. Erzbischof Lefebvre musste klar werden: Man kalkuliert nicht nur mit meinem Ableben, sondern der von Rom zugestandene Bischof sollte mit den liberalen Kräften kooperieren. Das wäre das Todesurteil für das Rettungswerk gewesen.
Heute ist es noch klarer als damals zu erkennen: Bei der heutigen schweren Kirchenkrise, eine der schwersten der Geschichte, handelt es sich tatsächlich um die Rettung der Unversehrtheit des katholischen Glaubens und des Priestertums. Die unerlaubten (aber gültigen) Bischofsweihen erfolgten somit aufgrund eines zweifelsfreien Notstandes und wären demnach auch nach dem Kirchenrecht straffrei. Experten verweisen zudem auf weltliches Recht. Auch bei bloß vermeintlichem Notstand (Putativnotstand) wäre Straffreiheit vorgesehen. Ähnliches gilt für das Kirchenrecht.
Welche Auffassung immer hier jemand hat - eines steht zweifelsfrei fest: Papst Benedikt arbeitet an der Wiederversöhnung der katholischen Kirche mit ihrer eigenen Vergangenheit und dadurch an der Heilung der innerkirchlichen Spaltung. Dafür gebührt ihm Dank. Lassen Sie es mich als Forstmann sagen: Ein Baum, abgeschnitten von seinen Wurzeln, hat keine Zukunft.
Die Freigabe der überlieferten Hl. Messe im Jahr 2007 war der erste Schritt. Viele Bischöfe, die Gremiokraten und die Oberlaien wehren sich erbittert. Die Entscheidung ist jedoch gefallen, auch wenn die Umsetzung noch Jahre dauern wird.
Die Aufhebung der Exkommunikation der Bischöfe war nun der zweite Schritt. Mehr als 1,7 Millionen Rosenkränze wurden nach Aufruf der Priesterbruderschaft dafür gebetet. Als Drittes wird an ein Gespräch über theologische Fragen gedacht. Inwieweit stehen Aussagen des II. Vatikanums sowie nachkonziliare Entwicklungen in Übereinstimmung mit der kirchlichen Überlieferung, mit der Lehre, mit früheren Konzilien? Es wird dies wohl eine schwierige und mühevolle Phase, die viel Aufrichtigkeit und Geduld erfordern wird.
Die praktische Eingliederung der ständig wachsenden Priesterbruderschaft St. Pius X. in die derzeitigen kirchlichen Strukturen wäre Phase 4. Die Bruderschaft umfasst mit den diesjährigen Weihen mehr als 500 Priester, dazu Brüder und Ordensfrauen. Etwa 30 Ordensgemeinschaften sind mit ihr verbunden, 70 Schulen werden von ihr geführt! Sicher braucht die Kirche diese Kräfte dringend. Trotzdem muss ein Schritt korrekt nach dem anderen erfolgen, um Rückschläge zu vermeiden. Alles erfordert Klugheit, Geduld und auch Zeit. Auch der Papst braucht Zeit und geht einen sehr schwierigen Weg. Die Mindestdauer von Kirchenkrisen liegt wohl nicht unter 70 Jahren, das zeigt uns die Geschichte. Vergessen wir nicht zu beten, unser Leid, unsere Schwierigkeiten aufzuopfern. Vergessen wir nicht unsere Fürbitter, alle Heiligen, besonders unsere hohe Schutzfrau Maria, den hl. Josef als Schutzpatron der Kirche.
Eines sollte wenigstens ab jetzt unterlassen werden: Steine auf jene zu werfen, denen wir so viel für die Bewahrung des unverfälschten christ-katholischen Glaubens und des katholischen Priestertums, der überlieferten Hl. Messe verdanken. Wer hier (ver-)urteilt, die Priesterbruderschaft sei außerhalb der Kirche, sei schismatisch, sei nicht katholisch,disqualifiziert sich selbst. Und der Ungehorsam? Kann Sünde sein, manchmal aber auch eine Tugend, ein Zeichen der Treue. Das gilt nicht nur, wenn direkt Sünde befohlen wird, sondern auch, wenn Widerspruch nötig ist wegen schwerer Gefahr für die Kirche, für das Heil der Seelen. Paulus hat dem Petrus ins Angesicht widerstanden. Athanasius, der große Verteidiger des Glaubens, wurde von Papst Liberius fallen gelassen, der Papst stimmte seiner Exkommunikation zu.
Viele hoffen, dass Erzbischof Lefebvre eines Tages den Heiligen zugezählt wird. Für jetzt freut uns das Wort Benedikt XVI. herzlich: Erzbischof Marcel Lefebvre ist ein großer Mann der Kirche.
NB: Auf den jüngsten Riesenwirbel in den Medien wird im obigen Artikel nicht eingegangen. Der Gedanke liegt nahe, dass der Entscheid des Papstes dem Teufel nicht sehr gefallen hat. Sobald sich die Staubwolken verzogen haben, wird man die wahre und bleibende Bedeutung dieses Entscheides für Kirche und Gesellschaft erkennen können. Für Medienberichte ist grundsätzlich zu beachten: Werden Personen hochgelobt, ist Vorsicht am Platz; wenn den Medien etwas oder eine Person missfällt, kommt ein positives Urteil häufig eher der Wahrheit nahe.
Dr. Felix Bentz

Wer spaltet die Kirche?

Die Ortskirche ist heute, infolge des 2. Vatikanums, fest in der Hand der "liberalen" Kräfte, die sich selbst gerne pluralistisch und tolerant nennen. Es sind diese Gutmenschen, die fast nur lächeln und zu fast allen Menschen freundlich sind. Aber: einen logischen Feind haben sie, bei dem sich die Toleranz schnell aufhört: Den gläubigen Katholiken - egal, ob Laie, Priester, Bischof oder Papst. Hier endet sofort jede Toleranz! Der Grund dafür ist klar: der Glaube kennt nur EINE Wahrheit, und genau das bestreiten die liberalen Neugläubigen vehement. Tatsächlich gibt es beim Glauben keinen "linken oder rechten Flügel", kein "progressiv oder konservativ", sondern eben nur eine Mitte in der Wahrheit. Sehr wohl gibt es dagegen eine Unterscheidung zwischen Glauben und Nichtglauben ("wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden" Mk.16,16)!
Der Kampf gegen konservative Gläubige wird mit allen Mitteln geführt - auch über die Medien und oft unter der Gürtellinie. So gehen etwa "moderne" Priester, die Sonntag für Sonntag Nächstenliebe und Toleranz predigen, nach einer für sie unliebsamen Bischofsernennung auf die Barrikaden. Beschimpfungen als "Fundamentalist" oder "Ewiggestriger" sind dabei noch harmlos. Und wenn sonst keine Argumente mehr da sind, die man ins Feld führen könnte, nennt man den "Mitbruder" einen "Spalter".
Aber: Wer spaltet tatsächlich die Kirche? Jene, die sich an die Lehre und Vorschriften der Kirche halten, oder die, die es nicht tun?

 

Der neue Weihbischof von Linz - eine gute Wahl

"Er wird von den richtigen Leuten gehasst"

Die Diözese Linz hat - endlich - einen Weihbischof! Die katholischen Gläubigen freuen sich, dass die Wahl des Papstes auf Dr. Gerhard Maria Wagner fiel. Er ist ein "Ausnahme-Pfarrer", der seit 20 Jahren seine Pfarre Windischgarsten gemäß den Vorgaben der Hl. Kirche erfolgreich leitet. Ein Kommentar in kreuz.net bringt es auf den Punkt: "Er wird von den richtigen Leuten gehasst". Wen wundert's, dass seine Ernennung von den einschlägig bekannten Kirchenfunktionären und den liberalen Medien (und auch gewissen Politikern!) mit großem Unmut aufgenommen wurde: Denn Dr. Gerhard Wagner bewies als Pfarrer, dass es auch heute möglich ist, den Glauben und die Lehre der Kirche in der Praxis erfolgreich zu leben und weiterzugeben. Und genau das wird ja von den "liberalen" Katholiken immer in Abrede gestellt.
Diözesanbischof Ludwig Schwarz, der bisher ziemlich alleine dastand, hat nun mit Sicherheit einen tatkräftigen Helfer. Und die Gläubigen werden die beiden Bischöfe nicht zuletzt mit ihrem Gebet stärken.
Wie gewohnt beteiligen sich die meisten Medien - natürlich auch der ORF - nach Kräften an der Bischofs-Hetze. Das Wort "umstritten" kommt dabei wahrscheinlich ein paar hundertmal vor (man glaubt schon fast dran!). Einzig die KRONE macht dabei eine Ausnahme! Wir bringen - aus der reichen Auswahl - ein paar Kommentare von kath.net und kreuz.net zu der "umstrittenen" Bischofsernennung (ein Landeshauptmann ist übrigens in Deutschland vergleichbar mit einem Ministerpräsidenten).


Wenn sich ein Politiker in Bischofsernennungen einmischt


kath.net 1.2.2009 Der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) hat am Sonntag für Aufregung bei Katholiken in der Diözese Linz gesorgt. Pühringer, der sich in wenigen Monaten zur Wiederwahl als Landeshauptmann stellen wird, hat im Zusammenhang mit der Ernennung von Pfr. Gerhard Maria Wagner zum Weihbischof von Linz - kath.net berichtete - gegenüber dem ORF-Oberösterreich gemeint, dass man sich in Rom „ein falsches Bild“ gemacht habe. Auch wenn Pühringer sich als Politiker in keine kirchlichen Angelegenheiten einmischen wolle, stellte er fest, dass offensichtlich eine Entscheidung getroffen worden sei, die nicht dem Dreiervorschlag der Diözese entspreche. Wörtlich sagte er: „Das deutet daraufhin, dass in Rom von der Diözese ein Bild herrscht, das meines Erachtens nicht der Realität entspricht. Mit dem Windischgarstner Pfarrer wurde ein sehr konservativer Geistlicher berufen.“
Wie kath.net aus bischöflichen Kreisen erfahren konnte, ist man über die De-Facto-Einmischung eines Landeshauptmanns in eine autonome Bischofsentscheidung des Papstes äußert befremdet. Unter gläubigen Katholiken in der Diözese Linz wird bereits über ein Wahlboykott der ÖVP bei der kommenden Landtagswahl nachgedacht.
Während sich gläubige Katholiken über die Ernennung von Gerhard Maria Wagner freuen, üben einige Kirchenfunktionäre und Priester Kritik an der Ernennung. Franz Gütlbauer, der Obmann der katholischen Männerbewegung, meinte in der Rundschau wörtlich: „Es ist zu befürchten, dass dadurch der Weg von Kardinal Schönborn verstärkt wird.“ Franz Wild, der Generaldechant der Diözese Linz, meinte: „Man kann nicht auf Fragen aus unserer Zeit mit Antworten aus dem 15. Jahrhundert daherkommen.“ Margit Hauft, die Präsidentin der katholischen Aktion, behauptete wörtlich: „Unsere Diözese wird von gewissen Kreisen in Rom falsch dargestellt. Dass darauf gehört und so verfahren wird, ist schlimm.“ Und Walter Wimmer, Mitglied des bischöflichen Konsistoriums, meinte: „Für mich ist es eine Desavouierung des Domkapitels. Es ist eine Fortsetzung einer konservativen und restaurativen Tendenz unter dem jetzigen Pontifikat.“


Kommentar: Kardinal Schönborn wird hier sicherlich Unrecht getan! Unser Glaube kommt auch nicht aus dem 15., sondern aus dem ersten Jahrhundert! Wenn sich das Domkapitel desavouiert fühlt, ist das wahrscheinlich gar nicht so tragisch (siehe weiter unten).


Keine Angst vor der öffentlichen Hinrichtung


kreuz.net 2.2.2009 Der neue Weihbischof von Linz will auch unbequeme Dinge ansprechen. Seinen Glauben wird er auch unter der Mitra nicht ändern.
Der neue Linzer Weihbischof, Mons. Gerhard Wagner, hält von den Etikettierungen „konservativ“ und „progressiv“ nichts.
Das sagte er im Interview mit der österreichischen Tageszeitung ‘Die Presse’.
Mons. Wagner will das Evangelium verkünden: „Das geht oft nicht, ohne unbequeme Dinge zu sagen. Das werde ich auch weiterhin konsequent tun.“
Zur Frage, ob er seinen bisherigen Kurs als Weihbischof ändern werde, sagte Mons. Wagner: „Ich werde meinem Glauben treu bleiben.“
In seiner Pfarrei Windischgarsten gibt es keine Ministrantinnen, „weil wir genug Buben dafür haben“. Das sei keine Glaubensfrage: „Für Mädchen gibt es andere Aufgaben in der Pfarre.“
Angesprochen auf den Priestermangel erklärt der neue Weihbischof, dass man den Priestern die von Gott verliehene Würde erhalten müsse:„ Man darf die Würde der Priester nicht länger in der Öffentlichkeit demontieren.“
Es sei „ganz klar“, dass ein Priester in jedem Fall nur von einem Priester ersetzt werden könne.
Der Weihbischof äußerte sich auch zu seinen medial aufgekochten Gedanken über den Hurrikan Kathrina Ende 2005.
Damals erklärte der Pfarrer, dass das Unwetter auch fünf Abtreibungskliniken zerstört und einen perversen Riesen-Homo-Auflauf verhindert hat. Er fragte sich, ob die auffallende Häufung von Naturkatastrophen die Folgen einer geistlichen Umweltverschmutzung sind.
Nun erinnerte er, dass er über die Gefahren für die Psyche der Kinder gesprochen habe: „Darüber wird man nachdenken müssen, dazu stehe ich.“
Vor der kirchenfeindlichen Tageszeitung ‘Oberösterreichi-sche Nachrichten’ erklärte der neue Weihbischof, dass er natürlich von den Spannungen in der Diözese Linz wisse.
Es ist ihm von Anfang an klar gewesen, dass er selber im Konflikt drinstehe: „Die Vorverurteilungen sind ziemlich heftig.“
Aber er nehme das nicht persönlich: „Ich glaube, das ist auch ein Kampf in der Kirche, der da durchbricht.“
Mons. Wagner möchte jedem begegnen. Er bitte um jene Toleranz, die auch er aufbringt.
Zu den altliberalen Reformwünschen sagte der neue Weihbischof, dass er „die Sorge“ nicht schmälern möchte:
„Aber die Alternativen, die da angeboten werden – Aufhebung des Zölibats, Diakonat der Frau, die Wiederaufnahme verheirateter Priester ins Amt -, sind nicht der richtige Weg.“
Die Kirche dürfe nichts Substanzielles aufgeben.


Schlagfertig, sprachgewaltig und theologisch sattelfest


kreuz.net 2.2.2009 Die kirchliche Lehre kann nicht nach denen ausgerichtet werden, die mit dem Kirchenaustritt drohen. Weihbischof Wagner von Linz ist „nicht erpreßbar“
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Der neue Weihbischof von Linz, Mons. Gerhard Wagner, stellte sich heute vormittag in einer Pressekonferenz den Journalisten.
Sogar der kirchenfeindliche ‘Österreichische Rundfunk’ musste den Weihbischof wegen seiner herausragenden Kompetenz loben: „Redegewandt, theologisch sattelfest, einer, der mit Handbewegungen und Mimik umzugehen weiß, wenn er spricht.“


Die Probleme der Ehe ersparen


Zum Zölibat erklärte der Weihbischof, dass er eine wesentliche Ausrichtung auf Gott hin sei. Die Ehelosigkeit zeige, dass es Menschen gibt, die sich ganz für das Reich Gottes einsetzen: „Das erwarten sich die Leute auch.“
Es sei klar, dass der Zölibat nicht einfach ist: „Wer will jetzt aufstehen und sagen, dass die Ehe einfach ist?“
Dass er auch noch die Schwierigkeiten der Ehe bräuchte, könne man ihm nicht erklären – so der Weihbischof: „Die Frage Pflichtzölibat: Ja.“


Die Laien haben ihre Aufgabe


Zum Thema der Laien erinnerte Mons. Wagner, dass die Kirche – angeregt durch das Zweite Vatikanum – die Mitarbeit der Laien sehr stark forciert habe: „An dieser Tatsache kommen wir nicht vorbei.“
Zum Zweiten Vatikanum sagte Mons. Wagner, dass er es genau studiert habe und sehr gut dazu stehen könne.
Das Konzil habe keine Klerikalisierung der Laien erfunden.
Ein Priester könne nur durch einen Priester ersetzt werden: „Selbst, wenn viele Priester wären, braucht es den engagierten Laien.“
Der Weihbischof hat in seiner eigenen Pfarrei Windischgarsten rund 280 Mitarbeiter. Diese arbeiten selbständig in den verschiedensten Bereichen.
Dabei unterstrich Mons. Wagner, wie wichtig es ist, dass die Laien der Kirche loyal sind.


Nicht erpressbar


Zum Priestermangel sagte der Weihbischof, dass man zunächst für den Glauben und die Familie eintreten müsse. Ferner sei es notwendig, dem Priester die Wertschätzung auszudrücken.
In der Diözese Linz sieht Mons. Wagner Polarisierungen: „Ich komme nicht, um die Spaltung zu bringen. Ich komme und stelle fest, dass es ein Stück weit die Polarisierung gibt.“
Der neue Weihbischof will an der Seite des Bischofs sein: „Ich habe nur ein einziges Trennendes mit dem Bischof: Er ist Rapid-Anhänger und ich bin Lask-Anhänger. Aber da werde ich auch nicht Bekehrungs- sondern Überzeugungsarbeit leisten.“ ‘Rapid’ und ‘Lask’ sind die Namen der Fußballvereine in Wien und Linz.
Zu den Polarisierungen in der Diözese Linz sagte Mons. Wagner: „Es sollten sich die einmal überlegen, die da abweichen, ob sie nicht die eigentlichen Spalter sind. Das möchte ich ihnen doch liebevoll und deutlich sagen.
Ich sehe nicht ein, dass ich - wenn ich für die eine Kirche eintrete und mich hinter den Papst stelle - als Spalter bezeichnet werde. Das verstehe ich nicht. Da stimmt etwas nicht.“
Der Weihbischof betont ausdrücklich, dass er nicht als Wächter komme: „Dann wäre ich lieber in Windischgarsten geblieben.“
Dann hätte er sich den „lieblosen Empfang“ erspart: „Ich habe damit kein Problem. Das sage ich auch gleich.“
Ferner erklärte der Weihbischof, dass die Lehre nicht nach denen ausgerichtet werden könne, die mit dem Kirchenaustritt drohen:
„Da sind wir nicht erpressbar. Ich möchte mich um jeden bemühen. Aber ich kann nicht verändern, was nicht verändert werden kann.“
Kommentar: "Bischof" heißt übersetzt "Wächter".

Auch Zulehner meldet sich zu Wort


Das Pünktchen auf dem "i" liefert wieder einmal der pensionierte "Pastoraltheologe" Paul Zulehner zu der Bischofsernennung Wagners in der "Presse" (2.2.2009), die ihm natürlich gerne ein Forum bietet: Unter dem Titel "Rückzug ins Ghetto" zieht er in einem langen Gastkommentar "mit Zorn und Trauer" über die Kirchenführung her, die "nichts gelernt hat".
Info am Rande: Zulehner darf auch in Radio Vatikan seit Januar 2009 14-tägig "Denkimpulse" geben (LKZ, 15.1.2009). Wen wundert's, bei seiner Einstellung?!


Ein 'bösartiger Ton' in der Debatte


kath.net 4.2.2009 Salzburger Weihbischof Laun: Polarisierung in Oberösterreich nur eingetreten, weil eine ganze Reihe von Priestern und Laien dem Papst nicht gehorcht - Soll der Papst da einen ernennen, von dem er wieder weiß, dass er ihm wieder nicht gehorcht?
Auch der Salzburger Weihbischof Andreas Laun hat nach Diözesanbischof Ludwig Schwarz und dem Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari die Ernennung von Gerhard Maria Wagner zum Weihbischof für Linz begrüßt. Von der APA auf die Diskussion um den angeblichen Dreiervorschlag der Diözese angesprochen betonte Laun: „Ein Dreiervorschlag ist keine Verpflichtung für den Papst.“ Der Salzburger Weihbischof stellt auch klar, dass die Polarisierung in der Diözese Linz von einer ganzen Reihe von Priestern und Laien ausgeht. „Die Polarisierung ist in Oberösterreich nur eingetreten, weil eine ganze Reihe von Priestern und Laien dem Papst nicht gehorcht. Soll der Papst da einen ernennen, von dem er wieder weiß, dass er ihm wieder nicht gehorcht? Das ist eine Zumutung!“ Wagner werde attackiert, weil er treu zum Papst stehe, betont Andreas Laun. Da gebe es einen „bösartigen Ton“ in der Debatte.
Auch Kardinal Schönborn wundert sich laut der Gratiszeitung "HEUTE" (6.2.2009) über die „große Aufregung, weil ein neu ernannter Bischof ‘konservativ’ ist“. Ihn erstaunt das, so Schönborn, denn „allen Berichten zufolge führt er seine Pfarre hervorragend. Er hat besten Kontakt zur Jugend. Die Leute mögen ihn. Die Kirche ist voll. Was will man mehr?“


War der Bischof einverstanden?


Ein ziemliches Problem mit der Bischofsernennung hat natürlich auch die LKZ. Chefredakteur Matthäus Fellinger schreibt gleich einleitend in seinem Kommentar (am 5.2.2009 Seite 2) ganz ehrlich: "Zugegeben. So schwer wie diesmal ist mir ein Leitartikel noch nie gefallen".
Aufschlussreich ist jedenfalls die Erklärung des Linzer Domkapitels in der gleichen Ausgabe der LKZ. Das Domkapitel bejammert: "Offensichtlich gibt es nach wie vor ein verzerrtes Bild von der Diözese an zuständiger Stelle". Welche "Stelle" da gemeint ist, bleibt im Dunkeln, aber womöglich stimmt das Bild doch?
Und weil man Noch-Pfarrer Wagner anscheinend wirklich nichts konkretes vorwerfen kann, beklagt das Domkapitel weiters, ".. dass Pfarrer Wagner bisher nicht sehr präsent im Presbyterium von Dekanat und Diözese war, weder im Priesterrat noch anderen diözesanen Gremien, ..." Hier muss man die Frage stellen, wieso Pfarrer Wagner nie als Dechant, in den Priesterrat oder in "andere diözesane Gremien" gewählt wurde? Und war es wirklich ein Zufall, dass man ihm die von Linz am weitesten entfernte Pfarre zugeteilt hat??? Der Schlußsatz geht - wohl unbewußt - auf das wahre Problem der Diözese Linz ein: "Die letzte Linzer Diözesansynode hatte das Motto: Kirche um der Menschen willen. Das muss Richtschur auch in Zukunft sein." Und genau das ist der wunde Punkt: In der Kirche war und ist immer Gott der Mittelpunkt, und nicht der Mensch! Wohin diese falsche Zielrichtung führt, sehen wir heute überdeutlich!
Besonders interessant wäre auch die Frage, ob Bischof Schwarz von dieser Erklärung seines Domkapitels wußte, ob er sie auch mitunterschrieben hat?


Wenn die Argumente ausgehen ...


Neben dem Vorwurf "Spalter" (siehe Seite 3) hört man auch die eher vage Aussage, "dass man in Rom ein falsches Bild von der Diözese hat." (u.a. von Landeshauptmann Pühringer oder dem aus Oberösterreich stammenden Innsbrucker Bischof Scheuer). Dazu muss man anmerken:
1. Der Papst, der die Entscheidung trifft, ist nicht nur wenige Kilometer entfernt von der Grenze der Diözese Linz geboren und aufgewachsen, er war auch viele Jahre Erzbischof der Nachbardiözese München und hat in seiner Zeit in Rom viele Jahre Urlaub in der Diözese Linz gemacht. Gerade er soll ausgerechnet von der Diözese Linz ein "falsches Bild" haben??? Was wäre dann z.B. mit Diözesen in Alaska, Asien, Südafrika oder Chile???
2. Warum geht es um ein "Bild der Diözse"? Warum geht es nicht darum, einen Mann zum Bischof zu machen, der alle Voraussetzungen dafür mitbringt: Als Pfarrer erfolgreich; theologisch sattelfest; redegewandt; kirchen- und papsttreu ... (einige dieser "Argumente" stammen vom ORF!)??? Kandidaten mit diesen Eigenschaften sind heutzutage in der Tat sehr dünn gesät!

Leserbrief
Die wachsamen Köter der Loge:
Ein fröhlicher Wanderer nähert sich ahnungslos dem Hause eines Hundezüchters. Schon kläfft eine Meute wilder Hunde fürchterlich, fallen ihn an und verbeißen sich in seinen schwarzen Hosen. Der Patron des Hauses lobt seine Viecher: „Jeder, der unseren 'Frieden' stört, gehört gebissen, mag er heißen wie er will, Krenn oder Wagner.“
CSA, Martin Humer.

Barack Obama - der neue Präsident der USA

 

Hochgejubelt und mit vielen Vorschusslorbeeren wurde der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika am 20.1.2009 in sein Amt eingeführt. Auch die Linzer Kirchenzeitung widmet ihm euphorisch eine ganze Seite mit der Überschrift: "Ein Brückenbauer und Hoffnungsträger" - mit ausschließlich positivem Tenor (was allerdings eh' schon verdächtig ist). Von seiner Haltung zum Thema Abtreibung natürlich kein Wort.
Bereits am 22.1.2009 demonstrierten z.B. 200.000 Amerikaner vor dem Weißen Haus gegen die Abtreibungspolitik Obamas. Von dieser Demo war in unseren Medien natürlich kaum etwas zu lesen oder zu hören. Wir bringen hier einen Artikel aus dem "Kurier der christlichen Mitte" (2/2009, Lippstädter Straße 42, D-59329 Liesborn), der die Person Obamas etwas durchleuchtet. Der Titel: "Wer ist Hussein B. Obama?":
Am 27.3.2001 stimmte er gegen den Gesetzentwurf "zum Schutz lebendgeborener Kinder". Das Gesetz sollte Kindern, die eine Abtreibung überleben, das Recht auf medizinische Versorgung sichern. Obama argumentierte, dieser Gesetzentwurf würde das Recht auf Abtreibung einschränken.
Noch im selben Jahr wurde ein fast gleichlautender Gesetzentwurf in den Bundessenat der USA eingebracht - und mit 98 zu 0 Stimmen angenommen.
In seiner Rede vor einem Aktionsbündnis "pro Abtreibung" kündigte Obama am 17.7.2007 an, seine erste Amtshandlung als Präsident der Vereinigten Staaten werde sein, in dem Bundesgesetz "Freedom of choice, Act. 5", das Verbot folgender Spätabtreibungsmethoden wieder aufzuheben: Die "partial-birth abortion"-Methode, die ab dem 5. Schwangerschaftsmonat durchgeführt wurde - und die Abtreibung durch Salz- bzw. hormonelle Vergiftung im letzten Schwangerschaftsdrittel:
Bei der "partial-birth abortion" wird das Kind vaginal aus dem Mutterleib gezogen, bis sich der Kopf ausserhalb des Mutterleibes befindet. Dann wird eine Schere tief in den Schädel gestoßen und das Gehirn abgesaugt. Dieses Abtreibungsverfahren wurde bis zu seinem Verbot am 5.11.2003 bis zu 5000 mal im Jahr durchgeführt.
Bei der zweiten Spätabtreibungsmethode werden die Ungeborenen durch Salzeinspritzung umgebracht. Der Todeskampf des Kindes dauert mehr als eine Stunde. Kinder, die eine Vergiftung überleben, werden auf einen kalten Metalltisch in einen dunklen Raum gelegt, bis sie gestorben sind und dann als Abfall entsorgt.
Obama - ungerührt von der grausamen Ermordung hilfloser Kleinstkinder - will nicht nur deren medizinische Versorgung verbieten. Er will noch mehr:
Alle Gesetze der Bundesstaaten, die Ärzten und dem Pflegepersonal das Recht zugestehen, aus Gewissensgründen eine Abtreibung oder die Teilnahme an einer Abtreibung zu verweigern, sollen wieder aufgehoben werden. Und den "Kriseninterventionszentren", die schwangere Frauen materiell unterstützen, damit sie ihr Kind austragen können, soll jede öffentliche finanzielle Unterstützung entzogen werden.
Mit anderen Worten, Obama will alle Gesetze, die auf Initiative von Lebensrechtsorganisationen unter Präsident Bush erkämpft worden waren, wieder aufheben.
Wer ist Hussein B. Obama?
In seinem Buch "Barack Obama - Wie ein US-Präsident gemacht wird" weist der Geheimdienstexperte und Historiker Webster Griffin Tarpley nach, dass Obama von der "Trilateralen Kommission", den Bilderbergern, dem Skull & Bones-Orden u.a. geführt wird.
Scharf urteilt auch der frühere Erzbischof von Denver und heutige Kurienkardinal J.F. Stafford über Obama, den er in einem Vortrag an der Kath. Universität von Amerika als "aggressiv, spaltend und apokalyptisch" kritisierte. Die Zukunft unter ihm werde "der Agonie JESU im Garten Getsemane gleichen".

Kirche und Lebensschutz in Österreich

 

Die Vorgeschichte


Kindesabtreibung hat es immer gegeben, aber noch nie so zahlreich, professionell und profitabel wie in den letzten 35 Jahren. Was sind einige der Ursachen dafür ?
· Die alleingelassene Frau: wahrscheinlich über die Jahrhunderte gesehen das Hauptmotiv: Der Vater des Kindes „seilt sich ab“, hängt der Mutter des gemeinsamen Kindes „das Kind an“, er (oder die Umgebung des Vaters / der Mutter) drängt auf die Abtreibung, schleift sie manchmal sogar zum Abtreibungsarzt (Engelmacher). Gerade dann, wenn die Frau am nötigsten Schutz und Unterstützung braucht, ist sie allein mit ihrem Kind, fühlt sich überfordert und beugt sich oft dem großen Druck auf sie, ihr eigenes Kind zu töten oder töten zu lassen.
· Die uneheliche Mutter: Früher hatte die Mutter nur die Wahl zwischen der Qual der Abtreibung und der Schande des unehelichen Kindes. Wenn sie sich für ihre Mutterschaft und für ihr Kind entschieden hat, wurden sie und ihr Kind oft gesellschaftlich und auch kirchlich (!) diskriminiert. Heute ist das zwar anders, aber da ist sehr viel Unrecht passiert, das noch in keiner Weise aufgearbeitet wurde.
· Der verantwortungslose Vater: Anstatt Mutter und Kind zu schützen, konnte er sich immer aus dem Staub machen (erst seit einigen Jahren kann die Vaterschaft eindeutig nachgewiesen werden). Und selbst die 450 € für die Abtreibung sind für ihn ein „gutes Geschäft“, da viel billiger als jahrelang Alimente zu zahlen. Diese Haltung der Männer wurde gesellschaftlich, teilweise auch kirchlich, immer gebilligt. Weder in der Gesetzgebung vor 1975 noch danach (Fristenregelung) gab es eine Mitverantwortung des Kindesvaters, es ging immer nur um die Mutter, hinter der sich alle verstecken, und um den Arzt. Ist es da verwunderlich, wenn Frauen die gleiche Freiheit fordern wie sie Männer haben?
· Der geschäftemachende Arzt: Oft der erste, der der Frau die erfreuliche oder unerfreuliche Nachricht ihrer Schwangerschaft bestätigt. Da Abtreibung seit den 70er Jahren zunehmend zu einem „Bombengeschäft“ wurde, entledigte sich die Ärzteschaft des „Hippokratischen Eides“ und seitdem hat ein Großteil der in gynäkologischen Abteilungen tätigen Ärzte und Mitarbeiter bereits an Kindesabtreibungen mitgewirkt.
· Der unaufrichtige Priester: Auch das darf nicht verschwiegen werden. Immer öfter hört und liest man über Freundinnen und Kinder von Priestern, für deren Versorgung es eigene diözesane Fonds geben soll. Vieles deutet darauf hin, dass es nach Pädophilie und Homosexualität auch beim Thema Kindesabtreibung in der Amtskirche selbst Mißstände gibt.
· Das Versagen der Amtskirche: Sie hielt und hält immer noch zu den Männern und schaut großteils weg. Ihr Auftreten ist meist kraftlos und doppelbödig. Nicht einmal Mahn- oder Grabstätten auf den Friedhöfen gibt es für die namenlosen, ungetauften, getöteten Kinder, die statt dessen als Sondermüll entsorgt werden oder als menschlicher Rohstoff dienen. Bei der Kindesabtreibung ist die Amtskirche Teil der Schweigemauer der Gesellschaft geworden.
Viele Frauen machen es also heute nur den Männern nach - und die Männer verstecken sich hinter der angeblich „freien Alleinentscheidung“ der Frau. Solange Väter nicht bereit sind oder rechtlich gezwungen werden, ihren Teil der Verantwortung für ihre ungeborenen Kinder und schwangeren Partnerinnen zu übernehmen, wird sich die Todesspirale immer weiter drehen. Die Männer sind also am Zug, auch die Männer in der Kirche: „Umdenken oder mit untergehen“!


Die Kirche


Als christliche Politiker vor 35 Jahren bei uns noch bereit waren, sich für den Lebensschutz einzusetzen, haben Kardinal und Bischöfe sie eingebremst. Heute gibt es u.a. deshalb kaum mehr politische Initiativen, weil „uns sonst die Bischöfe wieder in den Rücken fallen“ und „wir nicht bischöflicher sein wollen als die Bischofskonferenz“. Allein diese mehrmals gehörten Zitate zeigen die Realität und das tiefe Misstrauen zwischen Politik und Kirche. Weitere Beobachtungen:
· Angepasste Bischöfe äußern sich meist politisch korrekt zu tagespolitischen Themen, anstatt die Lehre der Kirche zu verkünden und ihrer Seel(en)sorge nachzukommen. Für ihr angepasstes Verhalten werden sie mit Orden der Republik ausgezeichnet. Er sei kein „Abtreibungsschnüffler“, bekannte vor einem Jahr Bischof Kapellari bei einer Diskussion ganz offen.
· Aktion Leben Österreich: Fast alle Bischöfe (Ausnahme Weihbischof Laun) arbeiten politisch korrekt mit ihr zusammen. Obwohl sich diese seit 20 Jahren komplett gewandelt hat, das Gesetz der Fristentötung unterstützt und „ergebnisoffen“ berät wie Donum Vitae in Deutschland.
· Nicht „Hüter“ ihrer ungeborenen Geschwister: Die meisten Hirten sind in ihrer Argumentation in den 70er Jahren stecken geblieben (weder helfen noch strafen) und die Kindestötungen haben für sie nur geringe Priorität (siehe Predigten, Pfarrnachrichten).
· Aktive Lebensschützer stören den „faulen Frieden“ zwischen Kirche und Politik. Wer heute öffentlich für „Evangelium Vitae“ und für die Position des Hl. Vaters eintritt, muss damit rechnen, dass aus Kirchenkreisen besonders heftig gegen ihn intrigiert wird.
· Kirchensteuer vor Lebensschutz: Das „Evangelium des Lebens“, das Abtreibung als schreckliches Verbrechen bezeichnet und die daran Beteiligten exkommuniziert, wird bei uns totgeschwiegen – aus fehlender Seelsorge und feiger Sorge um den Kirchenbeitrag.
· Erschreckende Parallelen zwischen ungeborenen Kindern und Juden: In beiden Fällen eine jahrtausendelange Entwicklung, die plötzlich dramatisch eskaliert ist - Lücken in der Glaubenslehre, Feigheit, strukturelle Unaufrichtigkeit und fehlender Beistand.
Indem unsere Amtskirche in den letzten Jahrzehnten „Abtreibungsstaat“ und Tötungsgesetze verteidigte, ist sie immer unglaubwürdiger geworden. Der Lebensschutz Ungeborener ist nur ein Beispiel von mehreren, wo Worte und Taten nicht zusammenpassen, sicher das brennendste.
Von allen gesellschaftlichen Gruppen hat sich niemand so weit von den eigenen Regeln (Evangelium) entfernt wie jene Katholiken, die so tun, als ginge sie die Tötung dieser Kinder nichts an oder die doppelbödig Abtreibungsbefürwortern und -gegnern Recht geben. Die Ortskirche muss daher zu allererst „vor ihrer eigenen Tür kehren“, sich fragen, warum sie Jesus in den Ungeborenen verleugnet hat und deutliche Beweise einer radikalen Umkehr setzen. Die US-Kirche könnte dabei als Vorbild dienen, auch Unterstützung aus Rom wird sie dringend brauchen.


Resumé


Fachleute gehen davon aus, dass in Österreich bereits jede 3. Frau ein Kind abgetrieben hat. Es ist wie im Krieg, praktisch jede Familie ist betroffen. Was sich da über die Jahre an Trauer, Schmerz und an berechtigter Wut angesammelt hat, ist unvorstellbar. Viele Männer, auch Priester, haben davor große Angst und weder Politik noch Kirche trauen sich da heute mehr drüber.
Daher gibt es bei uns, einem der reichsten Länder der Welt, keine größere Not, als die der ungeborenen Kinder und der bedrängten Mütter. Insbesondere Katholiken und Männer sollten endlich ihr Gewissen erforschen, warum so viele so lange zu den Kindestötungen geschwiegen oder sogar mitgemacht haben und sich dann an einer breiten und nachhaltigen Wiedergutmachung beteiligen gegenüber den Müttern und den getöteten Kindern.
Man sollte aber auch sehen, dass gerade Lebensschützer - als Widerstandskämpfer in Kirche und Gesellschaft gegen die grassierende „Kultur des Todes“ - in den letzten Jahren bei uns viel erreicht haben, weil das Thema Abtreibung nicht mehr zur Ruhe kommt. Gerade für junge Menschen gibt es kaum etwas Großartigeres, als sich in den Dienst des Lebensschutzes zu stellen. Wie sagte schon der Talmud: „Wer ein Kind rettet, der rettet die Welt“! Wohlan, ans Werk!

DI. Andreas Kirchmair, 4.2.2009
(verheiratet, Vater von 4 Kindern und selbständiger Unternehmensberater, div. ehrenamtliche kirchl. Funktionen)

Katholische Positionen dürfen nicht mehr unterrichtet werden

Bereits in Herbst 2008 erhielten österreichische Schulen eine Anweisung des Bildungsminsteriums, dass Informationen von "Human Life International" (HLI) nicht der "Pluralität der Wertvorstellung" entsprechen und daher im Unterricht verboten sind. Auch im Religionsunterricht.
Hintergrund: HLI, in Österreich geleitet von Dietmar Fischer (1020 Wien, Taborstr.11 a / 6), ist eine Organisation von gläubigen Katholiken (zum Großteil Jugendliche), die sich hauptsächlich um Schwangere bemühen, die gerade vor der Entscheidung stehen, ihr ungeborenes Kind abzutreiben oder auf die Welt zu bringen. So wurden in Österreich schon mehr als 11.000 Kinder gerettet! In Kirchenzeitungen werden Sie davon freilich kaum je etwas lesen.
Diese Idealisten von HLI gehen auch in die Schulen, u.a. um die Jugendlichen über die wahre Lehre der Kirche zur Sexualität bzw. Verhütung aufzuklären. Und genau dies will jetzt das Bildungsministerium unterbinden, pikanterweise mit dem Hinweis auf mangelnde Pluralität! Diese "Pluralität" ist also, dass alles unterrichtet werden darf, nur nicht die Lehre der Kirche.
Man könnte meinen, die Bischöfe würden ob so einer staatlichen Anordnung lauthals protestieren - Fehlanzeige!


Schwerpunktthema: Linzer Kirchenzeitung

die endlose Geschichte

Man sollte meinen, eine Kirchenzeitung wäre dazu da, die Lehre der Kirche zu verkünden und zu verteidigen und den Glauben der Katholiken zu stärken. Wie weit haben wir uns heute von diesen "normalen" Zielen entfernt! Man muss auch sagen, dass es sich hier nicht um ein reines Linzer Problem handelt. In den meisten anderen deutschsprachigen Diözesen ist die Situation kaum besser.
Woche für Woche darf und kann die Linzer Kirchenzeitung unter den Augen der Kirchenleitung und auf Kosten der Katholiken ihre eigenen "Lehren" und Weisheiten verbreiten - die leider mit den ursprünglichen Zielen nur mehr sehr wenig zu tun haben. Das Verschweigen der wahren Lehre ist dabei noch das vergleichsweise geringere Übel. Das ganze Spiel geht in der Diözese Linz bereits seit Jahrzehnten. Pikant ist dabei der Slogan der LKZ, ein "runder Tisch" sein zu wollen. Damit will man natürlich den kirchen- und rom-kritischen Meinungen ein scheinbar legitimes Forum verschaffen. Man will Wahrheit und Irrtum, Glaube und Unglaube, Lehre und Irrlehre sozusagen gleichberechtigt nebeneinander stellen.
In der Praxis ist dieser "runde Tisch" freilich nur sehr einseitig besetzt. Denn wenn jemand z.B. die Kirche oder ihre Lehre verteidigen will, hat er in der LKZ kaum Chancen auf Veröffentlichung. Umsomehr dafür Leserbriefe, die ganz offen die Kirche, den Papst, die Lehre der Kirche oder einzelne Bischöfe persönlich angreifen - ganz abgesehen von den redaktionellen Beiträgen in der LKZ.
Wir bringen diesmal wieder ein paar Beispiele. Zunächst ein Leserbrief vom 30.10.2008, der wie zu erwarten, nicht veröffentlicht wurde.

Leserbrief: „Innerkirchliche Reform- und Dialogverweigerung“

Herr Baumgartner schreibt in seinem Kommentar auf Seite 2 (LKZ vom 30.10.2008) von einer „innerkirchlichen Reform- und Dialogverweigerung“ – ohne dafür auch nur ein einziges Beispiel zu nennen. Ganz so, als ob es sich dabei um die größte Selbstverständlichkeit der Welt handeln würde.
Ich weiß nicht, was der Bischof von solchen Anschuldigungen gegen die Kirche hält. Aber es klingt schon sehr eigenartig, wenn Redakteure in einer Kirchenzeitung immer wieder gegen ihren eigenen Arbeitgeber schwere Anschuldigungen erheben, ohne sich überhaupt die Mühe zu machen, diese zu begründen.
Man muss sich fragen, ob für solche Redakteure wirklich eine Kirchenzeitung der richtige Arbeitsplatz ist. Es gibt wohl keine einzige weltliche Institution, Firma oder Verein, wo so etwas möglich wäre!
Herbert Lindner, Gunskirchen

"Kein ganz gewöhnliches Paar"

Am 16.1.2008 ging folgender Brief, einen Artikel in der LKZ betreffend, an Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz:

Exzellenz, sehr geehrter Herr Bischof Schwarz,
sinnigerweise zum Anlass der „Weltgebetswoche um die Einheit der Christen“ befindet sich in der neuen Ausgabe (15.1.2009) Ihrer Kirchenzeitung über zwei Seiten ein überaus wohlwollender Artikel um ein „nicht ganz gewöhnliches Paar“: Er ist katholisch, sie evangelisch. Heiraten kann das „neue“ Paar aber nicht, bedauert die LKZ. Denn der Mann hat seine eigene Frau nach 30 Jahren Ehe - vor mehr als 10 Jahren - verlassen, als sie krank wurde.
Alles in allem eine ganz rührende Geschichte der Kirchenzeitung. Kein Wort davon, dass Christus oder die Kirche ein solches „Verhältnis“ etwa als eine schwere Sünde sehen könnten. So nebenbei werden noch erwähnt: Er wurde als Geschiedener in den Pfarrgemeinderat gewählt und beide gehen zur Kommunion. Und natürlich: „die beiden versuchen, dem gerecht zu werden, was Gott jetzt von ihnen erwartet“.
Exzellenz, ist das die „Verkündigung“ der katholischen Kirche zum Thema Ehe? Die Gläubigen lesen die LKZ logischerweise als Organ des Bischofs. Können Sie das verantworten, was Woche für Woche den Katholiken der Diözese Linz als „Lehre der Kirche“ serviert wird? Wie lange noch wird diese Redaktion in der LKZ ihre „Weisheiten“ verbreiten dürfen?
Gottes Segen für Ihr sicherlich nicht leichtes Amt wünscht Ihnen Herbert Lindner

 

Der Linzer Weg: „... zunächst irritiert ... das Gespräch gesucht ... Es ist halt diesmal so geworden "

Seit dem Konzil hat man sich in den liberalen Kirchenkreisen eine erfolgreiche Taktik angeeignet, wie man mit "Konflikten" umgeht: Wenn ein Katholik kommt, und sich über einen Mißstand in der Kirche beschwert, "sucht man das persönliche Gespräch" oder führt einen endlosen Schriftwechsel. Der "Erfolg" dieser Taktik ist offensichtlich: Man braucht die Mißstände nicht abzustellen, denn sie wurden ja besprochen. Vielleicht bekommt der Gläubige sogar noch die Zusage, dass man in Zukunft besser aufpassen wird. Das ganze kann man dann locker über Jahrzehnte so praktizieren, bis der lästige Katholik endlich aufgibt und das Handtuch wirft - im schlimmsten Fall wartet man halt, bis er tot ist. Die beliebtere der beiden Varianten ist dabei das "Gespräch", denn dann gibt es nicht einmal etwas Schriftliches über den Vorfall.
Als Antwort auf den Brief an Bischof Schwarz kam vom Herausgeber der LKZ, Kanonikus KSR Willi Vieböck folgendes, offenbar nicht ganz ernst gemeintes, aber aufschlussreiches Schreiben, datiert mit 27.1.2008:

Sehr geehrter Herr Lindner,
der Diözesanbischof hat mich gebeten, als Herausgeber der Kirchenzeitung Ihren Brief an ihn zu beantworten.
Zunächst erlaube ich mir festzuhalten, dass Sie nun offensichtlich durch längere Zeit keinen Grund für Beschwerden gesehen haben. Ich hoffe, Sie haben Gewinn gezogen aus vielen Beiträgen. Nun zum konkreten Anlass. Ich gestehe, dass ich selber auch zunächst irritiert war, wie ich diesen Beitrag gesehen habe; ich habe umgehend das Gespräch mit Herrn Fellinger gesucht. Herr xx*) war schon vorher als ökumenisch Engagierter in der Redaktion bekannt. Seine persönlichen Lebensumstände kamen erst beim Interview an den Tag. Jetzt zu sagen: "Da können wir nichts schreiben in der Kirchenzeitung" wäre wohl nicht angemessen gewesen. Eine Benotung der Lebensumstände sicher auch unpassend. Es ist halt diesmal so geworden, und es wird nicht das einzige Paar in einer solchen Situation sein. Der Schwerpunkt des Beitrages liegt in der Ökumene. Und wenn wir nur über die schreiben dürften, die in jeder Hinsicht vollkommen sind, könnten wir nicht mehr viel schreiben (dann hätte übrigens auch Franz Jägerstätter nicht seliggesprochen werden dürfen, denn auch in seinem Leben war nicht alles von A bis Z vorbildlich).
Mit freundlichen Grüßen
Willi Vieböck Herausgeber der Kirchenzeitung
xx*) hier steht der Name des beschriebenen Ehemannes

Die Antwort vom 30.1.2009:

Hochw. Herrn
Kanonikus KsR. Willi Vieböck
Herausgeber der Linzer Kirchenzeitung
Kapuzinerstraße 84
4021 Linz
Ihr Schreiben vom 27.1.2009 im Auftrag von
Diözesanbischof Schwarz

Hochwürden,
vielen Dank für Ihren Brief. Ich muss gleich etwas klarstellen: Es stimmt, dass ich in letzter Zeit kaum mehr Briefe schreibe. Allerdings nicht, wie Sie vermuten, weil es keinen Grund mehr für Beschwerden gibt. An der kirchen-, glaubens- und rom-kritischen Haltung der LKZ hat sich, wie Sie selbst wissen, nichts geändert (Beispiele sind dutzendweise vorhanden). Vielmehr habe aber auch ich eingesehen, dass ein Briefwechsel in dieser Sache eigentlich verlorene Zeit ist, denn es verändert sich dadurch gar nichts (gerade bezüglich LKZ habe ich schon u.a. mit Ihrem Vorgänger, dem hochw. Prälat Wiener, dutzende Briefe gewechselt - wie man sieht ohne Erfolg)! Ich habe schlicht keine Lust mehr, von den Redakteuren der LKZ zum Narren gehalten zu werden. Und wie mir geht es nicht wenigen normalen Katholiken in der Diözese Linz - die allermeisten haben längst kapituliert und aufgehört, Briefe zu schreiben.
Dass die Probleme mit der LKZ beileibe nicht neu sind, sondern bereits seit Jahrzehnten andauern, belegt ein Brief von Bischof Zauner vom 21.4.1970(!). Zitat: '...Ich kann Ihre Zeilen in jeder Hinsicht unterschreiben. Da beim Kirchenblatt die bischöfliche Autorität nur sehr wenig zu sagen hat, sind Leserbriefe, die in diesem Sinne einwirken, von besonderem Wert ...'. (ob der angesprochene Leserbrief damals abgedruckt wurde, weiß ich nicht). Heute unterdrückt man halt einfach die paar wenigen Leserbriefe, die den Redakteuren der LKZ unangenehm sind (offenbar weil zu katholisch). Heute sieht man ganz klar, wie wenig zielführend der damalige Rat von Bischof Zauner war. Denn der Bischof ist zweifellos auch für die kirchlichen Publikationen in seiner Diözese verantwortlich! Und eine Verbesserung der Situation bei der LKZ ist meines Erachtens nur durch sozialverträgliche personelle Maßnahmen möglich. Auch beim Glauben gilt: Weitergeben kann man nur das, was man selbst hat!
Mit freundlichen Grüßen
Herbert Lindner
PS: Zur Sache selbst: Es überrascht mich nicht, was Sie zu diesem Thema denken.

Zwei Zeitdokumente

Es gibt sicherlich hunderte Briefe - nicht nur vom Verein Heimatmission, die zum Thema Linzer Kirchenzeitung schon geschrieben wurden. Um zu dokumentieren, wie lange dieses Problem schon besteht, bringen wir hier zwei ältere Beispiele aus dem Archiv von Dr. Felix Bentz:

Brief von Diözesanbischof Franz Zauner vom 21.4.1070(!)
Sehr geehrter Herr Doktor!
Darf ich den Empfang des Schreibens vom 19. April d.J. an die Reaktion des Linzer Kirchenblattes bestätigen. Ich danke zugleich für das Interesse, das in diesem Schreiben zum Ausdruck gebracht wird.
Ich kann Ihre Zeilen in jeder Hinsicht unterschreiben. Da beim Kirchenblatt die bischöfliche Autorität nur sehr wenig zu sagen hat, sind Leserbriefe, die in diesem Sinne einwirken, von besonderem Wert. Hier ist es wohl auch notwendig, dass unsere Laien, die in diesem Sinne denken, trachten, auch organisatorisch und gemeinschaftlich zu Wort kommen. So hat jüngst ein Kreis von Lehrern - 70 Personen - ähnliche Gedanken dem Kirchenblattgeschrieben. Es müssten sich auch Gruppen des Apo-stolates zusammenscharen und im positiven Sinne Stellung nehmen. Wenn sich die Autorität selbst verteidigen muss, ist heute die Aussicht auf Erfolg sehr gering.
Indem ich für Ihre Bemühungen danke verbleibe ich Ihr ergebener
+ Franz Sel. Zauner, Bischof von Linz

Ein weiterer Brief ist - 15 Jahre später - von Dr. Felix Bentz an Bischof Maximilian Aichern (dem Nachfolger von Bischof Zauner) gerichtet:

Brief an Diözesanbischof Maximilian Aichern vom 15.8.1985
Maria Himmelfahrt 1985
Hochwürdigster Herr Bischof!
Am Freitag vor Pfingsten überlegten 300 Menschen, darunter Priester, Ärzte, Lehrer die Zeichen der Zeit. Ich sende Ihnen das Referat, das ich bei dieser Gelegenheit halten durfte. Ich sende Ihnen diese Zeilen und vertraue gleich vielen anderen im Grunde darauf, dass Liebe und Gehorsam dem Papst gegenüber Ihre Grundeinstellung sind.
Sie werden in diesem Referat einen heftigen Angriff gegen die Kirchenzeitung finden. Sie sind mit Sicherheit informiert, in welchem Umfang die LKZ gegen die Intentionen des Papstes Stellung bezieht, gegen Disziplin, Moral und auch Lehre der Kirche. Einzelheiten sind überflüssig. Lieber Herr Bischof! Mit soviel Hoffnung sind Sie von vielen in der Diözese empfangen worden. Sie sollten Klarheit darüber haben, dass nunmehr ein Punkt erreicht ist, an dem Ihre Autorität zerbricht, weil Sie mit zu wenig Entschlossenheit und zu wenig öffentlich für die Autorität Roms, des Papstes, eintreten. Die große Mehrzahl der Priester steht noch immer treu zum Papst und lehnt die LKZ z.T. heftig ab. Eine gewisse Gruppe übt in der Diözese Macht anstelle des Bischofs aus und erstrebt eine Bewusstseinsänderung im Sinne des holländischen antirömischen Linksliberalismus. Ein guter Priester sagte mir kürzlich, er müsse seine Pfarre in Ordnung halten, dasselbe gelte für den Bischof und seine Diözese. Das mindeste ist aber doch, dass das katholische Volk klar und deutlich das Wort des Bischofs vernimmt, wenn Rom im Rahmen einer Kirchenzeitung oder sonst im Rahmen der Diözese öffentlich angegriffen wird.
Hwst. Herr Bischof! Diese Pflicht eines Bischofs ist sicherlich auch nicht durch die notwendige Geduld zu entkräften. Die LKZ kann auch nie und nimmer ein "Diskussionsforum" im pluralistischen Sinne sein, als ob Wahrheit und Irrtum, Treue gegenüber dem Papst und der katholischen Tradition und Untreue gleichberechtigt wären - solches ist eindeutig gegen das Vaticanum II, gegen alle Konzile!
Das einfache Volk sieht immer noch in der LKZ das Blatt des Bischofs und weiß nicht, dass es dies nicht mehr ist, dass der Bischof hier seine Autorität kaum oder nicht mehr ausübt. Hwst. Herr Bischof! Wenn Sie weder Ihre Autorität im notwendigen Umfang ausüben, noch dafür sorgen, dass das Volk bezüglich der LKZ klar die Wahrheit erfährt, noch die durch die LKZ öffentlich angegriffenen Positionen der Kirche, des Papstes diese ebenso öffentlich verteidigen, lassen Sie entgegen Ihrer schweren Hirtenpflicht zu, dass das katholische Volk teilweise getäuscht und allmählich vergiftet wird, untergraben Sie mit der Autorität des Papstes mindesten ebenso Ihre eigene. Ich habe nicht zu richten, denn meine eigenen Schwächen sind groß genug und ein Bischof hat es heute sicher besonders schwer. Ich denke aber an das kürzlich vom Hl. Vater an die bayr. Bischöfe beim Adlimina-Besuch gesprochene Wort, dass der Kirche kollektive Verantwortung fremd gewesen sei, vielmehr sei die Verantwortung bei der Person gelegen. Ich erinnere mich auch an ein Wort Pius XII.: "An der Sicherheit der apostolischen Führung darf kein Zweifel entstehen".
Weil dieses Ärgernis so lange andauert und so viele Priester und Laien so schwer bedrückt, weil schon soviel Schaden entstanden ist, sende ich diesen Brief in Durchschrift auch an die apost. Nuntiatur in Wien. Ich will niemanden kränken. Möge unsere Liebe Frau Ihnen und uns allen helfen.
In Christo! Ihr F. Bentz

Kirchenzeitung - ein Organ des Bischofs!

In Holland - einst hochgejubelt von der LKZ - hat sich die katholische Kirche inzwischen praktisch aufgelöst. Auch in der Diözese Linz ist alles so eingetreten, wie es schon vor Jahrzehnten voraussehbar war.
Seit dem Konzil ist kein Bischof mehr in der Lage, seine Diözese gemäß seiner Verpflichtung zu leiten. Dies liegt sicherlich nicht zuletzt an den Strukturen, Gremien, Konferenzen, Räten usw., die seit "dem" Konzil die Kirche überwuchern. Wenn der Bischof seiner Wächterfunktion nicht gerecht wird (oder: werden kann), dann ziehen sich irgendwann eben die gläubigen Laien aus Frust zurück, die "liberalen Kräfte" haben freie Bahn und können schalten und walten wie sie wollen. Und genau da stehen wir in der Diözese Linz heute!
Selbstverständlich sehen die Gläubigen in der Kirchenzeitung ein Organ des Bischofs, egal wer im Impressum als Herausgeber angeführt ist. Und auch Pfarrer sagen zurecht, wenn man sie darauf anspricht, wie sie es verantworten können, die LKZ in ihrer Kirche aufzulegen, "der Bischof will es so, sonst würde er es nicht zulassen". Diese Verantwortung kann dem Bischof tatsächlich niemand abnehmen!

Vermischtes

 

Die vier Formen der Liturgie


Offiziell spricht man heute in der Kirche von zwei Formen der Liturge, in der Praxis gibt es aber deren vier:
1. Die außerordentliche Form, wie sie seit der Frühkirche über Gregor den Großen, Cluny und das Konzil von Trient bis zu Johannes XXIII. überliefert und gewachsen ist. Man nennt sie besser die "überlieferte Liturgie".
2. Die ordentliche Form Pauls VI. wurde von einer Kommission einige Jahre nach dem 2. vatikanischen Konzil "gemacht". Mit den Vorgaben des Konzils hat diese Form der Liturgie kaum etwas zu tun. Sie wir aber oft bewusst irreführend als "Messe des Konzils" bezeichnet und ist eher selten zu finden, am ehesten wochentags.
3. Die unordentliche Form ist heute - gerade am Sonntag - wohl die am meisten verbreitete. Sie wird nach dem Gutdünken des Priesters oder der mündigen Laien "gestaltet". Gehalten wird sie in Landessprache oder im Dialekt, mit Laien im Chorraum, Mehrfachpredigten, kommentierender Geschwätzigkeit des Zelebranten, unnötigen Kommunionhelfern uvam.
4. Die außerodentlich unordentliche Form ist - zum Glück - nicht ganz so verbreitet wie die unordentliche Form. Hier werden die Lesungen durch Zeitungsartikel oder den "kleinen Prinzen" ersetzt oder ganz weggelassen; Laien predigen; statt den Meßtexten werden selbstgebastelte Gebete verwendet, zur Interkommunion eigeladen uvam.
(angelehnt an ein Referat von Gabriel Steinschulte auf der Jahrestagung der SINFONIA SACRA 2008).

 

Presseerklärung zu den Angriffen auf den Papst


Solidarität mit Papst Benedikt XVI.
Die Kampagne gegen Papst Benedikt XVI. sprengt inzwischen alle nachvollziehbaren Proportionen. Die unverantwortlichen Äußerungen eines Weihbischofs der Priesterbruderschaft St. Pius X. vom November des vorigen Jahres sind offensichtlich nur ein willkommener Anlaß zu einer wirklich schamlosen Hetze.
Was hat der Papst verbrochen? Er hat der inständigen Bitte von vier Bischöfen der Piusbruderschaft stattgegeben und die Exkommunikation aufgehoben, die sie sich vor 20 Jahren durch den Empfang unerlaubter Bischofsweihen zugezogen hatten. Das Gleiche hatte er ohne jedes Medienecho zuvor getan, als er den Kirchenbann gegen die meisten chinesischen Bischöfe der sog. „patriotischen Vereinigung“ aufhob, die aus demselben Grund exkommuniziert waren. Der Papst verdiente nicht die Anrede „Vater“, wenn er die Aufhebung der Exkommunikation abhängig machen würde von Sympathie, von politischen Erwägungen oder dem politischen Wohlverhalten des Betroffenen, der übrigens ja inzwischen von seiner Bruderschaft gemaßregelt wurde. Was bedeutet die Aufhebung der Exkommunikation? Sie bedeutet nur, daß der Betroffene wieder in der Beichte die Lossprechung erhalten und daß er die heilige Kommunion wieder empfangen darf, außerdem muß er nicht ohne die Tröstung durch die Sakramente der Kirche sterben. Das ist alles. Wir, die Unterzeichner, erklären in dieser Stunde unsere Solidarität mit dem Heiligen Vater und unsere Enttäuschung über die teils redselige, teils schweigende Entsolidarisierung vieler unserer Glaubensbrüder angesichts dieser geballten Medienkampagne, die offensichtlich als konzertierte Aktion vorbereitet und jetzt bei passender Gelegenheit perfekt inszeniert wurde.
Laienvereinigung Pro Missa Tridentina
Una Voce Deutschland
Pro Sancta Ecclesia

 

Wer im Glashaus sitzt ...


Im Zuge der Freigabe der überlieferten Messe durch den Papst vor fast zwei Jahren verfassten gleich mehrere Bischofskonferenzen sogenannte "Richtlinien". Das sind Durchführungsbestimmungen, die ganz offensichtlich darauf ausgerichtet sind, die Feier dieser "alten" Messe möglichst zu erschweren oder gar unmöglich zu machen. Zum Teil widersprechen diese Richtlinien direkt den Vorgaben im "Motu Proprio" des Papstes. Die pikanteste Forderung dabei ist wahrscheinlich jene, dass der Zelebrant und die Messbesucher(!) das 2. Vatikanum akzeptieren müssen! Man stelle sich vor, bei der Kirchentüre steht ein Kommissar, der die Kirchgänger prüft, was sie vom "Konzil" wissen und glauben!
Nun ist es zwar unbestritten, dass es im 2. Vatikanischen Konzil Aussagen gibt, die der 2000 Jahre alten Lehre der Kirche und allen bisherigen Konzilien widersprechen. Aber wenn man darüber nachdenkt, kommt man schnell auf die Frage, was halten eigentlich die Besucher der "neuen" Messe vom "Konzil" (hier sind die Texte des Konzils gemeint, nicht der sogenannte "Geist des Konzils")? Und: was halten die Bischöfe selbst von den Texten des Konzils? Dazu ein Beispiel: In der Konstitution "Gaudium et spes" (51,14) heißt es wörtlich: "Von diesen Prinzipien her ist es den Kindern der Kirche nicht erlaubt, in der Geburtenregelung Wege zu beschreiten, die das Lehramt in Auslegung des göttlichen Gesetzes verwirft."
Wenn dieser Text des Konzils vor dem Besuch der Sonntagsmesse im "ordentlichen" oder "unordentlichen" Ritus" abgeprüft würde, wie viele Katholiken in Österreich oder Deutschland dürften noch in die Kirche gehen? Wie viele Priester dürften noch zelebrieren? Und wieviele Bischöfe? (Ganz zu schweigen von einer Umfrage bei einer Messe im "außerordentlich unordentlichen" Ritus).

2008: 40.000 Kirchenaustritte


Erneut ist die Zahl der Kirchenaustritte in Österreich gestiegen. Diesmal gibt es leider keinen Kirchen-"Skandal", den man als Begründung anführen könnte.
Tatsache ist aber: Würde es die durch den Staat eingetriebene Kirchensteuer nicht geben, würde auch niemand auf die Idee kommen, auzutreten. "Rom" hat schon vor Jahren festgestellt, daß eine staatliche Abmeldung von der Vereinigung der Kirchensteuerzahler nicht automatisch einen Austritt aus der Heiligen katholischen Kirche bewirkt. Aber das will man in unseren Ortskirchen natürlich nicht wahrhaben. Geld ist Geld - und die Oberlaien müssen auch bezahlt werden.


Schon wieder eine "Initiative"


Nachdem es um die "Pfarrer-Initiative" (mit Pfr. Helmut Schuller, P. Udo Fischer, P. Arno Jungreithmaier u.a.) gerade wieder ruhiger geworden ist, gibt es jetzt eine "Laien-Initiative". Die Ziele all dieser Initiativen sind sehr ähnlich: Sie "fordern" Priesterinnen, verheiratete Prie-ster, abgesprungene Priester wieder einzusetzen usw. Gedroht wird den Bischöfen (als ob die da etwas ändern könnten!), wenn sie nicht "gehorchen", mit Sanktionen bis hin zum Kirchensteuerentzug! Eigentlich alles alte Hüte, sattsam bekannt seit dem "Kirchenvolksbegehren". Von den Medien wird so etwas trotzdem immer wieder dankbar aufgenommen (auch von der LKZ).
Neu und interessant sind lediglich die Personen, die hinter dieser "Initiative" stehen: Es sind die altliberalen ÖVP-Senioren Kohl, Busek und Kohlmaier - sie machen sich halt einfach "Sorgen" um "ihre Kirche".


Schwere Verluste der ÖVP


Bei der letzten Nationalratswahl hat die ÖVP bei den regelmäßigen Kirchgängern laut Fessel-GfK schwere Verluste hinnehmen müssen. Sie lag bei nur mehr 50%. Bei der Wahl 2006 waren es 57%, 2002 noch 69%! Das ist ein Verlust von 19% in nur 6 Jahren. Es hat den Anschein, dass die Katholiken doch langsam wach werden und begreifen, dass die ÖVP nicht mehr "die Partei" der Katholiken ist!


Das Nitsch-Museum in Mistelbach


Das Land Niederösterreich (Landeshauptmann Pröll, ÖVP) hat gemeinsam mit der Gemeinde Mistelbach (Bürgermeister Resch, ÖVP) dem Gotteslästerer und Blut-Orgien-"Künstler" Hermann Nitsch ein Museum gebaut. Das Land hat dazu - natürlich aus Steuergeldern - vier Millionen EURO beigetragen. Dazu kommt eine jährliche Förderung von 200.000 EURO. Nun dürfte es dort aber trotzdem finanzielle Probleme geben, auch wenn man versucht, mit Schülergruppen(!) die Besucherstatistik etwas aufzumöbeln (aber Schüler zahlen wahrscheinlich nicht den vollen Eintrittspreis). Ein weiteres Problem sind - laut Medienberichten - für den ÖVP-Bürgermeister die anstehenden Gemeinderatswahlen 2010. Verständlich, denn wie kann man den Bürgern erklären, dass sie mit ihrem Geld solche Schweinereien finanzieren sollen? Jedenfalls fand man eine geradezu salomonische Lösung: Das Land übernimmt das Museum. Denn die Landtagswahlen sind schon gelaufen, und bis zu den nächsten Wahlen hofft man vielleicht, dass die Menschen sich an das "Nitsch-Museum" gewöhnt haben - und daran, dass ihre Steuergelder dafür ausgegeben werden.


Kaineder predigt


Der Linzer Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz hat bereits im Jahr 2007 darauf hingewiesen, dass es in der Kirche keine Laienpredigt bei der Hl. Messe gibt (DIE WAHRHEIT berichtete). Der Aufruhr unter den Oberlaien war damals groß, jedoch geändert hat sich unseres Wissens in der Praxis wenig.
Offenbar als "Antwort" auf das Verbot predigt der Angestellte der Kirche und Leiter des "Kommunikationsbüros" der Diözese Ferdinand Kaineder demonstrativ in "seiner" Pfarre Kirchschlag. Leider hatte der Bischof (oder seine Berater?) in seiner Anweisung ein kleines Schlupfloch gelassen (wir haben schon damals darauf hingewiesen). Für Kaineder also überhaupt kein Problem: Er braucht seine Predigt nur im Nachhinein als "Glaubenszeugnis" zu bezeichnen - und schon ist alles geritzt. So einfach ist das!
Kaineder zeichnete übrigens verantwortlich für die Skandal-CD, die vor zwei Jahren an die Jugendlichen der Diözese verschickt wurde. Er sitzt offenbar fest im Sattel.


Diözese Linz wirbt für Schamanismus


kath.net Die Diözese Linz wirbt im Veranstaltungskatalog des Referates Spiritualität im Pastoralamt für einen "Heilungsweg des Schamanen". Geworben wird für den "Theologen, Philosophen, Psychologen, Psychiater, Psychotherapeuten und Schamanen August Thalhammer (wenn da nicht für jeden etwas dabei ist!).
Weiters wird in dem "Spriritualität"-Katalog der Diözese für Qigong, Jin Shin Jyutsu, Ur-Ton-Trommeln, Tantra und Reiki geworben.

Die Vision des Heiligen Don Bosco über die Verfolgung der Kirche in der Endzeit

Am 30. Mai 1862 nach dem Abendgebet, berichtete Don Bosco vor seinen Mitarbeitern und Jungen, die in der Kapelle des Oratoriums von Turin versammelt waren, von einer Vision, die ihm kurze Zeit vorher zuteil geworden war (entnommen aus www.br-thomas-apostolat.de): 
Stellt euch vor, wir befinden uns an der Küste des Meeres oder besser noch auf einer einsamen Klippe und sehen kein Land außer dem Boden unter unseren Füßen. Auf dem weiten Meer erkennen wir eine unzählbare Menge von Schiffen, die sich für eine Seeschlacht geordnet haben. Sie verfügen über eiserne Schiffsschnäbel und sind mit Kanonen, Gewehren, sonstige Waffen jeglicher Art, mit Brandsätzen und auch mit Büchern ausgerüstet. Sie nähern sich einem Schiff, das viel größer ist als das ihrige und versuchen, dieses mit ihren spitzigen Schnäbeln zu beschädigen, es anzuzünden und ihm jeden nur möglichen Schaden zuzufügen. Das große Schiff wird von vielen kleinen Booten begleitet, die von ihm Befehle empfangen und das majestätische Schiff gegen die feindliche Flotte verteidigt. Sie haben starken Gegenwind und das aufgewühlte Meer scheint die Angreifer zu begünstigen.
Mitten im weiten Meer stehen im geringen Abstand voneinander zwei mächtige Säulen. Die eine wird von einer Statue der Immaculata gekrönt, zu deren Füßen auf der Tafel die Inschrift steht: "Auxilium christianorum" (Hilfe der Christen), auf der zweiten, viel höher und mächtigeren Säule, sehen wir auf einem Schild die Worte "Salus credentium" (Heil der Gläubigen).
Der Papst als Kommandant des Schiffes erkennt die Wut der Feinde und damit die Gefahr, in der sich seine Getreuen befinden. Er ruft deshalb die Steuermänner der Begleitboote zur Beratung auf sein Schiff. Da der Sturm immer heftiger wird müssen sie auf ihre Boote zurückkehren. Nach Beruhigung der See ruft der Papst die Kommandeure ein zweites mal zu sich. Plötzlich bricht der Sturm von neuem los.
Der Papst steht am Steuer und versucht mit aller Kraft sein Schiff zwischen die beiden Säulen zu lenken, an denen viele Anker und große Haken angebracht sind. die feindlichen Schiffe beginnen nun mit dem Angriff und wollen das päpstliche Schiff versenken. Die einen kämpfen mit Büchern, Schriften und Brandsätzen, mit denen sie angefüllt sind, und die sie an Bord des päpstlichen Schiffes zu werfen versuchen, andere mit Kanonen, Gewehren und Schiffsschnäbeln. Trotz des leidenschaftlichen Kampfes der feindlichen Schiffe und des Einsatzes aller Waffen scheitert der Angriff. Vergebens machen sie neue Versuche. Das päpstliche Schiff durchpflügt frei und sicher das Meer. Manchmal kommt es wohl vor, daß es von fürchterlichen Stößen erschüttert und an seinen Planken schwer angeschlagen wird, aber kaum getroffen, schließt ein sanfter Wind, der von den beiden Säulen ausgeht, sofort jedes Leck.
Auf den Schiffen der Angreifer platzen jetzt die Kanonenrohre, die Schiffsschnäbel zerbrechen, viele Schiffe bersten auseinander und versinken im Meer. Plötzlich jedoch wird der Papst von einer feindlichen Kugel getroffen. Seine Helfer stützen ihn und richten ihn wieder auf, wenig später trifft ihn erneut ein feindliches Geschoß und er sinkt tot zu Boden.
Bei der feindlichen Flotte erhebt sich ein Freuden- und Siegesgeschrei. Die auf dem päpstlichen Schiff versam-melten Kommandeure aber wählen in solcher Eile einen neuen Papst, daß die Nachricht vom Tod des Steuermanns zugleich mit der Nachricht von der Wahl des Nachfolgers bei den Feinden ankommt. Jetzt verlieren diese plötzlich allen Mut; das päpstliche Schiff aber überwindet alle Hin-dernisse und fährt sicher zwischen die beiden Säulen, wo es vor Anker geht. Die Feinde flüchten, rammen sich ge-genseitig und gehen zugrunde.
Viele andere Schiffe, die sich aus Furcht vor der Schlacht zurückgezogen hatten, befinden sich in weiter Ferne und warten in klug beobachtender Stellung, bis die Trümmer aller untergehenden Schiffe in den Wellen des Meeres verschwinden. Dann fassen sie Mut und nehmen auch Kurs auf jene zwei Säulen und machen dort fest. Auf dem Meer tritt jetzt eine große Ruhe ein.
 
Soweit seine Ausführung. Don Bosco fragt nun Don Michael Rua, seinen späteren Nachfolger als Generaloberer der Salesianer:
Was hältst Du davon? Don Rua antwortete: Mir scheint, das Schiff des Papstes ist die Kirche, deren Oberhaupt er ist. Die anderen Schiffe sind die Menschen, das Meer ist die Welt. Jene, die das große Schiff verteidigen, sind die treuen Anhänger des Papstes, die anderen seine Feinde, die mit allen Mitteln die Kirche zu vernichten suchen. Die beiden Säulen bedeuten, wie mir scheint, die Verehrung Mariens und der heiligen Eucharistie.
Don Bosco sagte: Du hast gut geantwortet. Nur ein Ausdruck muß richtiggestellt werden. Die feindlichen Schiffe bedeuten die Verfolgungen. Äußerst schwere Zeiten stehen der Kirche vor. Was bis jetzt geschah, ist fast nichts im Ver-gleich zu dem, was kommen wird. Die Feinde der Kirche werden versinnbildet durch die Schiffe, die das Hauptschiff versenken wollten. Nur zwei Mittel bleiben, um sich in dieser stürmischen Zeit zu retten: die Andacht zur aller-seligsten Jungfrau Maria und der häufige Empfang der heiligen Kommunion. Tun wir unser Bestes, um diese beiden Mittel selbst zu gebrauchen, aber auch zu erreichen, daß sie überall und von allen angewandt werden.

 

 

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