Rundbrief 71 (Juni 2006)
     

 

 

Ehrfurcht und Ehrfurchtslosigkeit

Eine der sieben Gaben des Heiligen Geistes ist die Furcht, das heißt die Ehrfurcht vor Gott und Göttlichem. Wie sehr uns heute der Heilige Geist, der Geist Jesu Christi fehlt, wird an der Ehrfurchtslosigkeit unserer Zeit erschreckend offenkundig.


Die Heiligkeit Gottes


1. Der moderne, aufgeklärte Mensch weiß nichts mehr von der Erhabenheit, Majestät und Heiligkeit Gottes, noch von der Absolutheit der Wahrheit, die ein Name Gottes ist. Für ihn ist Gott allenfalls ein Partner, mehr noch eine Funktion seiner eigenen Wohlstandsbedürfnisse. Gott ist für ihn reine Liebe unter Ausschluß Seiner Gerechtigkeit. Anbetung Gottes, demütige Unterwerfung unter die Pläne Seiner Vorsehung sind ihm fremd. Die Menschenrechte, das freie Gewissen, der grenzenlose Egoismus treten an die Stelle der Gottesrechte. Der heilige Paulus spricht im zweiten Thessalonicherbrief (2, 10) im Zusammenhang mit dem Auftreten des Antichristen davon, die Menschen hätten die Liebe zur Wahrheit, die sie retten sollte, sich nicht zu eigen gemacht. Der Relativismus und die religiöse Gleichgültigkeit sind eine besondere Form der Ehrfurchtslosigkeit unserer Tage. Komm, Heiliger Geist, und erfülle uns mit dem Geist der Ehrfurcht Demjenigen gegenüber, dessen Majestät die Engel loben, die Herrschaften anbeten und die Mächte zitternd verehren!


Die Heilige Eucharistie


2. Wer Gott im allgemeinen die Ihm geschuldete Ehrfurcht nicht entgegenbringt, der erweist sie auch nicht dem eucharistischen Herrn. Sind die jährlich immer wiederkehrenden Narrenmessen nicht ein einzigartiges Ärgernis? Dazu kommt die Verbannung des Tabernakels aus dem Zentrum vom Opferaltar in eine Ecke der Kirche, hinter eine Säule, weil der geheimnisvoll gegenwärtige Gottmensch den “mündigen Christen” stört. Wo aber Gott aus dem Zentrum unserer Heiligtümer entfernt wird, da wird Er auch bald Seinen zentralen Platz im christlichen Leben räumen müssen. Der Empfang des hochheiligen Gutes im Stande der Todsünde ist ein schrecklicher Gottesraub und gereicht dem Menschen nicht zum Segen, sondern zum Gericht (1 Kor. 11, 29).  Ehrfurchtslosigkeit ist die vergiftete Quelle der Handkommunion. Was geschieht mit all den unbeachtet zu Boden fallenden Teilchen oder manchmal ganzen Hostien? Inzwischen kann man im Internet Hostien ersteigern, die in einer Papstmesse des verstorbenen Pontifex in die Hand ausgeteilt worden sind. Komm, Heiliger Geist, und erfülle uns mit tiefer Ehrfurcht der Eucharistie als Opfer, als bleibende Gegenwart und als Kommunionsakrament gegenüber!


Das Wort Gottes


3. Ehrfurchtslosigkeit hat sich des Geistes und des Herzens der Theologen im Umgang mit der Heiligen Schrift bemächtigt. Stellen, die ihnen mißfallen, wie z.B. die Fluchpsalmen, streichen oder fälschen sie; die Wunderberichte im Neuen Testament sind für sie phantasievolle Ausschmückungen eines vielleicht wahren Kerns. Sie zensurieren schlicht und einfach den Heiligen Geist, indem sie bestimmen, was Er gesagt haben darf und was nicht; ein erschütterndes Beispiel dafür ist die Leugnung eines großen Teiles der Wunder im Buch von Kardinal Kasper Jesus, der Christus. Es fällt ihnen auch nicht schwer, Hand an die Wandlungsworte zu legen und lügnerisch zu behaupten, Christus habe im Abendmahlsaal gesagt, Sein Blut werde für alle vergossen. Sie legen also unserem Herrn falsche Aussagen in den Mund. Für sie ist die Heilige Schrift nur Menschenwort, keinesfalls ist der Heilige Geist ihr Haupturheber. Komm, Heiliger Geist, und erfülle diese Theologenschaft und uns selbst mit ehrfurchtsvollem Sinn gegenüber Deinem unveränderlichen und unvergänglichen Wort!

Priester - Salz der Erde


4. “Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz schal wird, womit soll man es salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; man wirft es hinaus, und es wird von den Leuten zertreten” (Matth. 5, 13). Sind die heutigen Priester und Ordensleute von Ehrfurcht ihrem eigenen Beruf gegenüber erfüllt? Tragen sie stolz als Zeugen Jesu Christi die entsprechende Kleidung, verhalten sie sich als Gottgeweihte, sind sie wirklich das Licht der Welt oder werfen sie sich nicht vielmehr selbst weg im Buhlen um das Wohlwollen der Welt und um die Gunst der Jugend, von der sie sich mit dem Vornamen und mit Du anreden lassen? Wo die Selbstachtung fehlt, da geht auch bald die Achtung bei Untergebenen und in der Umgebung verloren. Komm, Heiliger Geist, und erfülle die Gottgeweihten mit Ehrfurcht ihrem Beruf und ihrer Sendung gegenüber!


Unsere Kirchen


5. Unsere Kirchen und Heiligtümer sind längst nicht mehr Stätten der Andacht, der Sammlung und des Gebetes. Im besten Fall sind sie noch Attraktion für schlecht gekleidete Touristen, von denen keiner mehr eine Kniebeuge vor dem wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtigen eucharistischen Gott macht. Dazu kommen die schrecklichen Jugend-“Gottesdienste” mit Disco­Atmosphäre, Coca- Cola und Chips. Komm, Heiliger Geist, und mache aus unseren zu Räuberhöhlen gewordenen Kirchen und Heiligtümern wieder ein Haus des Gebetes!


Sonntag - Tag des Herrn


6. Unsere Vorfahren wußten genau zu unterscheiden zwischen Sonntag und Werktag, weil sie das dritte Gebot Gottes und das entsprechende Gebot der Kirche mit all ihren Folgerungen kannten. Sie ruhten am Tag des Herrn von der Arbeit der Woche, nahmen am öffentlichen Kult der Kirche teil, beteten und bildeten sich im Glauben weiter, verbrachten diesen besonderen Tag im Kreise der Familie und oblagen den Werken der Nächstenliebe. Der säkularisierten Gesellschaft ist diese Unterscheidung vollkommen abhanden gekommen. Und das beginnt bei der Kleidung: Der sonntägliche Anzug und das sonntägliche Kleid sind im besten Fall durch Freizeitkleidung und den Sportaufzug ersetzt, normalerweise aber durch T-Shirt, Blue Jeans und Tennisschuhe. Die Bauern bestellen ihre Felder und bringen ihre Ernte am Werktag wie am Sonntag ein. Die Lastwagen rollen mehr und mehr sieben Tage von sieben Tagen auf den Straßen. Wissen unsere heutigen Katholiken noch, was geschlossene Zeiten sind? So werden die Advent- und Fastenzeit bezeichnet, die erste als Vorbereitung der Geburt, die zweite als Vorbereitung des Leidens und der Auferstehung des Herrn, Vorbereitung in Stille, Gebet und Buße, wo früher jede feierliche Hochzeit und jegliche weltliche Lustbarkeit ausgeschlossen war. Aber lang, lang ist’s her... Komm, Heiliger Geist, und erneuere in uns den Geist für die heiligen Zeiten Gottes, insbesondere für den Sonntag, damit wir diesen wieder begehen als Erinnerungsfest an die Auferstehung Christi in Ruhe, Gebet und Werken der Nächstenliebe und die Weihwasserausteilung am Beginn des feierlichen Gottesdienstes als Erinnerung an unsere Taufe begreifen!


Eltern, Vorgesetzte und Alte 


7. Die Ehrfurcht vor den Eltern ist auf einen unvorstellbaren Tiefpunkt gesunken. Noch vor fünfzig Jahren gab es hierzulande Kinder, die ihre Eltern mit Ihr anredeten; und dies war nicht höfische Verzierung oder Barockgeschnörkel, sondern Ausdruck der Achtung denjenigen gegenüber, die an der Autorität Gottes teilhaben. Heute reden Kinder ihre Eltern nicht nur mit dem Vornamen an, sondern leiten einen Prozeß wegen einer Ohrfeige gegen diejenigen ein, die ihnen das Leben geschenkt haben und somit nach Gott ihre größten Wohltäter auf Erden sind. Gleichermaßen ist die Ehrfurcht vor dem Alter, dem grauen Haar und der christlichen Lebensweisheit verschwunden. Komm, Heiliger Geist, und gieße unserem Herzen den Geist der Ehrfurcht Eltern, Vorgesetzten und dem Alter gegenüber ein!


Kirchliche und weltliche Autorität


8. Nicht besser bestellt ist es mit der Ehrfurcht vor der kirchlichen und weltlichen Autorität. Wir alle wissen, daß die Träger der einen und der anderen nicht immer die würdigsten Männer sind; viele sind heute sogar ausgesprochen verdorben. Und doch müssen wir sie achten, nicht wegen ihrer Würdigkeit, sondern weil sie teilhaben an der Autorität Gottes: Omnis potestas a DeoAlle Gewalt kommt von Gott, sagt der hl. Paulus (Röm. 13,1); und er fährt fort: Wer darum der Gewalt widersteht, widersteht Gott.
Zwei Beispiele lassen uns diese Achtung unwürdigen Autoritätsträgern gegenüber verstehen, das eine aus dem weltlichen, das andere aus dem geistlichen Bereich genommen.
a) Als Gott Saul, den ersten König in Israel, wegen seines Ungehorsams verwarf und im Verborgenen David an seiner Stelle erwählt hatte, da begann Saul eine schreckliche Verfolgungsjagd, um David zu töten. Bei dieser fiel Saul selbst zweimal in die Hände Davids, der ihn hätte leicht unschädlich machen können; doch er verwehrte es sich mit den Worten: “Ich will mich nicht an meinem Herrn vergreifen, denn er ist der Gesalbte des Herrn” (1Kg. 24, 11).
b) Mit dem Tode Jesu ist das Alte Testament aufgehoben, der Neue und Ewige Bund in Seinem Blut gestiftet – das Zerreißen des Vorhangs im Tempel läßt dies sinnfällig erkennen. Also ist das Hohepriestertum erloschen, der Hohepriester als solcher hat keine wahre Autorität mehrnne. Paulus wird nun eines Tages vor den Hohen Rat geschleppt, um sich wegen seiner Tätigkeit als Apostel Jesu Christi zu verantworten. Da er sich zu verteidigen beginnt, läßt ihn der Hohepriester Ananias auf den Mund schlagen. Paulus ist darüber empört und nennt ihn eine übertünchte Wand; doch die Umstehenden verweisen es ihm: “Du schmähst den Hohenpriester Gottes?” Paulus erwidert: “Brüder, ich wußte nicht, daß es der Hohepriester ist. Es steht allerdings geschrieben: Den Vorsteher deines Volkes sollst du nicht schmähen” (Apg 23,5). Komm, Heiliger Geist, erfülle Vorgesetzte und Untergebene mit Deiner Gnade, damit erstere ehrenhaft, würdig und weise ihre Autorität ausüben, letztere in Liebe und Hingabe gehorchen. 


Das menschliche Leben


9. Wer Gott gegenüber die Ehrfurcht mit Füßen tritt, bei dem kann sie auch dem Menschen gegenüber nicht hoch im Kurs stehen. Wer konsekrierte Hostien dem Zertretenwerden preisgibt, der wird auch den Menschen und das menschliche Leben als Wegwerfware ansehen. Was wir schon öfters sagten, wiederholen wir hier: Zwischen Handkommunion auf der einen Seite und Abtreibung und Euthanasie auf der anderen Seite besteht ein enger Zusammenhang: Wer den Schöpfer nicht anbetet, der kann der Schöpfung nicht in Ehrfurcht begegnen; wer Gott mißachtet, verachtet bald auch den Menschen. Komm, Heiliger Geist, und lehre uns die Ehrfurcht vor dem Menschen, der geschaffen ist nach dem Ebenbild Gottes und in der Taufe gar zu seinem Gleichnis wurde!


Der menschliche Leib


10. Schließlich ist die Ehrfurcht vor der Schöpfung als dem Werke Gottes durch Materialismus und Funktionalismus fast ganz verschwunden. Die Erde wird nicht mehr bebaut, gepflegt, kultiviert, sondern ausgebeutet. Künstliche Befruchtung, Genmanipulation, Stammzellenforschung und Klonen sind sündhaftes und verbrecherisches Tun, der Ordnung Gottes vollkommen entgegengesetzt, wo sich der Mensch an die Stelle Gottes setzt; noch mehr die jetzigen Bemühungen von “Wissenschaftlern”, aus Kreuzungen von Mensch und verschiedenen Tierarten Schimären zu züchten.
Auch dem menschlichen Leib gebührt Ehrfurcht, insbesondere wenn er von einer getauften Seele bewohnt ist oder war: Selbst der im Sarg ruhende Leichnam wird in die Kirche getragen, mit Weihwasser besprengt und inzensiert, um anschließend, dem Weizenkorn gleich, in die Erde gesenkt zu werden. Die um sich greifende Kremation ist ein brutales Zerstörungswerk und mit dem christlichen Menschenbild nicht vereinbar; dazu steht sie im Zusammenhang mit der Leugnung der leiblichen Auferstehung.
Die Ehrfurcht drückt sich auch in der Kleidung aus, welche den Leib bedecken und nicht entblößen soll. Schamlose Kleidung wie auch die Einebnung der Unterschiede unter den Geschlechtern sind der Würde und Bescheidenheit der Frau entgegengesetzt. Sie stehen nicht im Einklang mit den Gesinnungen des Schmerzensmannes von Golgotha und Seiner reinsten Mutter, sondern sind eher eine Anleihe bei Emanzentum und Feminismus. Komm, Heiliger Geist, und lehre uns die Ehrfurcht vor Gottes Werk, in dem jedes Geschöpf gut ist und die Gesamtheit der Geschöpfe in ihrer gegenseitigen Harmonie und gesetzmäßigen Zuordnung sehr gut war, aber durch menschliche Ehrfurchtslosigkeit schwer entstellt ist!

Die christliche Kultur ist wesentlich Ehrfurcht in Unter-  und Überordnung, Befehlen um des Wohles der Untergebenen willen, Gehorchen um Gottes willen. Zu dieser Kultur, die Adel, Würde und Schönheit ausstrahlt, muß uns der lebendige Gottesgeist zurückführen. Gott zu erkennen, Ihm in Ehrfurcht zu dienen, ist wesentlich christlicher Lebensvollzug. Darum bezeichnet sich Diejenige, die der Sitz der Weisheit ist, als die Mutter der schönen Liebe und der Gottesfurcht, der Erkenntnis und der heiligen Hoffnung (Eccli 24,24).

Komm Heiliger Geist, Du Geist der Wahrheit, der Liebe und der Ehrfurcht, erneuere die menschlichen Herzen, erneuere das Angesicht der Erde!

INITIUM SAPIENTIAE TIMOR DOMINI –
DER ANFANG ALLER WEISHEIT
IST DIE FURCHT DES HERRN. (Ps.110)
 
von P. Franz Schmidberger
Kapitelüberschriften von der Redaktion eingefügt

Verschiedenes

Mutter Theresa zur Abtreibung

kreuz.net Das sogenannte Recht auf Abtreibung hat Mütter gegen ihre Kinder gestellt und Frauen gegen die Männer. Es hat im Innersten der intimsten menschlichen Beziehung Gewalt und Zwietracht gesät.
Es hat in einer immer mehr vaterlosen Gesellschaft die Abwertung der Rolle des Vaters verschärft. Es stellt das größte aller Geschenke - das Kind - als einen Rivalen, einen Eindringling, als etwas Ungelegenes hin. Es hat Müttern nominell eine ungebundene Herrschaft über das eigenständige Leben ihrer physisch abhängigen Söhne und Töchter zugesprochen.
Indem die Kinderabtreibung diese skrupellose Macht verlieh, exponierte sie viele Frauen ungerechten und selbstsüchtigen Forderungen ihrer Ehegatten oder anderer Sexualpartner.
Menschenrechte werden nicht in erster Linie von Regierungen verliehen. Sie sind das Recht jedes einzelnen Menschen aufgrund seines Menschseins. Das Lebensrecht ist von nichts abhängig und darf nicht als etwas Beschränktes hingestellt werden oder als das Belieben irgendeines anderen - auch nicht der Eltern oder eines Machthabers.

Kirchenaustritte 2005

Alle Jahre wieder... Von gewissen Medien und kirchlichen Vertretern wurde die Jubelbotschaft verkündet: Die Kirchenaustritte sind 2005 zurückgegangen!
Die nackten Zahlen: Im Jahr 2005 sind 44.000 österreichische Katholiken aus der Kirche ausgetreten. Genauer gesagt, sie haben sich bei der weltlichen Behörde von der Vereinigung der Kirchensteuerzahler abgemeldet (der Vatikan hat soeben klargestellt, daß diese Abmeldung keinen Austritt aus der Kirche bedeutet). Nach dem Rekordjahr 2004, damals waren es 52.000 Austritte, ist das tatsächlich ein Rückgang. Was man dabei aber geflissentlich übergeht: Die 44.000 sind noch immer der dritthöchste Stand seit 1945!
Die Kirche sollte sich doch eines immer vor Augen halten: Der Auftrag Christi an Seine Kirche lautete nicht: "Freut euch über weniger Kirchenaustritte, damit ihr möglichst lange viele Oberlaien anstellen und bezahlen könnt", sondern: "Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie ... und lehrt sie alles zu befolgen, was ich euch geboten habe..." (Mt.28,19f). 


Fälscher

Kirchliche Umschau 2/06: Wie fälschen Abtreibungs-Vorkämpfer die Zahlen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen? Zwei von mehreren Beispielen aus Publikationen: "Die Zahl der Frauen, die in Mexiko jährlich an der Abtreibung sterben, liegt bei ungefähr 100.000" (Mexikanisches Institut für Geschlechterkunde, 1989). Die Gesamtzahl der Frauen, die jährlich zwischen dem 15. und 44. Lebensjahr sterben, liegt bei 20.000 (WHO, 1989). 'Mehr als 400.000 Frauen in Brasilien sterben jedes Jahr durch illegale Abtreibung" (Womens Helth & Reproduction Rights, 1991). Die Gesamtzahl der in Brasilien im gebärfähigen Alter verstorbenen Frauen ist 40.000 (Demographisches Jahrbuch der UNO, 1988).

"Wir hätten auf euch gehört!"

kreuz.net "Mein Ehemann und ich haben in unserer Ehe während 25 Jahren Kinderverhütungsmittel verwendet. Wir befolgten den Rat unserer Freunde und Bekannten. Wir sind beide von klein auf katholisch. Nicht ein einziges Mal haben wir in einer Predigt die katholische Lehre über Verhütungsmittel erklärt bekommen. Niemals wurden wir darüber informiert. Erst durch ein paar wenige katholische Familien und durch katholisches Radio haben wir darüber erfahren. Wir sind uns der Verantwortung unserer Taten bewußt und bereuen unsere Entscheidung. Aber, hochwürdigste Priester, warum schweigt ihr zu diesem Thema? Eine Sonntagspredigt hätte für meinen Mann und mich ausgereicht. Wir hätten auf euch gehört! Wo wart ihr? Wo seid ihr jetzt?"
Diese Zeilen sind einem Leserbrief in "The Catholic North-west Progress" entnommen. Aber, Hand aufs Herz: Wann haben Sie das letzte Mal in einer Predigt - oder in einem Hirtenbrief - die Lehre der Kirche zur "Empfängnisregelung" gehört? Oder gar in der Kirchenzeitung gelesen??? 

Holland: Kirchen-Ausverkauf

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (22.11.2005) werden in Holland jährlich 60 Kirchen verkauft und zu Restaurants, Garagen, Hotels oder Supermärkten umgebaut oder abgerissen. Heute dienen schätzungsweise bereits 60 Prozent der Sakralbauten einem anderen Zweck.
Zur Erinnerung: Die Katholische Kiche in Holland wurde vor und nach dem Konzil als fortschrittlichste und zukunftsweisende Kirche in einschlägigen Kreisen gerühmt und geradezu verehrt. Vor gar nicht langer Zeit wurde sie auch in der Linzer Kirchenzeitung noch als positiv und richtungweisend dargestellt - inzwischen ist es da doch ein bißchen ruhiger geworden.

"Der Wahrheit verpflichtet"
Zum 70. Geburtstag von Bischof Krenn

Am 28.6.2006 wird Bischof Krenn 70 Jahre alt. Aus diesem Anlaß erschien eine Festschrift, herausgegeben von Freunden und Schülern des emeritierten Diözesanbischofs. Aus den vielen Beiträgen zitieren wir den erst kürzlich verstorbenen Publizisten DDr. Günter Nenning:
Ich habe Bischof Krenn gern (...) Er ist als Priester und Theologe streng, konservativ, reaktionär - egal, welche Eigenschaftswörter man gebraucht, in den Medien sind daraus inhaltslose Totschlagwörter geworden. Was aber den Menschen Kurt Krenn betrifft, so gilt von ihm das abgewandelte Nestroy-Wort. Er ist mehr Mensch als Bischof. Darauf könnte man sich mit manchen Krenn-Gegnern einigen - mit solchen, von denen gilt: sie sind mehr Mensch als Krenn-Gegner (...) Jetzt, da das ‘Moderne’ in der Kirche seine Zeit gehabt hat - und diese Zeit ist abgelaufen - regt sich niemand mehr so schrecklich auf über die ‘altmodischen’ Ansichten des neuen Papstes - keine Proteste, Manifeste, Demonstrationen. Jetzt, da der alte Krenn recht bekommen hat, jetzt ist seine alte Theologie die neue, die richtige ... Aber ich denke lieber auch an die Fehler, die er gemacht hat. Es ist kein leichtes Leben, dem er jetzt ausgesetzt ist. Desto herzlicher die Wünsche seines Günther Nenning.“ (Seite 27f.)
Der Wahrheit verpflichtet Festschrift für em. Diözesan-bischof Prof. Dr. Kurt Krenn zum 70. Geburtstag,
Josef Spindelböck (Hg.), Graz 2006 (Ares Verlag),
ISBN 3-902475-24-2 und ISBN 978-3-902475-24-4
Preis: EUR 39,90, 760 Seiten.

Zwei Regens zurückgetreten

 

kreuz.net Innerhalb kurzer Zeit sind die Regens von zwei österreichischen Priesterseminaren zurückgetreten: Den Anfang machte der erst zwei Jahre amtierende Regens des Linzer Priesterseminars, Andreas Pumberger. Er bat gleichzeitig um eine sogenannte "Auszeit" (dieser Schritt geht häufig einer Laisierung und Entlassung aus dem Klerikerstand voraus).
Kurze Zeit später trat der Regens der Diözese Gurk-Klagenfurt, Josef Dionys Suntinger, von seinem Amt zurück, das er vier Jahre ausübte. Er bat zusätzlich um eine Ruhendstellung seiner priesterlichen Funktionen.
Kommentar: Drei Fragen kommen einem da in den Sinn: 1. Wie kann es sein, daß für die Priesterausbildung gerade solche Priester ausgewählt werden, die sich offenbar ihrer Berufung nicht zu 100 % sicher sind?
2. Wird es nicht langsam allen Verantwortlichen klar, daß der liberale Weg - nicht nur in der Priesterausbildung - ein Holzweg ist?
3. Wann wird es in der Kirchenführung zu einem wirklichen Umdenken und einer Erneuerung kommen?


Pfingsten: KJ-"Arschloch-Contest"


Die "Katholische" Jugend der Diözese Linz lud zum Pfingsttreffen in Kremsmünster unter dem Motto "on fire". Im Programm gab es u.a. auch den "Arschloch-Contest". Aus dem Werbeprospekt: "Unvergessliche Tage mit Tiefgang und Hochgefühl warten darauf, erlebt zu werden ...". Inwieweit sich diese Ankündigung auf den "...-Contest" bezieht, geht aus der Einladung nicht hervor. Anmeldungen beim Pastoralamt Linz.

Kilometergeld: Kein Aprilscherz!


orf.at Die Diözese Linz zahlt seit April 2006 Kilometergeld für "Dienstfahrten mit dem Fahrrad". Pro km gibt es immerhin 23 Cent. Dies soll ein Beitrag zu Umweltschutz, Klimaschutz, Gesundheit und Bewußtseinsbildung sein.

Verhöhnung des Heiligen


Braunauer Rundschau: "Liturgisch wurde Chorleiterin Eva Goldinger aus Lengau kürzlich geehrt. Das einem Gottesdienst nachempfundene und auch so lange dauernde Ständchen bot auch Pfarrer Hubert Sageder häufig Anlaß zum Lachen. Die Rosinen, die der verkleidete Tenor Walter Kofler (im Priestergewand) der Chorleiterin anbot, gab sie gleich weiter...."
Kommentar: Was für die einen so witzig ist, wird von manchen Katholiken vielleicht "nur" als Geschmacklosigkeit empfunden. Andere sehen es aber doch (noch?) als Verhöhnung des Zentrums unseres Glaubens, der Heiligen Messe. Jedenfalls zeigen solche Berichte, wie auch die jährlich wiederkehrenden "Faschingsmessen", vom Zustand unserer Kirche und unserer Priester nach der "Liturgiereform". Freilich ist es bei vielen "nur" Feigheit, daß sie da mitlachen. 

Kirchenbeitrag an Pius X.


Bei einer Veranstaltung des Initiativkreises in Vöcklamarkt verbot der Generalvikar wenige Tage vorher die Feier der Hl. Messe im überlieferten Ritus (lesen Sie dazu mehr auf der nächsten Seite). Hier dazu ein Brief:
Sehr geehrter Herr Dr. Bentz! Ich möchte Ihnen zu der gestrigen Veranstaltung in Vöcklamarkt recht herzlich gratulieren. Es war sehr interessant und vor allem waren die Besucher, wie ich festgestellt habe, recht zufrieden. Ein gelungener Abend, der vor allem durch die Zugkraft des Herrn Stadler enorm aufgewertet war.
Schade, daß die Messe in der schönen Kirche nicht stattfinden konnte, aber meine Reaktion darauf ist, daß ich heute meinen Kirchenbeitrag an PIUS X. überweise und einen Vermerk an die Diözese weitergebe.
Ich verstehe den Hintergrund nicht ganz, warum die Diözesen in Österreich so ablehnend gegen eine Messe im überlieferten Ritus sind. Vielleicht können Sie mir näheres mitteilen. ....
Ein herzliches Grüß Gott, Gerhard Sailer, Taufkirchen

 

Die Situation in der Diözese Linz
Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz ist ein Jahr im Amt     

ielfältig waren die Hoffnungen und Wünsche beim Amtsantritt von Bischof Ludwig Schwarz in Linz. Auch in der WAHRHEIT haben wir vor einem Jahr einige Bitten an den neuen Bischof gerichtet, dessen Name zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt war. Positiv ist anzumerken: Der neue Bischof liest die an ihn gerichteten Briefe und beantwortet sie auch.
Eine Erneuerung der Diözese, so haben wir schon mehrmals festgestellt, wird nur durch weitreichende personelle Veränderungen möglich sein. Dies hat bis jetzt nicht stattgefunden. Allerdings gibt es einen neuen Generalvikar und die Leitung des "Katholischen" Bildungshauses Puchberg wurde ausgewechselt - aber, so gibt sich die LKZ selbst-bewußt: "Puchberg hält Kurs auch mit Neubesetzung" (anderes war kaum zu erwarten). 


Will (oder wollte) der neue Bischof die Laienpredigten abschaffen?


Ein Brief, der am 4.4.2006 an Generalvikar KonsR. DDr. Severin Lederhilger gerichtet war, wurde bis heute leider nicht beantwortet. Dies läßt Befürchtungen aufkeimen, daß die neue Diözesanleitung bereits vor den (Weg-)Machern des "Linzer Weges" eingeknickt ist. Hier der Wortlaut des Briefes:
Hochwürden, sehr geehrter H. Generalvikar Lederhilger,
mit großer Freude vernahmen wir vor gut zwei Monaten die Kunde, daß sich unser neuer Bischof für das im Kirchenrecht vorgeschriebene Predigtverbot von Laien bei der Hl. Messe ausgesprochen hat. Auch von Ihnen, sehr geehrter Herr Generalvikar war zu hören, daß der alte Bischof die in der Diözese Linz durch die Arbeitsverträge der Pastoralassistenten vorgeschriebene Laienpredigt nicht ausdrücklich „erlaubt“ habe. Viele Katholiken schöpften daraufhin schon die Hoffnung, daß jetzt vielleicht doch etwas Ordnung in die katastrophale Situation der „Liturgiefeiern“ in der Diözese kommen würde.
Nun sind inzwischen einige Wochen vergangen und es war, soweit wir sehen, bis heute in keiner einzigen Publikation der Diözese (nicht im Diözesanblatt und schon gar nicht in der Kirchenzeitung) von dieser Anordnung des Bischofs auch nur ein Wort zu lesen. Es hat sich auch in den Pfarren vor Ort seitdem nichts geändert, das heißt, die Damen und Herren Pastoralassistenten verkünden nach wie vor regelmäßig bei den Sonntagspredigten ihre Weisheit.
Sehr geehrter Herr Generalvikar, erlauben Sie uns die Frage: Wann dürfen die Katholiken der Diözese Linz mit der Umsetzung der Anweisung des Diözesanbischofs (und des Kirchenrechts!) rechnen?
Eine gnadenreiche verbleibende Fastenzeit und im voraus ein gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen
Herbert Lindner für den Verein Heimatmission

Diözesane Splitter


Zur überlieferten Heiligen Messe:
Der neue Generalvikar Lederhilger arbeitet leider aktiv gegen die Feier der Hl.Messe im überlieferten Ritus. So verbot er eine zunächst genehmigte Messe im Rahmen einer Veranstaltung des Initiativkreises in Vöcklabruck an einem Wochentag, zu der ca. 170 Personen gekommen waren. Als Zelebrant war ein Pater vom Orden SJM (P. Hönisch) vorgesehen. Es konnte dort dann nur ein Rosenkranz gebetet werden. Hier zeigt sich wieder, wie wichtig für die Erneuerung der Kirche heute die Priesterbruderschaft St.Puis X. ist! Diese hat ihre eigenen Kirchen und Kapellen und ist so gegenüber evtl. Schikanen von Vertretern der Amtskirche weitgehend immun.


So macht man in Linz Karriere:
DIE WAHRHEIT hat vor einem Jahr ausführlich über die "neue" Pfarre St.Franziskus in Wels berichtet. Wir brachten auch Fotos von den dort stattfindenden Gottesdiensten einschließlich einer offensichtlichen "Wandlung" durch den "Pfarrassistenten" Diakon Franz Schrittwieser. Die Initiativkreise ersuchten Rom um eine apostolische Visitation, die jedoch nicht stattfand. Stattdessen trat der amtierende Diözesanbischof Maximilian Aichern zurück. Der neue Bischof Ludwig Schwarz besuchte gleich nach Amtsantritt mehrmals diese Pfarre, es wurde dabei aber kein einziges Wort der Kritik bekannt - in den Zeitungen nur immer lächelnde Gesichter. Die Gläubigen müssen somit wohl davon ausgehen, daß der Bischof in dieser Pfarre alles in Ordnung findet. Zudem wurde soeben, laut Linzer Kirchenzeitung, Diakon Franz Schrittwieser zusätzlich als "Referent für Diakone in der Personalstelle" im Pastoralamt ernannt

.
Mag. Sauers Homo-Erkenntnisse:
kreuz.net Der Leiter der Abteilung "Ehe und Familie" im Pastoralamt der Diözese Linz erzählt in eheonline.at von einer Tagung im Stift Schlierbach "kreuz und queer*) - gleichgeschlechtlich lieben und glauben" (4./5.10.2005): "Ich hatte heute Gelegenheit, einem homosexuellen Mann zum Vater-Sein zu gratulieren" (das schwule Paar hatte in den USA ein Kind adoptiert).
*) "queer" heißt im Englischen "schwul"


Frauenpriester: Diskussion ohne Ende
Obwohl vom Papst längst und endgültig verworfen, unternehmen verschiedene Kirchenfunktionäre mit Hilfe gewisser Medien immer wieder Vorstöße für die Priesterweihe von Frauen. Die Diözese Linz mit ihrem berühmt-berüchtigten "Linzer Weg" ist hierfür seit Jahren ein besonders fruchtbarer Boden. Hier haben ja u.a. auch im Jahr 2002 die grotesken, von den Medien vielbeachteten "Priesterinnenweihen" stattgefunden.
Wie so oft machte die Linzer Kirchenzeitung (4.5.2006) den Anfang - diesmal mit der Forderung einer sogenannten "Interessensgemeinschaft der LaientheologInnen". Diese "fordern'' die Ordination von Frauen mit der Begründung: "Im Lichte der theologischen Forschung ist das Amt als Ereignis der Kirche zu sehen und nicht als unmittelbar vom historischen Jesus eingesetzt". Weiters heißt es in der LKZ: "Die Kirche möge Frauen und Männer in gleicher Weise zu den kirchlichen Weiheämtern zulassen und damit bestätigen, was in der Praxis vielfach bereits gelebt wird" (die LKZ spielt hier offenbar auf die vielen liturgischen Auswüchse in der Diözese Linz an, die den Gläubigen Sonntag für Sonntag ein großes Ärgernis bereiten - auch durch den neuen Bischof hat sich hier bis heute nichts geändert). Die Argumentation der Laientheologen zeugt jedenfalls von der Qualität ihrer "Ausbildung". Diese "Theologen" unterrichten Woche für Woche unsere Kinder im Religionsunterricht und dürfen (richtiger: müssen) ihre "Lehren" als Predigt bei den Sonntagsmessen im ganzen Land verkünden - und das alles geschieht im Auftrag des Bischofs (die sogenannte "Missio").      
Wenige Tage später kam dann der ORF am 15.5.2006 mit der Meldung, daß sich Altbischof Maximilian Aichern bei einem Vortrag vor der KFBÖ für die Weihe von Diakoninnen aussprach.
Nicht fehlen darf da auch Bischof Aicherns einstiger Generalvikar und heutiger Regens des (ziemlich leeren) Prie-sterseminars(!) Maximilian Mittendorfer. In der Linzer Rundschau meint er: "Viele Männer und Frauen ... hätten die Begabung und Ausbildung für das Priesteramt": 
Da hilft es dann herzlich wenig, wenn der neue Bischof Ludwig Schwarz dazu aufruft, "Entscheidungen der Gesamtkirche" doch zu respektieren, denn:


Am 25.5. legt die Linzer Kirchenzeitung noch ein Schäufchen nach ("Herausgeber: Willi Vieböck") und bringt einen Leserbrief, in dem erneut die Weihe von Frauen gefordert wird. Dazu druckt die LKZ gleich noch ein Bild von Bischof Schwarz mit einem Taktstock in der Hand und darunter den Text: "Immer im Takt mit Rom - ob das würdevoll ist ..."?
Die LKZ ist also nun, nach anfänglicher Zurückhaltung, wieder "die alte": Wenn es irgendetwas über "kirchenkritische" Aktivitäten zu berichten gibt, ist sie stets gerne zur Stelle. Über die regelmäßigen Veranstaltungen von römisch-katholischen Organisationen, wie etwa den Initiativkreisen, werden Sie hingegen kaum auch nur ein Wörtchen lesen, selbst wenn sich dort mehrere hundert Gläubige versammeln.       
Eines ist sicher: Eine Erneuerung der Diözese wird ohne einen weitreichenden Personalwechsel in den Schaltstellen (z.B. bei der LKZ) nicht stattfinden!

 

Ein Problem, das die katholische Kirche (noch) nicht hat!Dänemark: Pastoren wollen sonntags frei - sie drohen mit Streik, weil ihr Privatleben leide

 

Einen Artikel aus www.diepresse.com vom 13.5.2006 von Korrespondent Hannes Gamillscheg aus Kopenhagen wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Er sei vor allem jenen gewidmet, die meinen, eine Weihe von Frauen oder verheirateten Männern zu Priestern würde irgendwelche Probleme in der Kirche lösen. Wie dieses Beispiel zeigt, ist offensichtlich das Gegenteil der Fall:
Die Sonntagsruhe ist eine biblische Pflicht. Pastoren müssen aber arbeiten, während ihre Schäflein der Muße huldigen. Das soll nicht sein, meint nun eine Gruppe dänischer Pfarrer und Pfarrerinnen: „Wir wollen auch Zeit für unsere Familie haben!“ Daher wollen sie die Zahl der freien Wochenenden von sechs auf zunächst zwölf verdoppeln und drohen andernfalls mit Kirchenstreik.
Das Leben in den Pfarrhöfen habe sich geändert, sagt Gerda Jessen, Pastorin in Südjütland. „Früher hatte man einen Pfarrer. Die Pfarrersfrau folgte ihm, buk für die Gemeinde und war dabei, wenn ihr Mann Hausbesuche machte.“ Da ließen sich Beruf und Familienleben kombinieren. Jetzt haben die Pastoren Ehepartner, die selbst voll im Arbeitsleben stehen, und wenn die einen frei haben, müssen die anderen arbeiten. „Wir Pfarrer haben sehr hohe Scheidungsraten“, sagt Jessen, Mutter dreier Kinder, „und damit ist weder uns gedient noch den Gemeinden.“
Die Vorsitzende des Pastorenverbandes äußert Verständnis für den Wunsch vieler Mitglieder nach „flexibleren“ Dienstzeiten. Sonst aber reichen die Reaktionen von Ablehnung bis Häme. „Wer Pfarrer wird, weiß, dass er sonntags arbeiten muss. Wer das nicht will, muss sich etwas anderes suchen“, sagt die Bischöfin Elisabeth Dons Christensen und findet die Streikdrohungen „lächerlich“.
Ihr Kollege Kresten Drejergaard lehnt die Idee ab, dass alle paar Sonntage ein anderer Prediger auf der Kanzel steht: „Dann verschwindet die enge Beziehung der Gemeinde zu „ihrem Pfarrer“. Der Sonntagsgottesdienst am Dienstag? „Die sechs Rentner, die in der Kirche sitzen, könnten auch dann kommen“, lautet die böswillige Auslegung dieses Vorschlags.
Auch bei den Politikern, die in Dänemark die lutherische „Volkskirche“ lenken, findet der Notruf wenig Anklang. „Die Pastoren sollten sich hüten, über ihre Anstellungsbedingungen zu klagen, sonst kämen sehr schnell auch ihre Privilegien unter die Lupe", sagt die Liberale Birthe Hornbech. Beamtenstatus, spottbillige Mieten in riesigen Pfarrhöfen - dafür lassen sich schon einige Sonntage opfern. „Der Sonntag hat einen besonderen Status im Christentum. Da müssen sie eben an anderen Tagen freimachen“, meint die Konservative Bente Dahl.
„Wir sind rund um die Uhr erreichbar und haben nichts gegen lange Arbeitswochen“, wehrt sich Gerda Jessen. Doch was hilft ein freier Mittwoch, wenn dann der Mann in der Arbeit und die Kinder in der Schule sind?
Sie stellt sich vor, dass Kollegen füreinander einspringen oder man die Kirche manchmal zusperrt. „Dann müssen die Kirchgänger eben mit dem Auto in die Nachbargemeinde fahren.“ Ihre Kollegin Kartine Winkel-Holm hat eine andere Idee: „Gerda Jessen soll lieber Mann und Kinder mit in die Kirche nehmen. Dann kann sie arbeiten und dennoch mit ihrer Familie sein.“

"Der 13." siegt gegen die Republik Österreich
Der ehem. Salzburger Generalvikar Paarhammer hatte den "13." geklagt

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat die Republik Österreich schuldig gesprochen, das Recht der freien Meinungsäußerung nicht beachtet zu haben. Der Fall liegt fast 10 Jahre zurück: Am 17. November 1996 kritisierte ein Leserbrief in der Publikation "Der 13." den damaligen Generalvikar, Domkapitular und Kirchenrechtsprofessor, weil er seinerseits den Papst kritisiert hatte. Der Priester wollte die Kritik des "13." nicht auf sich sitzen lassen und klagte. Die Zeitschrift (vertreten durch den Linzer Anwalt Dr. Michael Metzler) verlor in Österreich in allen Instanzen. Dazu ist erwähnenswert: Die Richter ließen die Bänder mit den Aussagen Paarhammers im Rundfunk NICHT als Beweismittel zu! Der 13. wandte sich daraufhin an den Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg, der die Applikation 2003 einstimmig für zulässig erklärte (85% aller Klagen werden dort abgewiesen). Am 19. Februar 2006 wurde nun das Urteil veröffentlicht: Die Republik Österreich hat das Recht auf freie Meinungsäußerung verletzt. Sie muß der Zeitschrift die Anwaltskosten, Gerichtskosten und die "Entschädigung", die sie an den Priester hatte zahlen müssen, ersetzen.
Interessant und aufschlußreich ist es, daß diese doch nicht ganz uninteressante Meldung von keinem der "großen" Medien auch nur erwähnt wurde.
Interessant ist weiters, daß ausgerechnet der Salzburger Prälat Paarhammer, der seine "Meinung" über das Kirchenoberhaupt öffentlich kundgetan hatte und anschließend ein weltliches Gericht gegen den "13." anrief, nun von der Diözese Linz zum Bischöflichen Diözesanrichter ernannt wurde. Nur ein Zufall?
Der entscheidende Teil des Leserbriefes: "... Wann werden die Rebellen im Domkapitel zum nächsten Schlag ausholen? Paarhammer scheute nicht davor zurück, den Papst öffentlich in äußerst verletzender Weise zu kritisieren und herabzuwürdigen ...".

Wessen Ehre sucht Salzburgs Generalvikar Paarhammer?
Rückblick: Ein Kommentar aus der WAHRHEIT Nr. 50 vom April 1997

 

Die Zeitung "Der 13." erhielt in diesen Tagen eine Klage des Salzburger Generalvikars Univ.Prof. Dr. Johann Paarhammer, der sich durch insgesamt drei Leserbriefe vom Mai und November des vorigen Jahres(!) in seiner Ehre beleidigt fühlt. In den Leserbriefen ging es vor allem um Mangel an Gehorsam, Papst- und Kirchentreue bei Priestern, wobei auch das Salzburger Domkapitel und u.a. der Name von GV Paarhammer genannt wurde. Warum dieser erst heute zu Gericht geht bzw. warum er nicht, wie in solchen Fällen üblich, einfach eine Richtigstellung in der Zeitung "Der 13." verlangt, bleibt unklar.
GV Paarhammer ist auch Sprecher des Salzburger Domkapitels. Was dessen Papsttreue betrifft, erinnert man sich noch gut, in welche "Gewissenskonflikte" damals der Papst das Domkapitel mit seinem "unausgewogenen" Dreiervorschlag brachte, bis man sich schließlich für Dr. Georg Eder (wohl als das "kleinere Übel") als neuen Erzbischof entschied.
GV Paarhammer beruft sich in seiner Klage auf §1330 ABGB, welcher lautet: "Wenn jemandem durch Ehrenbeleidigung ein wirklicher Schaden oder Entgang des Gewinnes verursacht worden ist, so ist er berechtigt, den Ersatz zu fordern. Dies gilt auch, wenn jemand Tatsachen verbreitet, die den Kredit, den Erwerb oder das Fortkommen eines anderen gefährden ...". Paarhammer ist u.a. auch Universitätsprofessor und sein Einkommen beträgt mit Sicherheit ein Vielfaches etwa seines Vorgesetzten Erzbischof Eder (Theologieprofessoren sind die mit Abstand Bestverdienenden in der Kirche). Wie Paarhammer in seiner Klageschrift selbst betont, wurde er erst im Dezember 1996 - zusätzlich zu allen seinen bisherigen Funktionen - "päpstlicher Konsultor"! Manche Zeitungen wollen sogar schon wissen, daß  Paarhammer zu den drei Kandidaten für die Nachfolge des Innsbrucker Bischofs Stecher gehört. Insofern scheinen ihm die Leserbriefe im "13." weder "im Erwerb" noch "im Fortkommen" großen Schaden zugefügt zu haben. In manchen Kreisen der Kirche mag es vielleicht sogar förderlich sein, vom "13." angegriffen zu werden (wie es umgekehrt z.B. für mich stets eine große Ehre ist, etwa von der Linzer Kirchenzeitung beschimpft zu werden)!?
Wessen Ehre ...? Vor zwei Jahren erregte eine Kabarettvorstellung in Salzburg durch Gotteslästerung und Kirchen- bzw. Glaubensverhöhnung großes öffentliches Ärgernis. Spontan boten ein Staatsanwalt und ein Jurist kostenlose Rechtsberatung für eine Klage an. Paarhammer lehnte damals ab, als es um die Ehre Gottes bzw. der Kirche ging - mit der Begründung: "Das ist nicht mein Stil!" ...
Der Wind in der Kirche wird rauher!
Es gibt zwar ein eigenes Kirchenrecht, aber manche Kirchenfunktionäre verklagen die Katholiken auch bei innerkirchlichen Angelegenheiten lieber vor einem weltlichen Gericht (siehe auch die Kirchensteuer-Treuhandaktion des Vereines Heimatmission). Daß genau dieses Vorgehen im Wort Gottes verworfen wird, stört diese Leute offenbar wenig (vgl. Mt.5,25; 1.Kor.6,1).

Sorgt euch nicht! oder: Verkündigung, wo gehst du hin?
Der Rundbrief Nr. 1 vom Juli 1986

 

Den Rundbrief DIE  WAHRHEIT gibt es nunmehr seit genau 20 Jahren. Die erste Nummer hatte eine Auflage von 40 Stück. Heute beschicken wir, je nach Spendenstand, 80.000 Adressen. Sie lesen hier den Inhalt der ersten Ausgabe unseres Rundbriefes - er ist heute wohl genauso aktuell wie damals.
Es gibt Unterschiede - oft sogar Gegensätze - zwischen Jesu Predigt und dem Wort, das heute vielfach von Seinen Nachfolgern gepredigt und geschrieben wird.
Zunächst einige Aspekte von Jesu (Froh! -) Botschaft für die, die Ihm nachfolgen wollen: Kehrt um, sündigt nicht mehr! Sondert euch von der Welt ab! Jesus vermied energisch jede Aussage über politische oder weltliche Angelegenheiten, obwohl Ihn die Menschen damals so gern als weltlichen Erlöser gesehen hätten! Die einzige bekannte Äußerung dazu war die mit dem Zinsgroschen, als Ihn die Pharisäer hereinlegen wollten (Lk. 20,20). Sorgt Euch nicht um irdische Dinge, das tun die Heiden! Dies ist als Gebot zu verstehen (Mt. 6,31). Als sich die Apostel (sicher keine Angsthasen) im Seesturm in einer „realen“ lebensbedrohlichen Lage befanden, rügte sie Jesus wegen ihrer Ängstlichkeit (Mk. 4,40).
Im Gegensatz dazu ist die Botschaft von vielen Verkündigern heute „Besorgnis”: Z.B.: Atomstrom, Umweltschutz, soziale Ungerechtigkeit, Friedensbewegung, Arbeitslosigkeit, Apartheid, usw. Ohne Zweifel alles wirkliche Probleme, aber eben weltliche Probleme. Dabei hat Christus als einen Grund, der das Wort Gottes aus unserem Herzen nehmen kann, ausdrücklich „die Sorgen dieser Welt“ genannt (Mt.13,22)!
Es gibt heute bereits Predigten, wo die Worte „Gott“ und „Christus“ gar nicht mehr vorkommen, oder nur für eigene Ideen mißbraucht werden. Interessanterweise finden wir in der Bibel auch nie den Begriff „soziale Schuld“, immer nur „persönliche Schuld“! Das Ganze ist eine Folge der Säkularisierung (Verweltlichung) in unserer Kirche. Wohin diese Entwicklung führt, können wir an Beispielen wie Holland und USA leicht ablesen. Dabei hat unsere Kirche ausdrücklich die Auseinandersetzung mit der Welt den Laien übertragen (siehe z.B. Konzilsdekret über das Apostolat der Laien)!
Aus Unsicherheit und Unwissenheit über die von Gott gewollten Aufgaben streben aber manche Priester sehr weltlichen Dingen nach (z.B. die drei Priester in der kommunistischen nicaraguanischen Regierung, die ganz offen gegen unsere Kirche kämpft), während manche Laien (Frauen, Verheiratete) wieder unbedingt Priester werden wollen.
Die “Belehrungen” an die weltlichen Systeme durch unsere Priester haben auch einige Nebeneffekte, z.B.: Die Botschaft Christi kommt zu kurz oder verschwindet mit der Zeit ganz. Die persönliche Sünde des Zuhörers wird durch eine Pauschalschuld überlagert. Man hört z.B. oft, daß “wir” schuld sind, daß in Südamerika Menschen von Großgrundbesitzern ausgebeutet werden, oder daß einige Länder der 3.Welt verschuldet sind, uam.
Etwas seltener hören wir, daß in unserem Land Katholiken (über 90% der Bevölkerung) ihre ungeborenen Kinder ermorden. Es gibt sogar “gute” Christen, die dies ihren Mitmenschen empfehlen.
Eine rein menschliche Nebenerscheinung ist folgende: Sollte zufällig ein jeweiliger Fachmann (z.B. für Mikroelektronik oder für Wirtschaftspolitik usw.) so eine Predigt hören oder lesen, besteht die große Gefahr, daß sich der Priester lächerlich macht.
Auch wenn es weltfremd klingt, möchte ich Ihnen aus meinem Leben bezeugen: Die Botschaft Christi ist wahr: “Sorgt Euch zuerst um das Reich Gottes, alles andere wird Euch geschenkt!' Versuchen Sie es doch einmal; unser Vater im Himmel freut sich, wenn sich Seine Kinder ganz auf Ihn verlassen, er weiß ja, daß wir das alles brauchen. . . .

Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, daß ihr etwas zu essen habt,
noch um euren Leib und darum, daß ihr etwas anzuziehen habt.
Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und
der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an:
Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen;
euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
Wer von euch kann mit all seiner Sorge
sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? ...
Euer himmlischer Vater weiß, daß ihr  das alles braucht.
Euch aber muß es zuerst um Sein Reich und um Seine Gerechtigkeit gehen;
dann wird euch alles andere dazugegeben. Mt. 6,25ff

Auf den leeren Altären wohnen die Dämonen
Vom Vorstand der Initiativkreis-Vereinigung 

Am 21. und 22. April dieses Jahres wurde im Kolpinghaus von Knittelfeld (katholisches Arbeiterwohnheim) das Skandalstück "Krach im Hause Gott" von Felix Mitterer als pfarrliche Veranstaltung aufgeführt. Durch die Intervention der Initiativkreisvereinigung und von Pro Sancta Ecclesia beim zuständigen Diözesanbischof Kapellari sowie bei der Glaubenskongregation in Rom konnten wir zwar die urspünglich für die Pfarrkirche vorgesehene Aufführung verhindern, nicht aber die pfarrliche im Kolpinghaus. In dem Skandalstück von Mitterer wurde die Allerheiligste Dreifaltigkeit in unvorstellbarer Weise besudelt, ebenso die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria, indem man sie als durchgeknallte Typen und in einer üblen Gossensprache auftreten ließ. Bischof Kapellari, in der österreichischen Bischofskonferenz zuständig für Kunst und Liturgie, hatte zwar aufgrund unseres Einspruchs eine Aufführung in der Stadtpfarrkirche, nicht aber im Kolpinghaus untersagt, wenn es nur - wie er in einem Brief an den "lieben Dechant" schrieb - "beizeiten begleitende Nachdenklichkeit und Gespräche gegeben hat ... Ich hoffe, daß das vorgesehene Gespräch nach den beiden Aufführungen im Knittelfelder Kolpinghaus die genannten Probleme etwas abschwächen (!) kann."
Ähnliche Vorgänge mit einer gezielten Besudelung des Heiligen und Sakralen häufen sich in letzter Zeit. Wir denken an die für den Karfreitag in Salzburg geplante und dann auch durch unseren Einspruch abgesagte Prozession mit einer auf einem Kreuz angebundenen nackten Frau; oder an die Geschehnisse um den "Künstler" Nitsch bei der Aufführung im Wiener Burgtheater im November 2005.
Diese Vorgänge, die sich durch manche andere im deutschsprachigen Raum vermehren ließen, fordern uns zu drei Überlegungen heraus:
1.Von Ernst Jünger (1895-1998) stammt das Wort: "Auf den leeren Altären wohnen die Dämonen." Die Kirche selbst hat durch die Zerstörung der überlieferten Liturgie den Weg frei gemacht für die Entsakralisierung. An Stelle des heiligen Meßopfers, der Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers an Opferaltären, ist faktisch weithin eine "Gemeindefeier" an einem Mahltisch getreten. Der Einbruch des Dämonischen war die Folge, nicht nur in der Kirche, auch verstärkt in der Welt. Über diesen Vorgang der letzten Jahrzehnte werden wir noch viel nachzudenken haben.
2. Die früher unbestrittene Autorität der Bischöfe wurde durch die Kollegialität und durch alles beherrschende Gremien abgelöst. - Kein weltlicher Betrieb hält es aus, wenn in entscheidenden Fragen endlos diskutiert wird, wenn Grundsätze nicht mehr eingefordert werden. Der frühere österreichische Unterrichtsminister Drimmel sagte einmal: "Ich klage jeden an, der Autorität von Gott bekommen hat und sie nicht gebraucht." Und Pius XII.: "An der Sicherheit der apostolischen Führung darf kein Zweifel entstehen." Nicht die willkürliche, sondern eine an das Gesetz Gottes und an die heilige Überlieferung gebundene Autorität ist gefordert.
3. Von den Bischöfen und Priestern spricht heute kaum mehr jemand von Sühne, die angesichts solcher Vorgänge und Freveln angebracht wäre. - Dürfen wir Sie deshalb bitten, in Ihrem Alltag das eine oder andere Sühnegebet zu sprechen und Ihre eigenen Opfer mit dem Sühneopfer der Hl. Messe zu verbinden?
Dr. Felix Bentz, Dr. Wolfgang Graf, Robert Kramer 

Welser G'schichten


Ein Brief: Küsse am Altar in Wels Herz-Jesu

Schmach dem, der Arges dabei denkt" heißt ein bekanntes Zitat. Überrascht war ich aber schon, als ich zum ersten Mal nach über 50 Lebensjahren Zeuge dessen wurde, daß am Altar der Herz Jesu Kirche Wels-Neustadt am Ende der Sonntag-Vorabendmesse am 6.5.2006, anläßlich der Gratulation zu seinem Geburtstag, Pfarrer Pater Jarek und seine offensichtlich "erste" Mitarbeiterin, eine verheiratete Frau, Küsse austauschten. Auch der Ehemann war Zeuge dieser Kußszene. Nach der Resignation durch den seinerzeitigen Pfarrer, Herrn Mag. Bauer, wieder eine Überraschung!
Ein Großteil des Respektes, den man dem Priester entgegenbringt, beruht darauf, daß das gläubige Volk davon überzeugt ist, daß ein Ausnahmemensch in punkto Zölibat auch in anderen Punkten eine Ausnahme sein wird. Nur die paulinische Feststellung, daß unser Wissen Stückwerk ist, hält mich von Kritik zurück.
In einer Zeit, in der die Kirche gegen die Verleumdungen im "Da Vinci Code" ankämpft, in dem Jesus eine Ehe mit Maria Magdalena angedichtet wird, ist der Gesamteindruck aber verheerend! Oder handelt es sich um den großflächigen Versuch einer Priester- u. Predigerelite, dem Papst die Aufhebung des Zölibates abzutrotzen?
Nur der Vollständigkeit halber sei festgehalten, daß die Rückkehr zum ach so edlen, weil zölibatfreien Urchristentum gepriesen wird, während den Islamisten die Rückkehr zu den Verhältnissen zur Zeit des Propheten Mohammed als fundamentalistisch und erzreaktionär verteufelt wird!
Der Name des Schreibers ist der Redaktion bekannt.

Firmung in der  Bosch-Halle


Tips Eine besonders findige Idee meinten wohl die Damen und Herren des "Welser Dekanatsrates" zu haben: Die Firmung findet in diesem Jahr für alle 6 Pfarren gemeinsam in der Bosch-Halle statt - sonst Schauplatz von (weltlichen) Konzerten und Veranstaltungen aller Art.
Gefirmt werden sollen nur etwa 200 Jugendliche, denn bis Mitte Mai haben sich bereits rund 70 Firmlinge wieder abgemeldet. Laut Zeitung nannten viele Eltern als Grund für die Absage: "daß ihre Kinder wenigstens einmal eine Kirche von innen sehen sollten".
Man muß zugeben, dieses Argument ist wirklich nicht von der Hand zu weisen!      

 

Neue Kapelle von Pius X. in Wels
Sonntagsmesse im überlieferten Ritus

Kapelle St. Severin in Wels
Karl-Loy-Straße 2 (ehem. Hauptpostamt, Ecke Kaiser-Josef-Platz)
jeden Sonntag um 16:30

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat in Wels eine neue Kapelle eingeweiht. Sie befindet sich im ehemaligen Hauptpostamt (Ecke Karl-Loy-Straße / Kaiser-Josef-Platz, Eingang im Hof). Dort wird zunächst jeden Sonntag um 16:30 eine Heilige Messe im überlieferten (lateinischen) Ritus gefeiert.


Eine echte Alternative!


Die Heilige Messe bei Pius X. hat für die Gläubigen gleich zwei unschätzbare Vorteile:
1. Sie können dort einen würdigen Gottesdienst - ohne die heute landauf, landab üblichen Eigenmächtigkeiten und Banalitäten - mitfeiern.
2. Sie hören dort bei der Predigt die garantiert volle katholische Wahrheit - wie sie die Heilige Kirche über nunmehr 2000 Jahre hinweg lehrt. Es wird dabei, ebenfalls entgegen den heute üblichen Gepflogenheiten, weder etwas weggelassen noch hinzugefügt.
Wenn Sie im Raum Wels wohnen und sich beim Sonntagsgottesdienst nicht mehr zum Narren halten lassen wollen, sei Ihnen diese Hl. Messe in St. Severin wärmstens empfohlen! Duch das Opfer wegen der ungünstigen Zeit am Sonntag Nachmittag und der etwas längeren Dauer gegenüber einer "neuen Messe" können Sie sicherlich zusätzliche Gnaden erlangen.

   
Zum Hintergrund


Wels ist eine Stadt mit fast 60.000 Einwohnern und sechs Pfarreien. Seit einigen Jahren gibt es in Wels keine einzige Pfarre mehr, in der man einen normalen Sonntagsgottesdienst mitfeiern kann, ohne mit irgendwelchen Eigenmächtigkeiten oder Schwachsinnigkeiten rechnen zu müssen. Diese reichen von der regelmäßigen (verbotenen) Laienpredigt bis zu den selbstgebastelten Hochgebeten (DIE WAHRHEIT berichtet immer wieder darüber!).
Der Verein Heimatmission bemüht sich seit zwei Jahren, eine der leerstehenden Kirchen für eine Hl. Messe im überlieferten Ritus verwenden zu dürfen. Nach anfänglichem Wohlwollen einiger Pfarrer entschieden dann die Damen und Herren der "Welser Pastoralkonferenz", daß für die Messe im überlieferten Ritus in Wels "kein Bedarf" bestehe. Auch der Linzer Generalvikar erklärte es zunächst in der Linzer Kirchenzeitung als "durchaus legitim", wenn Gläubige in Wels die heilige Messe im alten Ritus feiern möchten. Allerdings wollte er später nichts mehr davon wissen, als er gebeten wurde, dafür eine leerstehende Kirche zur Verfügung zu stellen. Damals war übrigens geplant, daß ein Priester der "Diener Jesu und Mariens" (SJM) diese Hl. Messe feiert.

Die Mitfeier von Gottesdiensten der
Priesterbruderschaft Pius X. ist kein Delikt!

Eine wichtige Klarstellung der Erzdiözese Salzburg

Nachdem es immer wieder die wildesten Gerüchte über die Stellung der Priesterbruderschaft St. Pius X. innerhalb der Kirche gibt, sah sich das Erzbischöfliche Ordinariat Salzburg veranlaßt, einiges klarzustellen. Dies ist gerade deshalb bemerkenswert, weil sich Erzbischof Kothgasser ansonsten ziemlich ablehnend zu Wünschen nach der überlieferten Messe verhält. 
Im Verordnungsblatt Mai 2006 vom 10.5.2006, Prot.Nr. 579/06 heißt es u.a.:

"Die Mitfeier von Gottesdiensten der Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X. stellt in sich kein Delikt dar und bewirkt nicht eine Exkommunikation".
Im gleichen Dokument wird festgehalten, daß natürlich auch die von Priestern der Pius-Bruderschaft gespendeten Taufen ihre volle kirchliche Gültigkeit haben, genauso die vor ihnen geschlossenen Ehen. 

 

 

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