Rundbrief Nr. 66 (September 2003)  

 

Ende von Hitlers Kirchensteuer in Sicht

Volksanwalt Stadler will Zwangsbesteuerung vor den Europäischen Gerichtshof bringen

Die Kirchenaustritte sind wieder im Steigen begriffen. Zweifellos würde kaum einer aus der Kirche austreten, wenn er nicht zum Teil erhebliche Beträge an Kirchensteuer abführen müßte. Die meisten der getauften Katholiken haben zur Kirche eine so lose Bindung, daß sie gar nicht einsehen, warum sie dafür so viel Geld bezahlen sollen (wer nicht zahlt, wird von der Diözese beim weltlichen Gericht verklagt). Ohne Kirchensteuer würde die Austrittswelle jedenfalls schlagartig gestoppt. Auf eines kann man bei diesem Thema nicht oft genug hinweisen: Ein getaufter Katholik kann gar nicht aus der Kirche austreten, er kann sich höchstens bei der Behörde von der "Vereinigung der Kirchensteuerzahler" abmelden.

Der Traum von der armen Kirche

Es besteht außerdem kein Zweifel, daß die Krise der Kirche in unseren Landen erst dann zu Ende gehen kann, wenn die Kirche jene Milliarden nicht mehr zur Verfügung hat, die sie durch die von Hitler eingeführte Kirchensteuer kassiert. Man stelle sich nur das goldene Zeitalter vor: Eine Kirche ohne Pastoral-/Pfarr-/Dekanats- und sonstige Assistent/in/ne/n! (wenn die fürstliche Bezahlung wegfällt, wird kaum noch einer Lust haben, in der hl. Kirche herumzugschaftln). Eine Kirche ohne Pastoralämter, Gremien, Räte, womöglich sogar ohne "theologische" Hochschulen! Eine Kirche, in der die Priester wieder jene Verantwortung für die Gläubigen übernehmen, die sie vor Gott ja tatsächlich haben (und dafür auch Rechenschaft ablegen müssen). Eine Träumerei? Vielleicht - hoffentlich in absehbarer Zeit Wirklichkeit!

Priesterschwemme in Berlin!

In Deutschland haben manche Diözesen durch die Austritte, Steuerreform und Mißwirtschaft schon erhebliche finanzielle Probleme. In der Erzdiözese München-Freising rechnet man 2004 mit Mindereinnahmen allein durch die staatliche Steuerreform von etwa 10% (das sind fast 40 Mio. Euro). Die Diözese Berlin wurde nur durch die Unterstützung der anderen Diözesen vom Bankrott durch Mißwirtschaft bewahrt. Bedingung für die Hilfe war eine rigorose Haushaltssanierung. Das schaut nun so aus: Die ohnehin (wie überall) sehr schwach besuchten Pfarren werden zusammengelegt und so die Anzahl der Pfarren halbiert (106 statt bisher 207). Dadurch sind u.a. nicht nur viele bezahlte Oberlaien überflüssig, sondern man spricht sogar schon von einer Priesterschwemme! So einfach ist das! Nachdem die Oberlaien ja offenbar in den Ordinariaten ein sehr gewichtiges Wort zu reden haben und zudem kollektivvertraglich und gewerkschaftlich sehr gut abgesichert sind, wird zunächst natürlich, solange es geht - beim Bauetat gespart.

 

Volksanwalt Stadler verweigert

Die Zeitung Der 13. (Mai 2003) berichtet, daß der katholische Volksanwalt Mag. Ewald Stadler nicht nur seine Kinder vom Religionsunterricht abmeldet, sondern sich auch weigert, die Kirchensteuer an die Diözese Wien zu bezahlen. Der Grund ist, vornehm ausgedrückt, daß die Kirche ihre Glaubwürdigkeit verloren hat. O-Ton Stadler: "Mein Verhältnis zur Amtskirche ist kon-fliktbeladen. Ich weigere mich, einer Funktionärsclique Geld zur Verfügung zu stellen, die es sich bequem gemacht hat und den wahren Glauben verwässert!" Dieser Feststellung ist kaum etwas hinzuzufügen! Stadler kritisiert auch die unwürdigen Feiern der hl. Messe und sieht sich gezwungen, sonntags nach Jaidhof (Niederösterreich) zur Priesterbruderschaft St.Pius X. zu fahren. Dorthin überweist er auch seine Kirchensteuer (was von der Diözese natürlich nicht anerkannt wird). Nun erwartet er die Klage der Diözese. Allerdings ist er bereit, damit bis zum Europäischen Gerichtshof zu gehen. Denn, so ist Stadler überzeugt, das NS-Kirchensteuergesetz kann in EU-Zeiten nicht mehr aufrechterhalten werden.

Danke und viel Erfolg, Herr Volksanwalt Stadler!

 

 

Kurz berichtet

Der Linzer Weg: Endlich "Dechantinnen" in der Diözese Linz: 

Eine große Lücke schloß die "diözesane Strukturgruppe" laut Linzer Kirchenzeitung (10.7.03) nunmehr bei den Oberlaien: Es gibt jetzt in der Linzer Kirchenhierarchie endlich - wir haben alle schon sehnlichst darauf gewartet - "Dekanatsassistentinnen" (offenbar die nächste Stufe für die so erfolgreichen und beliebten Pfarrassistentinnen). Diese sollen u.a. - wie früher die Dechanten - "die Seelsorge in den Dekanaten koordinierend begleiten".

Über das Pfingsttreffen der Katholischen Jugend:

 berichtet die LKZ (12.6.03) ganz begeistert. Wir zitieren vom Beginn des Beitrags: '"Stopp! Flirtest Du gerne und wenn ja, wie?" Die Frage der drei jungen Damen beim Schlendern durch das Areal des Pfingsttreffens in Rohrbach kommt überraschend. Für ihren Workshop in der Kommunikationszone sammeln sie Antworten auf die Frage und notieren auch die Reaktion der Überraschten, pardon: Befragten!...'. Angeboten wurde laut LKZ auch Body Painting, Gipsmaskenworkshop u.a.m.

Zählsonntag: 

Erfinderisch zeigen sich viele Pfarren, um an den Zählsonntagen wenigstens ein bißchen mehr "Besucher" in die Gottesdienste zu bekommen. Da gibt es zu diesem Termin dann zufällig Kinder- und Jugendmessen, eine Fastensuppe, ein Pfarrcafe o.ä. Trotz allem läßt sich jedoch der tragische Trend nicht vertuschen: In den letzten 20 Jahren haben die Hälfte der Meßbesucher die Kirchen verlassen (streng unter Verschluß gehalten wird übrigens die Statistik, wie sich die Einführung der "Pfarrassistentinnen" auf den Gottesdienstbesuch in den jeweiligen Pfarren auswirkt!).

Muslime auf dem Vormarsch: 

Die einzige Glaubensgemeinschaft, die in Österreich (erhebliche!) Zuwächse erzielt, ist der Islam, während die christlichen Gemeinschaften zum Teil drastische Einbußen hinnehmen müssen. So haben die Muslime in den Städten bereits die Protestanten als zweitgrößte Gemeinschaft abgelöst und z.B. in Linz einen Anteil von 6,7% (Katholiken 61%, Evangelische 4,4%) und in Wels bereits 10,2%!

KATHPRESS vor dem Ende? 

Sparen muß langsam auch die Kirche in Österreich. Dem Vernehmen nach gibt es Bestrebungen, die katholische Presseagentur aufzulassen oder zumindest zu verschlanken (angeblich bezahlen die Kirchensteuerzahler einen jährlichen Zuschuß von EURO 500.000,- für diese Institution). Unser Kommentar: Eine gute Nachricht für die Kirche in Österreich!

"Priesterinnen" sehen "große Akzeptanz" 

meldet der ORF über die im Vorjahr illegal und ungültig "geweihten" Damen (DIE WAHRHEIT berichtete). Es werden Trauungen und Predigten gehalten, und, so Frau Mayr-Lumetzberger, auf Anfrage feiere sie auch Eucharistie. Inzwischen haben sich die zwei Oberpriesterinnen bereits zu Bischöfinnen "weihen" lassen!

KFB Österreich für "Öffnung und Weiterentwicklung der Weiheämter":

 So salbungsvoll formuliert die Vorsitzende der KFBÖ Margit Hauft anläßlich Peter und Paul am 29.6.: "Ich bin davon überzeugt, daß der Geist Gottes nicht in so enge Bahnen gelenkt werden kann, sondern 'weht, wo er will', neue Wege erschließt und Überraschungen liebt". Das röm.kath. Lehramt hat in der Frage der Frauenordination längst endgültig entschieden (nämlich negativ). Dies scheint allerdings die "Katholische" Frauenbewegung wenig zu beeindrucken. Die KFB wird von Kirchensteuergeldern gefördert und deren Vorsitzende regelmäßig von den Bischöfen bestätigt.

 

 

Zur Landtagswahl in Oberösterreich

Viele Katholiken können aus Gewissensgründen "ihre" ÖVP nicht mehr wählen

Die ÖVP verliert ihre Stammwähler. Immer mehr Katholiken können es mit ihrem Gewissen nicht mehr vereinbaren, die ÖVP weiterhin mit ihrer Stimme zu unterstützen. Die ÖVP ist seit dem Krieg die dominierende Partei in Oberösterreich. Es scheint sich wieder einmal zu bewahrheiten, daß es in der Demokratie keiner Partei gut tut, zu lange an der Macht zu sein. Hier einige Problemfelder:

Die "Kunst"- und "Kultur"-Politik

DIE WAHRHEIT berichtete mehrmals über die Vergabe der Kulturförderungsmittel aus Steuergeldern: So erhält ausgerechnet das Theater Phönix in Linz 60 % der 10,5 Mio. Schilling aus dem Topf "Klein- und Mittelbühnen", während die übrigen 21 Gruppen sich zusammen mit 40 % zu begnügen haben (was steckt da dahinter?).

Ein weiteres Beispiel des wahren Gesichtes der ÖVP Oberösterreich zeigte sich im letzten Jahr, als die pornografische Keith Haring-Ausstellung in Linz gezeigt wurde und man Kinder schulklassenweise dorthin brachte (DIE WAHRHEIT berichtete). Dazu zitieren wir nochmals aus dem Brief von Dr. Felix Bentz an Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, welcher unbeantwortet blieb:

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!

... Ich beziehe mich auf die Ausstellung der Bilder von Haring in der Galerie der Stadt Linz von Jänner bis April 2002. Ob Kunst oder nicht - es handelt sich zweifelsfrei um Bilder von teilw. stark pornographischem, sadistischem und auch blasphemischem Charakter, um wahrhaft grauenhafte und widerliche Darstellungen. Nach einer Empfehlung des Landesschulrates wurde diese Ausstellung von ca. 500 Schulklassen (etwa 10.000 Schülern) besucht, darunter Volksschüler.

Sie wurden, s.g. Herr Landeshauptmann, von mehreren Seiten voll informiert und trotzdem lief diese Schüleraktion planmäßig ab. Dies bedeutet für viele Menschen im Land einen unfaßbaren Tatbestand, ein ungeheures Ärgernis. Sie tragen als Landeshauptmann eine klare politische Letztverantwortung, hier umso mehr, als Sie der eigentliche Präsident des Landesschulrates sind. Ohne jeden Zweifel handelt es sich um ein großes Verbrechen an den Kinderseelen, und es war ein ungeheurer Schock für viele aufrechte Menschen, erleben zu müssen, daß diese letzte politische Entscheidung so gefallen ist. Betrachten Sie dieses Schreiben bitte als einen Dienst Ihnen gegenüber. Hochachtungsvoll! Dr. Felix Bentz

Zu diesem Thema erreichte uns auch ein Leserbrief aus Vorarlberg, den wir gleich anschließen wollen:

... Als Mitglied der Freiheitlichen Partei bin ich mit vielem - speziell punkto Haring-Ausstellung -mit Ihnen einer Meinung. Diese Ausstellung haben wir schon öffentlich angeprangert, aber der ÖVP (in Dornbirn) ist das alles völlig egal. Ich verstehe oft die Welt nicht mehr. Aber es ist so.

Ganz verkehrt finde ich natürlich, daß solche Ausstellungen noch gefördert werden und die ÖVP solchen Dingen immer zustimmt, aber das fällt halt unter Heuchelei pur. Oder sie trauen sich nicht, einen Pornofilm zu holen und den für sich selber anzuschauen, da ist es doch einfacher, das alles unter dem Deckmantel "Kultur" sich zu Gemüte zu führen.... Ingeborg Künz, Dornbirn

Die Oberösterreichische RUNDSCHAU

Jeden Sonntag werden die Haushalte in Oberösterreich mit der kostenlosen "Sonntags-Rundschau" versorgt. Darin sind nicht nur spaltenweise die perversesten und schweinischsten Inserate, sonder auch regelmäßig im Redaktionsteil ein halbseitiger "Sexualratgeber". Darin werden z.B. bis ins Detail homosexuelle Praktiken beschrieben. Wenn man diese Zeitung abbestellen will, ist das erfolglos. Die RUNDSCHAU kommt trotzdem wieder!

 

Heuchelei in Hartheim?

In Hartheim (Oberösterreich) wurde eine Gedenkstätte für die 30.000 dort in der Nazizeit ermordeten behinderten Kinder eingerichtet. Zur feierlichen Eröffnung kamen u.a. Landeshauptmann Dr. Pühringer und Diözesanbischof Aichern jeweils mit Gedenkreden. Titel der Ausstellung: "Wert des Lebens"(!). Man wolle aus diesem dunklen Kapitel der Geschichte Lehren ziehen(!), ... Es wird auch "die unterschiedliche Bewertung des Lebens in der Gesellschaft während verschiedener Epochen diskutiert" usw..

Ein brandaktuelles Thema wurde und wird dort allerdings völlig verschwiegen: In unserem demokratischen Wohlstandsstaat wurden bereits zig-mal soviele Kinder ganz offiziell und legal umgebracht ("abgetrieben"). In Österreich gilt nicht nur die straffreie Abtreibung bis zum 3. Schwangerschaftsmonat (ohne "Beratungsschein", wie er in Deutschland vorgeschrieben ist): Diese 3-Monatsregel gilt jedoch nicht für Kinder, bei denen "eine ernste Gefahr besteht, daß sie geistig oder körperlich schwer geschädigt sein werden" (§97/2). Diese Kinder darf man also nach unserem geltenden Gesetz bis am Tag vor der Geburt umbringen. Haben unsere kirchlichen Vertreter und "konservativen" Politiker sich damit wirklich schon abgefunden?

Es ist heute üblich geworden, sich für die Fehler der Vorfahren zu entschuldigen (das ist auch relativ leicht). Genauso werden wahrscheinlich einst unsere Nachfahren mit dem Finger auf uns zeigen und Gedenkstätten für die von uns ermordeten Kinder, mit und ohne Behinderung, errichten (deren Zahl geht bereits in die Millionen!).

Lesen Sie dazu Mt.23,29-33 und Lk.11,47f.

 

 

Warum ich in die altehrwürdige tridentinische Messe gehe

Schauplatz 1: Mariazell. Nach einer anstrengenden, verregneten Fußwallfahrt versucht eine Handvoll gläubiger Pilger eine (halbwegs) ordentliche Messe zu ergattern. Der erste Versuch: Der Priester erscheint im Regenmantel, keine liturgischen Gewänder, das allgemeine, das gewöhnliche ist für den Gottesdienst gut genug – Novus Ordo Missae nach dem Motto: „Verregnete Bergtour". Der 2. Versuch ist nicht besser – nur anders.

Schauplatz 2: Im Kreise, Händchen haltend, stehen etwa 30 Leute, einer davon im hellgelben wallenden Gewande, um den Volksaltar und singen „Kumba yah". Dann wird der Reihe nach zum Altar geschritten, jeder holt sich eine (oder zwei) Hostie(n) aus einer ausladenden Schale, tunkt sie in den metallenen Becher daneben und geht essend weiter, setzt sich auf seinen Platz im Kreise und versinkt in anmutende Stille.

Schauplatz 3: Nach der Wandlung singen alle: „Du bist Herr, Du bist auferstanden und Du bist Herr, jedes Knie muss sich beugen, ...." – Doch keiner beugt ein Knie, auch nicht während der Wandlung oder vor der Kommunion.

Genaugenommen erübrigt sich jede weitere Erklärung, warum ich in die tridentinische Messe, in die Heilige Messe gehe. Der Novus Ordo hat all diesen Wildwuchs an liturgischen Katastrophen erst ermöglicht. Wie soll aus der Neuen Messe eine Heilige Messe werden, wenn der Klerus, soweit noch rechtgläubig, zuweilen selbst keine göttliche Ordnung darin findet? Wie sollen wir unseren Kindern die Liebe zur Innerlichkeit, die Anbetung des Allerheiligsten Altarsakraments, die Stille in der Einkehr der Seele zu Gott lehren, wenn in den Kirchen chaotische Zustände herrschen, Wasser gepredigt und Wein getrunken wird?

Die altehrwürdige tridentinische Messe, die bis 1970 fester Bestandteil unserer heiligen, katholischen und apostolischen Kirche war, gibt die Antwort! Hier fühlt sich der gläubige Katholik geborgen. Hier kann sich seine Seele zu Gott erheben. Hier wird Gott der Mittelpunkt des Geschehens. Die unblutige Erneuerung des Kreuzesopfers verlangt nach einer Gott würdigen Liturgie - warum nimmt die Kirche sie hinweg?

Schon im Stufengebet, zu Beginn der Messe, wird der Ehrerbietung Gottes ein untrügliches Zeichen gesetzt, indem auf die besondere Gnade hingewiesen wird, wodurch der Mensch dies Heilige Geschehen begehen darf. Der Ritus, nach genau festgesetzten Regeln, die jeder Priester streng einzuhalten hat, ist durchdrungen von anmutiger Schönheit, um Gott die Ehre zu erweisen. Was kann mehr der Sinn eines Gottesdienstes sein, als dieses?

Wodurch, frage ich, wird die Einheit der Kirche mehr zum Ausdruck gebracht, als durch die lateinische Sprache in der Liturgie? In jedem Land der Erde fühle ich mich zu Hause. Jede Kirche, in der die Heilige Messe gelesen wird, und mag sie noch so weit entfernt sein, kann mir Heimat sein.

Der ehrbare Umgang mit der Hostie, mit Jesus Christus selbst, ist wesenhaft mit der Hl. Messe nach altem Ritus verbunden. Wahrhaft jedes Knie muss sich vor dem Altarsakrament beugen, niedersinken in den Staub, um in der Hl. Kommunion Gott selber in Gestalt der Hostie in den Mund zu empfangen. Wer kann es wagen, unseren Schöpfer selbst mit Händen zu tragen, als die sakramental geweihten Hände unserer Priester?

Wenn dann am Schluss der Messe der Priester im Schlussevangelium an die wunderbare Menschwerdung Christi zur Rettung unserer sündhaften Menschheit erinnert, ist dies wie eine Mahnung, den wahren Sinn unseres Erdendaseins im Trubel des Alltages nicht zu vergessen, als wollte der Herr sagen: „Nimm ein Stück Liturgie mit in deinen Alltag und bedenke, wie dein Sonntag, so dein Sterbetag!" Dr.Ferdinand Jeindl, Krumbach

 

Bischöfe ignorieren Wildwuchs der "do it yourself"-Messen

Immer unerträglicher wird die Situation bei den Sonntagsmessen landauf landab. In manchen Städten gibt es keine einzige Pfarre mehr, wohin man unbesorgt gehen könnte, um eine "normale" Messe mitfeiern zu können. Der Schwachsinn ist oft einfach nicht mehr zu ertragen. Die meisten Menschen, die sich ein solches Kasperltheater nicht mehr bieten lassen wollen, gehen einfach nicht mehr hin. Es ist die Ausnahme, daß sich jemand dann die Möglichkeit sucht, eine "alte" Messe zu besuchen (manche müssen dafür mehr als 100 km weit fahren). So haben in den letzten 20 Jahren die Hälfte der Sonntagsmeßbesucher die Kirche verlassen. Zunächst die Sonntagsmesse, und in der Folge, meist ein paar Jahre später, die Gemeinschaft der Kirchensteuerzahler. Nun hat man zwar in Rom dieses Problem längst erkannt und auch versucht, mit entsprechenden Dokumenten gegenzusteuern, diese werden jedoch von den Kirchenfunktionären vor Ort "nicht einmal ignoriert". Und die Bischöfe, die ja zuständig wären, schweigen dazu (Ausnahme: Bischof Krenn). Es handelt sich bei diesen Dokumenten stets nur um Wiederholungen von längst bekannten Regeln und Vorschriften. DIE WAHRHEIT hat das letzte Dokument "Instruktion zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester" an alle Pfarren und die meisten Priester in Österreich verschickt, nachdem es von den Ordinariaten praktisch verschwiegen wurde (wir haben noch einige Exemplare). Momentan soll in Rom wieder ein Dokument über die Liturgie in Vorbereitung sein.

Tatsache ist, daß die neue Messe die "Veranstalter" geradezu einlädt, eine "Vorstellung" für die Gläubigen zu geben (in den Konzilstexten ist, entgegen anderslautender Behauptungen, nirgendwo auch nur ein Wort von einem Volksaltar, der Gänsemarsch-Hand-in-den-Mund-Stehkommunion oder ähnlichem zu lesen!).

 

50 Jahre "Bildungshaus" Puchberg

DIE WAHRHEIT hat sich in der Vergangenheit immer wieder mit dem ehemals katholischen Bildungshaus der Diözese Linz, Puchberg, beschäftigt. Es fällt zunächst gleich auf, daß das Wort "katholisch" aus dem Namen entfernt wurde, und das ist zumindest ehrlich: Betrachtet man etwa das aktuelle Programmheft von Juni bis September 2003 (immerhin 4 Monate), gibt es keinen einzigen Titel mehr, der vermuten ließe, daß er irgendetwas mit unserem Glauben zu tun haben könnte. Es sei denn, man versucht in der Diözese Linz nunmehr - aufgrund anderweitiger Erfolglosigkeit, den Glauben mit Buschtrommeln zu verbreiten: Es gibt nicht weniger als 8 Kurse für "Afrikanische Trommeln" (je 4 Einstiegs- und Aufbauseminare), zum Teil sogar mit Warteliste! "Referent" ist Herr Bella Bello Bitugu. Man kann also schon gespannt sein, wann man demnächst in der Sonntagsmesse einen frisch ausgebildeten Glaubensverkünder trommeln hören wird.

Ansonsten gibt es das übliche Kursangebot: Die offenbar nach wie vor sehr beliebten Ikebana-Seminare, Zeichnen und Malen und nicht zu vergessen: die Kreistänze. Offenbar neu im Kursangebot (6 Tage!) : "Der Schnee am Kilimandscharo liegt in Vorarlberg" (wer hätte das gedacht?).

Anläßlich des 50-Jahr-Jubiläums des "Bildungs"-Hauses fand natürlich ein Festakt statt. Das Motto dazu war, zugleich sinnig und vieldeutig: "Berührungen" (O-Text: "Weil wir einen engen Zusammenhang zwischen Bildung und Berührung sehen"). Dazu gibt es natürlich auch das passende Seminar: "Die Kunst der Berührung". Ein Grußwort gab es von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer (es ist Wahlkampfzeit!), den Festgottesdienst hielt Diözesanbischof Maximilian Aichern. In all den 20 Jahren wurde übrigens kein einziges Wort der Kritik des Bischofs am sogenannten Bildungshaus Puchberg bekannt.

Aussagekräftig und ehrlich ist auch das Selbstverständnis der Leitung des Bildungshauses, wörtlich: "Unser Ziel ist es, im Horizont eines christlich-humanistischen Welt- und Menschenbildes Orientierung und Weiterbildung anzubieten, damit unser aller Leben besser gelingen kann."

Die Renovierung und der Betrieb des Bildungshauses Puchberg kosteten und kosten viele Euro-Millionen. Die Katholiken werden von der Diözese per weltlichem Gericht gezwungen, dies alles mitzufinanzieren!

 

Briefe

Warum ein Jugendlicher die "alte" Messe besucht

Seit meiner Kindheit genieße ich eine christliche Erziehung, zu der natürlich auch der sonntägliche Gottesdienstbesuch gehört. Der Zustand, in dem sich die Hl. Messe seit den 70er Jahren befindet, hat meine Eltern immer wieder dazu gebracht, laufend die Pfarren zu wechseln. In den letzten Jahrzehnten ist es leider immer schwieriger geworden, eine Hl. Messe besuchen zu können, die im richtigen Liturgieablauf zelebriert wird.

Vor ca. 5 Jahren hatte ich das erste Mal Gelegenheit, eine Hl. Messe im tridentinischen Ritus zu besuchen. Mit der Zeit fielen mir einige größere Gegensätze auf, die mich zum Nachdenken anregten. Der deutlichste und meiner Meinung nach auch wichtigste Unterschied ist die Gebets- und Blickrichtung des Priesters. Für einen Außenstehenden machen die Richtung hin zum Volk und der Volksaltar den Eindruck, als ob das Volk den Priester und nicht Jesus Christus im Tabernakel gemeinsam mit dem Priester anbetet. Auf mich macht auch die lateinische Sprache einen ehrfurchtsvolleren Eindruck als unsere Muttersprache. So wird für mich die Hl. Messe zu einem mystischen und einzigartigen Ereignis. Was ich in der neuen Liturgie auch sehr vermisse, ist das individuelle und persönliche, stille Gebet. Man ist ständig dazu aufgerufen dem Gebet des Priesters zu folgen und gewisse Gebete mitzubeten.

Für die beweglichen Teile der Messe wie der Introitus oder die Oration so wie auch für den gesamten Liturgieablauf gibt es den altbewährten Schott, den ich jedem Interessierten und "Anfänger" auf jeden Fall empfehle.

Zum Abschluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich keinesfalls die neue Liturgie oder Leute, die diese zu schätzen wissen, verurteilen möchte. Ich bin der Meinung, dass ein gläubiger und gottesfürchtiger (nicht menschenfürchtiger) Priester, egal in welcher Liturgieform, ein würdiges Messopfer darbringen kann. J.M. (20 Jahre)

 

"Verabschiedung" eines Priesters

An den österreichischen Provinzial der Steyler Missionare, P.Anton Fencz SVD, ging am 26.7.03 folgender Brief, der bis heute leider ohne Antwort blieb:

Hochwürden, durch Zufall wurde ich gestern, am 25.7.2003, Zeuge, wie Sie anläßlich der Freitag-Abendmesse Ihren bisherigen Mitbruder und bisherigen Pfarrer von Wels Herz-Jesu, P. Johann Bauer SVD "verabschiedeten", der nun, nach 20 Jahren, "einen neuen Lebensabschnitt beginnt". Worin dieser "neue Lebensabschnitt" besteht, wurde die ganze "Feier" über nicht klar. Jedenfalls hatte man zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, daß es etwas sein könnte, was nicht in Ordnung wäre. Oder gar, daß der betreffende Priester dabei ist, sein Priesteramt auf den Nagel zu hängen bzw. ein ewiges Gelübde zu brechen. Es war zweifellos eine durch und durch harmonische "Feier". Bemerkenswert war jedenfalls, daß sich Ex-Pfarrer Bauer ausdrücklich bei Bischof Aichern, dem alten und dem neuen Generalvikar sowie Ihnen, P. Provinzial, für das überaus große Verständnis bedankte, das Sie ihm alle entgegenbrachten, nachdem Sie schon längere Zeit über seine "Pläne" informiert waren. Diese Aussage blieb auch von Ihnen unwidersprochen. Der tosende Applaus durch die relativ vielen anwesenden Pfarrangehörigen am Ende der "Feier" gibt nur Zeugnis vom heutigen Zustand der Kirche in unserem Land.

Wie Sie, Hochwürden, als Provinzial, eine solche (letzte) Eucharistiefeier in Konzelebration mit einem Priester vor seiner bisherigen Gemeinde feiern können, ist für mich nicht nachvollziehbar. Aber ich bin mir sicher, daß Sie damit dem Priesteramt und der Kirche keinen sehr großen Dienst erweisen. Wenn hier schon jemand einen Anlaß zum "Feiern" sieht, kann man so etwas nicht im Pfarrsaal veranstalten???

Hochwürden, eine Frage hätte ich aber doch, die mir dauernd im Kopf umgeht: In Ihrer ausgesprochen wohlwollenden Dankes- und Lobesrede an Ex-Pfarrer Bauer bedankten Sie sich u.a. - keinesfalls ironisch! - ausdrücklich für seine "TREUE". Könnten Sie mich aufklären, wie Sie das gemeint haben?

Mit den besten Wünschen für Sie und Ihren Orden verbleibe ich Herbert Lindner

 

 

P. Schmidberger an Kard. Ratzinger

Ebenfalls bisher unbeantwortet blieb folgender Brief von P.Schmidberger (Priesterbruderschaft Pius X) an Kardinal Joseph Ratzinger:

Eminenz Reverendissime, bitte erlauben Sie mir, mich in einem dringenden Anliegen an Sie zu wenden. Am 24.Mai erschien im "Tablet" ein schriftlich abgefaßter Vortrag von Kardinal Kasper, welcher Ausführungen bezüglich der apostolischen Sukzession und des päpstlichen Primates enthält, die mit der katholischen Lehre kaum zu vereinbaren sind.

Solche Ansichten verwundern nur zum Teil, vertritt doch Kardinal Kasper als Theologe 1967 einen vollkommen pantheistischen Gottesbegriff, den er bis heute nicht widerrufen hat. Ich lege Ihnen beide Texte als Beleg in Fotokopie bei.

Mit der inständigen Bitte, der weiteren Verbreitung solcher Irrlehren ein Ende zu setzen, bin ich Ihr in Christo et Maria ganz ergebener P.Franz Schmidberger

(Kopien an die Kardinäle Arinze, Castrillón Hoyos, Mayer, Medina Estévez und Stickler).

 

An das Versandhaus Quelle

Offener Brief an den Vorstand und an die Geschäftsleitung der Fa. Quelle AG, D-90760 Fürth:

Sehr geehrter Herr Dr. Achenbach, sehr geehrte Damen und Herren, nachdem Sie von einem ursprünglich ansprechenden Versandhaus jetzt mit Ihrem mehrseitigen Angebot an Pornoartikeln (Katalog Herbst / Winter 2002) zu einem Kaufhaus mit Pornoartikeln geworden sind, möchte ich meine jahrzehntelange Kundentreue hiermit umgehend beenden. In den ganzen Jahren hatte ich nahezu meinen gesamten Bedarf an Hausrat und Kleidung von Ihnen bezogen. Ich bin jedoch der Auffassung, daß dies keinesfalls bei einem Versandhaus mit Pornoartikeln erfolgen muß. Deshalb möchten Sie von einer weiteren Zusendung der Kataloge absehen. J.Leuchter, D-82327 Tutzing

Kommentar: Leider gibt es bei uns nur ganz wenige Christen, die bereit sind, auch nur einen Brief zu schreiben oder sich gar an einem Boykott zu beteiligen. In den USA würde sich eine große Firma gar nicht getrauen, solche Artikel in ihr Sortiment aufzunehmen, weil es dort gut organisierte Verbraucherverbände gibt.

 

Umdenken einer jungen Frau

Geehrtes Redaktionsteam! Ich weiß nicht mehr, wie ich zum Rundbrief der Heimatmission kam. Aber aus anfänglicher Ablehnung (zu extrem) wird nun doch Interesse. Die Artikel zeichnen sich durch scharfe Logik, Mut und sprachliche Gewandtheit (oder auch Offenheit) aus. So komme ich bei einigen Dingen zum Nachdenken und auch zu Zustimmung. Ich habe so klar noch selten wo Stellungnahmen zu kirchlicher Praxis gehört, was mir schon selber aufgefallen ist (bin Jahrgang 69).

Teils bin ich erleichtert zu hören, daß es auch anderen so geht und es nicht immer richtig läuft. Ich komme mir damit zwar extrem und konservativ, fanatisch, eng ... vor, aber das Leben ist ja auch nicht rücksichtsvoll und locker, wenn man nicht aufpaßt. Oder bin ich zu kritisch? Besser als feige. Viel Kraft und Segen aus Tirol.

 

84-jährige Klosterschwester

Vielen Dank für die Zusendung der Zeitschift DIE WAHRHEIT. Sie publizieren wirklich die Wahrheit!

Ich habe diese Zeitschrift schon einige Jahre von Ihnen bekommen, aber ich habe Ihnen kein Geld geschickt. Ich bin Tschechin und war 33 Jahre in den Missionen in Kolumbien und Brasilien. Ich bin schon 84 Jahre alt und habe kein Geld und auch keine Verwandten in meinem alten Vaterland. Ich danke Ihnen tausendmal und kann Ihnen nur mit meinem Gebet zahlen.... Sr. L. H.

 

Ohne Beichte zur Erstkommunion

In unserer Pfarre und den Nachbargemeinden müssen die Kinder vor der Erstkommunion nicht mehr beichten, weil sie angeblich noch zu klein sind, um eine schwere Sünde zu begehen. Erst ein Jahr später können oder müssen sie zur Beichte. Aber da geht dann eh' keiner mehr. Die gehen nie mehr zur Beichte. Diese Kinder bekommen gar nie das rechte Gefühl (ich finde nicht die richtigen Worte!), sie empfinden alles nicht so schlimm, man kann ja auch ohne Beichte zur Kommunion. Glauben Sie mir, Kinder können mit 8 Jahren schon allerhand: z.B. streiten, schlagen, lügen, betrügen und auch stehlen!! Da ist vom Anfang an schon der Wurm drin! C.G. Feldkirch

Kommentar: Diese Praxis gibt es in vielen Pfarren. Es ist uns keine einzige Stellungnahme eines Bischofs dagegen bekannt.

 

Der Engel des Herrn

Der Sinn des Gebetsläutens

Am Anfang des 2. Jahrtausends ist ein leidenschaftlicher Sinn für die Betrachtung des Mensch gewordenen Gottessohnes lebendig geworden. Der hl. Bernhard hat hier wohl die Initialzündung gegeben. Er zeichnete auf der einen Seite die Unsichtbarkeit und die Unfaßbarkeit Gottes mit deutlichen Worten. Im Kontrast dazu sagte er: Und wenn ich das Kind im Schoß Mariens anschaue, schaue ich Gott selber.

Das Geheimnis des Anfangs vom göttlichen Leben im Schoße Mariens durch die Ankündigung des Engels hat den hl. Franz von Assissi besonders berührt. Er hatte das Haus Mariens in Nazareth noch vor der Übertragung nach Italien besucht, heute Haus Loretto.

Aus dieser Ergriffenheit ist der "Engel des Herrn" entstanden, dessen Übung sich schnell verbreitete. Er hatte wohl auch Bezug zu den kirchlichen Gebetszeiten in der Frühe, zu Mittag und am Abend.

Der Islam glaubt nicht an die Menschwerdung des Gottessohnes Jesus Christus. Deswegen wurde der Engel des Herrn und das Läuten dazu auch als Abwehr der Türken verstanden. Als solche hat es Papst Callistus III. 1456 vom Freitag auf jeden Tag ausgedehnt und als Gebetsruf gegen die Türken eingeführt.

Die Einladung zum "Engel des Herrn" ist heute wieder ein dringender Aufruf an die Christen selber, um die Menschwerdung in Jesus Christus zu bekennen und um dem Vordringen anderer Religionen, die die Menschwerdung Gottes leugnen, wie z.B. der Islam, zu wehren. Beten Sie dieses Gebet, wenn Sie die Gebetsglocken hören oder auch als Tischgebet!

 

Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft und sie empfing vom Heiligen Geist. Gegrüßet seist Du, Maria,....

Maria sprach, siehe ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort. Gegrüßet seist Du, Maria,....

Und das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnt. Gegrüßet seist Du, ...

 

Aufruf zum Gebet für den kommenden Linzer Bischof

In spätestens 4 Jahren erhält die Diözese Linz einen neuen Bischof. Einen guten Bischof kann man sich sicherlich erbeten. Beten wir also gemeinsam um einen gläubigen, mutigen Nachfolger, der auch der Funktionärsclique widerstehen kann! Wertvoll können auch Briefe an Nuntius Erzbischof Dr. Georg Zur (Theresianumgasse 31, 1040 Wien) sein, der ein gewichtiges Wort in der Bischofsnachfolge zu sprechen hat. Niemand beklage sich später!

 

 

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