Rundbrief Nr. 65 (November 2002)  

 

Zur Nationalratswahl 2002

Drei Fragen an die Parteivorsitzenden

Gemeinsam mit 8 anderen katholischen Publikationen haben wir an die Obmänner der vier im Parlament vertretenen Parteien, Dr. Gusenbauer, Ing. Reichhold, Dr. Schüssel und Prof. van der Bellen folgende Fragen gestellt:

1. Was werden Sie veranlassen, wenn Ihre Partei in Regierungsverantwortung gelangt, um Ehe und Familie geistig und materiell zu fördern und zu stärken?

2. Was werden Sie veranlassen, um die hohe Anzahl der Abtreibungen zu verhindern? Wollen Sie die Menschen auch vor Pornographie schützen?

3. Was werden Sie gegen Werbung für Homosexualität veranlassen, wenn Sie an die Regierungsverantwortung kommen?

Aus Platzgründen können wir hier nicht die kompletten Antworten abdrucken, Sie können diese aber gerne bei uns anfordern. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Die SPÖ hat gar nicht geantwortet. Allerdings sind ihre Positionen weitgehend bekannt: Sie hält wenig von einer Unterstützung jener Mütter, die zuhause ihre Kinder selbst erziehen wollen. Auch die positive Einstellung zur Abtreibung ist bekannt. Neuerdings wirbt die SPÖ u.a. auch mit der sogenannten Homo-Ehe (= "standesamtlich eingetragene Partnerschaft"). Wir haben auch die Rolle der SPÖ bei den "Sanktionen gegen Österreich" nach der vergangenen Nationalratswahl noch nicht vergessen.

FPÖ und ÖVP haben zur Frage 1 (Ehe) sehr ähnliche Antworten geschickt: Beide verweisen auf die in den vergangenen zweieinhalb Jahren erreichten Verbesserungen für die Familien. Als Erfolg sei dabei u.a. zu verbuchen, daß der Geburtenrückgang zumindest gestoppt werden konnte. Beide Parteien verpflichten sich weiterhin zu einer familienfreundlichen und -fördernden Politik.

Die ÖVP schreibt zu Frage 2 (Abtreibung) sinngemäß, sie sei zwar gegen Abtreibung, aber es gibt derzeit weder in der Bevölkerung noch im Parlament eine Mehrheit gegen die "Fristenlösung" (Anm.d.Red.: d.h., die Abtreibung ist zwar gesetzlich verboten, aber in den ersten drei Monaten "straffrei"). Nicht ganz zu unrecht verweist sie u.a. auf die Kirche (74% der Österreicher sind noch Katholiken), welche zu einer Meinungsänderung beitragen könnte. Zur Eindämmung der Homo-Werbung (Punkt 3) hat die ÖVP keine konkreten Pläne, sie möchte jedoch den Schutz der Familie in der Verfassung verankern.

Die FPÖ will die Abtreibungszahlen (Punkt 2) durch Förderung der Familien senken und verweist auch auf das erste "Babynest" in Österreich. Sie ist gegen Pornographie. Zu Punkt 3 (Homo) - sieht die FPÖ keine Veranlassung zu einer Änderung der derzeitigen Gesetzeslage.

Die Grünen sandten uns eine aufschlußreiche Stellungnahme: Zu Ehe und Homo (Punkte 1 und 3) meinen sie u.a. wörtlich: "... Politik hat ... nicht eine bestimmte Form von Zusammenleben zu fördern". (Anm.d.Red.: Aus dem gesamten Text geht hervor, daß es keinen Unterschied zwischen der "herkömmlichen" und einer Schwulen- oder Lesben-"Ehe" geben soll). Zu Punkt 2. Die Abtreibungen wollen die Grünen u.a. durch die Forschung nach Verhütungsmitteln für Männer bzw. noch mehr Aufklärung der jungen Menschen reduzieren. Die Pornographie sei, so die Grünen, nur deshalb so "attraktiv", weil Sex in der Gesellschaft noch immer ein Tabu ist. Die Grünen treten daher für eine Freigabe der Pornographie ein und wollen in diesem Zusammenhang auch die Position der "Sexarbeiterinnen ... sowohl rechtlich wie gesellschaftlich und sozial stärken" (Anm.d.Red.: mit "Sexarbeiterinnen" meinen die Grünen die Prostituierten).

Unser Kommentar: Die nächste Wahl ist für Österreich eine Richtungsentscheidung! Alles andere als eine Fortsetzung der bürgerlichen Koalition wäre für unsere Gesellschaftsordnung wohl eine mittlere Katastrophe - zumindest aus christlicher Sicht.

 

Zur Lage der Kirche und des Glaubens

Sonntagsmeßbesuch: minus 47%!

Der Sonntagsmeßbesuch ist in der Diözese Linz in den letzten 20 Jahren um 47 % zurückgegangen. Die gesamt-österreichischen Zahlen liegen uns nicht vor, sie sind aber höchstens um wenige Prozente besser. Zu beobachten ist eine Beschleunigung dieser Tendenz, denn allein in den letzten 9 Jahren (1993-2002) nahm der Meßbesuch in Linz um 32%(!) ab. Wenn man Gesamtösterreich betrachtet, gingen 1992 noch 1,3 Millionen zur Sonntagsmesse, 2002 waren es nur noch 860.000 (-32% in 10 Jahren). Man muß hier kein Prophet sein, um zu erkennen, wohin die Reise geht. Wer heute am Sonntag nicht mehr in die Kirche geht, ist morgen der nächste Kandidat für den Kirchenaustritt (tatsächlich kann man ohnehin nur aus der "Vereinigung der Kirchensteuerzahler" austreten, denn durch die Taufe ist und bleibt man Mitglied der Heiligen Katholischen Kirche).

1,1 Mio. (14%) Österreicher ohne Religion

1,1 Millionen Österreicher (von 8 Mio.) sind heute bereits "ohne Bekenntnis" (12%) oder "ohne Angabe" (2%). Der Islam hat mit 4,2% nur mehr einen geringen Rückstand auf die Protestanten mit 4,7%. Die Katholiken haben heute in Österreich nur noch einen Anteil von 73,6% an der Bevölkerung (in Wien sind es bereits weniger als 50%). Hier die Zahlen der Diözese Linz: 1982: 88,6%, 1992: 81,1%, 2002: 77,7%. Angesichts dieser Entwicklung möchte man meinen, daß unsere Hirten sich in Sack und Asche kleiden und das - noch verbliebene - gläubige Volk zur Buße und Sühne aufrufen, jedoch: nichts dergleichen geschieht.

Räte, Gremien, Kommissionen

Die Situation der Kirche bzw. des Glaubens ist in allen westlichen Ländern schlecht, genauer gesagt: katastrophal. Über die Ursachen dieser schweren Krise macht man sich natürlich seine Gedanken. Die simpelste Begründung lautet: Die Zeit und die Umwelt sind heute so schlecht und ungünstig für den Glauben. Dagegen muß man einwenden, daß die Umwelt in früheren Zeiten - gerade zu Beginn des Christentums - noch viel "ungünstiger" war. Der Wohlstand ist hingegen sicher ein wichtiger Faktor der Glaubenskrise!

Viele sehen eine Ursache für die Krise der Kirche in den neuen Strukturen, die nach dem Konzil eingeführt wurden - mit all den unzähligen Räten, Gremien, Arbeitsgruppen, Referaten, Kommissionen uva. (sie werden noch immer mehr!). "Demokratisch" wird über die größten Schwachsinnigkeiten "abgestimmt". Die wirklich Verantwortlichen - ob Bischöfe oder Priester - getrauen sich offenbar gar nicht mehr, eigene Entscheidungen zu treffen, oder wissen sie gar nicht mehr, daß sie die eigentlich Verantwortlichen sind?

Menschendienst statt Gottesdienst

Ein anderer, wenn nicht sogar der Hauptgrund für die Krise, ist die Heilige Messe, wie sie sich nach dem Konzil entwickelt hat (viele Gläubige meinen, die heutige Messe mit dem Volksaltar, der Volkssprache, der Hand- / Stehkommunion uvam. wäre vom letzten Konzil so beschlossen worden. Dies ist ein großer Irrtum, der von manchen Leuten gezielt verbreitet wird - lesen Sie sich dazu das kurze und aufschlußreiche Kapitel des Konzils über die Liturgie!).

Was aber in der Zwischenzeit aus dem Hl. Meßopfer vielerorts geworden ist, ist für viele normale Katholiken schlicht unerträglich. "Liturgiekreise" versuchen Woche für Woche ihr Glück. Das Ergebnis ist oft theologischer Stumpfsinn, oft auch "nur" ein Kasperltheater. Kein Gottesdienst gleicht mehr dem anderen, manche sind als Hl.Messe überhaupt nicht mehr erkennbar. Die Menschen verlassen jedenfalls in Scharen die Sonntagsmessen (siehe Statistik). Manche weichen in andere Kirchen aus, einige fahren jeden Sonntag mehr als 100 km, um einen würdigen Gottedienst feiern zu können, ohne mit irgendwelchen Sondervorstellungen überrascht zu werden. Die heutige Liturgie war übrigens vom Anfang an immer wieder ein Hauptthema unseres Rundbriefes (Der Titel von Nr.2 - 1986 lautete "Die Hl.Messe - ein gesellschaftliches Ereignis?").

Im Konzilstext heißt es u.a. zur Liturgie (22.$3) "Deshalb darf niemand sonst (Anm.d.Red.: gemeint sind - auch nur in speziellen Fällen - die Bischöfe), auch wenn er Priester wäre, nach eigenem Gutdünken in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern". Und was geschieht seit Jahren bei uns? Völlig unverständlich ist es, daß die Bischöfe bzw. die Bischofskonferenzen, obwohl sie täglich mit den Mißstände konfrontiert werden, diesen himmelschreienden Skandal offenbar schlicht ignorieren.

Die Mär vom Priestermangel

Man möchte die Beschäftigung fürstlich bezahlter "Oberlaien" (Pfarrassistentinnen, Pastoralxxx... und wie sie alle heißen) in der Seelsorge, die bei den Gläubigen zu einem immer größeren Ärgernis führt, immer wieder mit dem zunehmenden Priestermangel begründen. Ja, es stimmt, daß z.B. in der Diözese Linz der Priesternachwuchs inzwischen auf NULL gesunken ist (was aufgrund des Umfelds in der Diözese keineswegs überrascht). Tatsache ist jedoch, daß die Zahl der Gottesdienstbesucher inzwischen dreimal so schnell abnimmt, wie die der Priester! Hier wieder das Beispiel aus der Diözese Linz: 1982 hatte ein Priester noch durchschnittlich 343 Gottesdienstbesucher zu betreuen, 1992 waren es noch 301 und 2002 sind es nur mehr 225 (vom praktischen Wegfall der Beichstuhlzeiten und der Übernahme vieler Pflichten durch fleißige ehrenamtliche Laien wollen wir hier gar nicht reden). Das heißt, heute kommen auf einen Priester um gut ein Drittel weniger Gottesdienstbesucher als noch vor 20 Jahren. Trotzdem "sparen" heute viele Priester, z.B. an Meßfeiern (eine halbe Stunde pro Tag), und nehmen wöchentlich einen "LIFT" (=liturgiefreier Tag). Sie sparen u.a. auch mit der Priesterkleidung (entgegen den Vorschriften) und treten in der Öffentlichkeit nur mehr inkognito auf. Damit verschwindet nicht nur ihr persönliches Zeugnis sondern auch die Präsenz der Kirche aus den Augen der Öffentlichkeit bzw. der Menschen. Eine alte Volksweisheit sagt: Jedes Volk hat die (soviele) Priester, die es verdient (oder: erbetet!).

 

Verbotene Laienpredigt

Die Laienpredigt in der Hl. Messe war und ist laut Kirchenrecht seit eh' und je' verboten. Das heißt, nur ein Priester oder Diakon darf predigen, und auch der Bischof kann diese Vorschrift nicht aufheben! Der Papst und der Vatikan haben dies in den letzten Jahren immer wieder bekräftigt. In Österreich, und hier besonders in der Diözese Linz, predigen seit vielen Jahren regelmäßig die sogenannten "Pastoralassistentinnen, Pfarrassxxx...." und dergleichen. Sie haben diese regelmäßige Predigtverpflichtung sogar in ihrem "Arbeitsvertrag" stehen! Jedenfalls erregen sie bei den Gläubigen, sofern diese überhaupt noch in diese Kirchen gehen, großes Ärgernis.

Nun versprachen die österreichischen Bischöfe dem Papst anläßlich des letzten Ad-Limina-Besuches im November 1997, sie werden dies "korrigieren" (2003 ist der nächste Ad-Limina-Besuch). In der Frühjahrsvollversammlung 2002 der österr. Bischöfe wurde wieder eine neue Verordnung beschlossen, die allerdings wieder genau dasselbe sagt, was immer schon galt: Die Laien dürfen in der Messe nicht predigen. Man fragt sich nun als einfältiger Laie, was dieses ganze Spiel eigentlich soll? Warum vergattern die einzelnen Bischöfe nicht ihre eigenen Oberlaien (Angestellte der Diözese!), ändern deren "Arbeitsverträge", und weisen - wenn nicht anders möglich unter Androhung der Kündigung - auf diese immer schon bestehende Vorschrift hin???

Laien dürfen keine Pfarre leiten!

Ganz ähnlich liegt das Problem bei den in Linz sogenannten "Pfarrassistentinnen" (das sind Männer oder Frauen, die als "Pfarrerersatz" eine Pfarre leiten - in anderen Diözesen gibt es, sofern vorhanden, dafür auch andere Namen). Laut Kirchenrecht kann jedoch nur ein Priester eine Pfarre leiten! Auch der Papst weist immer wieder persönlich auf diese Tatsache hin und betont, daß es dafür auch bei extremem Mangel keine Ausnahme gibt. Soeben erschien wieder ein gleichlautendes Dokument aus dem Vatikan dazu. Dagegen die Praxis in Linz: Ganz ungeniert berichtet z.B. das Jahrbuch der Diözese Linz Jahr für Jahr von den Pfarren: "... 25 davon werden von Pfarrassistentinnen geleitet".

 

Der Niedergang der Lehre

Fragen Sie einmal einen Jugendlichen, der mindestens 9 Jahre Religionsunterricht hinter sich hat, nur nach dem Glaubensbekenntnis oder nach den 7 Sakramenten. Sie können diesen Test - mit sicherlich dem gleichen Ergebnis - auch bei einem Mitglied der "Katholischen Jugend" machen. Was lief hier in den letzten Jahrzehnten falsch? Manche wollen dafür die Eltern verantwortlich machen, das wäre aber ein bißchen zu einfach (die ersten Christen hatten auch keine katholischen Eltern). Auch den Religionslehrern und Jugendführern kann man die Schuld nur bedingt geben, selbst wenn sie noch so einen Schwachsinn oder auch Irrlehren verbreiten: Denn sie wurden ja von kirchlichen Stellen ausgebildet, eingesetzt und werden laufend von einem Verantwortlichen überprüft - zumindest theoretisch!

Auch das sonderbare Liturgieverständnis - gerade bei frisch ausgebildeten Priestern und Laien - müssen diese ja irgendwo "gelernt" haben. Heute meint man offenbar weithin, die Leute, die zur Messe kommen, müssen vom Priester (oder auch vom Oberlaien) "unterhalten" werden - sonst kommen sie womöglich nächstes mal nicht mehr. Letztlich ist diese Art von Liturgieverständnis die Wurzel allen Übels bei den heutigen Gottesdiensten.

Man muß das Problem schon an den Ausbildungsstätten und bei den Verantwortlichen suchen - dort wird man garantiert fündig! Dies betrifft die theologischen Hochschulen, die sogenannten katholischen Bildungshäuser uvam., aber in letzter Instanz doch direkt die für die Diözese Verantwortlichen.

Zitat des Papstes vom 5.9.2002: "Es ist traurig und besorgniserregend, daß in einigen theologischen Schulen und Seminaren Professoren lehren, die selbst schlecht vorbereitet sind oder gar die Lehrmeinung der Kirche gar nicht vertreten. Man darf nicht zulassen, daß den zu Unterrichtenden Erzieher und Professoren zugemutet werden, die nicht ausdrücklich in Gemeinschaft mit der Kirche stehen und ganz eindeutig nicht nach Heiligkeit streben".

 

Gebet für die Bischöfe (Hl.Petrus Canisius, +1597):

 

Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast für die Leitung Deiner Hl. Kirche und die Glaubenseinheit über uns die Bischöfe gesetzt als Nachfolger der Apostel, als Wächter und Beschützer der Seelen. Gieße aus über sie, so flehen wir inständig zu Dir, eine Gnadenfülle, wirksam genug, daß sie sich immer mehr als gute Hirten bewähren und nutzbringend arbeiten zu Deiner Verherrlichung und unserem Heil. Daß sie durch ihr Wort und vor allem durch ihr Beispiel vollkommen alle Pflichten erfüllen, die ihnen aufgetragen sind. Daß sie den christlichen Glauben rein von jedem Irrtum bewahren. Daß wir unter ihrer glückbringenden Leitung allezeit leben können in Frömmigkeit, Frieden und christlicher Liebe. Amen.

 

Briefe

"Kunst"-Skandal mit Schülern

Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer (ÖVP) hatte Herrn Dipl.Ing.Dr. Felix Bentz zum 70. Geburtstag ein Glückwunschschreiben "namens des Landes Oberösterreich" übermittelt. Dr. Bentz fühlte sich zu folgender Antwort genötigt:

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!

Gerne hätte ich Ihnen für Ihre freundlichen Glückwünsche zum Geburtstag gedankt. Nun hindern mich aber schwerwiegende Umstände, diese Ihre Wünsche dankbar entgegenzunehmen.

Ich beziehe mich auf die Ausstellung der Bilder von Haring in der Galerie der Stadt Linz von Jänner bis April 2002. Ob Kunst oder nicht - es handelt sich zweifelsfrei um Bilder von teilw. stark pornographischem, sadistischem und auch blasphemischem Charakter, um wahrhaft grauenhafte und widerliche Darstellungen. Nach einer Empfehlung des Landesschulrates wurde diese Ausstellung von ca. 500 Schulklassen (etwa 10.000 Schülern) besucht, darunter Volksschüler.

Sie wurden, s.g. Herr Landeshauptmann, von mehreren Seiten voll informiert und trotzdem lief diese Schüleraktion planmäßig ab. Dies bedeutet für viele Menschen im Land einen unfaßbaren Tatbestand, ein ungeheures Ärgernis. Sie tragen als Landeshauptmann eine klare politische Letztverantwortung, hier umso mehr, als Sie der eigentliche Präsident des Landesschulrates sind. Ohne jeden Zweifel handelt es sich um ein großes Verbrechen an den Kinderseelen, und es war ein ungeheurer Schock für viele aufrechte Menschen, erleben zu müssen, daß diese letzte politische Entscheidung so gefallen ist. Betrachten Sie dieses Schreiben bitte als einen Dienst Ihnen gegenüber. Hochachtungsvoll! Dr.Felix Bentz,Schärding

 

Zwei Briefe zur "Priesterinnen-
Weihe" in der Diözese Linz

An Diözesanbischof Dr. Maximilian Aichern:

Hochw. Exzellenz! Als römisch-katholischer Christ protestiere ich dagegen, daß am Schluß der Hl.Messe (11h30) am 24.2.02 bei den Ankündigungen eine "Priesteramtskandidatin(?)" für einen "ökumenischen" Gottesdienst in der altkatholischen Kirche warb. Diese Religionsgemeinschaft ist meines Wissens im Schisma und die Mitglieder demnach exkommuniziert. Womöglich eine Konzelebration mit altkatholischen "Priesterinnen"? Jedenfalls ein Sakrileg! Wenn ich an "liturgische Tänze" im Altarraum denke, fehlen noch leichtgeschürzte "Priesterinnen" und die "Konzilskirche" wird zu einem Baals-Kult.

Ich erwäge allen Ernstes, meinen Wohnsitz in eine andere Diözese (St.Pölten) zu verlegen, oder aus dieser Kirche auszutreten, weil ich aufgrund einer gültigen Taufe (1937) ohnedies Mitglied der Hl. röm.kath. Kirche bin und bleibe. Gott zum Gruße! Dr. K.Polak, Linz

 

An Generalvikar Mag. Josef Ahammer, Linz:

Sehr geehrter Herr Generalvikar, für Ihr freundliches Schreiben vom 25.6.02 bedanke ich mich recht herzlich. Leider kann ich mich Ihren Ausführungen nicht anschließen:

1. Entgegen Ihrer Darstellung liegen hier keine früheren offiziellen Stellungnahmen vor, aus denen ersichtlich ist, daß Herr Bischof Aichern die jahrelangen Vorbereitungen zur sogenannten "Priesterinnenweihe" in seiner Diözese untersagt hätte. Vielmehr, die Darstellungen der letzten Zeit in der Linzer Kirchenzeitung vermitteln exakt das Gegenteil. Das müßten Sie aber doch selbst auch sehen.

2. Indem am 1. Juni d.J. im Linzer Dom die "Frauenliturgie" gestattet wurde, hat die Diözese Linz damit das i-Tüpfelchen auf eine mögliche "Priesterinnenweihe" gesetzt! Daß diese Veranstaltung eine Signalwirkung haben soll, ist schon vom Datum her unübersehbar!

3. In der Diözese Linz wurde von mehreren Seiten so viel und so gründlich für die Sache geworben, daß Pfarreien in der Diözese Passau bereits damit begonnen haben, die Gläubigen auf "Priesterinnen" vorzubereiten. Das ist übrigens der Ausgangspunkt meines Protests. Als Nachbardiözese haben Sie die Pfarrgemeinden mit den Aktionen auf jeden Fall inspiriert. Nun bringen Sie doch bitte diesen Pfarrgemeinden bei, daß alles nur ein "Späßchen" war!

4. Zu den jahrelangen Vorbereitungen in der Diözese Linz für sogenannte "Priesterinnen" gibt es nicht nur keine offizielle Absage von Herrn Bischof Aichern, sondern alle Bischöfe haben dazu geschwiegen!

Erst als der Protest einiger Leute zu massiv wurde, hat man sich in Linz zu einer Stellungnahme am 10. Juni entschlossen! Das Datum zeigt, daß ohne diesen massiven Protest von Ihrer Seite aus nichts geschehen wäre! Ihre Aussage, daß in der Diözese Linz das Möglichste getan wurde, stimmt damit ganz einfach nicht! ...

Mit freundlichen Grüßen Jürgen Leuchter, Tutzing (D)

Anm.d.Redaktion: Wie Sie wissen, hat die sogenannte (illegale) "Priesterinnenweihe" am 29.6.2002 stattgefunden. In der Tat werben die verschiedenen Stellen und Publikationen der Diözese Linz seit Jahren für die Frau am Altar. Die Frauen unterscheiden sich auf den Fotos von den Priestern höchstens darin, daß sie sich die Stola lässig wie einen Schal um den Hals wickeln. Lesen Sie zum Thema Priesterinnenweihe auch den Beitrag von Prof. Alfred Kolaska auf Seite 6.

Hysterische Vereinsmeierei

Mit großem Interesse und Zustimmung las ich Ihre Nr. 64, vor allem auch den Leitartikel des ital. Pfarrers. Nichteinmal die Kirchensteuer widert mich derart an, wie die hysterische Vereinsmeierei selbsternannter Laien und Oberlaien ("Wir sind Kirche"), Pastoralassistent-inn-en, etc., sowie deren Gehälter. Warum begreifen selbst "unsere" Bischöfe (Eder, Laun, Küng, Krenn u. dgl.) und ihre Mitarbeiter nicht, daß diese Wichtigtuer mehr schaden als nutzen und ihre Gschaftlhuberei verirrten Schafen die Rückkehr zur Herde sehr erschwert. ... In diesem Sinne und mit der Bitte zum Herrn, "Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag geht zur Neige" grüßt in herzlicher sowie geistiger Verbundenheit

Franz Schmid, Salzburg

 

An Pastoralamtsleiter Vieböck

Betr.: Verfälschung des Wortes Gottes in der LKZ

Hochwürden! Wieder einmal verfälschen Sie in Ihrer Linzer Kirchenzeitung (3.10.2002) das Wort Gottes. Sie "zitieren" Phil.4,8: "Schließlich, Schwestern und Brüder: ...".

Es stellt sich hier die Frage, wie heilig ist Ihnen das Wort Gottes? Hat sich Gott Ihrer Meinung nach geirrt? Natürlich sind diese Veränderungen des Wortes Gottes durch Ihre Redaktion kein Zufall - offenbar will man sich damit bei einer Handvoll ausgeflippter Emanzen anbiedern. Wenn Sie diesen Damen wirklich einen Dienst erweisen wollen, sollten Sie in der Kirchenzeitung einmal eine Lehre über die christliche Demut veröffentlichen - ich kann mich nicht erinnern, dort jemals etwas darüber gelesen zu haben.

Hochwürden, ich weiß nicht, wie oft Sie mir schon zugesagt haben, daß solche Verfälschungen in Ihrer Kirchenzeitung nicht mehr vorkommen werden. Nachdem es trotzdem immer wieder "passiert", gibt es für mich dafür nur zwei mögliche Gründe: Entweder haben Sie zu wenig Einfluß auf Ihre Redaktion, oder Sie stehen selbst hinter dieser "Verbesserung" des Wortes Gottes. Ohne mehr für heute, Herbert Lindner

Heimatvertreibung

... Ich gehe nicht oft in diese Kirche, da gibt es auch Laienprediger, Pastoralassistenten. Es ist oft zum Weinen. Ich fahre in die Stadt in eine Klosterkirche, täglich, solange es mir meine Gesundheit und Alter erlaubt. Ich lege eine Spende bei! Frau F.E., Diözese Linz

 

 

Ein Trauungs-"Gottesdienst"

 

Komme gerade aus einem "katholischen" Trauungsgottesdienst und benötige jetzt meinerseits nervenärztliche Hilfe. Ich halte dies bald alles nicht mehr aus!

"Trauungsritual": selbst gestrickter Text des Brautpaares, Verzicht auf das kanonische Ritual, kein "JaWort", kein "bis daß der Tod euch scheidet". "Epistel": Lesung (nur) von Textpassagen aus der "Ars amatoria" von OVID (sic!). Evangelium: kein Kreuzzeichen des Priesters, ein paar Sätze aus dem NT, dann Schluß (machte ca. 5% der ovidschen "Epistel" aus, die von einer Laiin vorgetragen worden war). Predigt: keine (das Brautpaar hatte die ovidschen Texte vorher ausgiebig selbst interpretiert). "Friedensgruß": Aufforderung der Priesters an die Leute, sich auch zu umarmen und zu küssen (unter den Besuchern viele Frauen in hochsommerlich freizügiger - und "freisichtgebender" Kleidung). Kommunion: drängende Aufforderung an alle Gottesdienstbesucher, "zum Mahl" zu kommen. ... Der Priester in der Begründung: "Sie gehen ja nachher auch zum Hochzeitsmahl, niemand wird da das Essen verweigern". .... Dr.med.F.X. Schmid, Regensburg

 

Anm. d.Red.: Solche "Gottesdienste" sind beileibe (leider) kein rein "deutsches" Problem.

 

Kommunionverweigerung

 

... In dieser Pfarrkirche - meiner Taufkirche - wurde mir in einer Seniorenmesse, zu der ich eigens eingeladen worden war, die Kommunion verweigert, weil ich es gewagt hatte, mich - als einzige - hinzuknien. Eine höfliche Anfrage an den Pfarrer blieb unbeantwortet ... Prof. Ingeborg Blümel, Wien 

Anm.d.Red.: Solches ist zwar kein Einzelfall, aber deshalb bemerkenswert, weil landauf, landab (z.B. voriger Leserbrief) Menschen, die Jahrzehnte nicht bei der Beichte waren, oder sogar Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften von den Priestern direkt aufgefordert werden, "am Mahl teilzunehmen". Das einzige Hindernis an einem Kommunionempfang scheint heute vielerorts zu sein: "zu katholisch"!

 

Wieder: Kirchenkonzerte

 

Ich lasse Ihnen hiermit einige Sachen zukommen, aus denen ersichtlich wird, daß vermehrt auch profane Musikveranstaltungen in röm.-kath. Kirchen abgehalten werden. Meiner Meinung und Überzeugung nach handelt es sich dabei teilweise um Entweihungen / Profanierungen geweihter, nur dem Gottesdienst vorbehaltener Gotteshäuser. Besteht nicht hier eine Parallele zur Begebenheit im Tempel zu Jerusalem, als Christus die Händler daraus vertrieb, "weil das Haus Gottes soll ein Haus des Gebetes sein!"? Die Benutzung von Kirchenräumen nimmt immer mehr zu, wann kommt einmal ein Endpunkt, was muß passieren, damit der Niedergang zu einem Ende kommt? ... F.Wagner, Ampfelwang

Anm.d.Red.: Immer wieder schreiben uns Leser in dieser Sache. Seit Jahren weisen wir auf diese Mißstände hin. In einer Kirche sind lediglich Konzerte mit geistlicher Musik und niemals gegen Eintrittsgeld erlaubt!

 

Kloster St. Peter, Bludenz

 

Frohgemute junge Frauen sind herzlich eingeladen, bei den Schwestern (Dominikanerinnen) ihre Berufung für ein kontemplatives Ordensleben zu prüfen und einen neuen Zugang zu JESUS IM ALLERHEILIGSTEN ALTARSAKRAMENT zu entdecken. Priorin Sabina und der Konvent würden sich sehr freuen! Tel. (0043) 0552 / 623 29.

 

"Kath. Bildungshaus" Puchberg u.a.

 

... Frage: Kennen Sie das derzeitige Programm von Puchberg? Ein Kursbesucher bereits um 1960 herum: "Sollte ein Atomkrieg ausbrechen, soll die 1. Bombe auf Puchberg fallen, damit der dortige Stumpfsinn einmal ein Ende findet" (sarkastisch formuliert). Eine Religionslehrerin um 1970 herum: "Wer seinen Glauben nicht verlieren möchte, soll nicht nach Puchberg auf Exerzitien fahren". Ein äußerst aktiver AHS-Professor sagte enttäuscht vor zwei Jahren: "a) Der derzeitige Religionsunterricht gehört unverzüglich verboten und b) jene, welche die Gebote der Kath. Kirche nicht mehr anerkennen und halten wollen, sollen austreten." ... Alois Walchshofer,

langjähriger Leiter des Kath.Bildungswerkes Sierning

Anm.d.Red.: Besorgen Sie sich ein Kursprogramm von Puchberg, allein die Kurstitel sind lesenswert! Man muß sich bei vielen Kursen unserer "Kath.Bildungshäuser" fragen, welche davon überhaupt noch entfernt etwas mit dem Glauben unserer Kirche zu tun haben - selbstverständlich werden für die Finanzierung unsere Kirchensteuermillionen verwendet!

 

 

Betriebsunfall oder Strategie?

Eine Nachlese zur "Priesterinnenweihe" am 29.6.2002 - von Hochw.Prof.Dr. Alfred Kolaska, Wien

Das Tohuwabohu ("Irrsal und Wirrsal", nach dem jüdischen Philosophen Martin Buber) um die Priesterinnenweihe wird nur verstehbar, wenn man weiß, daß das Sakramentenverständnis in den letzten Jahrzehnten total zusammengebrochen ist. Dabei fällt auf, daß von höherer Seite, also von den zuständigen Verantwortungsträgern kaum gegengesteuert wird. Im konkreten Fall wäre es angebracht, in das Lukasevangelium zu schauen (6,12). Dort liest man, daß Jesus die ganze Nacht im Gebet zugebracht hatte und als es dann Tag wurde, er die Jünger zu sich rief und jene zu Aposteln auswählte, die er wollte. Niemand hatte ein "Recht" darauf, weder andere Männer noch Frauen aus seinem großen Gefolge. Niemand forderte auch eine "Gleichberechtigung" oder ein diesbezügliches "Menschenrecht". So waren und sind immer die Taten Christi Gebot für die Kirche Christi gewesen (Papst Gregor der Große).

 

Es gibt kein "Recht" auf Weihe!

Auch heute erfolgt die Berufung ausnahmslos durch die Kirche aus der Anzahl derer, die sich berufen fühlen. Niemand hat ein "Recht" auf die Weihe. Taten und Worte Jesu sind Verpflichtung für die Kirche von Anfang an gewesen und sind deshalb in Rechtsnormen gegossen worden. Nicht das Kirchenrecht stand am Anfang, sondern der Wille Jesu! Daher kann es keine Frage sein, "das Kirchenrecht zu ändern", weil es nicht in der Vollmacht der Kirche liegt, jene Vorgaben zu ändern, die vor dem bestehendem Kirchenrecht aus der Offenbarung durch Jesus Christus vorlagen. Somit sind auch irgendwelche rechtspositivistischen Pseudoargumentationen vollkommen deplatziert. Die bekannte Glaubensüberlieferung der Kirche hinsichtlich des Weihesakraments ist daher unveränderlich. Wer dagegen handelt, widerspricht dem Willen Jesu. Deshalb sind auch Frauenweihen - so sie geübt werden - vollkommen wirkungslos. Diese Wirkungslosigkeit ist mit dem Wort "ungültig" gemeint. Sie sind also nicht nur unerlaubt, sondern vollkommen unwirksam. Darüber kann es keine Diskussion geben, sondern nur gläubigen, absoluten Gehorsam. Wie gesagt, sind auch "die Kirche", "der Papst" und "Rom" an die Vorgaben Jesu gebunden. Vorgaben Jesu sind nicht in Frage zu stellen, sondern im Glauben zu erfüllen.

Anleihen bei anderen Konfessionen sind unbrauchbar, weil es dort gar kein Weihesakrament gibt (auch bei Männern nicht!). Das Weihesakrament gibt es nur in der katholischen, der orthodoxen und den altorientalischen Kirchen. Überall anders - in den Reformationskirchen bzw. allen Freikirchen - wird das Amt bloß funktional und nicht ontologisch gesehen (das gilt auch seit den "Frauenweihen" in den altkatholischen Gemeinschaften, die somit nicht mehr auf dem Boden der apost. Tradition stehen)!

 

Die Strategie im Hintergrund

Vielleicht täte es den Verfechtern des Frauenpriestertums gut, die Konzilskonstitution Lumen gentium (Nr.10, 39 und 40) zu lesen. Schon Ignatius von Antiochien mahnte: "Führt nicht Christus im Mund, während ihr nach der Welt verlangt!". Wer die nunmehr jahrzehntelange Entwicklung aufmerksam beobachtet hat, kommt zu der sorgenvollen Überlegung, daß es sich dabei wesentlich nicht um einen Betriebsunfall über den "Status Ecclesiae" - also um die Identität der katholischen, apostolischen Kirche - gehandelt hat, sondern daß im Hintergrund Strategie zu vermuten ist. Hat man doch wesentliche Aufgaben aus dem Weihesakrament ausgegliedert und entgegen der apostolischen Überlieferung Laien übertragen. Kommunionspender und -spenderinnen, Prediger und Predigerinnen, Einsegner und Einsegnerinnen aus dem Laienstand widersprechen diesem "Status ecclesiae". Damit hat man auch das Amt des Diakon vollkommen ausgehöhlt. Übrigens war seit den apostolischen Zeiten - außer in Notfällen - der Umgang mit dem Allerheiligsten nur den geweihten Amtsträgern (Bischof, Priester, Diakon) erlaubt. Notfälle in unserer Zeit gibt es nicht, da viel zu viele zur Kommunion rennen, die in Ermangelung der Heiligmachenden Gnade es gar nicht tun dürften.

 

Erneuerung des Saktramentverständnisses

Es wäre höchst angebracht, wenn die zuständigen Verantwortungsträger, vor allem auch zaudernde und unsichere Bischöfe, sich dieser katastrophalen Situation annehmen und das Sakramentenverständnis im Bewußtsein des Volkes, insbesondere auch bei den "Oberlaien" und in allen kirchlichen Bildungsstätten und Gremien, die die Brutstätten der Verwirrungstheologie geworden sind, wiederbeleben würden. Die Diözesanen Tintenburg-Katholiken bzw. die überflüssigen berufskatholischen Gremiokraten müßten endlich gehindert werden, weiterhin das Lehramt der Kirche zu verdunkeln. Mit der Abschaffung der uralten "Niederen Weihen" im Jahr 1971 - da war das II.Vatikanum längst vorbei - wurde strategisch der Anfang gemacht. Dies führte zu Ministrantinnen und anderen Fehlentwicklungen. Am Ende soll das "Frauenpriestertum" stehen. Wo dies passieren sollte, wäre man nicht mehr katholisch-apostolisch und daher nicht mehr Kirche Jesu Christi. Beten wir auch immer wieder um die Bekehrung der Irrgläubigen in der eigenen Kirche, beten wir um Mut für unsere Bischöfe, daß sie das ihnen aufgetragene Wächteramt wieder ausüben. In jedem weltlichen Unternehmen fliegt jeder hinaus, der gegen die eigene Firma tätig ist. Nur in der katholsichen Kirche soll es so sein, daß jeder machen kann, was er will, auch wenn er gegen ihr Selbstverständnis redet und handelt?

Generalvikar Ahammers
Aussagen zum Priesteramt

Einige Aufregung hat ein Bericht über die "Sendungsfeier der Pastoralassistenten" in der "Sonntags-Rundschau" vom 29.9.2002 ausgelöst. Generalvikar Ahammer meinte dort u.a., die Pfarr- und Pastoralassistenten nehmen eine Vorreiterrolle ein, und können nur eine Form von Priester sein. Daneben sollen die Zölibatspriester ihren Dienst tun (wen wundert's, daß das Linzer Priesterseminar inzwischen so gut wie leer ist? www.kath.net berichtet in diesem Zusammenhang, daß zwei weitere Priesterstudenten - die letzten? - die Diözese Linz verlassen).

Nach diesem Zeitungsbericht gingen jedoch die Wogen so hoch, daß sich Generalvikar Ahammer doch zu einem (halben) Dementi durchrang. Er habe, so seine Aussage, das alles so nicht gesagt und gemeint. Solche "Widerrufe" geschehen in kirchlichen Kreisen immer nach dem gleichen Schema: Zunächst kommt ein Skandal in einem auflagenstarken Medium hoch. Wenn dann zu viele Katholiken protestieren, kommt eine Korrektur, ein Widerruf, "vom Journalisten falsch wiedergegeben" o.ä. - aber das nur "im kleinen Kreis" (z.B. in einem persönlichen Brief). Eine Gegendarstellung im "großen" Medium, das die Meldung ursprünglich gebracht hatte, sucht man immer wieder vergeblich (auch diesmal ist uns keine bekannt).

Lesen Sie zu diesem Thema auch die untenstehende Stellungnahme des Linzer Priesterkreises.

 

Deutschland: "Multireligiöse Feiern"

Erfolgreicher Protest der Initiativkreise

Die deutsche Bischofskonferenz hat anläßlich ihrer letzten Vollversammlung neue "Leitlinien für multikulturelle Feiern von Christen, Juden und Muslimen zustimmend zur Kenntnis genommen." Gedacht ist dabei an alle öffentlichen Anlässe, bei denen Menschen verschiedener Konfessionen anwesend sind, z.B. Trauerfeiern, Schulgottesdienste(!), Einweihung von Gebäuden uvam.

Daraufhin protestierten die Initiativkreisvereinigung und Pro Sancta Ecclesia - u.a. per Inserat in der Frankfurter Allgemeinen. Die Resonanz war erfreulich groß - auch viele evangelische Christen zeigten sich solidarisch.

So sah sich Bischof Mixa, Eichstätt, doch genötigt, eine Stellungnahme abzugeben. Und, sieh' da: Plötzlich, laut seinem Brief, wurden diese Leitlinien von der Bischofskonferenz nur "als Entwurf" (diese beiden Worte fehlten im offiziellen Pressebericht) "zustimmend zur Kenntnis genommen". Und außerdem wird "ein endgültiger Text wahrscheinlich erst im kommenden Jahr" veröffentlicht (im Pressebericht war von "in Kürze" die Rede). Und nicht zuletzt "bittet" Bischof Mixa, dann "erst einen solchen Text ordentlich zu studieren, bevor ein Urteil gefällt wird"(!). Im Klartext: Die Gläubigen sollen gefälligst warten bist alles endgültig veröffentlicht ist. Übrigens: Wir zweifeln nicht daran, daß hochgestochene "Theologen" jahrelang mit den neuen "Leitlinien" beschäftigt waren.

 

Pastoralassistenten als "Prototypen" des neuen Priesters?

Stellungnahme des Linzer Priesterkreises zu den Aussagen von Generalvikar Mag. Josef Ahammer

Selbst Leute, die in der Kirche Verantwortung tragen, scheinen am zunehmenden Priestermangel eine gewisse Freude nicht verbergen zu können.

Sind wir allen Ernstes auf dem Weg zu einer priesterlosen Kirche? Nun häufen sich in der letzten Zeit, wo die Zahlen über den Priesternachwuchs nichts Gutes für die Kirche verheißen, aber wieder Meldungen, die vermuten lassen, dass selbst solche, die in der Kirche Verantwortung tragen, am zunehmenden Priestermangel eine gewisse Freude nicht verbergen können.

Bei all dem, wo eifrig über Seelsorgekonzepte gearbeitet wird, will man eigentlich keine Tragödie erkennen. Hört man nun genau hin auf das, was befragte Männer und Frauen der Kirche sagen, Visionen anzeigen und Voten versprechen, dann entsteht immer wieder der Verdacht, man wäre bemüht, Defizite der Kirche von heute als Chance auszuweisen. In vielen Bereichen haben Laien heute schon Aufgaben übernommen, die dem Kirchenrecht eindeutig widersprechen (vgl. z.B. Laienpredigt, Pfarrleitung), zudem sind nicht wenige Priester verweltlicht (z.B. auch Priesterkleidung).

Wird man das Fehlen von Priestern gar nicht mehr als Mangel empfinden, weil jetzt schon manche einen Wortgottesdienst, der von einem Laien gehalten wird, nicht mehr unterscheiden können von einer Hl. Messe, die ausschließlich vom Priester gefeiert werden muss? Zum einen führt das dazu, dass das Verständnis für den Priester radikal abnimmt, zum andern erscheint es so, als stehe der Priester der Verwirklichung des laikalen Selbst im Weg. Ist da nicht die Rede vom Priestermangel fragwürdig, wenn der Mangel überhaupt nicht mehr als solcher empfunden wird? Viele brauchen keinen Priester mehr, höchstens zur Befriedigung von Serviceleistungen. Wenn man nun bedenkt, dass ein grundlegendes Verständnis für das Priesteramt verloren gegangen ist, weil die Identität des Priesters in Endlosdebatten in Frage gestellt wird (Zölibat, Priestertum der Frau), dann wird man sich auch nicht wundern dürfen, dass geistliche Berufe nicht mehr wachsen können. Ich bin im Gegensatz dazu überzeugt, dass Berufungen dort wachsen, wo der ganze Glaube der Kirche lebendig ist. Dazu müssen wir eines klarstellen: Die Kirche braucht Priester, denn der Priester kann nur durch den Priester ersetzt werden. Eine priesterlose Kirche ist ganz gewiss nicht mehr die Kirche Jesu Christi. Es stimmt, wenn manche sagen, dass vieles bei uns nicht mehr stimmt!

Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner, Windischgasten, für den Linzer Priesterkreis.

 

Kurz berichtet

- Die UNO fordert von den Entwicklungsländern unter dem Titel "Familienplanung" seit Jahren u.a. Abtreibung zu legalisieren, Sterilisationen durchzuführen, "Sexualunterricht" an den Schulen einzuführen, Geburtenregelungsprogramme zu verwirklichen. Zum Teil wird die Zuteilung von Unterstützung mit der Erfüllung dieser Forderungen verknüpft. Präsident Bush hat sich am 22.7.2002 geweigert, dem Bevölkerungsfond der UNO eine Unterstützung der USA von 34 Millionen US-Dollar auszubezahlen. Er berief sich auf ein Gesetz, das die Unterstützung von Organisationen verbietet, die erzwungene Abtreibungen und unfreiwillige Sterilisationen entweder fördern oder organisieren. Jedoch, binnen lediglich zweier Tagen(!) - am 24.7. - erklärte sich die Europäische Union (Kommissar Poul Nielson) bereit, der UNFPA diesen Ausfall mit 32 Mio. EURO auszugleichen (unsere Steuergelder!). Das Europäische Parlament mußte nicht befragt werden.

- Die UNO hat erstmals zugegeben, daß die "Bevölkerungsexplosion" ins Land der Märchen gehört. Nach heutigen Erkenntnissen wird die Weltbevölkerung bereits vor 2050 wieder beginnen zu schrumpfen.

- Die erste wirklich seriöse Statistik über die Häufigkeit von Homosexualität wurde in Kanada ermittelt: Von allen in Kanada lebenden Paaren sind ganze 0,5% Homosexuelle (in diversen Kreisen spricht man gerne von 10%).

- Konservativ wird wieder modern: Laut einer Umfrage der Los Angeles Times betrachten sich drei Viertel der jüngeren röm.kath. Priester in den USA selbst als konservativer als ihre älteren Kollegen, die unmittelbar nach dem Konzil geweiht wurden. Die Jüngeren sind loyaler gegenüber Papst und Hierarchie und sind auch bei Reiz-themen (z.B. Empfängnisregelung) auf "Kirchenlinie".

- "Kultur" in Linz: Die ÖVP-dominierte oberösterreichische Landesregierung findet das Theater Phönix besonders förderungswürdig (mit unseren Steuergeldern). Laut Kulturbericht wurden im Jahr 2000 (das sind die letzten verfügbaren Zahlen) alle 22 "Klein- und Mittelbühnen / Theaterprojekte" mit insgesamt 10,5 Mio.Schilling gefördert. Davon erhielt ganze 6,3 Mio. das Theater Phönix. 1999: 7,1 Mio. (von insgesamt 10 Mio.), 1998: 5,6 Mio. (von 7,2 Mio.). 1997: 4,4 Mio. (von 6,2 Mio.). 1996: 4 Mio (von 5,4 Mio.). Was macht gerade das Theater Phönix in den Augen der ÖVP sosehr förderungswürdig???

 

 

Früher hatten viele Eltern vier Kinder, heute haben viele Kinder vier Eltern.

 

 

 

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