Rundbrief Nr. 64 (März 2002)  

 

 

 Italien: Keine Kirchensteuer, keine "Oberlaien", keine Kirchenaustritte

Leserbrief eines italienischen Pfarrers

Durchaus Unterschiede gibt es im Aufbau und in der Organisation der Kirche in den verschiedenen Ländern. Die Kirchensteuer gibt es z.B. weltweit nur im deutschen Sprachraum. Sie wurde einst von Hitler eingeführt und bringt heute u.a. die Ergebnisse, die Hitler damals damit bezweckt hatte: Massenhafte Kirchenaustritte! Seit der Ära von Kardinal König haben weit mehr als eine Million österreichische Katholiken die Kirche verlassen. Kirchenaustritte sind in Italien dagegen völlig undenkbar. Ein weiterer "Nebeneffekt" der Kirchensteuermilliarden unserer "reichen" Kirche ist, daß es bei uns tausende Laienangestellte gibt, die zum Teil fürstliche Gehälter beziehen. Wobei deren Tätigkeit bzw. deren Sinnhaftigkeit für die Gläubigen vielfach im Verborgenen bleibt. Geradezu verrückt wird die Sache jedoch, wenn gerade diese Laien, die von der Kirche leben, Kirchenkritik oder gar Glaubensverhöhnung (z.B. mittels sogenannter Kultur) betreiben. Hier der Leserbrief eines italienischen Pfarrers:

Die merkwürdigen Verhältnisse, wie sie allgemein in den deutschsprachigen Diözesen herrschen, nimmt man außerhalb derselben mit größter Verwunderung wahr. Pfarrassistenten, Pastoralreferenten und sonstige "Oberlaien", seien es auch die der kirch-lichen Verwaltung, sind bei uns gänzlich unbekannt. Das Problem nämlich, das Sie in Ihrem Artikel "Diözese Linz: Priester wollen Notwehrgemeinschaft gründen" anschneiden, stellt sich meines Wissens in der Tat nirgendwo in der Welt, außer in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dort schneiden sich aus großen Torten solche Typen die größten Stücke heraus, die dazu im Staatsdienst oder in der freien Wirtschaft eher nicht in der Lage wären.

Mit etwa 550.000 Katholiken ist meine Erzdiözese etwa der Erzdiözese Salzburg vergleichbar, aber hier existieren weder Pfarrassistenten, Pastoralre-ferenten noch sonstige kirchliche Angestellte, auch kein einziger bezahlter Diakon.

Im bischöflichen Ordinariat beschränkt sich das gesamte Personal auf ganze acht Leute: den Generalvikar, den Kanzler, den Vizekanzler, einen weiteren alten Priester, der mit Hilfe einer pensionierten Dame die Ökonomie verwaltet, einen kränklichen Priester, der die Gehälter der Pfarrer ausrechnet und (tatsächlich!) einen Laien, von dem allerdings niemand so recht weiß, was er eigentlich zu tun hat; er habe sich, heißt es, seine Stelle bei Gericht erstritten.

Der Sekretär des Bischofs ist ein ständiger Diakon, ein pensionierter Maresciallo von den Carabinieri. Eine Erscheinung, die wegen ihrer soliden Verläßlichkeit, wegen ihrer allgemeinen Reputation und besonders weil sie nichts kostet, bei den Bischöfen Italiens mehr und mehr beliebt geworden ist.

Warum ist das hier so und dort anders? Die Antwort ist ganz einfach: Die Oberlaien bei Euch sind nichts anderes als ein Epiphänomen des gewaltigen Reichtums Eurer Diözesen, der auf dem Aufkommen der Kirchensteuer bzw. des Kirchengeldes Eurer Bistümer beruht. Allein dieser Reichtum ist der Nährboden für die postkonziliare Ideologie, die nicht, wie es das Konzil eigentlich beabsichtigte, den Laienstand aufgewertet, sondern zu einem neuen - unangenehmen - Typ, dem klerikalisierten Laien, geführt hat.

Das wird so lange halten, wie es hält. Fallen die Einnahmen Kirchensteuer bzw. Kirchengeld erst einmal weg, so wird der ganze neoklerikale Spuk der Oberlaien ein Ende haben.

Als Priester der Kirche fällt mir dazu nur ein: Solche Zustände verdeutlichen jedem vernünftigen und klar denkenden Menschen die gegenwärtige Krise der Kirche. In diesem Licht wird die um sich greifende Glaubenslosigkeit unter den Kirchenmännern, das Schwinden der Priesterberufe, die hysterische Gschaftelhuberei und das banale kleinbürgerliche l’art pour l’art in der heutigen Kirche in erschreckender Weise deutlich.

Don Mario Z., italienischer Pfarrer (Name und Anschrift sind der Redaktion bekannt).

Diözese Linz: Notwehrgemeinschaft der Priester wartet ab

 

Einige Aufregung in den Medien verursachte der Bericht in der letzten WAHRHEIT (Nr 63, Nov. 2001: "Priester wollen Notwehrgemeinschaft gründen") über die Gehaltsstrukturen der Priester und Laien in der Kirche am Beispiel der Diözese Linz. Zur Erinnerung: Ein Kaplan hat mit ÖS 14.918,- (1.084,- Euro) einen geringeren Anfangsgehalt als eine diözesane Raumpflegerin mit ÖS 15.200,- (1.146,- Euro). Ein Pfarrer beginnt mit ÖS 18.544,-. (1.347,- Euro), während der in etwa vergleichbare "Pfarrassistent" (ohne Priesterweihe, mit einer 37,5 Stundenwoche) einen Anfangsgehalt von ÖS 30.000,- (2.180,- Euro) hat (DIE WAHRHEIT Nr. 63 ist noch verfügbar).

 

Eine neue Subkommission

Nachdem in der Diözese Linz die bevorstehende Gründung der "Notwehrgemeinschaft der Priester" bekannt geworden war, hat zumindest in einigen Kreisen ein gewisser Umdenkprozeß begonnen. So hat die Diözese im Finanzausschuß des Priesterrates anscheinend eine Subkommission eingesetzt, die prüfen soll, ob die Gehälter der Priester im Vergleich zu den Laienangestellten korrekt bemessen sind.

Damit ist zumindest ein erster Schritt gesetzt, der die große Besorgnis der Priester über viele Beeinträchtigungen ihrer Lebens- und Wirkverhältnisse ernst nimmt. Diese Prüfung der Priestergehälter scheint umso gerechtfertigter, wenn man weiß, daß die zahlenmäßig so kleine altkatholische Kirche ihren Priestern ohne Anrechnung etwaiger Familien- und Sozialzulagen bei einer Dienstzeit von 10 Jahren monatlich ca. ÖS 5.000,- (363,- Euro) mehr be-zahlt (dem Vernehmen nach ist zum Jahreswechsel ein katholischer Priester der Diözese Linz zur alt-katholischen Gemeinschaft übergetreten).

 

Pfarrvergabe "unter der Hand"?

Die Überprüfung der Priestergehälter und ihre Angleichung an die zum Teil erheblich höheren Gehälter der Laienangestellten wird als erster positver Schritt gewertet. Insgesamt aber braucht es noch viele Zeichen dafür, daß alle bestimmenden Kräfte in der Diözese Priester auch tatsächlich wollen. So wird ein entscheidender Punkt sein, wieweit dem-nächst frei werdende Pfarren offen ausgeschrieben werden, oder ob diese unter der Hand bereits für "Pfarrassistent/innen" reserviert sind.

Da aber grundsätzlich der gute Wille in der Diözese erkennbar ist, nimmt die in Gründung stehende "Notwehrgemeinschaft der Priester" von größeren öffentlichen Schritten und der angekündigten gerichtlichen Klage vorläufig Abstand. Sie behält sich aber entsprechende Schritte für den Fall vor, daß die Anliegen der Priester nicht wirklich ernsthaft aufgegriffen werden.

Diözese Linz - 50% Kirchenbeitrag "für die Leitung der Weltkirche"

Sofern Sie in der Diözese Linz beheimatet sind, möchten wir Sie wieder an die Möglichkeit erinnern, 50% Ihres Kirchenbeitrages an "die Leitung der Weltkirche" zu zahlen. Dem Vernehmen nach wird von diesem Angebot sehr wenig Gebrauch gemacht. Wir haben auch schon gehört, daß sich Kirchenbeitragsstellen ahnungslos geben, wenn sie zu diesem Thema befragt werden. Lassen Sie sich nicht abwimmeln!

Briefe

KJ OÖ: "Krach im Hause Gott"

Am 21.10.2001, also vor 4 Monaten, schrieben wir folgenden Brief an Generalvikar Josef Ahammer, Herrenstraße 19, 4010 Linz, der leider bis heute ohne jede Reaktion blieb:

Hochwürden!

Wieder einmal muß ich mich mit einem Problem, die Diözese Linz betreffend, an Sie wenden: Ich bekam den "Burgkalender 2001/02" der KJ in die Hände. Immerhin 36 Seiten stark. Ganz allgemein kann man sagen, daß jene Eltern schon sehr recht haben, die Ihre Kinder nicht zur KJ schicken. Ich will auf die "Angebote" im einzelnen gar nicht eingehen, das werden einst andere zu verantworten haben. Lange habe ich jedoch nach dem Wort "Gott" gesucht, und war schon der Meinung, es kommt im gesamten Kursprogramm überhaupt nicht vor - doch dann wurde ich doch noch fündig:

"Krach im Hause Gott", das blasphemische und schon mehrmals abgesetzte Theaterstück wird am 20.4.2002 für die "jungen Erwachsenen" aufgeführt, natürlich mit anschließenden "Workshops" zum Thema. Wer das Stück spielt, ist leider nicht vermerkt - aber wahrscheinlich ist es wieder die "Bühne der Pastoralassistenten" (nach Augenzeugenberichten wird lediglich die Rolle Satans überzeugend gespielt).

Sehr geehrter Herr Generalvikar! Diese geplante Aufführung ist leider kein einmaliger "Ausrutscher". Vielmehr hat man den Eindruck, daß dieses Stück bei gewissen diözesanen Gruppen und Verantwortlichen so beliebt wird, seit man weiß, daß sich die Gläubigen daran stoßen. Daher unsere Bitte an Sie: Ließe es sich nicht machen, daß Sie für die Diözese ein grundsätzliches Spielverbot für dieses gotteslästerliche Stück erlassen? So könnten Sie sich und uns einen immer wiederkehrenden Ärger ersparen!

Wir beten um den nötigen Mut für Sie und verbleiben mit freundlichen Grüßen

Herbert Lindner für den Verein Heimatmission

Die geschätzten Leser sind eingeladen, sich in dieser Angelegenheit an Diözesanbischof Maximilian Aichern, Adresse wie oben, zu wenden!

 

Ein Buddhist zum Thema Homo

Gestern bekam ich Rundbrief Nr. 62 zugesandt und frage mich, woher Sie wohl meine Adresse erhalten haben. Es würde mich schon deshalb interessieren, weil ich schon seit 5 Jahrzehnten intensive Kontakte mit der katholischen Kirche unterlasse und inzwischen Mitglied der buddhistischen Religionsgemeinschaft geworden bin.

Zu dem wesentlichen Thema des Rundbriefes, der Homosexualität, vertrete ich allerdings die Meinung, dass es keinen angeborenen Hang zum gleichen Geschlecht gibt, sondern dass das Umfeld, die Erziehung und die erlebten Vorbilder die Sexualität eines jungen Menschen wesentlich steuern. Daher ist das derzeit übliche Getue um Heirat und Segnung homosexueller Partner das Blödeste vom Blöden. Wenn ein Junge vom Vater und auch anderen Männern stets hört, die Frauen seien wertlos, böse, falsch etc. wird er entweder Frauen beherrschen und benutzen wollen oder als Bewunderer alles "Männlichen" in die Homosexualität absinken. Analog dazu: Mädchen von der Mutter über die Männer. Wenn Kindern Liebe zum und Achtung für den Partner, die Partnerin nicht vorgelebt wird, woher sollen sie dann diese Grundlagen des Miteinander erlernen?

Und noch ärger, nämlich ein Verbrechen an den zerstörten Seelen der Kinder ist die Milde, die oft von der Gesellschaft und den Gerichten jenen gewährt wird, die Kinder zur Befriedigung ihrer perversen Lüste vergewaltigen. Dass diese Opfer oft zu Tätern werden, ist damit vorprogrammiert, denn die Seele sucht Vergeltung, doch fehlt ihr der Mut, diese am Täter zu vollziehen. Quelle für die Güte mancher Richter? Möge den Menschen der Segen des Sehens zukommen L.M.,G. (Österreich)

Anm.d.Red.: Wann haben Sie das letzte mal solch deutliche Worte bei einer katholischen Predigt gehört?

 

"Faxen" zum ORF-Publikumsrat

Das zu erwartende Debakel ist eingetreten: Von sechs gewählten Kandidaten sind zumindest fünf Linke, die Sportlerin Graf ist einerseits wohl eine unsichere Kantonistin und wahrscheinlich ohnedies nie da. Besonders schlimm: Günter Tolar, der radikale Homo-Aktivist, Andrea Konrad, die Rot-Grüne aus Taxi-Orange und vor allem Gertraud Knoll, die ihr angebliches Christentum in Form einer feministisch-zeitgeistigen Beliebigkeitstheologie zum „Besten" gibt, die mit der Wahrheit, die Christus ist, kaum noch etwas zu tun hat. Typisch die 3 % Wahlbeteiligung aufgrund des „publikumsfreundlichen" Fax-Wahlmodus - ein Wahl-geheimnis scheinen die Verantwortlichen im Gegensatz zu den Wahlberechtigten nicht für erforderlich gehalten zu haben...

Und wo waren wieder einnmal die österreichischen Katholiken - die hunderttausenden von sonntäglichen Meßbesuchern, die zehntausenden von Mitgliedern der katholischen Aktion? Können die Laienorganisa-tionen ihre Mitglieder nur mehr aktivieren bzw. motivieren, wenn es um Kritik an der Kirche (siehe „Kirchenaufbegehren") geht - oder sind sie mit dem ORF so zufrieden, wie er ist (nämlich gegen Lehre und Leitung der Kirche gerichtet)?

Mag. Thomas Lintner, St.Pölten

Aktuelles

Kirchenkonzert in der Mariazeller Basilika am 8. Dezemeber

Der Lions Club Mariazell veranstaltete am 8. Dezember 2001, dem hohen Marienfest der unbefleckten Empfängnis ein Benefizkonzert in der Basilika Mariazell. Die Karten kosteten im Vorverkauf ÖS 130,-, an der Abendkasse ÖS 150,-. 50 % des Erlöses wurden für die Restaurierungsarbeiten gespendet (lesen Sie dazu die Austreibung der Händler aus dem Tempel, Mt.21,12ff; Lk.19,45ff; Joh.2,15ff). In der Katholischen Kirche sind Kirchenkonzerte mit bezahltem Eintritt grundsätzlich verboten

Homo I: Generalvikar Ahammer bei Schwulen und Lesben

Folgender Bericht stammt aus der sicherlich völlig unverdächtigen Linzer Kirchenzeitung (25.10.2001):

Homosexuelle und Glaube: Mit Generalvikar Josef Ahammer nahm erstmals ein Vertreter der Kirchenleitung an einem Bundestreffen kirchennaher Schwulen- und Lesbenorganisationen teil. Der Generalvikar rief bei der Tagung in Linz zum verstärkten Dialog und zur gemeinsamen Arbeit an anstehenden Problemen auf: "Es ist sicher kein leichter Weg, aber wir wollen diesen Weg gemeinsam gehen und an der Verbesserung der Situation für Lesben und Schwule in der Kirche arbeiten." "Ich hoffe, dass dieser heute durchaus noch außergewöhnliche Kontakt bald normal sein wird", wünschte sich Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion Oberösterreichs. Mag. Reinhard Kaspar von der Katholischen Männerbewegung beschrieb den derzeitigen Kontakt zwischen den Schwulen- und Lesbenorganisationen und der Kirche als "einen Minimalzustand", aber der Dialog und die Zusammenarbeit müssen möglich sein.

Anm.d.Red.: In dem Bericht wird leider nicht erwähnt, ob Gneralvikar Ahammer bei diesem Bundestreffen die Lehre der Kirche zum Thema Homosexualität vertreten hat.

Homo II: Folder vom Familienwerk - plötzlich wieder verschwunden?

Der ORF berichtete am 30.1.2002 über einen neuen "Homo-Folder" des Katholische Familienwerkes der Diözese Linz. Darin werden - wieder einmal - die üblichen Dinge festgestellt: daß Gott jeden Menschen liebt, die Würde der Person unabhängig von seiner sexuellen Orientierung ist, die Schöpfungszusage "Gott sah, daß es gut war" auch für Lesben und Schwule gilt, daß gleichgeschlechtliche Liebe keine Sünde sondern Veranlagung ist usw. usf. Es werden auch wieder Adressen von Priestern und Institutionen angeführt, an die sich Homosexuelle "für Beratung und Hilfe" wenden können. Frau Gertraud Kopf vom Katholischen Familienwerk wird dazu zitiert mit den Worten: "Wir haben vor Veröffentlichung des Folders Herrn Diözesanbischof darüber informiert, er steht nicht hinter allen Passagen des Textes, er hat die Herausgabe des Folders aber auch nicht verhindert".

Prompt soll es Proteste "konservativer Kreise" beim Kath. Familienwerk, im Bischofshof und "in Rom" gegeben haben. Doch dann geschah das Überraschende: Auf Anfrage bei der Pressestelle der Diözese gab es plötzlich den Folder überhaupt nicht!

Homo III: Bischof Laun zur "Veranlagung"

Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun meinte laut www.kath.net, er kennt keinen Bischof, Priester oder Laien, der Menschen, die an der gleichgeschlechtlichen Orientierung ihrer Sexualität leiden, aus der Kirche ausschließt. Die Frage, die das Familienwerk wider besseres Wissen verschweigt, ist nicht, ob Gott alle Menschen liebt, sondern ob homosexuelle Akte mit dem Evangelium und mit den Geboten Gottes vereinbar sind oder nicht.

Zur immer wieder behaupteten "Veranlagung" der Homosexualität meinte Bischof Laun: Erstens gibt es dafür keinen Beweis und zweitens ist diese Frage für die Bewertung des Handelns unerheblich: Auch wenn jemand die Frau seines Nachbarn begehrt, bleibt die sexuelle Beziehung zu ihr eine Sünde - obwohl niemand bestreiten kann, daß eine heterosexuelle Neigung eine natürliche Veranlagung ist.

Zahlen der Katholischen Kirche

Laut dem neuesten Jahrbuch des Vatikans stieg die Zahl der Katholiken auf 1,05 Milliarden (17,3 % der Weltbevölkerung). Davon leben 49,4 % in Nord-und Südamerika, 26,7 % in Europa, 12,4 % in Afrika und 11,5 % in Asien. Bemerkenswert: Die Zahl der Priesterseminaristen stieg von 1978 bis 2000 von 64.000 auf 111.000 (ein Zuwachs von 73 %!). Es gibt 4.541 Bischöfe und 405.000 Priester.

Endlich "Priesterinnen": Alte Forderung von KA und KVB

Helle Aufregung herrscht derzeit im deutschen Sprachraum um das Gerücht, daß demnächst die ersten Frauen zu "Priesterinnen" geweiht werden sollen. Der genaue Termin, sowie der Bischof, der diese "Weihen" vollziehen soll, sind noch geheim.

Frau Christine Mayr-Lumetzberger aus Linz ist die Leiterin der "Ausbildungskurse" und selbst die erste Kandidatin. Sie teilte uns schon vor einem Jahr mit, daß "sowohl Herr Generalvikar Ahammer als auch Pastoralamtsdirektor Vieböck über die Ausbildungskurse informiert sind". Zu den geplanten Weihen meinte Frau Mayr-Lumetzberger nun am 3.2.2002 "Wir haben die Frauen ausgebildet und geprüft" und "ich werde jetzt meine Bemühungen in der Suche nach einem Bischof fortsetzen".

Bischof für die Weihe schon gefunden? Anscheinend mehr weiß dazu die Süddeutsche Zeitung. Sie berichtete am 6.2.2002 auf Seite 1 ausführlich und genüßlich unter dem Titel Eva im Ornat über Frau Christine Mayr-Lumetzberger. Sie ist 45 Jahre alt, war einst Benediktinerin und ist jetzt mit einem geschiedenen Mann verheiratet. Sie will sich, so die Süddeutsche, "irgendwann im Sommer zur katholischen Priesterin weihen lassen", dafür gebe es bereits die schriftliche Zusage eines "regulär geweihten katholischen Bischofs".

Eine deutsche Anwärterin für die "Priesterinnenweihe" ist die 55-jährige Frau Gisela Forster. Sie wurde als Lehrerin 1989 bekannt, als sie sich nach 15 Jahren und zwei Kindern so "ehrlich" zu ihrem Verhältnis zu Pater Anselm Forster, dem damaligen Direktor des Benediktiner-Gymansiums im Kloster Schäftlarn "bekannte". Beide verließen daraufhin die Schule und heirateten.

Unsere neuen Hirtinnen?!? Kirche, gute Nacht!

Eine alte Forderung von KA und KVB: Zufrieden werden gewiße Kreise in den sogenannten "katholischen" Laienorganisationen sein, die schon seit vielen Jahren die Forderung nach "Diakoninnen" und "Priesterinnen" aufstellen. Dies wurde ja nicht nur von "Kirchenvolksbehren" bzw. "Wir sind Kirche" gefordert (eine Organisation, welche von den meisten Bischöfen mit großem Wohlwollen behandelt wird - z.B. "Dialog für Österreich"). Das gleiche gilt für die Leitung der KA (wieweit diese dabei die Meinung der Basis vertritt, bleibt, wie beim Homo-Thema, dahingestellt). Als Beispiel sei hier nur Frau Margit Hauft genannt, Präsidentin der Katholischen Aktion der Diözese Linz und Mitglied des erweiterten Konsistoriums (der sogenannten "Diözesanregierung"). Auch heute tritt Frau Hauft noch für die "Weihe von Frauen" ein, lediglich der Weg den diese Kandidatinnen gewählt haben, "ist nicht ihr Weg".

Daß die "Ausbildungskurse" für die Priesterinnen gerade in der Diözese Linz stattfinden, ist sicherlich kein Zufall. Seit Jahren werden in den kirchlichen Medien Frauen am Altar im Quasi-Priestergewand gezeigt, und in der Diözese ist der 29.April der "Tag der Diakonin", so die Pressestelle!

Über die nunmehr dreijährige "Ausbildung" dieser bedauerlichen Frauen und die Meinung von Bischofsvikar Vieböck zu diesem Thema berichtete DIE WAHRHEIT mehrmals.

Aktualisierte Weihnachtsgeschichte
bei der "Katholischen" Jugend

Es ist ja wirklich nichts Neues mehr, daß die offiziellen Organisationen der Kirche - mit dem Geld der Gläubigen - glaubenszerstörende, kirchenkritische und zuweilen sogar blasphemische Aktivitäten entwickeln. Wir bringen wieder einmal ein Beispiel - von hunderten - diesmal aus einer Zeitschrift der KJ: "Siesta", eine immerhin 12-seitige Zeitung der KJ Region Innviertel Ost. Herausgeber ist die Diözese Linz. Es ist die Weihnachtsausgabe (12/01):

Um die Weihnachtsgeschichte zu "aktualiseren", wird die Frage gestellt: "Wie könnte die Geburt Jesu aus heutiger Sicht und in heutiger Zeit aussehen?". Man läßt dazu, eine bewährte Masche, Schülerinnen einer Fachschule ihre Gedanken ausbreiten:

Natürlich kommt keine der Autorinnen auf die Idee, es könnte sich bei der Empfängnis oder der Geburt um ein Wunder handeln (die Mädchen haben etwa 10 Jahre Religionsunterricht hinter sich und sind vermutlich langjährige KJ-Mitglieder). Eine der vier Geschichten lautet "Die Begegnung im Uni-Markt": Maria geht, so die Geschichte, ganz normal "Shopping" und kommt in den Uni-Markt. Dort sieht sie ihn: Josef! Maria ist nicht schüchtern und spricht ihn an. Dann gehen sie Kebab-Essen... Sie treffen sich ein paar mal. "Und an einem Wochenende passierte es... Neun Monate später kam Jesus zur Welt. Maria muß die Schule abbrechen. Doch alle ihre Freundinnen halfen ihr...": Von Freundin Caspar bekommt sie eine Lutz-Küche, von Freundin Melchior ein Ikea-Wohnzimmer und von Freundin Balthasar ein Kika-Schlafzimmer.

Soweit die aktualisierte "Weihnachtsgeschichte" der KJ-Zeitung. Über Reaktionen von Verantwortlichen oder der Diözesanführung ist nichts bekannt.

Es gibt nach wie vor katholische Eltern, die meinen, ihre Kinder wären bei der KJ gut aufgehoben.

Bischof Krenn: Die Zeit ist erfüllt

Die Botschaft Jesu Christi ist es, die ich euch, liebe Brüder und Schwestern, zu Beginn der Fastenzeit vorlegen möchte. Gott schenke euch für die österliche Bußzeit allen persönlichen Ernst, den unser Glaube braucht, um alles in uns am Erlöser Jesus Christus auszurichten. Die Ausrichtung unseres Lebens an Christus, der Weg, Wahrheit und Leben ist, ist unsere Bekehrung zu Gott in der Glaubensgemeinschaft der Kirche. Als Jesus begann, vor den Menschen aufzutreten, war seine Botschaft: "Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist nahe. Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium" (Mk 1,15).

Es ist ernst, denn die Zeit ist erfüllt. Für uns Menschen in dieser Welt gibt es vieles, was uns von der Bekehrung abhalten möchte: Leichtsinn: Gott meint alles nicht so ernst; Unbeständigkeit: wenn es schwer wird, lauf ich davon; Untreue: warum soll ich mich aus Treue zu Gott und zum Nächsten beschädigen? Egoismus: was mir nicht nützt, kann nur Nebensache sein; Stolz: ich will nicht dienen und gehorchen; Neid: der Nächste soll es nicht besser haben als ich.

Es gibt viele Sünden und Fehler, die uns alle vom wahren Weg abbringen. Jedesmal ist es unsere Bekehrung, die gefordert ist, wenn wir Gott über alles lieben und damit unser Heil finden sollen.

Ich lade alle Gläubigen ein, sich durch eine würdige, aufrichtige und persönliche Beichte auf die Osterkommunion vorzubereiten, die heilige Osterkommunion zu empfangen und ein neues Leben in Christus zu beginnen. Beweist eure Bekehrung durch gute Taten für die Notleidenden in der Fastenaktion, denkt an eure Verantwortung, die ihr für den Frieden habt; vergebt einander und betet um das Erbarmen, das in Christus für euch unerschöpflich ist. Bringt Opfer, die euch dem leidenden Christus gleichförmig machen. Befreit euch und eure Nächsten aus den Fesseln einer Isolation, die euch von Gott abwendet, euer Herz verhärtet und eure Gewissensurteile trübt und verkehrt.

Betet ohne Unterlaß, auch in den gewöhnlichsten Dingen eures Alltags. Kommt jeden Sonntag mit euren Familien zur heiligen Messe. Nur in Notfällen könnt ihr Gottes-dienst ohne Priester feiern. Nur durch die Teilnahme an einer vom Priester gefeierten Messe könnt ihr die Sonntagspflicht erfüllen.

Eure Pfarrgemeinde sei die Heimat eures Glaubens, Betens und Feierns. Stärkt das Christsein derer, die eure Nachbarn sind; seid Vorbilder für eure Kinder. Laßt unsere jungen Christen nicht in Unzucht und Oberflächlichkeit verwahrlosen. Unsere Kirche ist das von der Einheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes her geeinte Volk (LG 4). Unsere Einheit liegt nicht im Wollen eines Volkes sondern im dreifaltigen Gott, von dem her sich alles in der Kirche rechtfertigt....

Aus dem Hirtenbrief von Diözesanbischof Prof. DDr. Kurt Krenn, St. Pölten, zur Fastenzeit 2002

Meine Wiederbegegnung mit der „alten" Messe

Zur 2. Auflage einer Farbbroschüre: von Dr. F. Bentz

Titel: " Die überlieferte Liturgie der römischen Kirche muß lebendig bleiben! "

 

Ich kann Sie nur warnen: Gehen Sie nie in eine „alte" Messe; Sie wissen nicht, was das für Folgen haben kann.

Sonntag nach Fronleichnam 1994; Kirche St. Sebastian in Salzburg. Ich hatte erfahren, daß in dieser Kirche die überlieferte Liturgie wieder gefeiert werden konnte und war neugierig.Ich wollte wissen, wie es früher war. Nach der Messe saß ich im Auto und konnte nicht starten. Gott weiß, was da in mir vorging und was ich seither geschenkt bekommen habe.

Als 15-Jähriger war ich nach dem Krieg katholisch geworden und mein Weg zur Kirche führte damals nicht über einen „Dialog" oder ein Buch, nicht über Predigt oder Unterricht, sondern in besonderer Weise über die Heilige Messe - und das war die „alte" Messe. Handelte es sich also um ein Jugenderlebnis, um Nostalgie? Ich habe jahrelang überlegt, und wenn Sie die Broschüre lesen, können Sie selbst nachprüfen: Es war mehr, sehr viel mehr. Einem jungen Mädchen, 24 Jahre, ging es gar nicht anders als mir; sie war der „alten" Messe das erste Mal begegnet. Lesen Sie selbst ihren Bericht in der Broschüre. In Frankreich habe ich es gesehen: wo die „alte" Messe auftaucht, kommen viele junge Familien mit vielen Kindern und Jugendlichen. Die jährlichen 3-tägigen Fußwallfahrten von Chartres zu Pfingsten zeigen dasselbe Bild - 25.000 Pilger waren es im Vorjahr! Die „alte" Messe ist eigentlich erstaunlich jung.

Andererseits reicht die überlieferte Liturgie der römischen Kirche zurück zu den Päpsten Gregor (6. Jh.) und Damasus (4. Jh.), ja bis zu den Aposteln. Der römische Ritus ist, zusammen mit den ostkirchlichen Riten, durch die Jahrhunderte hindurch unter dem Schutz des Hl. Geistes langsam gewachsen, hat sich in enger Beziehung zum Glauben langsam entfaltet und ist bis in jüngste Zeit nie durch einen harten Eingriff verändert worden. Dieser Ritus ist gewachsen und wurde nicht „gemacht".

Das haben früher auch Menschen immer wieder erfahren können, die von weit her zur Kirche gefunden haben: Die überlieferte Liturgie der römischen Kirche ist heilig, sie kommt von Gott und führt zu Gott. Freilich kann es auch Hindernisse für den einzelnen geben, dies zu erfahren, zumindest am Anfang - persönliche Hindernisse, aber auch zeitgeistbedingte. Oft ist es wie beim Bergsteigen: der Anstieg ist mühsam und die Freude der Aussicht wird einem erst später, nach beharrlichem Anstieg geschenkt.

Die überlieferte Hl. Messe war auch die Hl. Messe Pater Pios. Er möge uns helfen, die alten und doch ewig jungen Schätze der Hl. Kirche wieder zu entdecken. Ein Baum hat nur Zukunft, wenn er die Verbindung zu seinen Wurzeln nicht verliert.

Soeben erschienen: Die zweite Auflage der Farbbroschüre "Die überlieferte Liturgie der römischen Kirche muß lebendig bleiben". Bestellung bei: Dr. Felix Bentz, Kreuzberg 125, A-4780 Schärding oder bei Dr. Wolfgang Graf, St. Georg Straße 7, D-86833 Siebenach. Ebenfalls erhältlich: Das Merkblatt "Handkommunion" und die IK-Nachrichten - alles kostenlos!

Ist die heutige Gesellschaft schuld am Niedergang der Kirche?

Immer wieder hört man dieses sonderbare Argument. Es stimmt zwar, daß heute Ehebruch, Abtreibung, Pornografie, Widerheirat, öffentliche Verführung der Jugend uvam. überhandnehmen. Aber zu allen Zeiten, beginnend vor 2000 Jahren, war es die Kirche, die die Menschen bekehren und zur Heilikeit führen mußte - und damit die Gesellschaft veränderte. Wenn sie das heute nicht tut, liegen die Ursachen dafür wohl doch in ihrem eigenen Bereich!

Zuerst ist eine Bekehrung innerhalb der Kirche nötig - und die Fastenzeit wäre ein idealer Anfang!

Appell an unsere Bischöfe von Pro Sancta Ecclesia:

Worauf es heute wirklich ankommt

Heilige Messe

Wir appellieren an unsere Bischöfe ...

n sicherzustellen, dass die Hl. Messe überall eindeutig als Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi und als höchste Form der Anbetung Gottes zu erkennen ist.

n sicherzustellen, dass die Hl. Messe überall nach den liturgischen Vorschriften gefeiert wird.

n den Gläubigen deutlich den Vorrang der Sonntagsmesse vor einem Wortgottesdienst zu erklären.

n sicherzustellen, dass dazu bereite Priester am Sonntag die hl. Messe feiern dürfen und nicht unter Verweis auf einen geplanten Wortgottesdienst daran gehindert werden.

n sicherzustellen, dass jeder Priester täglich in einer allgemein zugänglichen Kirche oder Kapelle die hl. Messe feiern darf.

n sicherzustellen, dass in allen Kirchen die Möglichkeit gegeben wird, die hl. Kommunion kniend und mit dem Mund zu empfangen.

n sicherzustellen, dass die nach dem Kirchenrecht mögliche Zelebration “versus Deum”, jedem Priester, der das möchte, an jedem Ort auch tatsächlich erlaubt wird.

n sicherzustellen, dass das Verbot der Laienpredigt während der Sonntagsmesse – auch von Pastoralassistenten usw. – überall auch tatsächlich eingehalten wird.

n sicherzustellen, dass unsere Kirchen nicht zu Konzertsälen oder gar Tanzsälen umfunktioniert werden können.

n sicherzustellen, dass keine Faschings- und Technomessen sowie ähnliche Veranstaltungen mehr abgehalten werden, die dem Wesen der hl. Messe und der Heiligkeit des Gotteshauses widersprechen.

Überlieferter Ritus

Wir appellieren an unsere Bischöfe ...

n dass jedem kath. Priester, der das wünscht, die öffentliche Zelebration des überlieferten Ritus ohne besondere Genehmigungen erlaubt ist.

n sicherzustellen, dass entsprechend dem Wunsch des Papstes alle katholischen Gläubigen, die das wünschen, an allen Sonntagen in erreichbarer Nähe an der hl. Messe im überlieferten Ritus teilnehmen können.

n dass die Gläubigen, die das wünschen, auch in den sonstigen Bereichen ihres religiösen Lebens in den überlieferten Riten beheimatet sein können.

n dass dabei vor allem auch die Priester jener Kongregationen eingesetzt werden, die für diesen Ritus ausgebildet wurden.

Sakramente

Wir appellieren an unsere Bischöfe ...

n sicherzustellen, dass in allen Pfarreien regelmäßig über die Notwendigkeit der sakramentalen Einzelbeichte gepredigt wird und auch entsprechende regelmäßige Beichtzeiten angeboten werden.

n sicherzustellen, dass die Vorbereitung auf Erstbeichte und Erstkommunion in den Pfarreien nur von Personen vorgenommen werden darf, die die Lehre der Kirche vertreten, selbst der Kirche angehören und auch nicht selbst vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen sind.

n dass die Notwendigkeit des Versprechens katholischer Kindererziehung als Voraussetzung einer katholischen Eheschließung wieder eingeschärft wird.

n sicherzustellen, dass die Krankenkommunion nach Möglichkeit vom Priester überbracht wird, damit bei dieser Gelegenheit auch das Bußsakrament oder die Krankensalbung gespendet werden können.

n daran festzuhalten, dass das christliche Begräbnis als wichtiges Sakramentale nur von einem Priester oder Diakon gehalten wird.

Laiendienste, Verbände und Strukturen

Wir appellieren an unsere Bischöfe ...

n in Rechtsordnung und Praxis sicherzustellen, dass Priester nicht in Pfarreiengemeinschaften oder ähnlichen Strukturen von Laienvertretern majorisiert werden können.

n sicherzustellen, dass der Begriff “Seelsorger” nur dem Priester oder Diakon vorbehalten bleibt.

n sicherzustellen, dass die ihnen unterstehenden Bistumszeitungen kein Forum einander widersprechender Meinungen sondern eine eindeutig auf dem Boden der katholischen Glaubens- und Sittenlehre stehende Orientierungshilfe sind.

n sicherzustellen, dass in ihren Presseorganen und in allen katholischen Akademien die katholische Lehre zum Weihepriestertum und zum sog. “Priestertum der Frau” vertreten wird.

n sicherzustellen, dass katholische Bildungshäuser keine Übungsstätten für Psychotechniken, Meditationsrituale fremder Religionen oder neuheidnische feministische Kultpraktiken sind.

n sicherzustellen, dass die Katholiken mit ruhigem Gewissen Kirchensteuern bezahlen können, weil das Geld nicht für Aktivitäten ausgegeben wird, die der Kirche schaden.

n sicherzustellen, dass bei Wirtschaftsunternehmen mit kirchlicher Beteiligung die Geschäftstätigkeit mit der katholischen Glaubens- und Sittenlehre vereinbar ist.

n in Rechtsordnung und Praxis sicherzustellen, dass den Rätegremien von Pfarrei bis Diözese und Land tatsächlich nur beratende Kompetenzen gegenüber Priestern und Hierarchie zugestanden werden.

n ihre Ablehnung der im Gegensatz zur katholischen Morallehre stehenden Organisation “Donum vitae” eindeutig zum Ausdruck zu bringen und diese Position auch gegenüber allen anderen katholischen Gremien und Amtsträgern durchzusetzen.

n dass Jugendorganisationen und anderen Organisationen, die in ihren Publikationen und in ihrer Praxis Inhalte der katholischen Glaubens- oder Morallehre ablehnen, die Anerkennung als katholischer Verband und jede Förderung entzogen werden.

n sicherzustellen, dass der Behinderung von Jugendorganisationen, die uneingeschränkt auf dem Boden der katholischen Glaubens- und Sittenlehre stehen, ein Ende gesetzt wird und sie vielmehr nach Kräften gefördert werden.

n dass der unter dem Schlagwort “Fundamentalismus” laufenden innerkirchlichen Verleumdung und Verfolgung treu katholischer Verbände energisch entgegengetreten wird.

n sich vor Priester, Ordensleute und Religionslehrer zu stellen, wenn sie von Gremien und Verbänden oder in der Öffentlichkeit wegen ihrer Zustimmung zum Papst oder ihrem Festhalten an der katholischen Lehre angegriffen oder ausgegrenzt werden.

Theologie und religiöse Erziehung

Wir appellieren an unsere Bischöfe ...

n dass die Ernennung von akademischen Lehrern der Theologie, die in Wort oder Schrift ihre Ablehnung von Inhalten der katholischen Glaubens- und Sittenlehre erkennen lassen, verhindert wird.

n dass jenen Professoren an den Universitäten, die Inhalte der katholischen Glaubens- und Sittenlehre ablehnen, umgehend ihre Anerkennung als Lehrer der katholischen Theologie entzogen wird.

n sicherzustellen, dass die Lehrpläne für den katholischen Religionsunterricht die Behandlung aller Inhalte der Glaubens- und Sittenlehre nach den Weisungen des kirchlichen Lehramts vorsehen.

n wirksam sicherzustellen, dass im katholischen Religionsunterricht tatsächlich die Lehre der katholischen Kirche vermittelt wird.

n sicherzustellen, dass die Seminaristen in der Priesterausbildung zur Feier des hl. Messopfers als Mittelpunkt priesterlicher Existenz hingeführt werden.

Ökumene und interreligiöse Kontakte

Wir appellieren an unsere Bischöfe ...

n sicherzustellen, dass das Verbot ökumenischer Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen überall konsequent eingehalten wird.

n zu vermeiden, dass durch das gemeinsame Auftreten von katholischen Bischöfen und Priestern sowie nichtkatholischen Amtsträgern – etwa bei “Segenshandlungen” – der Eindruck von einer Gleichrangigkeit der jeweiligen Ämter entsteht.

n sich bei ihren Erklärungen in der Öffentlichkeit nicht durch ökumenische Rücksichtnahmen eine Verwässerung der klaren katholischen Positionen aufdrängen zu lassen.

n sicherzustellen, dass Angehörige anderer christlicher Konfessionen, die zum katholischen Glauben konvertieren wollen, überall mit offenen Armen aufgenommen werden.

n in katholischen Kirchen keine interreligiösen Veranstaltungen zuzulassen und den Anschein gemeinsamer Gebete mit nichtchristlichen Religionen zu vermeiden.

n dass gemäß dem allgemeinen Missionsauftrag Christi auch den bei uns lebenden Moslems und deren Frauen die Wahrheit des katholischen Glaubens nahegebracht wird.

Forderungen an Staat und Gesellschaft

Wir appellieren an unsere Bischöfe ...

n angesichts der weiterhin hohen Abtreibungszahlen gemäß den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts gegenüber Öffentlichkeit, Parteien und Staatsorganen auf eine Änderung des Abtreibungsrechts zu drängen, die Rechtswidriges nicht mehr straffrei stellt.

n gegenüber Öffentlichkeit, Parteien und Staatsorganen auf eine Gesetzgebung hinzuwirken, die die widernatürliche extrauterine Befruchtung beim Menschen und die ihr vorausgehende “Produktion” von Embryonen verbietet.

     n gegenüber Öffentlichkeit, Parteien und Staatsorganen auf eine Gesetzgebung hinzuwirken, die jede Forschung

an lebenden Embryonen ausschließt.

n durch eine Korrektur der Königsteiner Erklärung von 1968 wieder in die volle Übereinstimmung mit der Enzyklika “Humanae vitae” über die christliche Ehe und das christliche Gewissen zurückzukehren

n in der Öffentlichkeit sowie gegenüber Parteien und Staatsorganen auf einen Biologieunterricht zu drängen, der eine Frühsexualisierung der Kinder und den Abbau ihres natürlichen Schamgefühls verhindert.

n gegenüber Öffentlichkeit, Parteien und Staatsorganen darauf hinzuwirken, dass homosexuelle Beziehungen nicht durch Gesetzgebungsmaßnahmen zu einem eheähnlichen Status aufgewertet werden.

     n durch nachhaltige Interventionen gegenüber staatlichen Institutionen den strafrechtlichen  Schutz religiöser Überzeugungen vor blasphemischen Angriffen zu verbessern.

Die Unterzeichner wenden sich mit diesem dringlichen Appell an die Bischöfe in Deutschland und Österreich als ihre von Gott eingesetzten Oberhirten. Sie machen damit von einem Recht Gebrauch, das ihnen im Kirchenrecht ausdrücklich zuerkannt wird. Dort heißt es:

“Den Gläubigen ist es unbenommen, ihre Anliegen, insbesondere die geistlichen, und ihre Wünsche den Hirten der Kirche zu eröffnen. Entsprechend ihrem Wissen, ihrer Zuständigkeit und ihrer hervorragenden Stellung haben sie das Recht und bisweilen sogar die Pflicht, ihre Meinung in dem, was das Wohl der Kirche angeht, den geistlichen Hirten mitzuteilen und sie unter Wahrung der Unversehrtheit des Glaubens und der Sitten und der Ehrfurcht gegenüber den Hirten und unter Beachtung des allgemeinen Nutzens und der Würde der Personen den übrigen Gläubigen kundzutun.”(CIC 212 §2 und §3)

Die Unterzeichner wollen mit diesem Appell ihre Verbundenheit mit ihren Oberhirten und der hierarchischen Ordnung der Kirche bekräftigen. Sie erklären erneut ihre Bereitschaft, bei der Lösung der angesprochenen Probleme im Rahmen ihrer Möglichkeiten nach Kräften mitzuwirken.

Pro Sancta Ecclesia, Initiative katholischer Laien und Priester e.V.

Der Appell an unsere Bischöfe: Aufruf zur Unterstützung

Liebe glaubenstreue Katholiken,

voranstehend finden Sie einen Appell in 50 Einzelpunkten an unsere Bischöfe, in denen wir Themen ansprechen, die nicht nur für das Wachstum der Kirche sondern auch für das gesellschaftliche Leben von großer Bedeutung sind. Wir haben diese Punkte aufgrund von Gesprächen mit Vertretern katholischer Verbände und aufgrund Ihrer in Veranstaltungen und Zuschriften vorgebrachten Anliegen formuliert. Selbst wenn Ihnen in Ihrem konkreten Lebensumfeld die Bedeutung mancher Punkte nicht so wichtig erscheint, bitten wir Sie herzlich um Unterstützung für den Gesamtappell. Die Gesundung der Kirche in unserem Raum bedarf der Fortschritte auf allen Feldern.

Liebe glaubenstreue Katholiken,

bitte unterstützen Sie dieses wichtige Anliegen nicht nur mit Ihrem finanziellen Opfer, sondern auch mit Ihrem Gebet. Wir fügen in diesem Sinne das erste Gebet des römischen Kanons an. Auch wer, z.B. werktags, nicht an einer Hl. Messe teilnehmen kann, kann sich so wenigstens geistig mit dem Opfer Christi verbinden. Dieses Gebet scheint uns auch deshalb besonders geeignet, weil es ganz konkret nicht nur den Namen des Hl. Vaters sondern auch den des Ortsbischofs nennt. Außerdem spricht gerade dieses Gebet von der Darbringung “Pro Ecclesia Sancta”, für die hl. Kirche.

Dr. Wolfgang Graf, Dr. Felix Bentz,
Geistlicher Rat Walter Lang

Dich, gütiger Vater, bitten wir demütig und flehen zu Dir durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn: nimm wohlgefällig an und segne diese Gaben, diese Geschenke, diese heiligen makellosen Opfergaben. Wir bringen sie Dir dar vor allem für Deine heilige katholische Kirche: schenke ihr den Frieden auf dem ganzen Erdkreis; behüte, einige und leite sie huldvoll, samt Deinem Diener, unserem Papst Johannes Paul, unserem Bischof N., allen Rechtgläubigen und allen, die den katholischen und apostolischen Glauben fördern

Verfassungsgerichtshof untersagt Gründung des Wiener Initiativkreises

Ein Kommentar von Mag. Thomas Lintner

Mit Erkenntnis vom 11. 12. 2001 hat der Österreichische Verfassungsgerichtshof unter dem Vorsitz des einschlägig bekannten Präsidenten Dr. Adamovich eine nach der eigenen Pressemitteilung (angeblich) „wichtige staatsrechtliche Frage geklärt", indem er das Verbot (die Untersagung) des „Initiativkreises katholischer Laien und Priester in der Erzdiözese Wien" bestätigte, welches von der Sicherheitsdirektion für Wien und dem Bundesminister für Inneres ausgesprochen worden war. Nach Ansicht einschlägig bewanderter Juristen wäre eine Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg durchaus aussichts-reich.

 

Wo steht die Bischofskonferenz?

 

Bemerkenswert ist die Rolle, die das Sekretariat der Österr. Bischofskonferenz unter der Verantwortung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, in dieser Angelegenheit gespielt hat. Denn nach der an sich schon skurillen - wohl noch nie dagewesenen - Vorgangsweise des Bearbei-ters der Sicherheitsdirektion für Wien, die Statuten eines neu zu gründenden Vereins der Österr. Bischofs-konferenz mit der Einladung zu einer Stellungnahme zu übermitteln, gab deren Sekretariat innerhalb weniger Tage eine Äußerung des Inhalts ab, den geplanten Verein wegen „Eingriff in die inneren Angelegenheiten der Kirche" zu untersagen.

Dass der Kardinal auch tatsächlich seine Freude an der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes hatte, drückte sein persönlicher Pressereferent Erich Leitenberger in „Religion aktuell" des ORF am 14.1.2002 so aus: „Der Initiativkreis katholischer Laien und Priester kommt aus Deutschland. Sie greifen vor allem Bischöfe an, die ihrer Ansicht nach zu liberal sind. Sie feiern Messen nach dem alten Ritus vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil in lateinischer Sprache". Abgese-hen von der nebensächlichen Frage, ob sich der (liberale?) Kardinal Schönborn vor Konservativen fürchtet, die so „extrem" sind, dass sie die Hl. Messe - erlaubter Weise (siehe den motu Proprio „Ecclesia Dei" des Hl. Vaters von 1988) - so wie seit den ältesten Zeiten der Christenheit feiern, erhebt sich die viel dringlichere, ob der Kardinal und seine Mitarbeiter der Kirche mit ihrer Vorgangsweise tatsächlich einen Dienst erwiesen haben.

Denn abgesehen von dem höchst zweifelhaften Ergebnis, dass erstmals seit 1945 ein Verein nur deswegen verboten wurde, weil er katholisch ist, hätte sich die kleine Gruppe glaubenstreuer Katholiken, die sich 1999 in Wien zusammengefunden hatte, um unter anderem die katholische Glaubenslehre zu verbreiten und die Hl. Messe zu feiern, nicht träumen lassen, dereinst - mit Willen und Billigung der Bischofskonferenz - vom Verfassungsgerichtshof bescheinigt zu kommen, gesetzlose Absichten zu verfolgen. Und dies, obwohl gerade das Kirchenrecht derartige Tätigkeiten den Katholiken ausdrücklich gestattet - so heißt es etwa in Canon 299 des kirchlichen Gesetzbuches (CIC), dass es den Gläubigen unbenommen ist, durch Privatverein-barungen Vereine zu gründen, um unter anderem die christliche Lehre zu fördern oder andere Apostolats-werke, das heißt Vorhaben zur Evangelisierung, zu betreiben (siehe dazu auch Canon 298 CIC).

Bemerkenswert ist auch, dass die österreichischen Bischöfe Personen, die sogar durch großangelegte Unterschriftenaktionen („Kirchenvolksbegehren"), öffentliche Propaganda und geradezu maßlose Anmaßung („Wir sind Kirche") gegen die Lehre der Kirche, ihre Organisation und die Autorität ihrer Amtsträger vorgegangen sind (also massiv in die inneren Angele-genheiten der Kirche eingegriffen haben), hofieren und mit ihnen einen „Dialog für Österreich" geführt haben, während sie gläubige Katholiken durch die staatlichen Sicherheitsbehörden verfolgen lassen. Was aus dieser Büchse der Pandora, die darin besteht, unliebsamen Katholiken durch Staatsorgane die Tätigkeit zu verbieten, noch alles herausquellt, wird sich zeigen.

Denn im Grunde wird Katholiken die vereinsmäßig organisierte Mission unterbunden: Sie sollen nicht die Glaubenslehre verbreiten und verteidigen, keine Gebetskreise, Exerzitien und Wallfahrten veranstalten und nicht die Hl. Messe feiern. Ein Gebetskreis dürfte sich nicht als Verein konstitutieren, ein Pfarrverein keine Exerzitien, ein Pilgerverein keine Wallfahrten veranstalten und ein Verein katholischer Bauern kein Erntedankfest mit Hl. Messe feiern - zumindest dann nicht, wenn es konkret in den Statuten steht - wovon es aber wohl nicht abhängen kann: Denn all das ist doch in der Bezeichnung als „katholisch" enthalten! Will die Österr. Bischofskonferenz noch, dass die Katholiken katholisch sind?

 

Kommentar zur Lage der Kirche:

Auf welcher Seite steht die Kirchenleitung?

Auf der einen Seite haben wir die klassischen katholischen Laienorganisationen wie die Katholische Aktion (wobei es mehr als fraglich ist, wieweit die KA-Leitung überhaupt, z.B. bei Themen wie "Priesterinnen" oder "Homosexualität", die Meinung der Basis vertritt - die Lehre der Kirche jedenfalls nicht!). Dazu gehören aber auch jene Laien, die von der Kirche leben, nämlich die Pastoralassistent/en/innen und die tausenden in den Pastaralämtern tätigen Laien sowie - wenn auch vom Staaat bezahlt - die Religionslehrer: Aus diesem Personenkreis rekrutiert sich hauptsächlich die kirchenkritische Vereinigung "Wir sind Kirche" ("Kirchenvolks-Begehren").

Auf der anderen Seite gibt es Organisationen, die sich um den Glauben und die Lehre der Hl. Kath. Kirche bemühen, wie z.B. die "Initiativkreise".

Nun ist es wirklich bemerkenswert, daß die erste Gruppe von der Kirchenleitung nicht nur anerkannt und "ernstgenommen", sondern auch jährlich mit vielen Millionen von Kirchensteuergeldern gefördert wird. Dagegen erhält die zweite Gruppe nicht nur keinen Groschen von den Kirchensteuer-Milliarden sondern man hindert sie sogar daran, einen entsprechenden Verein zu gründen!

 

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