Rundbrief Nr. 62 (September 2001)  

 

Europa - eine Wertegemeinschaft?

Eine katholische Antwort auf die Globalisierung - von MMag. Gudrun Lang, EYA

Unsere Generation erlebt die Entwicklung der ehemaligen Wirtschafts-Gemeinschaft in eine alle Bereiche umfassende Union Europas. Kontinuierlich erweitern sich ihre Kompetenzen formal durch intergouvernementale Rechtsakte und ‘by doing’ im Bereich des ‘weichen Rechts’. Mehr und mehr werden Menschen- und Bürgerrechte angesprochen, Stellungnahmen auch zu straf- und verfassungsrechtlichen Themen verabschiedet und umfassende nicht-wirtschaftliche Projekte finanziert. Verwaltungstechnisch funktioniert das System relativ gut – aber was sind die Maßstäbe und Grundsätze des Handelns? Erkennt das Europa von heute seine geistigen Wurzeln, sein kulturelles Erbe, seinen christlichen Ursprung? Eine Wertegemeinschaft ist am Entstehen – und die ‘Werte’ dabei in Gefahr, nicht mehr als die eigenen Buchstaben zu bedeuten. Bauleute und Architekten gibt es viele - aber dem besonnenen Beobachter drängt sich sogleich die Frage auf: Haben die Ingenieure auf die Basis vergessen? Die schon Jahrhunderte dauernde Realität des christlichen Europas, die darin geborgene Kultur der Dichter und Künstler, die darauf aufbauend gewachsene Lehre der Philosophie, des Rechts und der Politik – tauscht man sie nun ein gegen eine billige Ideologie des Ego? Und haben die Ingenieure auch auf das ursprünglichste demokratische Prinzip, den Willen der Mehrheit, vergessen? Mit welcher Autorität zieht Kommissar Poul Nielson in Betracht, den von US-Präsident Bush verursachten finanziellen Ausfall radikaler Familienplanungsorganisationen wettzumachen? Hat er sich nie gefragt, ob Bush vielleicht Gründe dafür hatte, die die Mehrheit der Europäer teilen könnte? Mit welcher Autorität besteht die Europäische Union bei der UN-Kommission über den Status der Frau im März 2001 auf die Löschung des Wortes ‘Enthaltsamkeit’ in der Diskussion über den Inhalt der Aufklärungsprogramme in allen Schulstufen – womit nur mehr die Verwendung von Kondomen angeführt wurde? Mit welcher Autorität fordert das Europäische Parlament Österreich und Rumänien auf, ihre Gesetze zur Homosexualität zu liberalisieren? Die Liste der Fragen des erstaunten Beobachters läßt sich beliebig fortsetzen.

Europa braucht Erneuerung der Werte

Die Antwort ist eine praktische: Eine Erneuerung braucht Europa: ein neues Entdecken seiner christlichen Wurzeln – eine neue Kultur des Lebens, die die Pläne nachliefert für den schon begonnenen Rohbau. Pläne, die angefertigt sind im Maßstab der Würde eines jeden Menschen und der Schützenswürdigkeit der Familie als Keimzelle einer florierenden Gesellschaft. „Die Mehrheit kann sich den Luxus nicht mehr leisten, still zu bleiben", diagnostiziert ein portugiesischer Abgeodneter zum europäischen Parlament.

Die Mehrheit Europas unterstützt die Anti-Familien und Anti-Lebenspolitik keineswegs – meldet sich aber genausowenig zu Wort. Einzelne radikale Gruppen haben also ein leichtes Spiel, die Spitzen der Politik zu beeinflussen und dadurch auch den ideologischen Export Europas zu steuern: Die gewichtige Stimme der europäischen Union in den Vereinten Nationen macht den weniger entwickelten Staaten, dem Heiligen Stuhl – und seit dem Machtwechsel – auch den USA, schwer zu schaffen. Staatensouveränität und Autonomie der Familie sind genauso unpopulär wie die Miteinbeziehung von Kultur und Wertesystemen oder gar Religion und Moral. Kräftig unterstützt wird diese Richtung von einigen Nicht-Regierungsorgani-sationen (NGOs), deren Repräsentativität genauso dunkel bleibt, wie ihr Gegensatz zur Mehrheit der Bevölkerung hell hervorleuchtet. Viele berufen sich auch auf ihre Jugend – ‘dynamisch und zukunftsträchtig’ – und so erscheint ihre Radikalität legitim. Fazit: Die Regierungsdelegationen der weniger entwickelten Länder fühlen sich noch mehr als Außenseiter mit ihrer Herkunft, ihrem Rechtssystem und ihrer Überzeugung. Der Delegationsleiter eines afrikanischen Landes meinte nach den Verhandlungen über die weltweite Förderung der Abtreibung: „Ich vertrete 65 Länder. Wir können das nicht unterstützen. Unsere Prinzipien sollten anerkannt werden im Geist der kulturellen Verschiedenheiten und im Dialog zwischen den Nationen." Und im Anschluß sagt er unter vier Augen (Tränen in den seinen): „Wenn sich Europa umbringen will, dann soll es wenigstens uns nicht mitnehmen."

Es ist Zeit, die Stimme zu erheben!

Höchste Zeit also, Abhilfe zu schaffen! Höchste Zeit, der Mehrheit eine Stimme zu geben und eine ausgeglichene Repräsentierung einzurichten.

Im Bereich der Jugend vernetzt die Weltjugendallianz (WYA) wertbewußte Organisationen in allen Ländern und Kontinenten. Regional arbeitet die Europäische Jugendallianz (EYA) von Brüssel aus als Teil des internationalen Gefüges an der europäischen Werte-suche, am Bau Europas:

Neben den UNO – Konferenzen sind die Mitarbeiter kontinuierlich in den EU-Institutionen anwesend - erstatten den nationalen Vereinen Bericht, um die Verantwortlichkeit der Politiker zu verstärken, und arbeiten mit den Abgeordneten und Beamten vor Ort. Um die Jugend der einzelnen Staaten einzubinden, finden laufend Konferenzen für spezifische Regionen Europas statt (siehe unten).

Nationale Kontakte und Mitarbeiter sind willkommen! Auf finanzielle Unterstützung ist die EYA dringend angewiesen.

Helfen Sie mit - bauen wir gemeinsam an einem lebens- und familienfreundlichen Europa!

MMag. Gudrun Lang, Mts

Europäische Jugendallianz (EYA) – Director

Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf unter:

EYA

55-57 Rue Archimede

B-1000 Brüssel

Tel: 0032 486 65 60 11

Für finanzielle Unterstützung sind wir dankbar:

Creditanstalt 11920; Konto: 0493-37272/00 ‘EYA’

Herzliche Einladung zu folgenden Konferenzen 2001:

5. bis 7. Oktober, Lissabon

30. November bis 2. Dezember Bratislava

 

Briefe

Kirchenbeitrag verweigert

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich schicke Ihnen die Kirchenbeitragsvorschreibung zurück und teile Ihnen mit, daß ich es ablehne, in der Diözese Linz weiterhin Kirchenbeitrag zu entrichten. Ich lasse es mir nicht gefallen, daß meine Kinder, ungebeten und nicht bestellt, von der Diözese eine Broschüre zugesandt bekommen, in der in skandalöser Weise Reklame für Homosexualität betrieben wird. Durch eine glückliche Fügung bekam ich diese Broschüre in die Hand, bevor meine Kinder sie zu Gesicht bekamen und warf sie dorthin, wo so eine Schweinerei hingehört - in die Senkgrube.

Wir hatten schon einmal, aus ähnlichen Gründen, einen mehrjährigen Kirchenbeitragsstreit. Uns wurde damals versprochen, daß so etwas sich nicht mehr wiederholen wird. Inzwischen gab es zwei Wortbrüche, die "Solidaritätspreis"-Angelegenheit an die HOSI und jetzt, vielleicht als Beitrag zum Milleniumsjahr, die Schwulen- und Lesbenwerbung für Kinder.

Ich habe statt dem Kirchenbeitrag einen Betrag, Kopie der Einzahlung anbei, an "Jugend für das Leben" überwiesen. Eine großartige Institution, die sich als einzige aktiv und praktisch gegen den Holocaust II - die Massenabschlachtung von Ungeborenen - einsetzt und von der ich annehmen kann, daß sie mein Geld nicht mißbräuchlich verwendet.

Leo Habsburg, Lochen

 

Zur Abtreibung

Sehr geehrter Herr Lindner!

1. Interessieren Sie sich, bitte, einmal dafür, warum zwar die Transplantation von in vitro erzeugten Embryos medizinischer Alltag ist, aber nicht die von "abgetriebenen".

2. Wie Sie sicher wissen, ist die einzige nach "Humanae vitae" zulässige Empfängnisverhütung die sogenannte "natürliche Familienplanung" oder symtothermale Methode besonders unsicher.

Vor 13 Jahren erfuhr ich vom österr. Patentamt, daß die Firma Ely Lilly ein internationales Patent hat für die Glukosebestimmung im Zervixschleim, zur Bestimmung der fruchtbaren Tage, um das Produkt weltweit vom Markt abzuhalten. Der Zervixschleim enthält nur in den 3 fruchtbaren Tagen vor und nach dem Eisprung Zucker, er dient den Spermien als Reiseproviant.

So ein internationales Patent kostet jährlich ca. 1 Million ÖS, läuft aber nach 20 Jahren ab.

Dr. Lucia Pohler-Wagner

KMB fordert "Segnung" für Homosexuelle:

Dazu schreibt die Vereinigung der Initiativkreise im deutschen Sprachraum an die Mitglieder der österreichischen Bischofskonferenz:

Hochwürdigste Herren!

Laut Pressemitteilung über die Tagung der KMBÖ in Bad Leonfelden spricht sich die KMBÖ für die kirchliche Segnung homosexueller Verbindungen aus und fordert die Aufhebung des gesetzlichen Schutzalters bei Jugendlichen; die staatliche Eheschließung wird bejaht.

Die Vereinigung der Initiativkreise im deutschen Sprachraum ersucht um rasche und entscheidende Konsequenzen der österr. Bischofskonferenz sowie der einzelnen Diözesanbischöfe zur wirksamen Korrektur dieser schweren Verletzung der kath. Lehre und der kirchlichen Disziplin und weiß sich hier einig mit den allermeisten Christen. Wir danken ausdrücklich jenen Bischöfen, die in dieser Angelegenheit jetzt schon öffentlich klar Stellung bezogen haben. Die Führung keiner Gemeinschaft, keines Unternehmens kann Grundlagen in Frage stellen lassen, ohne selbst in Frage gestellt zu werden.

Mit vorzüglicher Hochachtung!

Dr. Wolfgang Graf, Vorsitzender; Robert Kramer und Dr. Felix Bentz, Stellvertreter

"Fromme" Wünsche an die Kirche?

Ich erwarte mir von der Kirche Offenheit und Ehrlichkeit, einen (erfolgreichen) Aufstand der Basis gegenüber der Selbstherrlichkeit des Papsttums mit seinen veralteten Moralvorstellungen. Die Basis soll laut ihre eigenen Vorstellungen kundtun. Die Kirche soll für alle offen sein, für Geschiedene und Nichtgetaufte, für Frauen im Priesteramt, für verheiratete Priester. Die Kirche soll (wieder) ein Sammelbecken für Trostsuchende sein.

Dieser "Wünsche"-Katalog ist im Pfarrblatt der Pfarre Linz/St. Theresia (7-10/01) - ohne jeden Kommentar - zu lesen. F.d.I.v.: Pfarradministrator Mag. Manfred Wageneder. Hersteller: Hausdruckerei des Pastoralamtes Linz. Man kann sich ungefähr ausmalen, wie die Predigten am Sonntag in dieser Pfarre ausgerichtet sind.

 

Die Methoden von Bischofsvikar Vieböck

Will sich so der Linzer Pastoralamtsleiter der WAHRHEIT entledigen?

Daß DIE WAHRHEIT vermutlich nicht gerade zur Lieblingslektüre von Bischofsvikar Vieböck gehört, ist eigentlich klar. Nun ist es an sich üblich, wenn jemand an einer Zeitung oder einem Artikel etwas auszusetzen hat, daß er einen Leserbrief schreibt bzw. sich mit der Redaktion in Verbindung setzt (dies wird sogar von Atheisten und Kommunisten so praktiziert). Auch wir haben das sehr oft mit der Linzer Kirchenzeitung so gehalten, deren Herausgeber Willi Vieböck ist (leider meist ohne Erfolg).

Der kirchliche "Dialog": zwei Briefe von Anwalt Dr. Haunschmidt

Sehr überrascht waren wir in der Redaktion der WAHRHEIT, als am 5.4.2001 gleich zwei eingeschriebene Briefe des Rechtsanwaltes Dr. Franz Haunschmidt eintrafen (beide waren mit 26.3.01 datiert, der Poststempel, eine Woche später, vom 2.4.01). Einer war geschrieben "in rechtsfreundlicher Vertretung von Herrn Willhelm Vieböck, Pastoralamtsleiter", der andere "in rechtsfreundlicher Vertretung der Diözese Linz, Pastoralamt". Es geht um die Ausgabe der WAHRHEIT Nr. 60 vom Januar(!) 2001. Beigelegt war jeweils eine Honorarnote von ÖS 5.040,-.

Im ersten Brief wünscht Bischofsvikar Vieböck, daß wir in der WAHRHEIT widerrufen, daß er mit der Priesterinnenausbildung in Linz befaßt ist. Wir haben dies allerdings niemals behauptet. Wir drucken rechts den Artikel vom Januar nochmals ab, damit sich der Leser selbst ein Urteil bilden kann.

Im zweiten Rechtsanwaltsbrief, von der Diözese Linz, Pastoralamt, geht es um die seit Jahren permanente Werbung für Toleranz gegenüber Homosexualität, die von diözesanen Stellen (nicht nur in Linz) betrieben wird. Es stimmt, daß wir seit Jahren gegen die Verniedlichung dieses widerlichen Greuels schreiben. Die jüngsten Ereignisse (siehe KMB fordert "Segnung" für Homosexuelle, Seite 3) bestätigt einmal mehr die Notwendigkeit unseres Eintretens. Wir ersuchen seit Jahren den Herausgeber der LKZ, die einschlägigen Texte aus dem Wort Gottes bzw. aus dem Katechismus abzudrucken - vergebens: Bischofsvikar Vieböck verweigert dies ebenso, wie es schon sein Vorgänger getan hat. Es entsteht der Eindruck, daß man bei der Linzer Kirchenzeitung die normale Lehre der Kirche fürchtet "wie der Teufel das Weihwasser" (lesen Sie dazu auch Seite 5).

Kommt es zum Prozeß?

Sollte die Diözese zum Thema Homosexualität einen (weltlichen) Prozeß gegen die WAHRHEIT anstreben, haben wir als Beweismittel eine Vielzahl von Dokumenten - auch sehr brisante, bislang unveröffentlichte. Der Kirche würde durch einen solchen Prozeß wieder einmal durch die eigenen Leute in der Öffentlichkeit großer Schaden zugefügt. In jedem Fall wäre es wahrscheinlich einmalig in der 2000-jährigen Kirchengeschichte, daß eine Diözese einen Gläubigen bei einem weltlichen Gericht (die Lehre betreffend) verklagt, ohne vorher mit ihm überhaupt gesprochen zu haben. Ist das der von gewissen Leuten so lautstark geforderte "Dialog"?

Es ist sehr zu hoffen, daß sich die Bischofskonferenz im Herbst mehrheitlich klar zur Lehre der Kirche bzgl. Homosexualität bekennt. Denn dann, so Herausgeber Vieböck, würde die LKZ darüber "ordentlich berichten"(!).

Wer bezahlt den Rechtsanwalt?

Interessant wäre jedenfalls, mit welchem Geld die insgesamt ÖS 10.080,- Honorar für Rechtsanwalt Dr. Haun-schmidt bezahlt werden - wir hoffen, nicht mit Kirchensteuergeldern! Bischofsvikar Vieböck hat sich inzwischen bereit erklärt, die einen ÖS 5.040,- "aus eigener Tasche" zu bezahlen, wenn wir feststellen, daß er mit der Priesterinnenausbildung in Linz nicht befaßt ist (was wir, siehe unten, tun). Er will uns aber keine Kopie seines Einzahlungsbelegs zur Verfügung stellen (obwohl wir ja die nach wie vor offenen Honorarnoten des Anwalts haben).

Bischofsvikar Vieböck legt Wert auf die Feststellung, daß er mit der Priesterinnenausbildung in Linz nicht befaßt ist. Wir bringen hier nochmals den Artikel, damit Sie selbst nachlesen können, ob wir dies behauptet haben:

"Priesterinnen"-Ausbildung in Linz (DIE WAHRHEIT Nr.60)

Mehrere Zeitungen berichteten Mitte letzten Jahres, daß in der Diözese Linz derzeit 20 Frauen im Alter von 17 bis 70 als Priesterinnen ausgebildet werden. Sie haben bereits eine "fundierte theologische Ausbildung" und "fühlen sich berufen". Mit den Weihen will man - noch - zuwarten. An der Ausbildung zumindest beteiligt ist Hochw. Anton Achleitner, "Pfarrmoderator" in Langholzfeld und - laut Jahrbuch der Diözese - Vorsitzender der Plattform "Wir sind Kirche" in OÖ. Bemerkenswert ist, wie Bischofsvikar Vieböck mit dieser Sache offenbar Rom unter Druck setzen will. Wörtlich: "Wenn die Kirchenleitung nicht hilfreiche und wohldosierte Reformschritte setzt, könnte manches eine unerfreuliche Eigendynamik bekommen." Wird hier bereits offen mit Spaltung gedroht? Auf Anfrage stellt Generalvikar Ahammer die Tatsache der Ausbildung gar nicht in Abrede. Zur Frage, wo diese stattfindet bzw. wer die (bedauernswerten) 20 Frauen sind, meinte GV Ahammer: "Ich weiß es nicht" - vielleicht könnte hier ja eine Rückfrage bei den Hochw. Vieböck oder Achleitner helfen?

 

Wort Gottes und Katechismus zur Homosexualität

Aus unerfindlichen Gründen verweigert die Linzer Kirchenzeitung (Herausgeber Bischofsvikar Vieböck) seit Jahren die Veröffentlichung dieser Texte - warum???

Aus dem Wort Gottes:

"Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft, das wäre ein Greuel." (Lev.18.22).

"Alle nämlich, die irgendeine dieser Greueltaten begehen, werden aus der Mitte ihres Volkes ausgemerzt". (Lev.18,29).

"Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Greueltat begangen, ..." (Lev.20,13).

"Der Herr sprach also: Das Klagegeschrei über Sodom und Gomorra, ja, das ist laut geworden und ihre Sünde, ja, die ist schwer." (Gen.18,20; Gen.19).

"Auch die Städte Sodom und Gomorra hat Er eingeäschert und zum Untergang verurteilt, als Beispiel für alle Gottlosen in späteren Zeiten." (2.Petr.2,6).

"Darum liefert Gott sie durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, sodaß sie ihren Leib durch ihr eigenes Tun entehrten. ... Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen, ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung." (Röm.1,24-27).

"Wißt ihr denn nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Täuscht euch nicht, Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder ... werden das Reich Gottes erben." (1.Kor.6,9f).

Aus dem Katechismus der Katholischen Kirche:

2357 Homosexuell sind Beziehungen von Männern oder Frauen, die sich in geschlechtlicher Hinsicht ausschließlich oder vorwiegend zu Menschen gleichen Geschlechtes hingezogen fühlen. Homosexualität tritt in verschiedenen Zeiten und Kulturen in sehr wechselhaften Formen auf. Ihre psychische Entstehung ist noch weitgehend ungeklärt. Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, "daß die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind" (CDF, Erkl. "Persona humana" 8). Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.

2358 Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen haben tiefsitzende homosexuelle Tendenzen. Diese Neigung, die objektiv ungeordnet ist, stellt für die meisten von ihnen eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen. Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Verfaßtheit erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen.

2359 Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen. Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich - vielleicht auch mit Hilfe einer selbstlosen Freundschaft -, durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern.

 

Bischofssynode angesichts der Kirchenkrise

Von Hochw. Prof. Dr. Alfred Kolaska, Wien

Die Vorbereitungen für die im Oktober vorgesehene Weltbischofssynode im Vatikan gehen in die Endrunde. Allgemeines Thema ist das Bischofsamt. Arbeitspapier und Bischofssynode firmieren unter dem Titel: "Der Bischof: Diener des Evangeliums Jesu Christi für die Hoffnung der Welt".

Das Idealbild des Bischofs

Das Dokument legt besonderen Nachdruck auf die theologischen und religiösen Grundlagen des Bischofsamtes und beschreibt außerdem das Idealbild des katholischen Bischofs in Bezug auf die Herausforderungen im kommenden dritten Jahrtausend. Es ist die Rede von der Einheit der Bischöfe mit dem Papst und dem kirchlichen Lehramt. Es wird von "verschiedenen Formen der Teilnahme und der Ausübung der Kollegialität" gesprochen. Betont wird der Wunsch nach mehr Kooperationsgeist und "gegenseitigem brüderlichen Respekt" in der Zusammenarbeit zwischen der Apostolischen Kurie und den Bischöfen. An sich kann man diese Thematik grundsätzlich mit großer Freude begrüßen. Allerdings scheint die Entwicklung dahin zu gehen, daß die gesamte Synode nur zu einer Nabelschau der Bischöfe führen wird. Zunächst wäre es notwendig, daß die Bischöfe diese Synode mit einem ganz gewaltigen Confiteor beginnen. Hat sich doch der Großteil der Bischöfe in den letzten Jahrzehnten von den Aufgaben des Apostolischen Wächteramtes weitestgehend dispensiert. Ganz wenige standen aufrecht und kompromiß-los im Sinne der Kollegialität des Bischofsamtes ohne Wenn und Aber an der Seite des heiligen Vaters. Viel zu oft haben sie ihre Aufgaben irgendwelchen Gremien deligiert und sich dann auf deren Beschlüsse berufen, als ob sie nicht selbst die Diözesanbischöfe wären, sondern irgendwelche Räte. Viele haben vergessen, daß nicht die Gremien ein Apostolisches Amt göttlichen Rechts sind, sondern die Bischöfe selbst - und das ganz persönlich, und daß die Letztverantwortung immer auf dem Diözesanbischof ruht.

Wir haben weder Vorsteher noch Propheten

Wie oft mußte man mit Asarja im Feuerofen des Propheten Daniel beten: "Wir haben in dieser Zeit weder Vorsteher noch Propheten und keinen, der uns anführt"! Sogar der evangelische Pastor Jens Motschmann mußte sagen, wenn auch in Bezug auf seine eigene Konfession: "Wir haben in Deutschland keine Bischöfe mehr, die deutlich den Mund auftun, wenn es darum geht, Irrlehren zu verwerfen und die Gemeinde vor Irrlehren zu schützen." Dies gilt ganz genau, vielleicht noch viel mehr für die katholischen Bischöfe, die ja doch eine größere Intensität als die protestantischen Amtsträger zu vertreten haben. Wir glauben und wir hoffen, daß unsere Gebete eines Tages ebenso erhört werden wie das Gebet des Asarja im Feuerofen. Während der Synode müßte man den Bischöfen täglich beim gemeinsamen Gottesdienst eine Bußpredigt über die Kozilskonstitution über die Bischöfe "Christus Dominus" halten. Die Synodenväter müßten dann verpflichtet werden, im selben Sinn ihre Bischofskonferenzen zu informieren und in diesem Sinne tätig zu werden. So gehört überhaupt eine Gewissenserforschung, wie man sein eigenes Wächteramt in den letzten Jahren und Jahrzehnten ausgeübt hat. Momentan sieht es so aus, daß wir weitestgehend überhaupt keine Bischöfe haben.

Die Krise der Kirche ist eine Krise der Bischöfe

Bekanntlich war es kein geringerer als Kardinal Seper, von dem der Ausspruch stammt: "Die Krise der Kirche ist eine Krise der Bischöfe!" Als einfacher gläubiger Christ weiß man doch, daß es ohne Diagnose keine Therapie geben kann. Auf päpstlichen Pastoralreisen kann man sich nicht im Glanz des Heiligen Vaters sonnen, um ihn dann alleine kämpfen zu lassen bzw. im Interesse der Gremien und der Popularität in den Medien ihn zu kritisieren und mit Gremialbeschlüssen ihm in den Rücken zu fallen. Wenn man versucht, in der Kirche die Zeichen der Zeit zu sehen, dann ist man grundsätzlich für die Thematik der kommenden Bischofssynode dankbar. Es kommt allerdings darauf an, wie sich die Bischofssynode und ihre Beschlüsse überhaupt auf die Neuevangelisierung der hl. Kirche auswirken werden. Es wird absolut nicht genügen, das Bischofsamt im goldenen Rahmen der Weltkirche zu präsentieren.

Das Sakramentenverständnis ist zusammengebrochen

Vor allem müßten die Bischöfe zur Kenntnis nehmen, daß praktisch weltweit das Sakramentenverständnis vollkommen zusammengebrochen ist, und das im Angesicht der Bischöfe. Erzbischof Eder hat vollkommen recht, wenn er betont, daß die sakramentalen Feiern nicht zu reinen "Brauchtumsveranstaltungen" herabsinken dürfen. Auch Kardinal Schönborn betonte, daß diese "Grundnahrungs-mittel" für ein Leben als Christ nicht verschleudert werden dürfen.

Firmung, Taufe, Kommunion

Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie man als Bischof heutzutage etwa Firmungen spenden kann, bei denen man weiß, daß sie weitestgehend ungültig gespendet werden, da nach dem großen Pastoraltheologen Michael Pfliegler gerade die gegenwärtige Firmungszeit nicht "der rechte Augenblick" ist. Nach Pfliegler sind auf dieser Altersstufe junge Menschen überhaupt nicht befähigt und daher auch gar nicht bereit, jene Aufgaben zu übernehmen, die der Empfang der Firmung mit sich bringt. Kardinal König soll sich einmal geäußert haben, daß seine schönsten Firmungen die Soldatenfirmungen waren, weil jene, die da kommen, es ernst meinen. Die Behauptung, daß die anderen dann eben nicht kämen, wenn man das Firmalter auf 18 oder 19 hinaufsetzt, ist nicht diskussionswürdig, weil wir die gefirmten Heiden sowieso nicht in der Kirche haben. Die Taufe wird weitestgehend bloß als verbrämte Namensgebung verstanden. Die gegenwärtige Einleitung des Taufritus führt die Menschen mit der Frage nach der Namensgebung auch in diese Richtung. Von Erbschuld und Gnade hat kaum jemand eine Ahnung und verbindet es auch mit der Taufe überhaupt nicht. Die "Kommunion" ist für viele nur mehr ein "Zeichen des Friedens und der Versöhnung", und es ist daher auch nicht einsichtig, warum man irgendwelche Leute, wie etwa standesamtlich Wiederregistrierte, davon ausschließen solle. Vom Leib und Blut Christi, der allerheiligsten Gegenwart, ist keine Rede mehr. Anbetung gibt es fast überhaupt nicht mehr.

Buße, Krankensalbung, Ehe, Priesteramt

Daß das Bußsakrament weitestgehend verlorengegangen ist, betonte seinerzeit schon Kardinal Höffner. Und bereits Pius XII. warnte, daß es die größte Sünde dieser Zeit ist, daß man die Sünde leugnet. Die Krankensalbung wird gelegentlich von Diakonen oder Pastoralassistentinnen "gespendet". Das mit der Begründung, daß die Patienten erkennen sollten, daß sie von der Kirche angenommen sind. Also: Irriger geht es wohl nicht mehr! Kirchliche Trauungen sind bloß konventionelle Handlungen, die das Ereignis etwas verbrämen sollen. Eine innere Haltung zur Einheit und Unauflöslichkeit der Ehe ist beim überwiegenden Teil der Eheschließenden überhaupt nicht vorhanden. Überflüssig zu erwähnen, daß auch das Weihe-sakrament in zunehmendem Maße "hinterfragt" wird, die Präsenz Jesu Christi durch den Priester in Frage gestellt oder abgelehnt wird und man eine Ordination nach reformatorischem Muster anstrebt oder bereits das Geschehen so interpretiert.

Ende des "freien Falles": Neuevangelisierung

Daß bei diesen Zuständen eine Neuevangelisierung, wie der Heilige Vater sie sich wünscht und immer darauf hinweist, unmöglich ist, dürfte auf der Hand liegen. Die eine heilige katholische und apostolische Kirche basiert nun einmal auf ihrer Sakramentalität. Wenn es den Bischöfen nicht endlich gelingt bzw. sie willens sind, das Steuer ganz gewaltig herumzureißen, sind wir noch lange nicht auf der Talsohle angelangt. Wir befinden uns nicht am Rande des Abgrundes, sondern sind bereits im freien Fall. Je länger der Fall dauert, um so härter wird der Aufschlag sein. Möge der heilige Geist die Bischöfe erleuchten und sie einsichtig machen, daß es auf der Bischofssynode nicht um ihren Nimbus geht, sondern um die Sakramentalität und das ewige Heil des gläubigen Gottesvolkes.

Das Fatimaheiligtum Schardenberg

Zum ersten Mal seit mehreren Jahrzehnten können viele Pilger wieder eine große Wallfahrt im überlieferten Ritus innerhalb des deutschen Sprachgebietes erleben.

Das Jahr über kommen bei den normalen Wallfahrten an jedem 12. und 13. der Monate Mai bis Oktober viele Pilger aus Österreich und Deutschland zur Fatimawallfahrt. Etwa 10 Priester spenden das Bußsakrament in den Beichtstühlen der Pfarrkirche und des Fatimaheiligtums. Das Heiligtum im Fronwald wurde zwischen 1949 und 1951 errichtet. Ein Grundanliegen dieser Wallfahrt nennt uns der Schardenberger Wallfahrtsruf: "Eucharistisches Herz Jesu, schenke uns heilige Familien und heilige Priester! Unbeflecktes Herz Mariens, erbitte uns heilige Familien und heilige Priester!"

Nach dem 2. Weltkrieg war die durch Leid und Not gereifte Kirche ganz offen für die Botschaft von Fatima. Damals erkannte man ganz klar, daß dieser 2. Weltkrieg in Fatima vorausgesagt und alles so gekommen war, wie Maria es den Kindern sagte. Die Fronwaldkapelle ist ohne Fatima nicht zu verstehen.

Das "Wunder von Schardenberg"

Am Fest Chisti Himmelfahrt, 18. Mai 1939, spendete der Linzer Diözesanbischof Dr. Johannes Maria Gföllner zwei Diakonen, davon einem aus der Pfarre Schardenberg, in der Pfarrkirche die Priesterweihe. In der Nacht vor der Priesterweihe rissen verhetzte Arbeitsdienstler aus dem Lager Schardenberg und einige Helfer den ganzen Schmuck, die Inschriften und die Kränze von Friedhofeingang und Kirchenportal, zerrissen auch die vier päpstlichen Fahnen und schleppten sie samt den Fahnenmasten in den nahen Fronwald.

Am Nachmittag bei der Maiprozession zu Ehren der Gottesmutter strömte wie zum Protest das ganze Pfarrvolk in bisher nie gesehener Zahl herbei. Unmittelbar nach der Prozession entlud sich ein kurzes "trockenes" Gewitter. Der erste Blitz schlug in den Maibaum am Dorfplatz ein und warf alle Insignien und Symbole des Dritten Reiches herunter. Ein zweiter Blitz fuhr fast gleichzeitig in jene Fichte im Fronwald, bei der die zerfetzten Fahnen lagen.

Das Volk sah darin ein Gottesurteil.

Unsere Liebe Frau von Fatima

Fronwaldkapelle Schardenberg

 

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