Rundbrief Nr. 57 (Mai 1999)  

 

Die Wiederbelebung der "alten" lateinischen heiligen Messe

als Antwort des Gottesvolkes auf die immer unerträglicheren Auswüchse in der heutigen Liturgie

 

Kein Bischof ist heute mehr in der Lage, den ihm anvertrauten Gläubigeneinen würdigen Gottesdienst zu gewährleisten. Gerade im Zentrum des Christenlebens, der Feier des Heiligen Meßopfers, überschlagen sich heute Modernisten geradezu, um den Gläubigen immer wieder "etwas Neues" präsentieren (besser: vorspielen; noch besser: auftischen) zu können. Sie gehen dabei von der irrigen Meinung aus, die Katholiken kämen wegen ihnen persönlich zur HI. Messe. "Guten Morgen", "Danke fürs Kommen", bei den Lesungen "Schwestern und Brüder" (als angebliches Wort Gottes), nettes Händeschütteln als "Zeichen der Vergebung" (mit Menschen, die man vorher noch nicht einmal gesehen hat) - während man gleichzeitig das Lamm Gottes "betet", sind nur ein Einstieg. Letztlich geht es um die eigenmächtige Veränderung von Gebeten und Texten sowie der gesamten Liturgie bis hin zu einer "Messe", die als solche gar nicht mehr erkennbar ist. Viele Gottesdienste sind heute nur mehr Selbstdarstellungs-Vorführungen von Priestern (und gewissen Laien). Meist geschieht es im besten Willen - denn die "Moderatoren", "Pfarrleiter/inn/en", "Pastoralassist/ent/inn/en" usw. tun ja nur das, was sie in ihrer Ausbildung gelernt haben bzw. wozu sie als Berufslaien laut ihrem Arbeitsvertrag sogar verpflichtet sind (so z. B. die Laienpredigten, der Diözese Linz)! Der "Erfolg" dieser Art von Gottesdienst (eigentlich ist es Menschendienst) läßt sich an den rasant sinkenden Zahlen der Sonntagsmeßbesucher gut ablesen. Freilich ist all das laut Konzilsbeschluß und Kirchenrecht nicht erlaubt, aber darum schert sich in unseren Laien, den anscheinend kaum noch jemand. So ist es logisch, daß sich jene Gläubigen, die in der HI. Messe mehr sehen als eine (meist noch dilettantische) Theateraufführung, wieder mehr und mehr der "alten", sei vielen Jahrhunderten gültigen Liturgie zuwenden. Allein die lateinische Sprache verhindert ja schon das oft sehr mißglückte Umformulieren von Gebeten und Texten durch den Zelebranten (heute: Priester oder Laie). Und noch etwas: Jene Vereinigungen, welche die alte Liturgie pflege (etwa die vom Papst empfohlene Petrusbruderschaft), haben anscheinend überhaupt keine Nachwuchssorgen. Hunderte junge Männer lassen sich gerade dort ausbilden! Dies obwohl sie wissen, daß sie als Priester von fast keiner Diözesanleitung in der Seelsorge eingesetzt werden (trotz des vielbejammerten Priestermangels - ist es "nur" Eifersucht oder mehr?)! Als Anlage finden Sie eine Broschüre, die geeignet ist, einige weit- und gernverbreitete Irrtümer bezüglich der alten Liturgie auszuräumen. Es besteht ja die allgemeine Auffassung, die "neue" Messe, die Hand-Stehkommunion, der Volksaltar oder die Verbannung des Latein aus der Messe wären vom letzten Konzil beschlossen worden. Hier gibt es tatsächlich großen Aufklärungsbedarf.

Manche sagen, man könne doch auch die "neue" Messe würdig feiern. Das stimmt und geschieht auch (allerdings immer seltener). Tatsächlich sind jedoch all die katastrophalen Auswüchse, welche heute vielerorts als "Gottesdienst" verkauft werden, erst durch die "neue" Meßliturgie möglich geworden. Auch Kardinäle beklagen heute offen, daß ein Hauptgrund für unsere Glaubens- und Kirchenkrise in der neuen, sehr verweltlichten Liturgie liegt. Man hat immerhin den übernatürlichen Opfercharakter durch das gesellige Gemeinschaftsmahl ersetzt. Die Folgen für die Kirche sind, wie man inzwischen unschwer erkennt, verheerend.

 

 

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