Rundbrief Nr. 54 (Februar 1998)  

 

Die zweite Reformation

Woran seit Jahren im Verborgenen gearbeitet wurde, wird nun für jedermann offenbar

Auch unverbesserlichen Berufsoptimisten wird langsam klar, daß sich die Kirche unaufhaltsam auf eine neuerliche Spaltung zubewegt. Wie bei der ersten sogenannten Reformation will man natürlich von offizieller Seite noch immer nichts davon wissen. Tatsächlich ist die Spaltung jedoch längst Wirklichkeit, jetzt wird sie lediglich offenkundig und für jedermann sichtbar. DIE WAHRHEIT berichtet seit Jahren über den Zustand unserer Diözesen. Zwei Dokumente aus Rom sind es, welche die Situation der Kirche in der westlichen Welt, gerade im deutschen Sprachraum, schlaglichtartig beleuchten:

Die Instruktion zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester

Mitten ins Herz traf dieses Schreiben die Verantwortlichen in unseren Diözesen. Dabei enthält es überhaupt nichts Neues, sondern ruft lediglich einige bestehende Ordnungen und Vorschriften der heiligen röm. kath. Kirche in Erinnerung. Notwendig wurde die Instruktion durch die zum Teil schon erheblichen Abweichungen in manchen Ländern. Ganz anders sieht das z.B. - naturgemäß - der Linzer Ober-Laien-"Seelsorger" Mag. Martin Nenning. Er findet die Instruktion "entmutigend" und "enttäuschend" (Linzer Kirchenzeitung, 27.11.1997). Weiters meint der kirchliche Großverdiener dort: Er sehe keinen Anlaß, an der gegenwärtigen Praxis in der Diözese etwas zu ändern, u.a., weil "das Dokument hinter der gegebenen Praxis zurückbleibe"(!). Diese Aussage könnte man freilich gleichlautend auch auf andere Themen wie Abtreibung, Ehebruch, Widerheirat, voreheliches Zusammenleben, Lüge, Betrug uvam. anwenden! Erwartungsgemäß gab es von der Diözesanleitung keinerlei Richtigstellung zu den Aussagen des Ober-laien Nenning. Er wirkt natürlich auch weiterhin in seinem Aufgabenbereich.

Die Weisung des Papstes an die deutschen Bischöfe, keine "Tötungslizenz" mehr auszustellen

In diesem zweiten Brief verbietet der Papst den deutschen Bischöfen die Ausstellung der "Lizenz zum Töten" bei der Schwangerenberatung (dabei ging es niemals darum, ob die Kirche Schwangere beraten soll oder nicht, wie Medien und Politiker verbreiteten!). Zum Verständnis: Im Gegensatz zu Österreich ist in Deutschland für die straffreie Ermordung (=Abtreibung) des eigenen Kindes ein "Beratungsschein" notwendig. Die Kirche kassiert dafür vom Staat hunderte Millionen DM. Einzig Erzbischof Dyba (Fulda) stieg schon 1993 aus diesem "Beratungsmodell" aus und berät die schwangeren Frauen seither ohne Beratungsschein. Peinlich für alle "Lizenzbefürworter": Trotz (oder wegen?) dieser Regelung nahm in Fulda die Anzahl der ratsuchenden Frauen zu! Es ist schon an sich höchst sonderbar, daß es einer Weisung des obersten Hirten auf Erden bedarf, um Christen (Bischöfe!) am Ausstellen einer Tötungslizenz zu hindern! Als widerlich muß man die massiven Versuche von Politikern (aller Parteien!) sowie der Medien bezeichnen, sich in die kircheninternen Angelegenheiten einzumischen. Diese reichen bis zum offenen Aufruf an die Bischöfe, dem Papst zu widerstehen. Diesmal konnte der offene Bruch in der deutschen Bischofskonferenz (pro und kontra Rom) noch verhindert werden. Jedoch, die nächste Prüfung kommt bestimmt!

Die Situation in der Kirche

Priester, die lange Zeit nur relativ unauffällig ihre eigene Liturgie und Lehre gefeiert, gelebt und vertreten haben, getrauen sich heute bereits "mutig" damit in die Öffentlichkeit. Sie wissen nun offenbar, daß sie mit keinerlei Folgen zu rechnen haben.

Durch die von Hitler eingeführte Kirchensteuer verwaltet die Kirche in Österreich und Deutschland Milliardenbudgets. Leider hat dieses viele Geld nicht nur positive Auswirkungen. Berufslaien haben sich in der Kirche breitgemacht, welche die Glaubwürdigkeit der Kirche nicht gerade fördern. Sie kassieren hohe Gehälter ("Pastoralassistent/in/en" verdienen z.B. mehr als ihre Vorgesetzten, die Pfarrer!) und sind vielfach nicht einmal bereit, die kirchlichen Vorschriften einzuhalten - manche treten sogar ganz offen gegen die Kirche auf (welcher andere Arbeitgeber würde das dulden?). Kirchliche Beratungs-Gremien (Pfarrgemein-de-, Priester-, Pastoralräte, Dechantenkonferenzen uvam.) sind inzwischen fest in "kirchenkritischer" Hand. Dasselbe gilt für kirchliche Laien- und Jugendorgani-sationen. Hochbezahlte Theologen "hinterfragen" heute sämtliche Glaubenswahrheiten - oder lehnen sie gleich offen ab. Es gibt bereits Bischöfe, die mehr oder weniger (oder ganz) offen gegen den Papst aufstehen. Von der Kirche selbst herausgegebene Medien ("Kirchen"-Zeitungen) tragen das ihre zu einer "kritischen" Haltung gegenüber Glauben, Papst und Kirche bei. Hier läßt man die Gläubigen für die Demontage der eigenen Kirche selbst bezahlen! In welchem weltlichen Unternehmen wäre so etwas überhaupt denkbar? Zumindest grotesk an der heutigen Situation ist, daß sich viele dieser "Reformatoren" noch auf den Heiligen Geist berufen! Glaubt jemand allen ernstes, Gott selbst könnte an der Spaltung Seiner Hl. Kirche mitarbeiten? Gefährlich ist das auch, weil es nur eine Sünde gibt, die nicht vergeben werden kann, jene gegen den Hl. Geist (Mt.12,31f u.a.)!

Die Rolle der Medien und der ÖVP

Immens ist der Aufwand, den die Medien im Kampf gegen die Kirche betreiben. Dabei geht es nicht nur um die linke und liberale Presse. Eine führende Rolle spielen dabei auch Rundfunk und Fernsehen. Wer kennt nicht jene einseitig besetzten Diskussionssendun-gen, in denen man über Kirche und Papst "zu Gericht" sitzt? Jedenfalls sind die Medien hauptverant-wortlich für die heutige kirchen- und papst-kritische Stimmung in der Bevölkerung. Der Rundfunk ist in Österreich (mit 75% Katholiken!) ein staatliches Monopol. Das heißt, die heute regierenden politischen Parteien (ua. die ÖVP) müssen mit der Linie des Rundfunks einverstanden sein (dazu gehören auch Sex- und Gewalt-Darstellungen). So verliert die Bundes-ÖVP immer mehr von ihren Stammwählern - sie ist auf dem besten Weg in die Bedeutungslosigkeit. Die Katholiken sind mündig geworden und wählen heute auch andere Parteien! Gibt es bei den ÖVP-Verantwortlichen noch ein rechtzeitiges Umdenken?

Auch erfreuliche Aufbrüche des Glaubens

Freilich darf man nicht übersehen, daß es vielerorts auch Zeichen der Erneuerung (=Rückbesinnung) gibt. Wie jedesmal, wenn die Kirche darniederliegt, gibt es - meist kleine - Gruppen und Gemeinden, die wieder den wahren Glauben suchen und leben wollen. Jenen Glauben, der den Menschen 2000 Jahre lang geholfen hat, die ewige Seligkeit zu finden.

Tragisch ist dabei, daß gerade in diesem Umfeld auch viele Menschen guten Willens in die Irre geführt werden. Es treiben sich nicht wenige falsche Prediger herum! Hier ein paar Hilfsmittel zur Unterscheidung: 1. Falsche Propheten haben schon im Alten Testament das Volk stets beruhigt nach dem Motto: Es ist alles nicht so schlimm - anstatt es zu warnen. 2. Entweder predigt jemand sich selbst (daß die Leute ihn als Leitbild verehren) oder Jesus Christus, als den Gekreuzigten (1.Kor.2,2). 3. Ein weiteres Unter-scheidungsmerkmal ist die Stellung zu dem von Christus eingesetzten Oberhaupt der Kirche ("Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; ..." Mt.16,18f). Die kleine Herde (Lk.12,32) hat von Christus die Zusage: "Ich bin bei euch alle Tage ...". (Mt.28,20).

Die Zukunft Europas

Die christliche Lebensweise bzw. die Kirche haben - trotz aller Fehlleistungen einzelner Funktionäre - über die Jahrhunderte Europa zu dem gemacht, was es heute (noch) ist. Derzeit sind wir dabei, all diese bisherigen Werte über Bord zu werfen. Das Ergebnis: Geburtenschwund, enorme Selbstmord- und Schei-dungs-Raten, "No Future", Pornografie, Drogen, staatlich geförderte Blasphemie (bei 75% Katholiken!), Massen- und Jugend-Arbeitslosigkeit, gigantische Staatsverschuldung und vor allem den hunderttau-sendfachen - staatlich erlaubten - Kindermord durch die eigenen Eltern (oft "aus wirtschaftlichen Gründen" - zu einer Zeit mit noch nie dagewesenem Wohlstand). Demnächst folgt - in Holland schon gesetzlich - die Euthanasie: Das freiwillige Aus-dem-Leben-Scheiden von Alten und Kranken, die ihren Angehörigen nicht mehr zur Last fallen wollen bzw. sollen.

Für den Fortbestand unserer heutigen "Hochkultur" in Europa gibt es von Christus keinerlei Zusagen! Es ist auch schwer vorstellbar - wenn es einen Gott gibt (und wir glauben daran!) - daß Er diesem Treiben, sowie dem weitgehenden Schweigen Seiner Kirche dazu, noch lange zuschauen wird. Die erste Reformation hat Österreich - mit schweren Verlusten - letztendlich überwunden. Wie wird die zweite Reformation enden? Die Zukunft wird es uns bald weisen!

Die Aussagen der Instruktion

An der päpstlichen Instruktion zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester haben nicht weniger als acht römische Kongregationen (Ministerien) mitgearbeitet. Die Instruktion bezieht sich nicht etwa auf überaltete Vorschriften, sondern steht eindeutig und ausschließlich am Boden des letzten Konzils: Alle 119 Anmerkungen am Schluß der Instruktion verweisen auf Konzils- oder nachkonziliare Dokumente (u.a. auf den Katechismus von 1993 und das Kirchenrecht von 1983). Sie können den vollen Text der Instruktion gerne bei uns anfordern!

Die wichtigsten Punkte der Instruktion:

- Predigen bei einer Hl. Messe dürfen, ohne Ausnahme, nur Priester und Diakone. Zum Verständnis: Ein Pastoralassistent ist kein Diakon!

- Nur ein Priester kann Leiter einer Pfarre sein.

- Pfarrgemeinderat und Pastoralrat haben keine beschließenden, sondern nur beratende Funktionen.

- Laien dürfen nicht Priester "spielen". D.h., sie dürfen keine priesterlichen Gewänder tragen und keine Gebete und Handlungen verrichten, welche dem Priester vorbehalten sind.

- Wortgottesdienste sind nur vorübergehende Notlösungen und erfüllen nicht das Sonntagsgebot. Die Gläubigen müssen angeregt und unterstützt werden, am Sonntag eine (richtige) Hl. Messe zu besuchen!

- Laien-Kommunionhelfer dürfen nur im Notfall eingesetzt werden. Der Eindruck der Konzelebration muß vermieden werden.

- Eine "Krankensalbung" durch Laien ist nicht nur verboten, sondern ungültig.

Ausdrücklich und mehrmals betont das Dokument die wichtige Rolle der Laien in Kirche und Welt. Die Instruktion wird den Bischöfen wörtlich "zur treuen Anwendung anvertraut".

Dagegen steht die gängige Praxis

Jedermann weiß, daß bei uns die kirchliche Wirklichkeit von diesen Vorgaben zum Teil erheblich abweicht. Dabei werden einige Punkte von den diözesanen Zentralstellen ganz offiziell mißachtet. Andere Punkte werden vor Ort, in den Pfarren, schlicht und einfach ignoriert - manchmal nach dem Gutdünken einiger Wichtigtuer, manchmal auch nach dem Willen einer einfachen "demokratischen" Mehrheit (nach dem Motto: wer nicht mittun will, soll sich halt eine andere Pfarre suchen). In jedem Fall gibt es aber in der Kirche Verantwortliche (Pfarrer, Dechant, Bischof uva.), welche diese Vorgänge entweder still dulden oder an diesen sogar persönlich interessiert sind. Viele Katholiken können heute ihre eigene Pfarrkirche nicht mehr besuchen, weil das sonntägliche Ärgernis einfach zu groß wurde. Dazu einige Beispiele:

- Pastoralasssistent/en/inn/en haben in der Diözese Linz einen "Arbeitsvertrag", der ihnen das regelmäßige Predigen nicht nur erlaubt, sondern vorschreibt (die meisten von ihnen geben ihre Weisheiten ohnehin sehr gerne von sich)!

- Laien "spielen" bei der Hl. Messe Priester. Sie lesen das Evangelium, predigen und sprechen Gebete, die dem Priester vorbehalten sind (ein deutscher Bischof nannte sie deshalb folgerichtig "Laienschauspieler").

- Laien-Kommunion-Austeiler, auch wenn nur wenige Gottesdienstbesucher da sind: Es wird wohl niemand ernsthaft behaupten, daß z.B. 10 Minuten, die der Priester alleine brauchen würde, ein "Notfall" sind. Zum massenhaften Kommunionempfang: Wenn nur jene zur Kommunion gingen, die wenigstens im letzten Jahr bei der Beichte waren, wären manche Pfarrer alleine in nur wenigen Sekunden fertig! Noch ein Tip für alle, denen es zu langsam geht: Mit Kommunion-Kniebänken ginge es erheblich schneller!

- Laut Statut ist der Pfarrgemeinderat in der Diözese Linz kein beratendes, sondern ein "mitverantwortlich entscheidendes" Organ.

- Seit Jahren werden Pfarren von Laien geleitet. Laut offiziellem Jahrbuch tun dies in der Diözese Linz derzeit 20 Frauen und Männer. Die Pfarrer-Einschulungs-Kurse werden regelmäßig auch von Laiinnen und Laien absolviert.

- Wortgottesdienste werden oft ganz bewußt anstelle der Hl. Messe gehalten, auch wenn ein Priester anwesend ist. Man nennt das dann: "Aus Solidarität mit denen, die keinen Priester haben."

- Das Sakrament der Krankensalbung wird von Laien (ungültig!) "gespendet". Dies ist mehr als eine grobe Irreführung dem Sterbenden gegenüber!

Ein Gleichnis und ein Rätsel

Die (kath.) Kirche mit etwa einer Milliarde Mitgliedern hat nicht nur eine übernatürliche Dimension, sondern auch eine irdische. Insofern kann man sie gut mit einem großen Unternehmen vergleichen. Sie hat auch leitende und weniger leitende Angestellte, sowie - bildlich - einen "Generaldirektor" (Papst) und - wenn man so will - "Niederlassungsleiter" (Bischöfe). Der Eigentümer sitzt im Himmel. Gesetzt den Fall, in der riesigen, weltweit operierenden Firma, nennen wir sie Papst & Co., steht irgendwo ein Pförtner, ein Abteilungsleiter oder die ganze Niederlassung eines Landes auf und sagt: "Wir halten uns ab jetzt nicht mehr an die Firmenvorschriften und mißachten die Weisungen des Generaldirektors. Wir wissen besser als er, wie das Unternehmen zu führen ist!" Was würde geschehen??? Denken Sie darüber nach! Die Auflösung lesen Sie in unserem nächsten Rundbrief.

"Reformation": Leonding und andere Beispiele

Durch die Veröffentlichung der Instruktion sahen sich viele Pfarrer und Funktionäre geradezu herausgefordert, die Opposition zu ihrer Kirche öffentlich zu demonstrieren. Die Zeitungen sind voll mit Beispielen. So berichtet die O.Ö.Runschau am 1.1.1998 (unter dem inzwischen verstorbenen Herausgeber Eduard Ploier) auf Seite 1 in großen Lettern: "Puchkirchen will Frau als Priester". Hintergrund war ein entsprechender "Beschluß" des Pfarrgemein-derats. Weiters wurde beschlossen: Eine Aktion "Kirchen-volkspredigt" und das Tragen der "lila Stola" bei den Gottesdiensten (die lila Stola wird als "Kennzeichen" von den Frauenpriester-Befürwortern mißbraucht). Wörtlich aus dem Protokoll: "Wir lehnen daher die römische Vorschrift ... als unbiblisch ab". PGR-Vorsitzender ist Pfarrer F. Biermair.

Beispiel Leonding (Diözese Linz)

Zum Thema Wortgottesdienst schreibt Pfarrer Kritzinger in seinem Pfarrbrief (10/97) wörtlich:

Wortgottesdienste (zumal mit Kommunionfeier) sind keine "Notstandsfeiern in Ermangelung eines ordi-nierten Priesters", sondern sie sind vollgültige Feiern der christl. Gemeinde, die sich beim gemeinsamen Hören auf Gottes Wort u. im Brechen des Brotes (das ja eine "Brücke" zur Feier der Messe mit dem Priester darstellt) der Gegenwart Christi und der Gnade Gottes erfreut. - Es erübrigt sich fast noch hinzuzufügen, daß mit der Teilnahme an einem Wortgottesdienst in der eigenen Gemeinde die sog. Form der "Sonntags-pflicht" vollauf erfüllt ist - mehr vielleicht als durch das Beiwohnen bei einer Messe in einer "fremden Gemeinde", in der der persönliche Bezug zu den Mitfeiernden fehlt. Zitat Ende.

Die römische Instruktion sagt hingegen zu Wortgottes-diensten: "Solche Gottesdienste ... stellen immer nur vorläufige Lösungen dar. ... muß den Teilnehmern an solchen Gottesdiensten immer erklärt werden, daß sie das eucharistische Opfer nicht ersetzen und daß man das Sonntagsgebot nur durch die Mitfeier der heiligen Messe erfüllt."

Jedem Menschen, der der deutschen Sprache nur einigermaßen mächtig ist, ist klar, daß sich die beiden Aussagen zu 100% widersprechen. Pfarrer Kritzinger genießt jedoch offenbar das Vertrauen der Diözesanleitung - er ist erst im Herbst 1997 von der Pfarre Suben (1000 Katholiken) in die Pfarre Leonding (6500) "aufgestiegen".

Die gleiche Aussage wie Pfarrer Kritzinger macht übrigens auch Prof. Wilhelm Zauner im Pfarrblatt von Wallern (Advent/Weihnachten 1997). Es handelt sich dabei keineswegs um Einzelfälle! Schon 1994 waren sie Bestandteil der offiziellen Richtlinien der Diözese. Diese Passage mußte jedoch damals von der Diözese - nachdem DIE WAHRHEIT darüber berichtete - formell zurückgenommen werden. Inoffiziell bleibt es, wie man sieht, Linie der Diözese

Bischof Stecher attackiert den Papst

In einem Schreiben, datiert mit dem 33. Sonntag nach Pfingsten, übt Bischof Stecher scharfe Kritik an der Laien-Instruktion bzw. der Kirchenleitung. Der Brief - angeblich streng vertraulich - wurde genau am Tag der Antritts-Pressekonferenz seines Nachfolgers der Presse zugespielt. Das Hauptthema dieser Pressekonferenz war natürlich Stechers Brief, wobei der neue Bischof, Alois Kothgasser, sich vor der Presse mit Bischof Stecher völlig solidarisch erklärte. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Weber, meinte: "Bischof Reinhold Stecher hat von seiner pastoralen Erfahrung heraus gesprochen, was viele denken.". Auche andere Bischöfe und Theologen lobten Stecher - die Medien waren natürlich hellauf begeistert.

'Hunderte Millionen' können nicht mehr beichten!?

Der Brief strotzt vor schwerwiegenden Vorwürfen wie "... ohne jeden Blick auf den allgemeinen Heilswillen Gottes ..." uvam. Wir können - aus Platzgründen - nur eine Aussage des Briefes näher beleuchten: "Es scheint z.B. niemanden in den höchsten Gremien zu beunruhigen, wenn buchstäblich hunderte von Millionen Katholiken gar nicht mehr zu den moralisch heilsnotwendigen Sakramenten der Vergebung kommen können (und weil sie nicht kommen können, nach einer Generation auch gar nicht mehr kommen wollen)".

Kommentar: Es stimmt, daß in Österreich fast niemand mehr zur Beichte geht. Aber nicht, wie Bischof Stecher meint, wegen des Priestermangels (der Grund ist vielmehr das fehlende Sündenbewußtsein)! In Österreich gibt es rund 6 Millionen Katholiken und 6000 Priester. Stechers Diözese Innsbruck hat etwa 400.000 Katholiken und 500 Priester. Welche "hunderte Millionen" ohne Beichtmög-lichkeit meint Bischof Stecher also?

Wiederholungsfall: Schon im Juni 1997 erhielten die Medien einen "vertraulichen" Brief von Bischof Stecher an den Nuntiuns zugespielt. Darin "drohte" er, alle Funktionen, Titel und Rechte zurückzulegen, falls Alois Kothgasser sein Nachfolger werden würde. Wie wir wissen, hat Bischof Stecher sein "Versprechen" nicht wahr gemacht. Freilich sind die Medien in einem solchen Fall sehr gnädig und fragen nicht mehr nach - sie brauchen ja auch in Zukunft noch jemanden, der ihnen Munition gegen die Kirche liefert. Im PROFIL (5/98) vergleicht Stecher, der Träger eines hohen Freimaurer-Ordens ist, die Laien-Instruktion auch gleich mit der einstigen Hexenbulle! (Nebenbei: In Stechers Amtszeit wurde das so erfolgreiche "Kirchenvolksbegehren" initiiert).

Entschuldigung aus dem Jenseits!?

Der ORF meldete am 6.1.1998 den ganzen Tag über in seinen Nachrichten, daß sich Erzbischof Berg für den Brief von Bischof Stecher beim Papst entschuldigt habe. Am nächsten Tag las man in den Zeitungen, daß es Erzbischof Eder war. Für das Archiv und das Stammbuch der fachkundigen Kirchen-Berichterstatter des ORF: Erzbischof Berg ist am 1.9.1997 verstorben (was anscheinend noch nicht bis zur "Abteilung Religion" des ORF durchgedrungen ist)!

 

Wie wir den Bischöfen helfen können, die "Instruktion" umzusetzen

Als ersten konkreten Vorschlag empfehlen wir Ihnen bei Laienpredigten während der Hl. Messe: Verlassen Sie die Kirche für die Zeit dieser Predigt! Wenn bei jeder Laienpredigt auch nur einige wenige aufstehen, ließe sich damit sicherlich etwas erreichen! Freilich, man braucht etwas Mut, sich für Christus und Seine Kirche einzusetzen. Als Hilfe haben wir die Waffenrüstung Gottes (Eph.6,10ff): Gegürtet mit der Wahrheit; den Panzer der Gerechtigkeit; als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen; den Schild des Glaubens; den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes. Schon die Aufzählung dieser Waffenrüstung macht klar, daß man damit ziemlich gut gerüstet ist.

Die Mär vom Priestermangel

Immer wieder wird uns vorgerechnet, daß man die Laien deshalb (heute schon) in der Hl. Messe einsetzen muß, weil uns in einigen Jahrzehnten ein Priestermangel ins Haus steht. In der Tat gibt es derzeit fast keine Priesterberufungen mehr, was unter den gegebenen Umständen auch gar nicht verwundert. Tatsache ist jedoch:

1. Es gibt heute für jede (auch die kleinste) Pfarre im Durchschnitt noch immer zwei Priester.

2. Das Durchschnittsalter der Priester steigt natürlich, weil mehr sterben als nachkommen. Was uns bei den Hochrechnungen immer verheimlicht wird, ist jedoch dieses: Die Gottesdienstbesucher nehmen um ein Vielfaches schneller ab als die Priester!

3. Sollte es - etwa durch ein Wunder - wieder mehr Glauben im Volk, und damit auch mehr Gottesdienstbesucher geben, werden wir automatisch auch wieder mehr Priester haben. Also: Kein Grund zur Panik!

Post wirbt bei Kindern mit Sex-Literatur

Wie schon mehrmals berichtet, schickt die P.S.K. an 13-jährige Kinder mit persönlicher Anschrift unaufgefordert den RENNBAHN-EXPRESS. Bitte besorgen Sie sich in einem Postamt ein Exemplar oder fordern Sie bei uns eine Leseprobe an. Wenn wir Katholiken nichts unternehmen, brauchen wir uns über den Zustand der Gesellschaft auch nicht zu beklagen! Zur Erinnerung: Es ist uns gemeinsam u.a. auch gelungen, die Sex-Inserate in der ÖAMTC-Zeitung zu stoppen. Bitte schreiben Sie einen Kurzbrief an einen oder mehrere dieser Herren:

Generaldirektor der P.S.K.: Max Kothbauer, Wipplingerstraße 1, 1018 Wien; Generaldirektor der Post: Ing. Dr. Josef Sindelka, Postgasse 8, 1011 Wien; Bundesparteiobmann der ÖVP: Dr. Wolfgang Schüssel, Lichtenfelsgasse 7, 1010 Wien.

Personalabbau: Chance für die Kirche

Durch die Kirchenaustritte und steigenden Kosten sind alle Diözesen gezwungen, Einsparungen vorzunehmen. DIE WAHRHEIT hat schon vor Jahren auf dieses kommende Problem hingewiesen. In der Diözese Linz sieht man sich - laut Zeitungsberichten - plötzlich gezwungen, in diözesanen Zentralstellen bis zum Jahr 2001 30% der Kosten einzusparen! Niemand wird sich der Illusion hingeben, daß diese Quote ohne Personalreduktion erfüllbar ist. Dadurch ergibt sich jedoch für die Kirche eine große Chance: Wenn man sich nun von jenen Mitarbeitern trennt, die laufend gegen die eigene Kirche arbeiten, könnte diese Notlage zu einem neuen Erblühen der Kirche in unserem Land führen!

LKZ(1): Homo-Werbung ohne Ende

Besonders "kirchentreu" gibt sich die Linzer Kirchenzeitung am 29.1.1998: Nachdem in der Vergangenheit mehrmals für Homosexualität geworben wurde, zitiert sie diesmal aus dem Weltkatechismus! Wie? Eine Überprüfung lohnt sich: Sucht man im Inhaltsverzeichnis des KKK das Thema "Homosexualität", wird man auf Punkt 2357 verwiesen. Dieser Punkt wird von der LKZ schamhaft verschwiegen. Die beiden Unter-Punkte "Verbot der Diskriminierung homos. Menschen" (2358) und "H. und Keuschheit" (2359) werden hingegen voll zitiert. Halt, nein, auch nicht voll, denn bei 2359 werden ausgerechnet die Worte ... "sind zur Keuschheit gerufen. Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen", ... weggelassen!

Was dann als "Zitat" aus dem Weltkatechismus übrigbleibt, ist ein Musterbeispiel für die Manipulation, die heute innerkirchlich (hochoffiziell!) betrieben wird. Viele Pfarrer legen die LKZ in ihrer Kirche auf. Niemand soll sich wundern, wenn das Kirchenvolk in die Irre geht!

LKZ(2) läßt über Zölibat abstimmen

In der Diözese Linz wird von gewissen Leuten wieder einmal über den Zölibat "diskutiert". Als ob die Allgemeinheit über das (freiwillige!) persönliche Gelübde eines Menschen befinden könnte. Auf eine besonders gelungene Idee kamen die Redakteure der LKZ, indem sie eine Telefon-"Abstimmung" veranstalteten, bei der nur die Anzahl der Anrufe "pro" und "kontra" Zölibat gezählt wurden (die Zölibats-"Gegner" waren besonders fleißige Anrufer).

Kirchen-Austritte

"Eigenartig ist, daß da, wo der Wille der Kirche zur Anpassung an den Zeitgeist besonders deutlich wird, die Austrittszahlen weit höher sind als da, wo die Kirche noch ein eigenes Profil zeigt." (Zitat Erzbischof Dyba, Fulda).

Übrigens: 1996 traten in Deutschland 240.000 Protestanten, aber "nur" 135.000 Katholiken aus ihren Glaubensge-meinschaften aus (beide sind mit ca. 26 Millionen Mitgliedern fast gleich groß). Was kann der Grund sein?

Dieses Bild stammt nicht etwa von einer mißglückten Faschingsveranstaltung, sondern aus dem völlig unverdächtigen Jahrbuch der Diözese Linz von 1995. Im Bildtext heißt es wörtlich: "Wegen des Priestermangels werden in mehreren Oberösterreichischen Pfarren qualifizierte Laien als Pfarrassistent/in eingesetzt. Sie leiten die ihnen anvertraute Pfarre ...". Das Bild zeigt, so wörtlich, die "Amtseinführung" der Laien. Links und rechts der jungen Frau sind der Dechant und der "zuständige Priester". Das Jahrbuch wird in den Pfarren der Diözese verkauft.

 

 

Deshalb darf durchaus niemand sonst (gemeint sind Papst und Bischöfe), auch wenn er Priester wäre, nach eigenem Gutdünken in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern. 

II.Vat.Konzil, Liturgie, 22. §3

 

 

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