Rundbrief 5 (Aschermittwoch 1987)
     

 

 

GIBT ES EINE HÖLLE?

 

Normalen Christen kommt diese Frage hoffentlich eigenartig vor, aber wieso hört man heute so wenig von der Hölle? Manche meinen, darüber spricht man nicht. Christus und die meisten Heiligen fanden es jedoch überhaupt nicht unschicklich, über dieses Thema zu reden.
Tatsache ist, daß heute eine nicht geringe Zahl von Theologen glaubt, es gibt keine Hölle (bzw. wenn, dann ist sie leer). Dazu sind aber zumindest drei Voraussetzungen notwendig:

  1. Ein falsches Gottesbild: Das heißt, Gott sei so barmherzig, der könnte keinen Menschen verdammen. Christus sagt dagegen: "Viele werden sagen, Herr, Herr, haben wir nicht in Deinem Namen ..., dann werde ich antworten: weg von mir, ich kenne euch nicht, ihr Übertreter des Gesetzes!" (Matth. 7,21-23). Und auf die Frage, wie viele gerettet werden: "Viele werden versuchen, hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen" (Luk. 13,23). Dieses "Gottesbild" ist wohl auch einer der Gründe, warum sich Modernisten so sehr   dagegen wehren, daß AIDS eine Strafe Gottes sein könnte (aber vergleichen Sie einmal Römer 1,27).
  2. Als nächstes muß eine "Lösung" für die vielen Bibelstellen gefunden werden (besonders Jesus redet sehr viel von der Hölle), die sich damit beschäftigen. Dabei kommt aber die      heute sehr verbreitete Form der Schriftlesung zu Hilfe: Man liest die Bibel und sucht sich aus, woran man glaubt, und was man - dank großer Intelligenz und Unterscheidungsgabe in den Bereich der Fabel stellt. So vermessen es klingt, diese "Theologen" stellen ihre   eigene "Erkenntnis" über die Jesu und der Apostel. Ob das gut geht? Z.B. muß man die Offenbarung fast zur Gänze streichen. Dabei steht ausgerechnet am Ende dieses Buches: "Wer etwas wegnimmt von diesem Buch, dem wird Gott seinen Anteil am Leben wegnehmen" (Offenb. 22,19). Das sind keine guten Aussichten!
  3. Man muß sich gegen die eindeutige Lehre unserer Kirche stellen (wobei die meisten dieser Leute sogar von der Kirche bezahlt und ausgebildet werden!). Auch dies ist heute in unseren Breiten zu einer beliebten Übung geworden.

Die Folge dieser Irrlehre ist klar, ein völlig falsches "sich in Sicherheit wiegen": Wir brauchen uns nicht mehr bemühen, in den Himmel zu kommen, es besteht sowieso keine andere Möglichkeit. Heute buhlt man um die Gunst derWelt, indem man versucht, Zucker (oder schales Salz?) statt Salz zu verkaufen: Da gibt es z.B. Totenmessen mit "Besuchern", die schon 20 Jahre nicht mehr in der Kirche waren. Im Hinterkopf haben sie noch: Wenn es ein ewiges Leben gibt, dann ist das Himmel und Hölle. Bei der Predigt hören sie aber dann, daß das heute nicht mehr so ist. Beruhigt gehen sie nach Hause. Sicher gehen dadurch Tausende verloren, die man besonders in einer solchen Situation zum Nachdenken bringen könnte. Gott wird ihre Seelen von diesen "Seelsorgern" fordern!

Die Aussage der ganzen Heiligen Schrift zum Thema "Hölle" ist völlig eindeutig! Aus den unzähligen Stellen wähle ich nur einige aus:

  • "Wer der Einladung des Herrn nicht folgt, wird verdammt" (Luk. 14,15-24)
  • "Wer sein Talent vergräbt, wird verdammt" (Matth.25,14-30)
  • "Wer nicht wiedergeboren wird, kann das Reich Gottes nicht sehen" (Joh. 3,3)
  • "Wer den Leib (Christi) unwürdig ißt, ißt sich das Gericht" (l.Kor. 11,27-29)

Besonders hart urteilt Gott über die Hirten, die seine Lehre verdrehen:

  • "Ihr wißt, daß Lehrer im Gericht strenger beurteilt werden" (Jak. 3,1)
  • "Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, irreführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde" (Mark. 9,42)
  • "Wer ein anderes Evangelium verkündet, der sei verflucht" (Ga!. 1,6-11)

Heute ist es modern, über weltliche Schriftsteller (sogar Atheisten) zu predigen. Geschieht dies, um Belesenheit zu bekunden? Paulus sagt über seine Predigt: "Ich wußte nichts, als Jesus, den Gekreuzigten" (l.Kor. 2,2).

Beten wir dafür, daß unsere Priester wieder den Mut und die Demut haben, statt "Weltlichen Fabeleien" die volle Lehre Jesu zu verkünden! Dann wird die Verheißung Jesu wahr werden: "Wer mich liebt, hält an meinem Wort fest; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden bei ihm wohnen" (Joh. 14,23).

Das wünsche ich allen Lesern und verbleibe ohne mehr für heute

im Gebet verbunden, Ihr

Herbert Lindner jun.

 

 

 

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