Rundbrief 4 (PAULI BEK. 1987)
     

 

 

ERNEUERUNG, WO GEHST DU HIN?

 

Gott schafft uns neu und erneuert dadurch seine Kirche. Wer nicht wiedergeboren wird, kann in das Reich Gottes nicht eingehen. Es beginnt daher bei meinem persönlichen Ich. Wir müssen vieles abwerfen, um seinem Geist Platz zu machen.
Dadurch erneuert Er Seine Kirche. Erneuerungsbewegungen zeugen immer wieder von dieser Neubelebung. Für unsere Zeit ist der Aufbruch durch Franz v. Assisi, Lombardi und Pater Leppich zum Begriff geworden.
Heute wirkt Gott durch die Charismatische Erneuerungsbewegung:

So fing es an

Gleich einem Lauffeuer breitete sie sich von Amerika über die ganze Welt aus. Ich lernte sie vor 10 Jahren kennen. Ein neues Christentum voll Geist und in der Vollmacht Gottes zeigte sich. Große Wunder und Zeichen gaben Zeugnis vom Wirken Gottes. Ich habe erlebt, wie Kranke geheilt wurden, Menschen von den verschiedenen Süchten befreit wurden und zum Glauben kamen. Die Macht Satans wurde gebrochen und ohne großen Exorzismus, nur durch einfache Gebete und Handauflegung, wurden Menschen befreit. Alles war so einfach und wir erlebten eine neue Welt. Wir wurden von einer Welle des Lobpreises und der Anbetung erfaßt. Dies war nicht unser Verdienst, es war ein "Eröffnungskredit", welchen vor vom Herrn zugestanden bekamen. Verbunden damit war der Auftrag: Erneuert meine Kirche. Mit den Jahren ging dieser Kredit zu Ende und der Herr kommt in seinen Weinberg, um nach der Ernte zu sehen. Wie ist es damit bestellt?

Was weiter wurde

Vorerst wurde diese neue Bewegung abgelehnt. Seine Boten stempelte man als Sektierer ab. Allein das Heben der Hände beim Gebet genügte oft schon für solche Unterstellungen. Der neue Sauerteig sorgte für Unruhe und Auseinandersetzung in mancher Pfarre. Dies brachte die ersten Abfälle: "Der Friede ist. des Bürgers erste Pflicht!" Bekräftigt durch manche Predigten verließen die ersten die Geborgenheit ihrer Gebetsgruppen. In einigen Fällen bekamen sie die Folgen dieser „Wehrdienstverweigerung" furchtbar zu spüren. Satan ist kein fairer Gegner und Gott halt von
Kompromissen nichts. Es würde den Rahmen diese Artikels Sprengen, wenn ich das
furchtbare Schicksal einiger mir bekannter Falle schildern würde. Der Hl. Franziskus, von den Grünen als "Friedensheld" verehrt, schreibt: "Der Teufel zerreißt und zerstückelt jeden auf unvorstellbar grausame Art, welchen er in die Hände bekommt."
Doch der Herr schützt die Seinen und Seine Engel bewahren sie. Er gibt Ihnen Augen die sehen und Ohren die hören. So gedeiht sein Werk, und auch in Oberösterreich entstehen einige Gebetsgruppen. Fehlinvestitionen werden aufgelassen und erste Gewinne erzielt.
In Ermangelung gläubiger Theologen beruft der Herr geeignete Leiter, es bilden sich Bibelkreise, Gebetsgruppen entstehen und Regionaltreffen werden veranstaltet. So kommt der charismatische Aufbruch unserer Kirche ins Licht der Scheinwerfer.
Es war inzwischen "in" geworden die Bücher von Prof. Mühlen gelesen zu haben. Zuvor hatte man ja auch das Buch von Haag gelesen, in dem er den Abschied vom Teufel nimmt (und daran geglaubt!).
Inzwischen sammeln sich in der "Erneuerung" Suchende, Adabeis und Neugierige (Gier nach Neuem).
So versuchte mancher Pfarrer seine Pfarre neu aufzumöbeln und auch dieser "Richtung" einen Platz zu geben. So schwer war es ja nicht, einige Phänomene in die Heimstunden und Runden einzubauen. Das erfolgreich abgelegte Psychologiestudium ist dabei wertvolle Hilfe. Modernistische Exegeten und Pastoralassistenten(innen) brachten ihre Erkenntnisse ein. Die Bibel wurde neu überdacht um sie richtig zu "verstehen". Die Funktion der theologischen Hochschulen ist hier nicht zu leugnen: Die Brotvermehrung als reines Symbol, das Gehen von Jesus über dem Wasser ist den Donausagen gleichzusetzen, Engel und Teufel sind Fantasiegebilde orientalischer Märchenerzähler und vor allem ist - dank der unendlichen Güte Gottes - die Hölle leer. Maria war nicht Jungfrau, sondern eine junge Frau. Und woher sie ihr Kind bekam? Das weiß man auch heute bei mancher Frau nicht.
Vieles ließe sich noch dazu schreiben.
Jeder Firmhelfer kann die Liste an Hand der Kenntnisse der Firmlinge aus dem Religionsunterricht erweitern.
Doch nun zur Char. Erneuerung in unserer Kirche. Durch das Charisma der Unterscheidung der Geister bekamen wir den Auftrag, die Strategie Satans aufzudecken. Dieser Auftrag, welcher vorerst offenen Kampf bedeutete, wurde nun friedvolle Koexistenz. Das Schwert des Glaubens und der Wahrheit wird einem lieblichen Nebeneinandersein geopfert. Zeitschriften, welche, statt von Waldsterben und feministischen Phantastereien, über den Glauben schreiben, werden abgelehnt - sie könnten Unruhe stiften. Längst wird erkannt, wie man die eindeutige Lehre unserer Kirche verbiegen kann, wie man gegen Verbote handeln kann (Ministrantinnen u .a. ) .
 Jesus sagt uns im Johannes Evangelium klar und deutlich: Ihr könnt nicht Gott und der Welt dienen!
Die große Angst vor der Wahrheit und das Bedürfnis, vor den Sündern gut dazustehen, damit sie nicht an der Wahrheit Ärgernis nehmen, zeigt seine üble Wirkung. Pfarrball mit Diskoeinlagen, Fütterung der Hostienfresser (Zitat eines Priesters, welcher langer als ich die Char. Erneuerung erfahren durfte), und andere Mißstände werden in großer Toleranz ertragen. Immer nach dem Motto: Der Friede ist des Christen erste Pflicht. So sind die Wölfe in die Herde eingedrungen und finden die Hirten schlafend Der Prophet Jesaja schreibt im Auftrag Gottes zu einer ähnlichen Situation (Jes. 5.6/9-11).
Hat man auch in der Charismatischen Erneuerung den Auftrag unseres Herrn vergessen?
Nicht Frieden, sondern das Schwert bringe ich Euch (Mat.lO/34,)       Ich bin  gekommen Feuer auf die Erde zu werfen (Luk.l2/49) Wenn das Salz schal wird..(Matth. 5/13) Verkünde die Wahrheit, ob gelegen oder Ungelegen (2.Tim.4/2).
Die Ernennung von Hauptverantwortlichen, die Bildung von Gremien und die ganze Organisation wird uns der Erfüllung dieses Auftrags nicht näher bringen. Der Heilige Geist läßt sich eben nicht in den Griff bekommen und weht wo er will!
Bei einem Vertiefungsseminar bekamen wir eine Weisung unseres Herrn zu dieser Situation:

„Alt ist meine Erneuerung geworden. Sie hat das Feuer der Jugend verloren. Die Haare sind weiß und Zahne fehlen ihr Gleicht euch nicht der Welt an, sonst ich euch meine Gaben wieder nehmen!“

Aus der Charismatischen Glaubenserneuerung wurde die Katholische Glaubenserneuerung. Das Regionaltreffen in Linz zeigte diese bedenkliche Entwicklung zu deutlich und mag manchen Charismatiker mit Traurigkeit erfüllt haben.

Wie geht es weiter?

Aber der Funke hat bereits gezündet und wird auch durch diese Entwicklung nicht mehr zu löschen sein. Auf wunderbare Art wird der Herr Seine' Kirche erneuern und Seine Geistgaben über Seinem Volk ausschütten. Er lehrt uns, Gottesliebe von weltlichem Humanismus zu unterscheiden und macht Seine Verheißungen in Seinen Kindern wahr.
Die Entwicklung in Oberösterreich hat Gott sei Dank nur lokalen Charakter. Ein Blick über unsere Grenzen erfüllt uns mit Freude und Zuversicht, und sogar aus den Ländern der Verfolgung dringen wahrhaft frohe Botschaften zu uns. Ich bin überzeugt, dass der Herr jetzt seine neue, herrliche Kirche baut. So wollen wir uns gerne für dieses Werk zur Verfügung stellen und uns über seine Führung und Allmacht freuen.

 

 

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